Die große Beachtung, die Stammzellen in letzter Zeit geschenkt wird, resultiert daraus, dass sie verschiedene Zelltypen (oder sogar Organe) bilden können, und dass man hofft, dass man sie dazu gezielt veranlassen kann. Das hätte natürlich enorme medizinische Auswirkungen. Man hofft also, dass man im Patienten selbst bestimmte Zelltypen, die ihm fehlen, nachwachsen lassen kann. Ich gebe hier einen groben Überblick über die Begriffe, die bei den Diskussionen über Stammzellen verwendet werden sowie über die Gewinnung und Anwendung der Stammzellen. In den einzelnen Abschnitten lege ich Links zu genaueren Betrachtungen über embryonale und adulte Stammzellen.
Hauptcharakteristikum von Stammzellen ist, dass sie sich im Körper und in vitro (also im Reagenzglas bzw. unter künstlichen Bedingungen) unbegrenzt vermehren können und dass aus ihnen verschiedene Zelltypen entstehen können. Vorläuferzellen dagegen sind Zellen, die sich auch noch teilen, aber nur begrenzt. Daher können sie zum Einen nicht beliebig in vitro vermehrt werden und zum Anderen nur begrenzt neues Gewebe bilden. Sie stammen aus ausdifferenzierten Geweben, z.B. aus dem Knochenmark. Dort entstehen z.B. alle Blutzellen aus ihnen, die abgestorbene Blutzellen ersetzen. Bei diesen Zellen ist es sehr schwer zu sagen, ob es sich um Vorläuferzellen oder Stammzellen handelt. Im Knochenmark muss es wohl auch echte Stammzellen geben, weil der Vermehrungsprozess ja lebenslang abläuft.
Nach der Vereinigung von Ei- und Samenzelle entstehen bei den
ersten Teilungen totipotente Stammzellen. Aus der befruchteten Eizelle
entwickelt sich (s. Abb.1) zunächst über das
Vierzellenstadium die Blastocyste mit der inneren und
äußeren Zellmasse und aus dieser bilden sich
nachfolgend alle anderen Körperzellen (aus dem Embryoblasten)
und die Placenta (aus dem Trophoblasten). Daher nennt man die Zellen im
4-Zellen-Stadium totipotent.
Entnimmt man der Blastocyste eine Zelle aus dem Embryoblasten (ES-Zellen (s. Abb.1), so ist
diese pluripotent,
denn sie kann zwar noch alle Zellen des Körpers bilden, aber
nicht mehr die Placenta. Dem Fetus können Stammzellen der
Keimdrüsenleiste entnommen werden (EG-Zellen),
die wahrscheinlich noch dasselbe Entwicklungspotenzial wie die
ES-Zellen besitzen.
Wenn sich der Keimling über den Fetus bis zum Erwachsenen
entwickelt, so wird das Entwicklungspotenzial der Zellen
immer weiter eingeschränkt. So gibt es zunächst
Stammzellen, die nur noch bestimmte Gruppen von Organen bilden, dann
solche, die nur noch an der Bildung bestimmter Organe beteiligt sind
und schließlich solche, die bestimmte Zelltypen bilden. Z.B.
befinden sich Stammzellen für die Bildung der Blutzellen im
Knochenmark oder solche zur Bildung von Nervenzellen im Gehirn usw.
Erstere bilden aber nur noch Blut- letztere nur noch Nervenzellen,
jedenfalls in ihrer natürlichen Umgebung.
Aber auch der erwachsene Körper besitzt noch Stammzellen (multipotente Stammzellen). Das
bekannteste Beispiel sind die HSC (haematopoietische Stammzellen =
Blutbildungszellen), die sämtliche Zellen des Blutes bilden.
In der Haut und im Darm gibt es Stammzellen, die laufend absterbende
Zellen in diesen Geweben ersetzen. Diese Stammzellen sind also auch im
erwachsenen Organismus noch in der Lage verschiedene Zelltypen zu
bilden.
Auch die meisten Tumoren entstehen aus einer einzigen Zelle,
während im Tumor selbst verschiedene Zelltypen enthalten sind.
