Klimaänderungen der Vergangenheit


Um zu verstehen, ob es heute wärmer oder kälter ist als früher müssen wir uns die Daten über die Temperaturen rund um den Erdball in verschiedenen Zeitintervallen genauer anschauen. Um Klimadaten der Vergangenheit zu erhalten, greift man auf sogenannte Proxydaten zurück. Diese erhält man durch die Analyse natürlicher klimaabhängiger Vorgänge wie:
Jahresringe von Bäumen, Eisbohrkerne, fossile Pollen, marine Sedimente, Korallen und historische Daten (1). Klimaänderungen können lokal aber auch global auftreten.

Dabei muß man wissen, daß direkte Messungen der Klimaparameter erst seit ca. der Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt sind.

Betrachten wir einmal einen größeren Zeitraum, zum Beispiel seit ca. 400 Jahren. Ein großer Teil der Klimaforschung wird an und um die Pole betrieben. Eine der umfassendsten Analysen der Klimaänderungen im Arktischen Bereich haben Overpeck et al. 1997 präsentiert (5,6). Sie sammelten Daten rund um den Nordpol aus marinen und Seesedimenten, von Bäumen und Gletschern und erstellten eine 400-jährige Klimageschichte dieser Region:

Ergebnisse waren:

  • Die stärkste Erwärmung trat zwischen 1840 und 1955 auf
  • In dieser Zeit stieg die CO2-Konzentration der Luft von 0,028% auf 0,0313% (28 ppm)
  • Ab 1955 bis 1990 (Ende der Messung) fiel die mittlere Temperatur um 0,4°C während die CO2-Konzentration auf 0,0354 % stieg (41 ppm).
    Kommentar: Wo ist hier der Treibhauseffekt???

In der Antarktis sinkt die Temperatur ebenfalls seit mindestens 1966 (7) und in den südlichen Anden , von denen ebenfalls eine Untersuchung der letzten 360 Jahre vorliegt (8) ergab sich ein kaltes Intervall (= kleine Eiszeit) von 1640 bis 1850, dann eine Erwärmung um 1,4°C bis 1950 mit einem Abfall seit 1950 bis 1990.

Die letzten 1000 Jahre

Die Mittelalterliche Warmzeit (ca. 900 - 1350 und die kleine Eiszeit (ca. 1600- 1700) können als Analoga zu der derzeitigen Erwärmung bzw. Abkühlung betrachtet werden. Viele Quellen rund um den Globus bezeugen bildlich und schriftlich den aus Proxy-Daten messbaren Temperaturverlauf dieser Zeit. Eine neue Untersuchung bestätigt die historischen Daten:

In der mittelalterlichen Warmperiode waren die Temperaturen im Mittel 2 - 4°C höher als heute, Island und Grönland wurden im 9. Jahrhundert durch die Wikinger besiedelt, das Packeis zog sich weiter nördlich zurück und in England und Grönland wurde Wein angebaut. In Island wuchsen Eichen und man baute Weizen und Gerste an. Die Nordwestpassage und Nordostpassage war schiffbar.

 

Schon Marco Polo beschreibt in seinen Reisetagebüchern 1271-1295 u.a. Alaska, die Gegend der Nord-Passage bis zum Hudson Bay (egal ob er sich dabei auf chinesische Karten stützt oder selbst diese Gegenden bereist hat).(13) Auf Martin Behaims Globus 1492 werden verschiedene Inseln oberhalb Sibiriens (Nordmeer) im Sommer als schön beschrieben, auf denen Greifvögel und Eisbären gejagt werden können.(14) Entlang den Küsten der Nordwestpassage gibt es unzählige chinesische Münzfunde und Inschriften aus dieser Zeit.

Bitte auf die Karte links klicken zum Vergrößern

Um 1300 wohnten mehr als 3000 Menschen an der Westküste Grönlands. (Schaefer, 1997.)


