Lothar Zenetti (geb. 1926)

 

 

Zu sagen, man müßte was sagen

 

Zu sagen, man müßte was sagen, ist gut,

man müßte

man müßte was sagen.

Abwägen ist gut, es wagen ist besser,

doch wer macht den Mund denn schon auf?

 

Zu sagen, man müßte was machen, ist gut,

man müßte

man müßte was machen.

Gerührtsein ist gut, sich rühren ist besser,

doch wo ist die Hand, die was tut?

 

Zu sagen, man müßte was geben, ist gut,

man müßte

man müßte was geben.

Begabtsein ist gut, doch geben ist besser,

doch wo gibt es den, der was gibt?

 

Zu sagen, man müßte was ändern, ist gut,

man müßte

man müßte was ändern.

Sich ärgern ist gut, verändern ist besser,

doch wer fängt bei sich damit an?

 

geb. 1926 in Frankfurt/Main, nach der Priesterweihe 
1952 Kaplan an mehreren Orten,
1962 Stadtjugendpfarrer in Frankfurt, dann Gemeindepfarrer und Dekan, 
 
seit 1982 katholischer Beauftragter für den Hörfunk beim Hessischen Rundfunk;  
Autor zahlreicher Bücher und Liedtexte.  

 

Intention: Überschrift an Tafel

Das Thema unserer heutigen Unterrichtsstunde heißt:   

 

Zu sagen, man müsste was sagen

Ellipse: Viele sagen etwas und halten sich nicht dran

Was fällt euch spontan zu diesem Thema ein?

Ellipse: Man sollte öfter
den Mund aufmachen

Ellipse: Man sagt viel, tut
es aber nicht

 

 

 

 


Zu diesem Thema habe ich euch heute ein Gedicht mitgebracht und das wollen wir zunächst jeder für sich lesen.

(Austeilen: 8,10,10)

(1x leise, 1x laut lesen)

Wir wollen das Gedicht nun schrittweise untersuchen und dafür brauchen wir unseren Hefter und unser AB für die Vorgehensweise bei einer Gedichtinterpretation!

1. Einleitung

Autor: Lothar Zenetti (geb. 1926)

Titel: Man sagt zwar, dass man was sagen, machen, geben, ändern sollte, tut es aber nicht

Gedichtart: Gedankenlyrik

Aufbau: 4 Strophen, ähnlich gestaltet.

1.      Vers: jeweils ein Wort je Strophe: sagen, machen, geben, ändern anders       (Thema Strophe)

2.      gleich: „man müßte“ Konjunktiv (tut es nicht immer)

3.      Wiederholung Vers 1,2 ( Unterstreichen der Bedeutung)

4.      Stellungnahme, Meinung zum Thema

5.      Versanfang: „doch“/Fragen/Intention an Leser(zum Nachdenken anregen)

 

Zentrales Thema aus Überschrift wird in jeder Strophe wieder aufgenommen.

Reim: ohne Reim

Aktualität: heute noch

 

 Lösung Arbeitsblatt

1. Hauptaussage der Strophen(Vers 1)

Strophe 1                                                                               Strophe 2

 

Textfeld: Man müsste was sagen
Textfeld: Man müsste was machen

 

 

 

 

 

 


Strophe 3                                                                               Strophe 4

Textfeld: Man müsste was geben
Textfeld: Man müsste was ändern

 

 

 

 

 

 

 


2. Vergleiche

Es sind alles gute Eigenschaften, die genannt werden.

1.        Strophe: „abwägen“ – „wagen“

Warum ist „abwägen“ gut?                                                                     Übertreibung, wenn man immer etwas sagt. Man sollte erst        überlegen                                  

2.        Strophe: „gerührtsein“ – „sich rühren“

Warum ist „gerührtsein“ gut?                                                                 Anteilnahme für jemanden.

 

3.        Strophe: „begabt sein“ – „geben“

Warum ist „begabt sein“ gut?                                                                 Man hat eine bestimmte Gabe, kann etwas, hat etwas.                                                                                                         

4.        Strophe: „sich ärgern“ – „verändern“

Warum ist „sich ärgern“ gut?                                                                 Anreiz für eine Handlung/Veränderung.

