Umsturz
Von heut an stell ich meine
alten Schuhe
nicht mehr ordentlich neben die
Fußnoten
häng den Kopf beim Denken
nicht mehr an den Haken
freß keine Kreide. Hier die
Fußstapfen im Schnee
von gestern, vergeßt sie
ich hust nicht mehr mit
Schalldämpfer
hab keinen Bock
meine Tinte mit Magermilch zu
verwässern
ich hock nicht mehr im Nest,
versteck
die Flatterflügel, damit ihr
glauben könnt
ihr habt sie mir gestutzt. Den
leeren Käfig
stellt man ins historische
Museum
Abteilung Mensch weiblich.
Umsturz
Der Gedichttitel lautet „Umsturz“. Unter diesem Titel
würde ich eine totale Veränderung in meinem Leben verstehen. Der Autor diese
Gedichts ist Ursula Krecliel. Bei der Gedichtart handelt es sich um ein
modernes Gedicht. Die Gedichtgattung ist Gedankenlyrik.
Bei dem Gedicht handelt es sich um Veränderungen in
ihrem noch bevorstehenden Leben.
Das Gedicht hat
nur eine Strophe mit sechzehn Versen. Es ist also ein zusammenhängender
Text. Das besondere ist, dass das Gedicht keine Satzzeichen hat und dass die
Verse ineinander übergehen. Jeder Vers beginnt klein, außer in der ersten und
letzten Zeile. Das Gedicht reimt sich nicht.
Das Gedicht hat
viele Substantive. Man muss erst über die Bedeutung dieser Substantive
nachdenken. Wie oben schon gesagt, handelt das Gedicht über Veränderungen in
ihrem Leben, sie spricht über ihre Zukunft. Es gibt ein lyrisches Ich, in dem
Fall ist es der Autor selbst.
In Vers eins und zwei, „Von heut an stell ich meine
alten Schuhe nicht mehr ordentlich neben die Fußnoten“, will sie ausdrücken,
dass sie ihre Schuhe nicht mehr wie die anderen ordentlich nebeneinander stellt
(sie will nicht mehr alles so ordentlich machen wie vorher). In Vers drei und
vier, „häng den Kopf beim Denken nicht mehr an den Haken“, will sie nicht mehr
einfach so abschalten, sondern den Kopf
auch benutzen. Vers fünf und sechs, „freß keine Kreide mehr“, macht
deutlich, dass sie keinen Blödsinn mehr machen will. „Hier die Fußstapfen im
Schnee von gestern, vergesst sie“, drückt aus, dass sie nicht mehr dahin will,
wo sie gestern noch hin wollte. Der siebte Vers, „ich huste nicht mehr mit
Schalldämpfer“, zeigt, dass sie bisher das husten immer unterdrückt hat und
jetzt richtig laut husten will, egal wo sie ist. In Vers acht und neun, „Hab keinen Bock meine Tinte mit
Magermilch zu verwässern“,
hat sie keinen Bock mehr zurückhaltend zu Leben,
sie will ihr Leben jetzt genießen. In
Vers zehn, elf und zwölf, „ich hock nicht mehr im Nest, versteck die
Flatterflügel, damit ihr glauben könnt ihr habt sie mir gestutzt“, macht sie
klar, dass sie nicht mehr zu Hause hocken und sich verstecken will Sie will von
zu Hause weg, damit die Eltern später nicht sagen sie hätten sie so erzogen.
Vers zwölf und dreizehn, „Den leeren Käfig stellt man ins historische Museum“,
stellen bildlich den leeren Käfig dar, in dem sie einst gefangen war.
Mit Vers vierzehn, „Abteilung Mensch weiblich“, will
sie deutlich machen dass sie das ganze so nennt- Abteilung Mensch weiblich.
Sie will uns ihre Zukunft zeigen und sie will vielleicht
auch ausdrücken das man nicht alles so machen muss, wie es manche vorgeben.
Das Gedicht gefällt mir auch nicht ganz so gut, weil
es ganz schön schwierig zu verstehen ist.