Ferienpläne

Ich habe mir ein Rad erspart,

ein Rad mit Tachometer.

Es ist von ganz moderner Art,

ich fahr damit auf Ferienfahrt,

und mit mir fährt der Eberhard

und außerdem der Peter.

 

Der Peter hat ein Dreierzelt,

drin schlafen wir bei Nacht.

So brauchen wir kein Herbergsgeld,

und wenn uns wo ein Platz gefällt,

dann wird das Zelt dort aufgestellt,

und dann wird Rast gemacht.

 

Ein Paddelboot ist auch dabei

(von Eberhards Familie).

Auch Decken für uns alle drei

und Töpfe für Kartoffelbrei,

den koch ich selber ohne Scheu

mit Dill und Petersilie.

 

Nun kommen unsre Ferien bald.

Am Samstag wohn wir starten.

Wir starten bei der Gasanstalt.

Wir fahren in den Tannenwald,

wir fahren ohne Aufenthalt.

Ich kann es kaum erwarten.

 

James Krüss

James Krüss: „Ferienpläne“

1.      Zur Sachanalyse

 

 James Krüss thematisiert in seinem Erzählgedicht „Reiselust“, „Ferienspaß“,

 

„Fernweh“ und „Vorfreude auf die Ferien“. Er erzählt dabei nicht von der Hektik des modernen

 Tourismus, wie sie durch Autofahren, Staus auf der Autobahn, Campen er.. durch weltweite Reiseziele

 leicht entstehen kann, sondern von der Beschaulichkeit des romantischen Radwanderns, Zeltens und

 Bootfahrens in der näheren und weiteren Heimat.

   Diese ruhige, ja heitere Grundstimmung vermittelt der Dichter in vier Strophen mit je sechs Versen,

  die je mit einem Auftakt ~ beginnen. Von diesen Versen reimen sich in Strophe 1 und 4 Vers 2 und 6

  weiblich, die übrigen vier männlich in einem leicht dahinfließenden Rhythmus (vier Senkungen und vier 

  Hebungen: vierfüßiger Jambus). Reimschema abaaab (unreiner Reim „drei“ — „scheu“ in der 3.

  Strophe).

 

2.      Zur didaktischen Analyse

 

 Mit diesem Beispiel in streng gebundener Bauform traditioneller Kinderlyrik stellt James Krüss mit

 seinen drei Wanderfreun­den, von denen er selbst einer ist (Ich-Erzähler), positive Vorbilder auf, mit

 denen sich der Leser leicht identifizieren kann. Es erwacht die Lust, es diesen gleich zu tun. Diese

 Wirkung wird der Autor, der hier als etwa zwölfjähriger Junge auftritt, auf die gleichaltrigen Schüler

 sicherlich ausüben, die dann ihre eigenen Ferienpläne und deren Realisierungsmöglichkeiten mit denen

 des Dichters James Krüss und anderer Autoren unwillkürlich vergleichen werden

Lernziele:  Die Schülerinnen und Schüler sollen

    

    1.   den Inhalt des Erzählgedichtes erfassen

  1. die Grundstimmung dieses Urlaubsgedichtes nacherleben,
  2.  die im Gedicht dargestellte Wirklichkeit mit ihrer eigenen Wirklichkeit vergleichen
  3. die poetische Bauform des Gedichtes beschreiben können
  4. selbst eine Strophe des Feriengedichtes erfinden.

 

 

3. Zur Verlaufsplanung

 

 

3.1  Hinführung

 

     Mehrere Möglichkeiten: Erzählen von Ferienerlebnissen; Berichten von Ferienplänen; Bildimpuls:

     Tageslichtprojekt mit Folie der Illustration der Kopiervorlage — freie Aussprache; Tafelanschrift:

     „Ferienpläne“; Antizipieren des Textes dem Inhalt, nicht dei Form nach.

 

3.2  Textbegegnung

 

 Austeilen der Kopiervorlage; stilles Lesen, dann Vorlesen der einzelnen Strophen durch vier

 Schülerinnen bzw. Schüler; abschließend Vortrag des ganzen Gedichtes durch eine (gute)

 Schülerin/einen (guten) Schüler.

 

3.3  Textarbeit

 

3.3.1      Im Sinne einer offenen Unterrichtsarbeit können die Kinder wählen, in welcher der drei Gruppen sie mitarbeiten wollen

 

(Partnerarbeit):

1.  Gruppe: Wir erschließen den Inhalt.

 

Arbeitsaufträge:  „Schreibt heraus a) die Personen, b) die Ausrüstung und c) die Reiseziele!“

2.  Gruppe: Wir stellen die Bauform fest.

 

Arbeitsaufträge: Stelle         a) die Zahl der Strophen,

                                              b) die Zahl der Verse pro Strophe,

                                              c) die Reime und das Reimschema und

                                              d) das Versmaß fest!“

3.  Gruppe: Welche Stimmung wird erzeugt?

 

Arbeitsaufträge „Sucht die Stimmungswörter/Signalwörter und schreibt sie heraus! Welche Gefühle oder

 Vorstellungen werden in euch wach?“

3.3.2      Zusammenfassung der Ergebnisse

 

Die Partner innerhalb der Themengruppen berichten nun über ihre Arbeitsergebnisse, die in einer Tafel-

 bzw. Folienanschrift festgehalten werden.

 

3.3.3      Wirkung des Feriengedichtes

 

Strophenweises Vorlesen von den Kindern; Impuls: „Ich kann es kaum erwarten sagt James Krüss, sagen

 wir alle.“

Freie Aussprache über die ansteckende Reiselust und Vorfreude auf die Ferien; Impuls zur kritischen

 Stellungnahme.

Ferienpläne (James Krüss)

 Inhalt

Personen                               James, Eberhard, Peter
Ausrüstung                            Rad, Zelt, Decken, Kochtöpfe

Reiseziele                              See, Tannenwald, nähere Heimat

Form                                      Poetische Bauform 

Strophen                                       4 einheitliche Strophen

Verse                                    mit je 6 Versen

Reime                                    Reimkette (1, 3, 4, 5), Reimklammer (2, 6)

 

Stimmung

    

Signalwörter                               Ferien fahrt, wo es uns gefällt, Zelt, Boot, Tannen- wald, kaum erwarten

Gefühle                                 harmonisch: heiter, ruhig, Vorfreude

 

Wirkung

Positiv                                   Freude steckt an, Sehnsucht nach schönen Ferien

Negativ                                 Kann es in Wirklichkeit auch so schön sein?

 

 

Angeregt durch das Antizipieren des Inhalts und durch die Betrachtung der Form kann die Eigenproduktion einer Strophe angeregt werden. wobei zunächst auch von einem Vierzeiler ausgegangen werden kann. z.

                                   

Nun kommen unsre Ferien bald.                  Form: Vierzeiler


Am Samstag wohn wir starten.                    Reimschema: ab ab  

                                                                       (Klammerreim)                                    

Wir fahren in den Tannenwald,                    Versmaß:


ich kann es kaum erwarten.


               James Krüss

 

Nun kommen unsre Ferien bald,

am Freitag wohn wir fahren.

Wir steuern in den Frankenwald,

wo letztes Jahr wir waren.

Thomas

Nun kommen unsre Ferien her,

ich kann es kaum erwarten.

Wir machen keine Reisen mehr,

wir bleib‘n in unserm Garten.

Karolin

3.5 Schlussphase

 

Sinn- und klanggestaltendes Vorlesen der „Ferienpläne“ von James Krüss und der Eigenproduktionen

der Kinder, wobei mehrere Strophen zu einem Feriengedicht zusammengepasst werden können)