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Eines der Kennzeichen des Lebens einer Zelle ist Stoffwechsel. Nehmen wir den Begriff einmal wörtlich, dann ist die
Wie bewegen sich eigentlich die Milliarden Moleküle vom umgebenden Medium in die Zelle hinein, vom Cytoplasma in die Mitochondrien, in den Zellkern ins ER und wieder hinaus? Könnte man das vergrößern, sähe man ein heilloses Chaos von regellos sich bewegenden Teilchen. Betrachten Sie mal ihre eigene Nahrungsaufnahme und
verfolgen mal den Weg der Nahrung bis in eine Zelle. Ein Mensch besteht
vielleicht aus ca. 1015 Zellen. Alle erhalten die notwendigen
Nährstoffe. Sie aßen gerade ein Marmeladenbrot. Dieses besteht im Wesentlichen aus Stärke, Haushaltszucker und Fett. Die Stoffe werden durch Schlucken in den Magen und durch Muskelbewegung in den Darm befördert. Eigentlich geht der Weg weiter in den Dickdarm und wieder ins Freie, nur die besagten Nährstoffe, die inzwischen zu Glucose und Fettsäuren verdaut worden sind, wählen einen anderen Weg, nämlich ins Blut. Welche Kräfte sind dafür verantwortlich? Es geht nun direkt zur Leber. Einige Moleküle verbleiben dort, andere gehen von dort per Blutkreislauf, angetrieben vom Herzen ins Gehirn und endlich in die oben angeführte Zelle im Zwischenhirn. Nun werden einige Glucosemoleküle nicht weitertransportiert, sondern von der Nervenzelle aufgenommen. Das Ganze dauert vielleicht 1/2 Stunde. Welche Kräfte sind dafür verantwortlich?
Im Cytoplasma angelangt werden einige Glucosemoleküle sofort vom Enzym Hexokinase verarbeitet und nach kurzer Zeit gelangen die Abbauprodukte in die Mitochondrien und es ensteht ATP. Kurze Zeit später scheidet die Zelle CO2 ins Blut aus. Wodurch bewegen sich diese Zwischenprodukte durch das Cytoplasma, in die Mitochondrien und aus der Zelle? 1.4.1 Diffusion Zellen können offensichtlich gezielt Stoffe aufnehmen und ausscheiden. Bei genauer Analyse unseres Beispiels kann man 2 Bewegungsvorgänge erkennen:
Ist das etwas Besonderes, was Nährstoffe im Körper machen, oder bewegen sich Stoffe auch außerhalb des Körpers und warum? Machen wir dazu ein kleines Experiment.
Daraus kann man die Ursache der Teilchenbewegung ableiten: Am absoluten Nullpunkt ( bei - 273° C) bewegen die Teilchen sich nicht: also ist die Umgebungswärme die Ursache der Bewegung. Höhere Temperatur erhöht die kinetische Energie (= Bewegungsenergie) der Teilchen. Man hat durch geeignete Experimente festgestellt, daß die Teilchen ziemlich regellos ihre Bahn ziehen, gegen die Wand des Behälters stoßen oder gegen andere Teilchen. Man nennt eine regellose Bewegung von Teilchen aufgrund von Umgebungswärme Braunsche Teilchenbewegung. (siehe Abb. 3 links unten) Man bezeichnet diese Bewegung entlang eines Konzentrationsgefälles auch als Diffusion. Glucose diffundiert also im Blut oder durch das Cytoplasma und zwar mit recht hoher Geschwindigkeit. Die Diffusion im Medium hängt von verschiedenen Faktoren ab: Temperatur, Teilchengröße, Ladung. Die Diffusion zweier Teilchen von einer Ausgangskonzentration führt immer zum Konzentrationsausgleich. Zu Beginn hat man ein Konzentrationsgefälle (-gradient), das ausgeglichen wird. Dieses Verhalten der Teilchen in einem bestimmten System entspricht dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, daß alle Vorgänge so ablaufen, daß insgesamt die Entropie ( Grad der Unordnung) zunimmt. Ausgangszustand war ein geordneter Zustand: Kristall und reines Wasser. Endzustand ist eine Lösung mit gleichmäßig verteilten Teilchen. Da sie sich nach wie vor bewegen, spricht man von einem dynamischen Gleichgewicht. 1.4.2 Osmose In biologischen Systemen sind die einzelnen Reaktionsräume durch Membranen voneinander getrennt. Das Bestreben der Teilchen, sich auszugleichen muß aber auch für Reaktionsräume gelten, die durch Membranen voneinander getrennt sind, nur treten dort durch den besonderen Aufbau, spezielle Effekte auf. Diffusion durch Membranen nennt man Osmose. Unpolare Moleküle wie CO2 oder O2 diffundieren problemlos durch Membranen. Ein Problem taucht für Stoffe auf, die zu groß sind oder eine starke Ladung haben bzw. polar sind. Für diese Stoffe gibt es Poren, die durch Membranproteine gebildet werden, die den Durchtritt regeln. Viele dieser sogenannten Tunnelproteine benötigen dazu Energie in Form von ATP, dem Energiespeicher aus den Mitochondrien. Man nennt einen energieabhängigen Transportvorgang durch eine Membran aktiver Transport. Somit können wir grundsätzlich 2 Transportmechanismen unterscheiden.
