"Wo ist dein Fahrschein?" "Ich hatte eine Monatskarte aber ich habe sie verloren." "Das heißt dass du keine Monatskarte und keinen Fahrschein hast!" "Aber ich habe für diesen Monat eine Monatskarte gekauft." "Entscheidend ist ob du einen gültigen Fahrausweis vorzeigen kannst oder nicht." "Ich habe doch schon gesagt ich habe keinen dabei." "Die Vorschrift verlangt dass du den Bus nur mit einem gültigen Fahrausweis benutzen kannst." "Ich habe aber kein Geld dabei." "Du gibst also zu dass du ohne gültigen Fahrausweis mit dem Bus fahren wolltest?"

 

Es wird immer schwieriger für Schwarzfahrer. Früher konnten sie einen Kontrolleur schon bemerken bevor er einstieg. Sie erkannten ihn daran dass er eine Uniform und eine Dienstmütze trug. Aber die Kontrolleure haben aus dem was sie erfahren haben gelernt. Heute tarnen sie sich indem sie sich zivil kleiden. Manche sehen wie Rocker aus wenn sie schwarze Lederjacken und Jeans angezogen haben. Mein Sohn kritisiert dass die Verkehrsbetriebe so listig vorgehen. Er wird doch nicht etwa zu denen gehören die schwarzfahren? Aber man stelle sich einmal folgende Situation vor: Zwei Kontrolleure die Zivilkleidung tragen begegnen einander im Bus und wollen kontrollieren ob der andere einen gültigen Fahrausweis hat.

 

Straßenkinder (1)

Durch viele Fernseh- und Zeitungsreportagen ist hier bekannt geworden dass in Südamerika Tausende von Kindern leben deren Heim die Straße ist. Weniger informiert ist die Öffentlichkeit darüber dass es ein solches Problem auch in vielen afrikanischen Städten gibt. Nach einem Bericht von UNICEF ist auf keinem Kontinent die Lebenserwartung so gering und die Sterbequote bei Kindern unter fünf Jahren so hoch wie in Afrika. 1990 sollen etwa 4,5 Millionen Kinder an Krankheiten gestorben sein die man mit geringem finanziellen Aufwand hätte vermeiden oder bekämpfen können. Die Lage wird noch kritischer werden wenn in den nächsten 10 Jahren etwa 10 Millionen Kinder ihre Eltern wegen Aids verlieren. Wer wird sich um die vielen Kinder kümmern die allein zurückbleiben? Einige Ursachen für diese Entwicklung über die so selten berichtet wird sind Bürgerkriege Dürrekatastrophen und Wirtschaftskrisen deren Auswirkungen die Lebensbedingungen von Millionen Menschen verschlechtert haben. Durch steigende Preise sind die Lebenshaltungskosten so hoch geworden dass sich viele Menschen die Grundnahrungsmittel wie Maismehl Milch und Zucker nicht mehr leisten können. Häufig werden Kinder zum Betteln geschickt damit sie so zum Lebensunterhalt beitragen. Unter dem verstärkten wirtschaftlichen Druck brechen oft Familien auseinander. Kinder laufen von zu Hause weg da sie den unerträglichen Verhältnissen entfliehen wollen.

 

Straßenkinder (2)

Als Folge dieser schwierigen Lebensbedingungen gibt es eine wachsende Zahl von Straßenkindern in den großen Städten. Es wird beobachtet dass viele allein lebende Kinder aus ländlichen Gebieten stammen. Diese Unglücklichen deren Eltern nicht mehr für Nahrung und Schulausbildung aufkommen können wollen ihr Glück in der Stadt machen. Für Kinder ohne Familie und Bleibe ist das Leben in der Stadt sehr hart. Da die Minderjährigen nur selten durch staatliche oder kirchliche Einrichtungen betreut werden bleiben wenig Möglichkeiten zum Überleben. Selten gibt es kleine Gelegenheitsarbeiten. Betteln und Diebstahl sind an der Tagesordnung. Richter die mit straffällig gewordenen Kindern zu tun haben sind oft deprimiert. Sie müssen die Angeklagten die eigentlich für ein sinnvolles Leben vorbereitet werden sollten auf die Straße zurückschicken. Sie können nicht helfen weil es keine finanziellen Möglichkeiten gibt. Einige wenige Lichtblicke sind Organisationen deren Aufgabe die Rettung heimat- und elternloser Kinder ist. Damit ist aber das Problem der afrikanischen Straßenkinder nicht an der Wurzel angepackt.