LETZTE ABWEHR DES WECKERS

 

das Leben

versiegt im Wascheimer

verwegen zertrete ich

eine Spinne

 

ein paar Pilze

schießen aus dem Boden

ein Kristall

bröckelt

 

da kommt die Putzfrau

hustet kurz

und fängt zu schrubben an

 

wir spielen eine Legende

verirren uns in Kneipen

verwirren einen Haudegen

und verzweifeln an Hirnlosigkeit

 

Ungeheuer blasen

mit viereckigen Nasen

Spielsteine durcheinander

 

da kommt die Putzfrau

wischt mit kantiger Hand

die Erde ab

 

das zwingt uns zum Sterben

das bringt uns zum Erwachen

das läßt uns schlecht schlafen

das verkündet die Daten

der Wirklichkeit:

 

haus, Bett und früher Morgen

aufwachen, Junge

es ist Zeit

 

Im ersten Gedicht mit dem Titel „Letzte Abwehr des Weckers“ des Gedichtbandes „Schicht um Schicht-Symmetrische Lyrik“ von Janus Jung handelt es sich auf den ersten Blick um eine ganz alltägliche Situation, dem morgendlichen Aufwachen.

 

Schon beim ersten Lesen wird deutlich, dass es sich hei dem im Titel genannten „Wecker“ nicht um ein Gerät im herkömmlichen Sinne handelt, sondern die „Putzfrau“ die Rolle übernimmt, das lyrische Ich aus seinen Traumphasen in die Realität zu holen. So wechseln sich in dem achtstrophigen Gedicht die Beschreibung der Träume und die der Tätigkeit der „Putzfrau“ ab, bis in der letzten Strophe Ort (Haus, Bett), Zeit (früher Morgen) und Thema des Gedichtes (aufwachen) beim Namen genannt werden.

 

Im Folgenden soll nun untersucht werden, welche Phasen das lyrische Ich in seinen Träumen durchläuft, um am Ende in die „Wirklichkeit“ (Strophe 7) zurückzukehren und welche Wertung das reale Leben im Vergleich zum geträumten Leben erfährt.

 

Nachdem in der ersten Strophe die trostlos wirkende Realität beschrieben wird (“das Leben versiegt im Wascheimer“), befindet sich das lyrische ich in der zweiten Strophe in einer Traumphase. Dabei begegnen ihm „Spinnen“ und „Pilze“, mit denen es mutig den Kampf aufnimmt. Das Verb „schießen“ bringt Dynamik in die Beschreibung.

 

Am Ende geht ein „Kristall“ kaputt, er „bröckelt“. Das Traumgeschehen zerbröselt.

 

Nun rückt die Realität näher, die Putzfrau kommt. Die ihr Verhalten beschreibenden Verben „husten“ und „schrubben“ beschreiben assoziativ Plumpes und Grobes, wie ein Weckerklingeln.

 

Die vierte Strophe fällt thematisch aus dem Rahmen. Es wird eine allgemeine Realität beschrieben, aus dem „ich“ wird ein „wir“, die Verben „verirren“, „verwirren“ und „v erzweifeln“ geben zusammen mit dem Substantiv „Hirnlosigkeit“ ein gesteigert negatives Bild der Wirklichkeit.

 

Im Gegensatz hierzu wirkt die folgenden Beschreibung einer erneuten Traumphase bunt und abenteuerlich, es ist die Rede von „Ungeheuern“ und durcheinandergeblasenen „Spielsteinen“

 

Diese wiederrum stellen einen Übergang zu Strophe 6 dar. So wie das Ungeheuer die Steine durcheinander bläst, bringt die Putzfrau das Terrain des lyrischen Ichs (“Erde“, Strophe 6) durcheinander.

Das Wischen mit kantiger Hand bedeutet das Ende des Traumes. Der Zwang zum Erwachen (Strophe 7) impliziert den Zwang zum Sterben. Leben erfährt einen negativen Beigeschmack die Putzfrau ist Symbol. Verdammt, wer will hier meine Träume wegwischen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gedicht die Kluft zwischen Traumwelt und Realität anspricht und einen Moment auffängt,  in dem sich das lyrische Ich im Traum gegen Wachsein zu wehren versucht. Bei Beginn fängt der Wecker an zu klingeln, am Ende wird er ausgeschlagen.

 

Die unwillige Gefühlstönung des Textes ist verbunden mit dem gewaltsamen Weckvorgang durch einen Wecker.

 

Übergreifend behandelt das Gedicht die klassische Streitfrage: Wollen wir träumen oder der Realität ins Auge blicken? Hierbei antwortet es nicht auf rationaler, sondern auf Gefühlsebene: Das Wollen strebt zum Traum, die Handlungen der Umwelt jedoch erzwingen bis zur unwilligen Akzeptanz – die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.

 

Gedichtinterpretation

Elisabeth Oppermann

Kl. 10b

 

Letzte Abwehr des Weckers

 

Der Gedichttitel heißt „Letzte Abwehr des Weckers“. Die Gattung des Gedichts ist  Gedankenlyrik. Bei der Themenstellung handelt es sich um das morgendliche Aufwachen.

