Die Halde                                                                                                   

      Neben mir lebst du, gleich mir:
      als ein Stein
      in der eingesunkenen Wange der Nacht.

      O diese Halde, Geliebte,
  5  wo wir pausenlos rollen,
      wir Steine, von Rinnsal zu Rinnsal.
      Runder von Mal zu Mal.
      Ähnlicher. Fremder.

10 O dieses trunkene Aug,
      das hier umherirrt wie wir
      und uns zuweilen
      staunend in eins anschaut.

Paul Celan(1920 – 1970)

 

 

Stundenaufbau

 

  1. Bildimpuls/Lesen des Gedichts(1xHören/1x Personen, die in diesem Gedicht genannt werden, lyrisches Ich )
  2. Titelerwartung: Die Halde ( geneigte Ebene)
  3. Begriffe/Formulierungen heraussuchen/klären:

 

  1. Partnerarbeit

Einführung: Wir erleben es oft in Freundschaften, dass man mit der Zeit feststellt, dass die Spannung nachlässt, dass die Freundschaft oder Liebe plötzlich schwindet. Woran kann das liegen:

    1. man macht immer das selbe
    2. man macht Dinge, die einem gar keinen Spaß machen, bloß weil der Partner dies macht
    3. man hat keine Ideen mehr

       Aufgabe: Schreibe einen Beschwerdezettel mit 3 neuen Regeln für eure Freundschaft, die helfen sollen, eure Freundschaft besser zu gestalten! Dein Banknachbar steht stellvertretend für deine/n Geliebte/n und  soll darauf antworten!

 

 

5. Versetze dich in die Person des Dichters, schreibe statt dieses Gedichts einen Brief an deine/n Freund/in. Beachte dabei, dass du den Inhalt des Gedichts vollständig verarbeitest!

Kläre die einzelnen Bestandteile des Gedichts! Wer oder was ist damit gemeint?

 

 

 

Halde                    Neben mir                du

                      

                      

gleich mir                 als ein Stein

 

 

 


eingesunkene Wange         Nacht

 

         

Geliebte             pausenlos rollen

 

 

 


wir Steine                    von Rinnsal zu Rinnsal

 

         

runder von mal zu mal

 

 

 


ähnlicher                            fremder

 

 


trunkene Aug              staunend anschaut

 

 


Lösungsansätze

 

 

Halde                    Neben mir                du

 

Bergabhang/                   2 Personen/                    Geliebte/

Lebenslauf                      zusammen                        Partner

 

          gleich mir                 als ein Stein

          Gemeinsamkeiten                       Vergleich mit Stein: lebt nicht

                                                             kalt, hart

 

eingesunkene Wange         Nacht

Krankheit/ Tod                                      Dunkelheit/ Tod

Kranke Liebe                                          Liebe stirbt

 

          Geliebte             pausenlos rollen

          Liebe?                            rollen= gleichmäßige Bewegung/

                                                    ständig immer das Gleiche tun

 

wir Steine                    von Rinnsal zu Rinnsal

wir: lyr. Ich bezieht sich               Rinnsal: kleiner Wasserlauf

mit ein                                          „kleine“ Höhepunkte, die eigentlich

                                                    keine mehr sind

 

          runder von mal zu mal

          immer ähnlicher/ immer langweiliger

 

ähnlicher                            fremder

sich dem Partner angleichen                     sich auseinander leben

 

trunkene Aug              staunend anschaut

fremder Beobachter                      verwundert/ erstaunt

 

Übung mit dem Nachbarn:

 

 

Suche dir aus folgenden Satzanfängen 3 heraus und schreibe sie auf!

 

 

  1. Gemeinsamkeiten, die wir haben sind ....
  2. Wenn eine Lieb stirbt, dann.....
  3. Wenn eine Liebe krank ist, dann
  4. Wenn ein Partner nur noch das macht, was der andere möchte, dann...
  5. Du machst mir alles nach, zum Bsp.:.....
  6. Ich kann gar nicht mehr das machen, was ich möchte, deshalb....
  7. Mir ist es langweilig bei dir, denn....
  8. Ich würde lieber.....
  9. Wir sollten....
  10.  Ich wünsche mir einen Partner, der.....

 

Celan

Paul, eigentlich P. Antschel, deutsch-jüdischer Lyriker, * 23. 11. 1920 Tschernowitz, Bukowina, † Ende April 1970 Paris (Selbstmord); lebte seit 1948 als Sprachlehrer in Paris. Celan schrieb Gedichte unter dem Einfluss des Symbolismus und Surrealismus in magisch-assoziativer Metaphernsprache, die von biblischen, chassidischen und Getto-Erinnerungen geprägt ist ("Der Sand aus den Urnen" 1948; "Mohn und Gedächtnis" 1952; "Von Schwelle zu Schwelle" 1955); fand über das Experiment mit Wort und Bild ( "Sprachgitter" 1959) zur Abstraktion. Celans Erfahrung der Flucht vor dem Holocaust findet mit melancholischen und apokalyptischen Bildern Eingang in sein Spätwerk (; "Die Niemandsrose" 1963; "Atemwende" 1967; "Fadensonnen" 1968; "Lichtzwang" 1970; "Schneepart" posthum 1971; "Zeitgehöft. Späte Gedichte aus dem Nachlass" 1976). Celan schrieb auch wenige kurze Prosatexte und übersetzte Dichtungen W. Shakespeare, A. Block, O. Mandelschtam, A. Rimbaud, P. Valéry u. a.; 1960 Georg-Büchner-Preis.- Werkausgabe, 5 Bde. 1985.

 

weitere Informationen unter:

http://www.3b-infotainment.de/unterricht/index.htm