MEERSCHWEINCHEN
Meerschweinchen stammen aus Südamerika. Dort lebt die Wildform in kleinen
Gruppen von fünf bis zehn Tieren in Erdbauen. Meerschweinchen sind wenig
wehrhaft und haben viele Feinde, so dass sie nur im Schutz der Dunkelheit auf
I Nahrungssuche gehen können. Schon in ihrer Heimat Peru sind sie vor vielen
Jahrhunderten zum Haustier geworden. Im 16. Jahrhundert kamen sie mit den
Spaniern nach Europa.
Mit dem Schwein sind sie nicht verwandt. Ihr Name soll daher rühren, dass sie über das Meer kamen und wie Schweine quieken können.
Meerschweinchen sind sehr zahm und lassen sich gern anfassen. Kinder können sie streicheln, ohne dass sie Angst haben müssen, gebissen zu werden. Die Tiere wirken zwar pummelig und handfest, haben aber einen zarten,
II zerbrechlichen Knochenbau. Es kommt daher nicht selten vor, dass sie von ungeschickten Kinderhänden aus lauter Liebe tot gedrückt werden.
Meerschweinchen leben gesellig und sollten nach Möglichkeit paarweise gehalten
III werden, da sie soziale Tiere sind, die ihre Artgenossen brauchen, um sich
wohl zu fühlen. Der Mensch kann auch bei viel Zeitaufwand den Artgenossen nicht ersetzen, aber sehr viel zum Wohlbefinden seines Haustieres beitragen.
Eine luftige Kiste (100 cm x 50 cm x 30 cm) genügt für ein bis zwei Tiere. Hobel- oder Sägespäne eignen sich als Einstreu. Heu oder Stroh kann man auch verwenden, jedoch fressen dies die Tiere meist als erwünschte Beikost auf. Die
Meerschweinunterkunft sollte alle zwei bis drei Tage ausgemistet und gesäubert werden. Mehrere Futternäpfe, ein Trinkröhrchen und eine kleine Schlafhöhle, die
IV doppelt so lang und breit wie das Meerschweinchen sein darf, vervollständigen das Heim.
Den Sommer verbringen die Meerschweinchen gern im Freien. Ihre Unterkunft sollte jedoch zugfrei und schattig stehen, denn pralle Sonne oder Zugluft schadet ihnen.
Damit Meerschweinchen gesund bleiben und sich gut entwickeln können, müssen
folgende Grundregeln der Ernährung beachtet werden:
V
Abwechslung ist auch für Meerschweinchen das halbe Leben. Es gibt viele
Möglichkeiten, um ihre Neugier und ihren Bewegungsdrang zu befriedigen. Es muss nicht gleich ein ganzer „Abenteuerspielplatz“ sein. Ein Labyrinth aus
VI Legosteinen, Bauklötzen, stabilem Karton und mit versteckten Leckerbissen, immer wieder anders angelegt, regt zur Beschäftigung und Bewegung an. Zwei Meerschweinchen können darin sogar Wettrennen veranstalten.
Meerschweinchen sind für ihre große Vermehrungsfreudigkeit bekannt. Ein
gesundes Weibchen kann im Jahr drei bis vier Würfe mit zwei bis fünf Jungen zur
Welt bringen.
VII Diese sind sozusagen Minimeerschweinchen, denn kleine Meerschweinchen sind
Nestflüchter, die bereits mit offenen Augen, dichtem Fell, bleibenden Zähnen und
Hörvermögen geboren werden. Obwohl sie bald nach der Geburt laufen und feste
Nahrung knabbern können, werden sie von der Mutter noch 4 Wochen gesäugt.
Wer sich Meerschweinchen anschaffen will, sollte vorher gründlich die Gesundheit der Tiere prüfen:
VIII
- Spielen die Tiere mit ihren Artgenossen und sitzen nicht teilnahmslos allein in der Ecke herum?
- Sind Ohren und Nase sauber und trocken?
- Sehen die Augen klar und glänzend aus?
- Sind die Zähne regelmäßig und nicht zu lang?
- Haben die Tiere ein sauberes, dichtes Fell?
- Ist ihr Bauch weich, nicht verspannt oder aufgebläht?
- Sind die Füße sauber und die Krallen gepflegt?
Diese Fragen muss sich auch der verantwortungsvolle Besitzer jederzeit stellen.
Zeigen die Tiere Auffälligkeiten, sollten sie umgehend dem Tierarzt vorgestellt
werden.
Bei richtiger Pflege und Haltung können Meerschweinchen fünf bis acht Jahre alt
werden und ihren Tierhaltern viel Freude bereiten.
( Nach: Kuntze, Armin: Mein Tier und ich. Berlin: Der Kinderbuchverlag 1981, S. 132 ff.,
Steinkamp, Anja: Unser Meerschweinchen. Stuttgart: Franckh-Kosmos-Verlags-GmbH 1984,
S. 27.
Ralston, Beate: Meerschweinchen. NaturBuchVerlag, S. 30)
Aufgaben
zum Texterfassen und zum produktiven Umgang mit dem Text
Lies den Text über Meerschweinchen und bearbeite folgende Aufgaben in der
angegebenen Reihenfolge.
1) Welche Schwerpunkte über Meerschweinchen werden im Text
angesprochen?
Vervollständige die folgende Übersicht! Folge dabei dem Textverlauf und
der Abschnittsgliederung. (7 P)








2) Was sagt der Text darüber aus, wie das Meerschweinchen zu seinem
Namen kam? (2 P)
3) Meerschweinchen sind gesellige Tiere. Was bedeutet dies für ihre Haltung?
