Der Wolf und das Lamm               

                                          Rudolf Hagelstange

 

 

Ein Wolf, der aus einem Bache trank, bemerkte etwas weiter unterhalb ein Lamm, das ein wenig Wasser schleckte. "Oh!" dachte er, "das ist eine gute Abendmahlzeit. Mir fehlt nur noch ein gutes Argument, um sie an mich zu bringen. Dann habe ich Essen und Trinken beisammen."

 

"He du da unten!" rief er böse. "Glaubst du, du könntest mir ungestraft mein Wasser trüben?!"

 

"Es ist leider gar nicht möglich", erwiderte das Lamm, "dass ich dir das Wasser trübe. Ganz abgesehen davon, dass ich nur mit der Zunge nippe ‑ ich trinke ja flussabwärts von dir!" ‑ "Rechte nicht mit mir!" knurrte der Wolf. "Ich kenne dich und deinesgleichen genau! Seit sechs Monaten läufst du umher und sagst mir hässliche Dinge nach."

 

"Das kann gar nicht sein", blökte das Lamm. "Ich bin ja erst drei Monate alt."

 

"Dumme Ausreden!" schnauzte der Wolf. "Wenn du es nicht warst, so muss es dein Vater gewesen sein, und das ist dasselbe.

 

Und ehe das Lamm noch ein Wort erwidern konnte, packte es der Wolf und fraß es auf.

 

Wo man mit Absicht dich verkennt, versagt das beste Argument.

 

1.   Schreibe das erste und das letzte Wort der Geschichte auf!

2.   Zähle die Abschnitte! Schreibe die entsprechende Nummer vor jeden Abschnitt!

3.   Wie lautet das letzte Wort des zweiten Satzes und das dritte Wort des letzten Satzes?

4.   Suche das erste Wort des 5. Abschnittes und finde dazu ein Reimwort! Schreibe beide auf!

5.   Suche 3 Wörter aus der Geschichte mit einem kurzen Vokal!

6.   Suche 4 Verben aus dem Text und bilde dazu ein Substantiv!

7.   Ändere die Schriftfarbe der wörtlichen Rede:

Wolf: rot

Lamm: blau

8.   Schreibe die 2 unterstrichenen Wörter heraus und erkläre, warum sie mit doppel „s“ geschrieben werden!

9.   Warum wird „blökte“ ( Absatz 4) nur mit „k“ geschrieben?

10.                    Schreibe den 6. Abschnitt um in Präsens!

 

 

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