Ein extremes Beispiel bilden Tumore des Hodens bei der Maus. Sie
können dadurch hervorgerufen werden, dass man eine einzige
gesunde Zelle an eine andere Stelle verpflanzt.
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Abb. 1Die ersten Entwicklungsschritte bei Säugern und beim Menschen. Die Zellen, die aus den ersten Teilungen entstehen, sind totipotent, d.h. sie können alle Gewebe und Zelltypen bilden. Das Blastocystenstadium wird zum Zeitpunkt der Eieinnistung erreicht. Sie enthält die innere Zellmasse, deren Zellen ES-Zellen sind. Sie sind nur noch pluripotent, weil sie nicht mehr die Placenta bilden können. Der Fetus besteht natürlich aus wachsenden Geweben. Aus ihm können sog. primordiale Stammzellen der Keimdrüsenleiste (EG-Zellen) oder andere Stammzellen gewonnen werden. |
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Abb. 2Die Zellen im 4-Zellen-Stadium sind totipotent.
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Bei Tieren sind die Embryonen nicht geschützt.
Deshalb
ist es ethisch unproblematisch Stammzellen aus ihren Blastocysten,
Embryonen
oder Feten zu gewinnen (s. Abb. 3).
Bei der Maus ist es möglich ES = embryonale Stammzellen
zu entnehmen (aus der Blastocyste), sie in
Nährlösungen weiterwachsen
lassen, sie genetisch zu manipulieren und sie dann in eine andere
Blastocyste
zu reimplantieren (s. Knock-Out-Mäuse).
Diese Zellen entwickeln sich dann in der neuen Blastocyste und
können
zu allen entstehenden Geweben beitragen, selbst zur Keimbahn. Letzteres
bedeutet, dass einige der Nachkommen aus Ei- oder Samenzellen
entstanden
sein können, die das Erbgut der implantierten Zelle besitzen,
als
ob sie von dem Tier abstammen, dessen Zelle man transferiert hat. (s.
Abb.
3).
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Abb. 3Zellen des Embryoblasten können der Blastocyste
entnommen werden
und in Petrischalen kultiviert werden.
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Abb. 4Eine vollständige somatische Zelle (sie besitzt nur wenig Cytoplasma im Vergleich zur Eizelle) wird mit einer entkernten Eizelle verschmolzen. Wenn sich diese tatsächlich zu einer Blastocyste entwickelt, kann man Stammzellen daraus mit dem Erbgut der somatischen Zelle gewinnen. |
Nun kommen wir zur Gewinnung von Stammzellen beim Menschen.
Es ist weltweit untersagt, einen Menschen aus einer ES-Zelle
heranzuziehen. In Deutschland sind Experimente mit menschlichen
ES-Zellen
zwar nicht untersagt, aber sie können deshalb nicht
durchgeführt
werden, weil die übrig bleibende Blastocyste dem
Embryonenschutzgesetz
unterliegt. D.h. sie darf nicht getötet werden. D.h. hier
existiert
das Problem wie man an Stammzellen gelangen kann, ohne die Blastocyste,
aus der sie entnommen wurde zu töten.
Das ist zwar in den USA nicht der Fall, aber solche Experimente
werden dort auch nicht staatlich gefördert. (Was sich aber
nach einem
kürzlich in Nature erschienenen Bericht in Kürze
ändern
könnte).
Im Grunde genommen gibt es dafür nur zwei Wege (von
EG-Zellen sehe ich hier ab). Der erste weg ist der, dass man sie aus
"überzähligen"
Blastocysten gewinnt. Das sind solche Blastocysten, die für
die künstliche
Befruchtung bei Frauen hergestellt werden. Weil man immer mehr
Blastocysten
gewinnen muss, als man schließlich für die
Implantation benötigt.
Sie können auch dadurch entstehen, dass eine Frau, die eine
künstliche
Befruchtung durchführen wollte, davon zurücktritt,
weil sie krank
geworden ist oder aus anderen Gründen. Die Verwendung solcher
Blastocysten
ist bisher nach dem Embryonenschutzgesetz in Deutschland nicht erlaubt.