   

 In dem Gedicht gibt es  acht Strophen. Die erste und die zweite Strophe haben jeweils vier Verse.

Die dritte Strophe hat drei Verse. Die vierte Strophe hat vier Verse. Die fünfte und die sechste Strophe haben drei Verse. Die siebte Strophe hat fünf Verse und die achte Strophe hat drei Verse.

Das Gedicht reimt sich nicht.

 

In der ersten Strophe:  „das Leben versiegt im Wischeimer“, fängt er mit träumen an.

In der zweiten Strophe:  „ein paar Pilze schießen aus dem Boden“, kommt ganz plötzlich der Traum (so zu sagen „angeschossen“).  „Ein Kristall bröckelt“, der Traum verschwindet langsam (er fängt zu bröckeln an). In der dritten Strophe:  „ da kommt die Putzfrau, hustet kurz, und fängt zu schrubben an“, wird die Putzfrau als Wecker dargestellt und klingelt mit ihrem Husten. Und mit dem Schrubben fängt sie an den Traum zu verwischen. Die vierte Strophe:  „ wir spielen eine Legende, verirren uns in Kneipen, verwirren einen Haudegen, und verzweifeln an Hirnlosigkeit“, ist eine verwirrende Strophe, und soll wahrscheinlich das Irre ausdrücken, das man beim Aufwachen noch so dahinträumt. In der fünften Strophe:  „ Ungeheuer blasen, mit viereckigen Nasen, Spielsteine durcheinander“, wird der Traum so durcheinander „geblasen“ dass man von dem Traum nichts mehr erkennt (also die einzelnen Bausteine des Traums werden durcheinander gebracht). In der sechsten Strophe:  „ da kommt die Putzfrau, wischt mit kantiger Hand, die Erde ab“, wird die Putzfrau wieder als Wecker dargestellt und weckt ihn, aber nicht liebevoll, sondern hart (mit kantiger Hand).

Die siebte Strophe:  „ das zwingt uns zum Sterben“, soll bedeuten, dass der Traum stirbt, er hört auf.

„ Das bringt uns zum Erwachen“, heißt, dass der Wecker uns zum Erwachen bringt. „ Lässt uns schlecht schlafen“, bedeutet, dass man aufgeweckt wird, obwohl man weiterschlafen will. „ Das verkündet die Daten, der Wirklichkeit“, heißt, dass das Erwachen (durch den Wecker) uns wieder zur Realität führt, also zur Wirklichkeit. Die achte Strophe:  „Haus, Bett und früher Morgen, aufwachen, Junge es ist Zeit“, drückt aus, dass man ins Haus kommt, man ins Bett geht um zu schlafen, dann der Morgen kommt und der Wecker dann sagt „aufwachen, Junge, es ist Zeit. Dieses Gedicht hat keine Satzzeichen, außer Kommas und fängt klein an,  weil ich denke, dass es einfach nur Gedanken über das Erwachen und den Wecker sind. Also er braucht keine weiteren Satzzeichen. Träume gehen auch ineinander über, ohne Grenzen, Anfang und Ende.

Er will uns damit sagen, dass er was gegen Wecker hat und dass er wahrscheinlich das Erwachen auch nicht leiden kann. Jeder hat das zwar schon erlebt, aber der Dichter  wollte wahrscheinlich seine Gedanken dazu preisgeben. Ich finde das Gedicht nicht so schön, weil es schwierig zu lesen ist und auch teilweise unverständlich.

 

 

Nicole Kerschner

10a

Gedichtinterpretation

                         Letzte Abwehr des Weckers

 

Bei diesem Gedicht, Autor unbekannt, handelt es sich um ein modernes Gedicht, welches zur Gattung der Gedankenlyrik zählt. Bei der Themenstellung des Gedichts geht es um den Traum vom Leben. Der Autor hat in diesem Gedicht einen schlechten Traum, es bezieht sich zum größten Teil auf das eintönige Leben, welches sich auf den Traum im Gedicht auswirkt. Das Gedicht besteht aus 8 Strophen, mit jeweils 3, 4 oder 5 Versen. Es gibt reimlose Versfolgen, außer in der 5.Strophe reimen sich die ersten beiden Verse. Die „Letzte Abwehr des Weckers“ ist in einem normalen Hochdeutsch geschrieben. Das Gedicht hat einen normalen Satzbau, hat aber keine Satzzeichen. Auch das lyrische „Ich“ ist in diesem Gedicht vorhanden. Es wechselt sich ab, einmal schreibt der Autor in der „ich“ -Form, dann mal wieder in der „wir“ - Form. In dem Gedicht hat ein Junge einen Traum. Dieser soll auch den Autor darstellen, der über sich und über andere schreibt. Es betrifft nicht nur ihn, sondern auch andere. In diesem Gedicht sind auch Bilder vorhanden, z.B. „das Leben versiegt im Wascheimer“. Der Titel stimmt mit dem Inhalt überein. Der Autor kämpft mit dem Aufstehen und es scheint mir, als will er den Wecker gar nicht hören. Seine Erwartungen im Leben erfüllen sich nur zum Teil.

