Neben mir
lebst du, gleich mir:
als ein Stein
in der eingesunkenen Wange der Nacht.
O diese
Halde, Geliebte,
5 wo wir pausenlos rollen,
wir Steine, von Rinnsal zu Rinnsal.
Runder von Mal zu Mal.
Ähnlicher. Fremder.
10 O dieses trunkene Aug,
das hier umherirrt wie wir
und uns zuweilen
staunend in eins anschaut.
Paul Celan(1920 – 1970)
Einführung:
Wir erleben es oft in Freundschaften, dass man mit der Zeit feststellt, dass
die Spannung nachlässt, dass die Freundschaft oder Liebe plötzlich schwindet.
Woran kann das liegen:
Aufgabe: Schreibe einen Beschwerdezettel mit 3 neuen Regeln
für eure Freundschaft, die helfen sollen, eure Freundschaft besser zu
gestalten! Dein Banknachbar steht stellvertretend für deine/n Geliebte/n
und soll darauf antworten!
5. Versetze dich in die Person
des Dichters, schreibe statt dieses Gedichts einen Brief an deine/n Freund/in.
Beachte dabei, dass du den Inhalt des Gedichts vollständig verarbeitest!
Halde Neben
mir du
gleich mir als ein Stein



eingesunkene Wange Nacht
Geliebte pausenlos rollen



wir Steine von
Rinnsal zu Rinnsal
runder von mal zu mal

ähnlicher fremder


trunkene Aug staunend
anschaut


Bergabhang/ 2 Personen/ Geliebte/
Lebenslauf zusammen Partner
gleich
mir als ein Stein
Gemeinsamkeiten Vergleich mit Stein: lebt
nicht
kalt,
hart
eingesunkene Wange Nacht
Krankheit/ Tod Dunkelheit/
Tod
Kranke Liebe Liebe
stirbt
Geliebte pausenlos rollen
Liebe? rollen= gleichmäßige Bewegung/
ständig
immer das Gleiche tun
wir Steine von
Rinnsal zu Rinnsal
wir: lyr. Ich bezieht sich Rinnsal:
kleiner Wasserlauf
mit ein „kleine“
Höhepunkte, die eigentlich
keine
mehr sind
runder
von mal zu mal
immer ähnlicher/ immer
langweiliger
ähnlicher fremder
sich dem Partner angleichen sich
auseinander leben
trunkene Aug staunend
anschaut
fremder Beobachter verwundert/
erstaunt
Übung mit dem Nachbarn:
Suche dir aus folgenden Satzanfängen 3 heraus und schreibe sie
auf!
Celan
Paul, eigentlich P. Antschel, deutsch-jüdischer Lyriker, * 23. 11. 1920 Tschernowitz, Bukowina, † Ende April 1970 Paris (Selbstmord); lebte seit 1948 als Sprachlehrer in Paris. Celan schrieb Gedichte unter dem Einfluss des Symbolismus und Surrealismus in magisch-assoziativer Metaphernsprache, die von biblischen, chassidischen und Getto-Erinnerungen geprägt ist ("Der Sand aus den Urnen" 1948; "Mohn und Gedächtnis" 1952; "Von Schwelle zu Schwelle" 1955); fand über das Experiment mit Wort und Bild ( "Sprachgitter" 1959) zur Abstraktion. Celans Erfahrung der Flucht vor dem Holocaust findet mit melancholischen und apokalyptischen Bildern Eingang in sein Spätwerk (; "Die Niemandsrose" 1963; "Atemwende" 1967; "Fadensonnen" 1968; "Lichtzwang" 1970; "Schneepart" posthum 1971; "Zeitgehöft. Späte Gedichte aus dem Nachlass" 1976). Celan schrieb auch wenige kurze Prosatexte und übersetzte Dichtungen W. Shakespeare, A. Block, O. Mandelschtam, A. Rimbaud, P. Valéry u. a.; 1960 Georg-Büchner-Preis.- Werkausgabe, 5 Bde. 1985.
weitere Informationen unter:
http://www.3b-infotainment.de/unterricht/index.htm