Eine ganz alltägliche Geschichte                                               

An einer Berliner Oberschule soll kürzlich etwas Seltsames vorgefallen sein. Deutschlehrer Klein, ein ruhiger, seriöser Mensch, betritt den Raum. Wie immer. Die 10b sitzt lässig in den Bänken. Auch wie immer. Herr Klein beginnt: "Leute, ich weiß zwar, dass ihr keinen Bock auf Deutsch habt, aber ich will euch heute eine irre Story erzählen, die vor 200 Jahren gelaufen ist.

Spannt eure Lauscher auf...

 

Ferdinand von Walther, ein adliger Typ, ist spitz wie`n Rettich auf Luise, eine Sonne von einer Frau aus dem Bürgertum. Luise steht auch auf ihren Queenbody. Zu ihrem Standesunterschied meinen die beiden, das muss man ja nicht so verbissen sehen. Doch ihre Alten sagen: "Mit high life läuft hier nichts." Und sein Vater geht ihm laufend auf die Ketten, dass er `ne andere heiße Braut nehmen soll. Für die ist die Sache schon gebongt, denn sie fährt total auf Ferdinand ab. Doch er meint:

 

"Die Platte brauchst du gar nicht erst aufzulegen."

Inzwischen sind die Schüler leicht beunruhigt. "Ich denk, mir wächst `ne Feder", flüstert Marion, "wie spricht denn Herr Klein heute?" "Das halt ich ja im Kopf nicht aus, hat er sich vielleicht `n Knorpel angefeuchtet?" denkt Olaf.

Herr Klein kommt zum Ende des Dramas. "Ferdinand flippt vor Eifersucht total aus, weil so ein Dreher ihm `ne verschärfte Lüge aufgetischt hat. Mit einer Giftpulle schleicht Ferdinand zu seiner Luise, lüpft eiskalt einen und dreht auch Luise einen an: "Hau rein, Süße!"

Doch die Sache geht voll nach hinten los. Sterbend gesteht Luise: "Oh, Mann, was dir der Typ geflüstert hat, kannste vergessen!" Doch zu spät. Der Junge klappt ab. Als sein alter Herr ihn um Verzeihung anhaut, meint Ferdinand ernst: "Geh mir vom Acker!" Doch dann haucht er: "Normale Sache" und reicht seinem Vater die Flosse.

Es klingelt. Wie aus einem Alptraum erwacht die 10b. Bedächtig wie immer räumt Herr Klein ordentlich seine Aktentasche ein und verabschiedet sich mit folgenden Worten: "Das war Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller, ganz mit euren Worten wiedergegeben.