Ancient Chinese Explorers (13)

Zheng He (1371-1433) Chinesischer Entdecker

Am 8. März 1421, begann eine der größten Flotten der Welt mit über 100 Schiffen, die teilweise mehr als 150 m lang waren ihre Reise um die Welt. Kaiser Zhu Dis Admiral Zheng He und andere sollten den Tribut der Barbaren nach China bringen und der Welt die Religion des Konfuzius. Dabei entdeckten Sie Jahrzehnte vor Kolumbus, Maggelan und Cook Amerika, Australien, und die Antarktis. Nach 2 Jahren kehrten sie nach Umfahrung Grönlands und des sibirischen Nordmeers wieder nach China zurück. Eine solche Nordpassage ist heute nicht mehr möglich. (15)


1492 stellte der Papst fest, daß seit 80 Jahren kein Bischof mehr wegen Eis Grönland hätte besuchen können. Seit damals waren die Siedler wegen der Kälte wohl nach Neufundland weiter gewandert oder ausgestorben.

 

In der kleinen Eiszeit war es im Mittel ca. 1- 3°C kälter als heute. Die Wikinger-Kolonie in Grönland war ausgestorben, die Themse in England war im Winter zugefroren genau so wie die holländischen Kanäle.

 

"Winterlandschaft"des holländischen Malers Pieter Bruegel desÄlteren (1525–1569) aus dem Jahr 1565, ist eines von mehreren Wintergemälde der ersten kalten Winter der kleinen Eiszeit. Dieselben strengen Winter gab es auf dem nordamerikanischen Kontinent, siehe Connecticut unten (3).

Um 1700 war Island im Winter vollständig von Packeis umgeben, was den Schiffsverkehr dorthin sehr gefährlich machte. Gleichzeitig erfroren in China die Zitrusfrüchte in der Provinz Jiangxi, die seit Jahrhunderten kultiviert wurden.

Alle namhaften deutschen Klimaforscher (Graßl, Schönwiese, Rahmstorf u.a.) behaupten in einer Presseerklärung der Deutschen Meteorologische Gesellschaft e.V. (DMG) 2001: " Dabei war im globalen Mittel 1998 nicht nur das wärmste Jahr seit dem Beginn der systematischen weltweiten Messungen (1856), sondern aufgrund indirekter Rekonstruktionen nordhemisphärisch sogar mindestens der letzten 1000 Jahre."(9) Das IPCC (UNO) läßt ähnliches verbreiten.

Dies ist nachweislich falsch! Der IPCC-Bericht von 2001 wie die deutsche Klimatologenelite beruft sich wesentlich auf eine Temperaturrekonstruktion des IPCC von Mann M.E. et al, "Northern Hemisphere Temperatures During the Past Millennium: Inferences, Uncertainties, and Limitations", AGU GRL, v.3.1, 1999.

Diese Temperaturrekonstruktion rechnete die historisch beobachteten Klimavariationen der letzten 1000 Jahren weg und ließ so die modernen Temperaturen des 20. Jahrhunderts als Spitzenwerte der letzten 1000 Jahre erscheinen. 2003 wurde durch Nachrechnen einiger Originaldaten die Darstellung Manns als statistische Fälschung entlarvt (10). Gleichzeitig bestätigt eine aufwendige weltweite Analyse historischer und Proxydaten von Soon unnd Baliunas (11) die Unrichtigkeit der Mannschen Rekonstruktion. Dabei wurde wiederum festgestellt, daß die Temperaturen des 20. Jahrhunderts NICHT die höchsten der letzten 1000 Jahre waren. Tatsächlich ergibt sich auch keine Korrelation mit der CO2-Konzentration, wie man sie aus der IPCC-Kurve (Mann) ableiten könnte:

Zwischenfazit Nr. 1: Seit ca. 300 Jahren gibt es tatsächlich Erwärmung (ca. 1,5°C)!
________________Die Temperatur korreliert NICHT mit der CO2-Konzentration!

Die letzten 3000 Jahre

Nachfolgend ist die Analyse von Meeressedimenten in der Sargassosee zu sehen. Man erkennt eine leichte Abkühlung um 2 Grad seit ca. 3000 Jahren, ein Tiefpunkt zu Zeiten der Völkerwanderung, ein Klimaoptimum im Mittelalter und eine kleine Eiszeit im 16. Jahrhundert.

Damals gab es noch keine Industrialisierung, keine Kraftwerke, Automobile, elektrisches Licht usw.. Man erkennt auch eine deutlich stärkere Erwärmung im Mittelalter als heute.