In der 1.Strophe  „das Leben versiegt im Wascheimer ....“ geht es um das Leben. Das Leben ist nichts besonderes und hat auch keinen besonderen Sinn. Bei der 2.Strophe verwendet der Autor die Elemente „Pilz“ und „Kristall“. Der Pilz stellt vermutlich einen jungen Menschen dar, der gleichzeitig ein neues Leben symbolisiert. Den „Kristall“ dagegen verwendet er für die Darstellung eines alten Menschen. Zu zeigen, dass das Leben zu Ende geht, der Schein, dass das Äußere zusammen bricht. Zitat: „ein Kristall bröckelt“ bedeutet, dass die Fassade zusammen bricht. Die 3.Strophe stellt das Leben als langweilig dar. Immer das gleiche und keine Veränderung im Alltag. Zitat: „hustet kurz“, kann bedeuten, dass das Leben im Traum wieder krank ist, alles wird so hingenommen wie es kommt.

Die „Putzfrau“ stellt das einseitige Tun und Handeln dar, man macht immer das gleiche, eine Putzfrau macht immer die gleiche Arbeit, deshalb das einseitige Tun. In der 4.Strophe wird das Leben ganz kurz geschildert,  „wir spielen eine Legende“, damit vergleicht der Autor das Leben mit einer Legende, einer Geschichte, die nicht unbedingt wahr sein muss.

Verirren sich in Kneipen, wahrscheinlich weil sie sich nach Spaß sehnen, auch mal über Probleme redenwollen, sehen keinen Sinn mehr im Leben, zugleich auch keinen Ausweg.

Zitat: „verwirren einen Haudegen“, man versucht Freunde durch schlechte Sachen zu verändern oder zu beeinflussen, durcheinander bringen. Das Zitat „und verzweifelt an Hirnlosigkeit“, bedeutet, dass man keinen Ausweg mehr sieht aus dem eintönigen Tun und Handeln zu entkommen. An dem Wort „Hirnlosigkeit“ kann man erkennen, dass zum Ausdruck gebracht werden soll, dass die Menschen vielleicht selbst daran Schuld sind. Man bemerkt, dass die 4.Strophe an jeden gerichtet ist. Der Autor bezieht die ganze Menschheit mit ein.

Die 5.Strophe „Ungeheuer blasen mit viereckigen Nasen, Spielsteine durcheinander“ wirkt verwirrend aber gleichzeitig phantasievoll. Dies bezieht er auf seine Träume, seine Träume sind durcheinander. Die „Putzfrau“ in der 6.Strophe, stellt wieder das eintönige Leben mit den gleichen Arbeiten dar. Zitat: „wischt mit kantiger Hand die Erde ab“, steht für unangenehme Berührungen. Es sind Arbeiten, die einem zum Hals raushängen und man dann dementsprechend anpackt, nicht mehr mit Gefühl rangeht. In der 7.Strophe „das zwingt uns zum Sterben“ ist der Wunsch vorhanden, die Sinnlosigkeit des Lebens hinter sich zu bringen. Man hat keine Lust mehr auf das eintönige Leben und es zwingt einem zum Sterben. Zitat: „das bringt uns zum Erwachen“, nämlich genau dieses eintönige Leben, an dem  man keine Lust mehr hat, bringt einen zum Erwachen. Es wird einem bewusst, dass man was ändern muss. Das Zitat: „das verkündet die Daten der Wirklichkeit“, ist ein Traum. Ein Traum, der die Realität darstellt. Was er träumt, ist gleichzeitig das Spiegelbild der Wirklichkeit. So empfindet er das. In der 8.Strophe erwacht er aus seinem Traum, im Haus, in seinem Bett, am frühen Morgen. Zitat: „aufwachen Junge, es ist Zeit“ zeigt, dass sein Traum vorbei ist und jetzt wieder die Zeit des Alltags beginnt. Jetzt ist es wieder die Realität und kein Traum mehr. Doch vielleicht hat er Angst aufzuwachen, aus Angst vor der Realität, weil er befürchtet, dass sein Traum tatsächlich die Realität bzw. die Wirklichkeit wiederspiegelt.

 

Es ist ein modernes Gedicht, welches gut in unsere Zeit passt. Es gefällt mir sehr gut, weil es zum Nachdenken anregt. Das Gedicht stellt einen Traum dar, welcher das Leben symbolisiert. In diesem Traum kommen seine wahren Gefühle zum Ausdruck und vor allem, wie er über das Leben denkt. Er träumt davon, weil es die Wirklichkeit wiederspiegelt. Die Realität überholt ihn so, dass er sogar im Traum davon eingeholt wird und genau zu diesem Zeitpunkt seine wahren Wünsche des Lebens durch den Traum zum Ausdruck kommen. Der Traum des Gedichts stellt für mich die Sinnlosigkeit des Lebens dar.