Andererseits haben diese Blastocysten auch keine Chance zu Embryonen zu
werden, weshalb viele dafür plädieren, dass man sie
deshalb für
die Forschung freigeben sollte.
Der zweite Weg ist in Abb.4 dargestellt (nach diesem
Verfahren entstand das Schaf Dolly). Eine Eizelle müsste
dafür
von einer Frau gespendet werden. Diese wird entkernt. Ein anderer
Spender
liefert eine Körperzelle. Diese wird mit der Eizelle
verschmolzen.
Die mütterlichen Komponenten in der Eizelle vermögen
den somatischen
Kern so umzustrukturieren, dass sich eine Blastocyste entwickelt.
Dieser
können nun Stammzellen entnommen werden. Zur Zeit ist dieses
Verfahren
in Deutschland ebenfalls nicht erlaubt, weil aus der Blastocyste ein
Mensch
heranwachsen könnte und sie daher geschützt ist.
Daher bleibt in Deutschland im Augenblick nur die Einfuhr
von Stammzellen aus dem Ausland. Diese Zellen selbst sind nicht
geschützt,
weil sie keinen vollständigen Embryo hervorzubringen
vermögen
(glaubt man bisher jedenfalls, sicher ist das keineswegs).
Thomson hat in den USA schon menschliche ES-Zellen aus
Blastocysten isoliert und kultiviert. Die verwendeten Blastocysten
stammten
von Ehepaaren, die eine künstliche Befruchtung
durchgeführt haben.
Dafür werden immer mehr Blastocysten entwickelt als
implantiert werden.
Einige Paare gaben Thomson die Genehmigung die nicht implantierten
Blastocysten
für seine Untersuchungen zu verwenden.
Gearhart hat mit Erlaubnis der Eltern EG-Zellen aus abgetriebenen
Feten entnommen und kultiviert. So weit man bisher sagen kann,
ähneln
sich die von Thomson und Gearhart kultivierten Stammzellen sehr.
Adulte oder erwachsene Stammzellen sind leichter zu gewinnen.
Das Hauptproblem bei ihnen ist, dass sie bei Weitem nicht die
Teilungsfähigkeit
wie embryonale Stammzellen besitzen. Daher ist nicht
abzuschätzen,
ob ihre Teilungsfähigkeit für eine Therapie
ausreichen könnte.
Am teilungsaktivsten sind noch Stammzellen aus der Haut,
aus dem Dünndarm und aus dem Knochenmark. Die adulten
Stammzellen
sind organspezifisch und erfüllen die Funktion das Grewebe, in
dem
sie vorkommen zu regenerieren. So liegen z.B. Myoblasten im
Muskelgewebe,
aus denen bei Bedarf Muskelzellen gebildet werden können. Es
hat sich
aber gezeigt, dass aus ihnen auch Herzzellen, Nervenzellen
und Blutzellen
differenziert werden können, so dass die Hoffnung besteht,
dass das
Differenzierungspotenzial solcher Zellen weit höher liegt, als
man
bisher dachte. Vielleicht könnten auch solche Stammzellen
umdifferenziert
werden, wenn man die Wege dazu findet.
Adulte Stammzellen können gewonnen werden aus: Haut,
Knochenmark, peripherem Blut, Skelettmuskel, Gehirn, Leber.
Aus den pluripotenten Stammzellen (ES-Zellen) entwickeln
sich ja die nachfolgenden Stammzellen und Vorläuferzellen z.B.
für
die Bildung der Blutzellen usw. Das geschieht dadurch, dass nach und
nach
bestimmte Gene ab- oder angeschaltet werden. Über diesen
Prozess weiß
man aber noch sehr wenig. Forscher hoffen, durch die Untersuchung von
ES-Zellen
diese Schritte herauszubekommen. Wenn das gelingen würde,
wäre
man vielleicht in der Lage bestimmte Typen von erwachsenen Stammzellen
in vitro zu entwickeln und für Zelltherapien einzusetzen.
Besonders vielversprechend erscheinen ES-Zellen für
den Zellersatz in Geweben mit geringem Regenerationspotential wie z.B.
dem Gehirn.