(2 P)
4) Warum bezeichnet man das Neugeborene als Minimeerschweinchen?
Erkläre genau. (3 P)
5) Du möchtest zwei Meerschweinchen haben und deine Eltern in einem
Gespräch vom Kauf dieser Haustiere überzeugen.
Bereite dich darauf vor, indem du dir einen Stichwortzettel anfertigst.
Notiere, welche Argumente du anführen würdest. (11 P)
6) Was wird aus den Meerschweinchen, wenn ihre Besitzer in Urlaub fahren?
Benjamin gibt seinem Freund Oliver, der die Tiere während seiner
Abwesenheit pflegen und versorgen soll, konkrete Hinweise.
Fülle an Stelle von Benjamin folgenden Merkzettel aus. (12 P)
1) Die Meerschweinchenunterkunft muss gesäubert werden.
(1 P)
2) Achte auf abwechslungsreiche Nahrung.
Am liebsten fressen meine Meerschweinchen:
-
-
-
(3 P)
3) Nicht gefüttert werden dürfen:
-
-
- (3 P)
4) Zur Gesunderhaltung der Zähne benötigen sie:
- (1 P)
5) Meine Tiere mögen keine Langeweile.
Beschäftige sie mit:
- (1 P)
6) Bei schönem Wetter solltest du sie ins Freie bringen.
Beachte dabei:
-
- (2 P)
7) Sollten die Meerschweinchen krank werden, suche auf.
(1 P)
7) a) Formuliere in Sätzen, welche Hinweise diese Zeichnungen zum Umgang
mit Meerschweinchen geben. Erkläre, warum sie wichtig sind. (6 P)
b) Ergänze zwei weitere Hinweise und erläutere diese ebenfalls. (4 P)
c) Finde eine passende Überschrift für deinen kleinen Text und schreibe
sie darüber. (1 P)
(1 P)
(6 P)

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Weitere mögliche Gefahrenquellen:
(4 P)
Aufgaben
zum Satzbau und Wortschatz, zur Grammatik und Orthografie
8) Formuliere aus dem letzten Abschnitt des Textes zwei Fragesätze in
Aussagesätze um. (2 P)
9) Schreibe die folgenden Sätze in die angegebene Zeitform um. (4 P)
Präsens: Den Sommer verbringen die Meerschweinchen im Freien.
Präteritum:
Futur 1:
Präteritum: Im 16. Jahrhundert kamen sie mit den Spaniern nach Europa.
Perfekt:
Plusquamperfekt:
10) Steigere folgende Adjektive. (4 P)
zart - -
viel - -
11) Ergänze das folgende Wortfeld durch weitere vier Verben. (4 P)
prüfen,
nachschauen,
12) Setze die folgenden Artikel und Substantive im richtigen Fall in die Lücken
ein! Bestimme in Klammern den Fall. (10 P)
Benjamin sieht sehr gern (die Tiere)_________________ beim Fressen und Spielen zu. (________________)
Er kann sogar Auskunft über die verschiedenen Laute (die „Meerschwein-chensprache“)_____________________________ geben und weiß über die weiteren Sinnesorgane dieser niedlichen Haustiere gut Bescheid. (_______________)
Die Tasthaare in der seitlichen Umgebung von Mund und Nase ermöglichen (das
Meerschweinchen)_____________________________ ein Zurechtfinden im Dunkeln. (___________)
Der Geruchssinn (die Meerschweinchen)_______________________________ ist vor allem auf Kontakte untereinander abgestimmt. (_________________)
Durch die Anordnung ihrer Augen besitzen die Meerschweinchen ein
verhältnismäßig weites Gesichtsfeld, das besonders für (der Schutz)_______________ vor Feinden wichtig ist. (_______________)
13) Schreibe die Nummern der unterstrichenen Satzglieder an der richtigen
Stelle in die Tabelle. (8 P)
Im 16. Jahrhundert kamen die Meerschweinchen mit den Spaniern nach Europa.
1 2
Mehrere Futternäpfe und eine kleine Schlafhöhle vervollständigen das Heim.
3 4 5
Den Sommer verbringen die Meerschweinchen gern im Freien.
6 7 8
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Subjekt |
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Prädikat |
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Dativobjekt |
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Akkusativobjekt |
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Adverbiale Bestimmung des Ortes |
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Adverbiale Bestimmung der Zeit |
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Adverbiale Bestimmung der Art und Weise |
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Adverbiale Bestimmung des Grundes |
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14) Benjamin befindet sich im Urlaub. Er ist ganz verzweifelt. Eigentlich
möchte er sich bei Oliver nach dem Befinden seiner Meerschweinchen
erkundigen, aber der Computer spielt verrückt.
Hilf Benjamin und ergänze die Lücken in seiner E- Mail.
(18 P)
Hallo Oliver,
hier ist es gan_ toll. Unser Bungal__ und das E__en sind pr_ma. Nur das Wetter ner_t. Unwa_rscheinlich bedro_liche Windböen treiben mir den Sand in die Augen und machen das _urfen fa_t unmöglich.
Wie ge_t es meinen M__rschweinchen? _ersorgst du sie auch gut? Du wolltest ihnen doch im Garten ein Labyrin__ bauen?
Vergi__ nicht das _ürsten ihres Fells! Denk auch an das Kna__erzeug!
Grü_ meine Meerschweinchen von mir.
Bis bald!
Benjamin