Passive Transportmöglichkeiten durch eine Membran sind in Abb. 3 nochmals zusammengestellt.
Kleine Moleküle wie CO2, O2
und Lipide wie Cholesterin können direkt durch die Membran
diffundieren. Wenn Moleküle, die aufgrund ihrer Ladung nicht
durch die Membran kämen von speziellen Tunnelproteinen durch die
Membran geschleust werden, wobei das Tunnelprotein eine Konformationsänderung
eingeht (siehe Abb. 3 rechts) nennt man
das erleichterte Diffusion, das
Tunnelprotein ist ein Carrier.
Neben den Carriern gibt es noch andere Tunnelproteine: die Kanäle z.B. als Ionen- oder Wasserkanäle. Solche Kanäle können auch durch bestimmte "Schaltermoleküle" oder Spannungsänderungen geöffnet und geschlossen werden. Alle Membrantunnelproteine hier zum Vergleich:
Hypertonische/ hypotonische/
isotonische Lösungen
Die Geschwindigkeit der Diffusion ist vom Konzentrationsgradient abhängig, die Geschwindigkeit der erleichterten Diffusion von der Anzahl der Ionenkanäle.
Die verschiedenen Geschwindigkeiten sind links dargestellt. In einer Zelle ist die Konzentration an Stoffen normalerweise immer höher als außen, deshalb diffundiert H2O in die Zelle. Je höher die Konzentration in der Zelle, je stärker der Wassereinstrom. Man nennt die konzentriertere Lösung in der Zelle deshalb hypertonisch im Vergleich zu außen. Die äußere Lösung ist dagegen hypotonisch im Vergleich zu innen. Isotonisch wären gleich konzentrierte Lösungen innen und außen, d.h. es strömt pro Zeit gleich viel Wasser in die Zelle wie hinaus. Bezüglich CO2 findet in Zellen ein Ausstrom statt, da jede Zelle CO2 als Abfallprodukt der Energiegewinnung produziert ist die Konzentration im Cytoplasma höher. Für Sauerstoff gilt das umgekehrte, da die Zellen gewöhnlich O2 verbrauchen, ist die Konzentration außen höher und deshalb diffundiert O2 in die Zelle. Osmose kann man leicht experimentell überprüfen.
Nach einigen Stunden kann man folgende Ergebnisse feststellen:
Überlegen Sie, was die Ursache für die Impermeabilität der Membran für Kongorot und Glucose sein könnte? Wenn wir die relativen Teilchengrößen betrachten wird es klar.
Die Kongorot- und Glucosemoleküle
sind für die Membranporen der Cellophanmembran zu groß.
Obiges Experiment ist ein gutes Modell für die Zelle. Darin wird nämlich ebenfalls durch große Moleküle ein Gradient aufrecht erhalten, die die Zelle per Diffusion nicht verlassen können: die Proteine. Für das Steigrohr gibt es allerdings kein Analogon. Der ständige Wassereinstrom sorgt für die Turgeszenz der Zelle. Die einströmenden Teilchen erzeugen so einen Druck, osmotischer Druck genannt. Bei Pflanzenzellen wird so das Cytoplasma gegen die Zellwand gepresst. Ionentransport
Einige wichtige Ionen wie Fe2+, Cu2+, Zn2+, Mn2+, Co2+ usw. werden durch spezielle Transporter durch die Membran geschleust. In Darmzellen spielt der Fe-Transporter DMT1 eine wichtige Rolle bei der Resorption von Fe, Zn u.a. in die Enterozyten. Andere Ionen wie Na+, K+ und Ca2+ können auch aktiv transportiert werden. Im nächsten Kapitel wollen wir uns den aktiven Transport näher anschauen. |
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