Ein Beispiel soll die Hoffnungen, die an die Erforschung
und Nutzung von ES-Zellen geknüpft werden, verdeutlichen:
Brüstle
entwickelte Verfahren, aus ES-Zellen Gliazellen zu entwickeln. Das sind
Zellen, die Nervenzellen einhüllen und sie elektrisch
isolieren. Wenn
sie Defekte aufweisen, entstehen Krankheiten des Nervensystems z. B.
die
Pelizaeus-Merzbacher’sche Erkrankung Um zu untersuchen, ob
derartige Zellen
für die Reparatur von Myelinkrankheiten eingesetzt werden
können,
haben die Forscher sie in das Nervensystem von
Myelin-defizienten Ratten implantiert. Bei betroffenen
Kindern führt diese Kranlheit zu schweren neurologischen
Ausfällen.
Ursache der Pelizaeus-Merzbacher’schen Erkrankung ist ein
mutiertes Gens,
das für das Proteolipidprotein (PLP) kodiert.
Die Transplantationsergebnisse an Myelin-defizienten
Ratten waren außerordentlich erfolgversprechend. Bereits zwei
Wochen
nach Transplantation ins Rückenmark zeigte sich, dass die
transplantierten
Vorläufer nicht nur überleben, sondern in das
Empfängergewebe
einwandern, Nervenzellfortsätze mit fehlender
Markscheidenbildung
aufsuchen, sich an die Nervenzellfortsätze anlagern, zu
Oligodendrocyten
ausreifen und ein dichtes Netz von Markscheiden ausbilden.
Die Forschung erhofft sich auch, mit Hilfe von ES-Zellen
die Wirkung von Medikamenten auf verschiedene Zelltypen besser
erforschen
zu können.
Da es auch im erwachsenen Organismus noch Stammzellen
gibt (man spricht dann von adulten Stammzellen), weckt das die
Hoffnung,
dass man auch aus ihnen neue Zellen oder Organe gewinnen kann. Ein
solches
Vorgehen wäre auch weltweit erlaubt und wird ethisch nicht
angefochten.
So hat sich gezeigt, dass man aus Stammzellen der Muskulatur nicht nur
Muskelzellen gewinnen kann, sondern auch Blutzellen oder
Herzmuskelzellen,
auch das Umgekehrte ist richtig. D.h. diese Stammzellen sind Vorläuferzellen von
Blut- und Muskelzellen.
Solche adulten (erwachsenen) Stammzellen kommen auch
im erwachsenen Gehirn und zwar im Hippocampus und im olfaktorischen
System
vor. Von diesen Stammzellen, die man auch außerhalb des
Körper
(begrenzt) wachsen lassen kann, kann man verschiedene Zelltypen des
Nervensystem
gewinnen und auch die Gliazellen, die die Nervenzellen
einhüllen.
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Abb. 5In der nebenstehenden Abbildung sind einige Hoffnungen, die die Forschung mit der Untersuchung von pluripotenten Stammzellen verbindet wiedergegeben. |
Bei Stammzellen des ZNS der Maus ist es sogar gelungen,
sie zu Muskelzellen und zu Zellen anderer Organe (Darm, Blut, Leber,
Herz)
zu entwickeln. Umgekehrt können sich auch Stammzellen des
Blutes zu
Gehirnzellen entwickeln. Daraus geht hervor, dass auch Stammzellen aus
Organen ein hohes Umdifferenzierungspotenzial besitzen
könnten. Aber
wir kennen noch nicht die genauen Faktoren die dafür
nötig sind,
sie dazu zu bewegen andere Zelltypen zu bilden. Beim Menschen
weiß
man auch noch nicht, ob solche Stammzellen (aus Organen) ebenfalls
dieses
Potenzial besitzen.