Denselben zyklischen Verlauf mit immer wiederkehrenden Warm- und Kaltzeiten zeigt einer der längsten Messungen von Jahresringweiten des ältesten Baums des amerikanischen Kontinents Bristlecone Pine (Pinus longaeva; eine Kiefer, 5500 Jahre). Auch hier ergeben sich die mit anderen Proxy-Methoden nachgwiesene kleine Eiszeit, das mittelalterliche Optimum und die römische Warmzeit.

Dasselbe prinzipielle Bild zeigt ein Eisbohrkern der GISP2- Grönlandstation:

Zu den Klimaänderungen unserer historischen Vergangenheit gibt es hunderte von Untersuchungen. Die Archive Mitteleuropas hat Prof. Glaser (Mainz) durchsucht und daraus die "Klimageschichte Mitteleuropas", WBG, Darmstadt 2001 zusammengestellt.
In seinem Resümee S. 209 schreibt Prof. Glaser: "Die in diesem Buch zusammengestellten Erkenntnisse zur Klimaentwicklung machen deutlich, welche Veränderungen in Mitteleuropa auch ohne ohne Eingriff des Menschen in das Klimasystem aufgetreten sind." Und weiter:

"In den letzten 1000 Jahren konnten Veränderungen der Jahresmitteltemperatur von bis zu 1,5°C und der Jahresniederschlagssumme von bis zu 150 mm nachgewiesen werden. ...... In einzelnen Jahren gab es immer wieder Extreme, ja ganze Folgen von außergewöhnlichen Jahren, die man ohne Kenntnis der Klimaentwicklung der letzten 1000 Jahre vorschnell als neuartig einstufen würde. Einige der historischen Extreme übertreffen ihre modernen Vergleichsfälle erheblich, beispielsweise die Trockenheit des Jahres 1540, die Kälte des Jahres 1 740 oder die Hochwasserkatastrophe von 1342."

 

Auch Prof. Glaser weist die Existenz der kleinen Eiszeit und des mittelalterlichen Optimums nach.
Die US-Astrophysiker Dr. S. Baliunas und Dr. W. Soon bewiesen 2003 in einer Zusammenstellung aus über 200 Untersuchungen, daß die Kleine Eiszeit und das mittelalterliche Optimum rund um den Globus nachweisbar ist. Das 20. Jahrhundert war nicht einzigartig. (2) Eine kleine Auswahl findet man nachfolgend. Um die einzelnen Rekonstruktionen genauer zu betrachten muß einfach die entsprechende Grafik angeklickt werden.

Fazit: Das globale Klima schwankt seit Jahrtausenden global und lokal periodisch. Es gab die kleine Eiszeit, die mittelalterliche Warmzeit, das Dark-Ages-Minimum und die römische Warmzeit, und zwar global.

Die letzten 10 000 Jahre

Die letzten 10 000 Jahre der Erdgeschichte werden Holozän genannt. Temperaturdaten rund um den Globus bestätigen diesen Temperaturabfall seit ca. 7000 -8000 Jahren, dem Holozän-Maximum: Nachfolgend ein Beispiel der Temperaturentwicklung in Norwegen im Holozän bzw. aus Eisbohrkernen der Antarktis aus demselben Zeitraum:

   

Vor ca. 15 000 Jahren fand ein rapider Temperaturanstieg um ca. 12°C statt, der vor ca. 10000 Jahren endete.

Zwischenfazit Nr. 3: Seit ca. 8000 Jahren gibt es globaleAbkühlung (ca. 3°C)!

Die letzten 450 000 Jahre

Noch mehr Klarheit erhält man, wenn man die Temperaturentwicklung über einen noch längeren Zeitraum beobachtet. Wir schauen mal auf die letzten 450 000 Jahre. Die nachfolgenden Ergebnisse zeigen die Temperatur und den CO2-Gehalt aus antarktischen Eisbohrkernen.