Es sind alles gute Eigenschaften, die genannt werden.

 

Fragen:

Strophe 1:

Doch wer macht den Mund denn schon auf?

Tendenz geht dahin, dass immer weniger etwas sagen.

Strophe 2:

Doch wo ist die Hand, die was tut?

Freiwillig macht heute kaum noch jemand was.

Strophe 3:

Doch wo gibt es den, der was gibt?

Jeder denkt nur an sich.

Strophe 4:

Doch wer fängt bei sich damit an?

Alle regen sich nur auf und tun nichts. Sollen die anderen das machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Arbeitsblatt

 

1. Hauptaussage der Strophen

 

 

Strophe 1                                                                   Strophe 2

 

Textfeld:  
Textfeld:  

 

 

 

 

 

 


Strophe 3                                                                    Strophe 4

 

Textfeld:  
Textfeld:  

 

 

 

 

 

 

 


2. Suche den Vergleich aus jeder Strophe heraus!

 

1. Strophe: a)________________             b)____________________

 

Frage: Warum ist "abwägen" gut?

Antwort:____________________________________________

 

2. Strophe: a)________________             b)____________________

 

Frage: Warum ist "gerührtsein" gut?

Antwort:____________________________________________

 

3. Strophe: a)________________             b)____________________

 

Frage: Warum ist "begabt sein" gut?

Antwort:____________________________________________

 

4. Strophe: a)________________             b)____________________

 

Frage: Warum ist "sich ärgern" gut?

                   

      Antwort:____________________________________________

 

Es sind alles __________Eigenschaften, die genannt werden.

 

Für was ist a) jeweils die Voraussetzung?_______________

 

 

 

 

 

Am Ende jeder Strophe stellt der Dichter eine Frage, die uns zum Nachdenken anregen soll. Warum stellt er diese Frage? Wie sieht es in der Realität aus?

 

Strophe 1:

Doch wer macht den Mund denn schon auf?

 

 

 


Strophe 2:

Doch wo ist die Hand, die was tut?

 

 

 


Strophe 3:

Doch wo gibt es den, der was gibt?

 

 

 


Strophe 4:

Doch wer fängt bei sich damit an?

 

 

 

 

 

Abschluss: Wem von euch fällt zum Thema des Gedichts ein aktueller Anlass ein? Ich hatte euch doch in einer gewissen Sache um Unterstützung gebeten...

Folie Fragebogen/ Auswertung in Prozent oder Zahlen:

 

Auswertung Fragebogen:

Fragebogen zum Zustand der Klassenräume:

 

1. Wie beurteilst du den Zustand deines Klassenraumes (R16)?

-         gut

-         zufriedenstellend

-         schlecht

 

2. Ausgestaltung der Wände?

-         gut

-         zufriedenstellend

-         schlecht

3. Sauberkeit der Bänke?

-         gut

-         zufriedenstellend

-         schlecht

4. Was sollte noch verbessert werden?

-

-

-

5. Wer hätte Material für die Ausgestaltung der Wände und würde es zur Verfügung stellen? Was?

-

6. Warum räumst du dein Papier nicht weg oder malst auf die Bänke?

-

-

 

7. Wer wäre bereit, nach Unterrichtsschluss bei der Ausgestaltung und Verschönerung des Klassenraumes zu helfen (Bänke säubern, Wände gestalten)?

 

 

Welche der Frage bezieht sich auf die Frage von Strophe 1/2/3/4?

1: 1,2,3,4

2:7

3:5

4:6

 

 

Aufteilung in Gruppen:

Stellungnahme:   

Gruppe 1                                                                    Gruppe 2

Diejenigen, welche sich in die                                       Diejenigen, welche sich nicht in

Liste eingetragen haben.                                                 die Liste eingetragen haben.

-         Warum hast du dich bereit erklärt?                  - Warum warst du nicht bereit?

-         Was hältst du von denjenigen, die                    - Ist das wirklich ein Grund?

sich nicht eingetragen haben?               - Hat sich deine Ansicht geändert?

-         Wie könnte man das ändern?                          - Warum?

 

Oder:

 

Dichte eine Strophe dazu! Beginne mit dem Vers:

 

Zu sagen, man müsste Frau Dittrich helfen, ist gut,