Beim Menschen sind schon HSC-Zellen (hematopoietic stem
cells = Stammzellen für die Blutbildung) eingesetzt worden, um
Leukämie
zu behandeln (Vor Kurzem gab es einen Bericht im Fernsehen dazu). Auch
Haut kann man wachsen lassen, um Verbrennungen zu heilen, obwohl man
die
Stammzellen dafür noch nicht genau identifizieren kann. Auch
bei Diabetes
ist man dabei, durch Stammzellen eine Heilung zu erzielen. Dasselbe
gilt
für die Parkinsonsche Krankheit, bei der ganz bestimmte Typen
von
Nervenzellen absterben, dass man versucht, sie durch
gezüchtete Stammzellen
zu ersetzen. Die Schwierigkeiten liegen hier darin, dass man
dafür
keine geeigneten Stammzelltypen zur Verfügung hat und es
deshalb mit
embryonale Zellen versuchen möchte. Die Verwendung solcher
ES-Zellen
wirft aber ethische Probleme auf (s.
Ethische Probleme der Stammzellforschung), weil viele
Menschen auf
dem Standpunkt stehen, dass man solche Zellen deshalb nicht verwenden
darf,
weil sie das Potenzial haben einen vollständigen Menschen
hervorzubringen.
Für sie sind diese Zellen sozusagen "kleine werdende
Menschen".
Zusammenfassend läßt sich also sagen, dass
pluripotente ES-Stammzellen einen bedeutenden Vorteil
gegenüber Stammzellen
aus Organen haben, der darin besteht, dass sie unbegrenzt wachsen
können,
was multipotente Stammzellen nicht können. Stammzellen aus
Organen
könnten deshalb vielleicht nicht genügend Zellen
hervorbringen,
um zu einer Heilung zu führen. Daher mag es ein Weg sein, aus
ES-Zellen
andere Stammzellen zu gewinnen, wenn man Zellen transplantieren will.
Über
menschliche Stammzellen weiß man bisher wenig, aber bei
Mäusen
ist es möglich, von ES-Stammzellen viele verschiedene andere
Typen
zu erhalten.
Bei Säugern kennt man inzwischen ungefähr 20
Stammzelltypen. So mag es möglich werden aus ES verschiedene
andere
Stammzellen zu züchten.
Diese behandele ich hier nicht, weil sie zu kompliziert
ist. Wer etwas über die Entwicklung eines ganz einfach
gebauten Organs
erfahren möchte kann meine Texte zur Entwicklung der Vulva bei
Caenorhabditis
elegans lesen (Entwicklung
der Vulva, Genetik
der Entwicklung der Vulva). Die Vulva ist das
äußere Geschlechtsorgan
dieses kleinen Würmchens und besteht insgesamt nur aus 22
Zellen.
Daher war es für die Forschung einfacher die Entwicklung eines
so
primitiven Organs zu untersuchen.
Es sind aber noch andere Wege denkbar, um Zellen für
eine Therapie zu erhalten:
1. Tumorzellen sind unsterbliche sich fortlaufend teilende
Zellen. Aus Tumorstudien hat man inzwischen die Möglichkeit
erhalten,
somatische Zellen genetisch so zu verändern, dass die Zellen
unsterblich
werden. Sie behalten danach trotzdem noch die Fähigkeit sich
zu differenzieren.
Man hat nun Ratten, die an einem Leberversagen litten, unsterblich
gemachte
menschliche Leberzellen eingepflanzt, wodurch man sie
tatsächlich
am Leben halten konnte. Bei solchen Behandlungen ist wahrscheinlich das
Risiko durch die Behandlung einen Krebs zu erzeugen erhöht.
2. Andere Forscher haben versucht ES-Zellen dadurch zu
gewinnen, dass sie einen somatischen Kern in das Cytoplasma einer
befruchteten
Eizelle eingesetzt haben. Sie glauben, wenn sie das z.B. mit der
Eizelle
einer Kuh tun, dass sie damit die ethischen Probleme, mit menschlichen
ES-Zellen zu hantieren, umgehen.
Lesen Sie auch:
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zu Stammzellen und Vorläuferzellen
Ethische Probleme
der Stammzellforschung
meinen Kommentar zur
Gesamtsituation.
Quellen:
McKay, R. Stem cells, Hype and Hope, Nature, 406,361,2000
Bericht des NIH s. im Internet:
http://www.nih.gov/news/stemcell/index.htm
Adresse: Helmut Hupfeld, Katzenberg 11,
27283 Verden, Mario.Hupfeld@uni-konstanz.de
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