Erkenntnisse:

1. Globale Erwärmung seit der letzten Eiszeit vor ca. 20 000 Jahren mit einem ungefähren Maximum vor ca. 8000 Jahren; leichter Temperaturabfall seit ca. 8000 Jahren.
2. 4 zyklische Erwärmungen alle ca. 110 000 Jahren in den letzten 450 000 Jahren
3. Die CO2-Konzentration folgt der Temperaturkurve um ca. 1000 Jahre nach, also

Fazit: zuerst Wärme, dann CO2-Erhöhung.
Seit ca. 8000 Jahren gibt es globale Abkühlung!

Die letzten 100 Millionen Jahre

Noch Interessanter wird es, wenn wir in der Zeit mehrere Millionen Jahre zurückgehen. Auch hier können wir nur auf Proxy-Daten zurückgreifen, die jedoch weltweit umfangreich vorliegen.

Man erkennt, daß wir heute am Ende einer Serie mehrerer Eiszeiten leben. Die Temperaturen heute (und seit ca. 2 Millionen Jahre) sind jedoch immer noch wesentlich niedriger ( um ca. 10 Grad) als die im Erdmittelalter (Zeit der Saurier). Diese Zeit wurde durch einen Metoriteneinschläg größten Ausmasses beendet.

Die letzten 600 Millionen Jahre

Berücksichtigt man nun alle Temperaturdaten die weltweit zusammengetragen wurden , dann wird klar, daß es auf der Erde seit dem Kambrium (600 Millionen Jahren) meist wesentlich wärmer war als heute (ca. 22C) und daß wir klar am Ende einer größeren Kälteperiode leben. Diese hohe mittlere Erdoberflächentemperatur wurde durch 4 Kälteperioden alle ca. 150 Millionen Jahre unterbrochen. Es gibt in der Erdgeschichte KEINE Korrelation CO2 - Temperatur! Vor 300 Millionen Jahren hatten schon einmal ähnlich niedrige CO2-Konzentrationen und Temperaturen wie heute.

Fazit aus der Betrachtung der Proxydaten:

1.
Die mittlere Erdtemperatur war seit ca. 600 Millionen Jahren meist konstant hoch auf ca. 22°C, unterbrochen durch 4 Kältephasen (- 10°C kälter).
2.
Wir leben heute in einer Zwischeneiszeit und gehen vermutlich einer neuen Eiszeit entgegen (Temperaturabfall seit ca. 8000 Jahren um ca. 3°C!)
3.
Aus der Erdgeschichte ist KEINE prinzipielle Korrelation CO2/Temperatur erkennbar. Die Temperatureränderungen haben mit "anthropogenen Treibhausgasen" nichts zu tun.
4.
Die Erdoberflächentemperaturen änderten sich während der Erdgeschichte laufend. Global Warming und -Abkühlungen sind natürliche Prozesse.

Quellen:

(1) http://www.ngdc.noaa.gov/paleo/globalwarming/proxydata.html);
weitere Quellen: http://iridl.ldeo.columbia.edu/SOURCES/.ICE/.CORE/.VOSTOK/.temp/figviewer.html
und NASA: http://earthsci.terc.edu/content/investigations/es2105/es2105page03.cfm
(2) z.B. Soon, W. and Baliunas, S. 2003. Proxy climatic and environmental changes of the past 1000 years. Climate Research 23: 89-110. hier
(3) Connecticut http://g3.tmsc.org/face_of_ct/168.htm
(4) Global Warming: http://www.marshall.org/guide.htm; Klima der letzten 1000 Jahre: http://www.co2science.org/journal/2003/v6n10c3.htm
(5) NOAA http://www.ngdc.noaa.gov/paleo/sciencepub/front.htm
(6) CO2-Science http://www.co2science.org/edit/v7/v7n10edit.htm
(7) Comiso, 2000, Doran et al 2002, Thompson 2002)
(8) Villaba et al. 2003
(9) DMG; Stellungnahme zu Klimaänderungen 2001:http://www.uni-frankfurt.de/IMGF/meteor/klima/dmgklima.htm
(10) http://www.multi-science.co.uk/mcintyre_02.pdf
(11) http://www.co2science.org/journal/2003/v6n10c3.htm
(12) Temperatur der letzten 2000 Jahre Antarktis: http://www.clearlight.com/~mhieb/WVFossils/last_2000_yrs.html

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