Zu diesem Thema sollen unter der Voraussetzung, dass man die Ernährungsweise und den Lebensraum des Kamels kennt theoretische Überlegungen angestellt werden.
Lebensraum: Das Kamel lebt in Wüsten und Halbwüsten mit steppenhaftem Charakter, hohen Außentemperaturen am Tag, niedrigen Außentemperaturen nachts, wo praktisch nicht viel wächst. Regen fällt nur unregelmäßig und sporadisch und ist vom Umfang her gering. Also insgesamt in trocken-heißen Klimaten.
Ernährung: Hauptnahrung ist pflanzliche Nahrung. Es frißt angeblich jegliche pflanzliche Nahrung (was mir etwas unwahrscheinlich vorkommt) und ist sehr genügsam.
Theoretische
Voraussagen: Zunächst kann man sagen, dass im
Lebensraum des Kamels von morgens bis abends die Sonne erbarmungslos
scheint und dass es keine Fluchtmöglichkeiten für das
Kamel gibt. Die Erschwernisse durch die Hitze werden durch das fehlende
Wasser noch enorm verschärft, weil es in diesen Regionen auch
Wassermangel gibt und das Kamel also nicht üppig mit dem
Wasser zu Kühlzwecken umgehen kann. Daher muss das Kamel gegen
jegliche Überhitzungsmöglichkeit sowie
Verdurstungsmöglichkeit Anpassungen entwickeln.
Wegen der hohen Bodentemperaturen, sollte das Kamel sehr lange Beine
besitzen (wie viele Wüstenformen), um den Körper
höher über den Boden zu erheben.
Die normale Fettverteilung eines Säugetieres (also
überall unter der Haut), ist für das Kamel nicht
geeignet, da es auf diese Weise schlecht Wärme nach
außen abgeben kann. Es wird das Fett also verlagern. Aber
wohin ? (Manche Beutelratten in Australien haben z.B. ihr Fett in die
Schwanzwurzel verlagert). Am besten ist der Rücken geeignet.
Die Form eines oder von zwei Höckern lässt sich
natürlich nicht voraussagen. Am Rücken hat es die
Wirkung, dass die Sonne direkt auf das Fett scheint. Dieses leitet
Wärme relativ schlecht, wodurch die Wärme schlechter
in den Körper geleitet wird.
Die übliche Behaarung der Säugetiere ist ebenfalls
nicht geeignet, weil sie die Wärmeabgabe blockiert. Am Bauch
sollte die Behaarung nur spärlich sein, weil dann dort
Wärme abgegeben werden kann. Am oberen Teil des
Körper verhindert das Fell auf der anderen Seite, dass die
Sonnenstrahlung direkt auf den Körper fällt. So
sollte sie dort also bestehen bleiben. Außerdem sollte daher
das Haar die Eigenschaft besitzen, Sonnenstrahlen möglichst
gut reflektieren zu können. Ohne Fell geht es nicht, weil es
nachts sehr kalt werden kann und dann die Wärmeisolierung
gebraucht wird. Der Bauch ist dann beim Liegen durch den
übrigen Körper geschützt.
Wenn das Kamel nun lange Wanderungen z.B. zu Wasserlöchern
unternehmen muss, sollte es möglichst wenig schwitzen oder
hecheln. Das ist aber nur möglich wenn es höhere
Körpertemperaturen ertragen kann. Man sollte also annehmen,
dass das der Fall ist. entsprechend ist es natürlich
nützlich, dass es auch tiefere Körpertemperaturen
annehmen kann, weil es dann nachts stärker auskühlen
kann und es am Morgen länger dauert, bis es bis zur
Höchsttemperatur aufgeheizt ist, wodurch dann insgesamt sehr
viel Wasser gespart werden kann.
Auch die anderen Quellen möglicher Wasserverluste
müssen reduziert werden. So sollte es also einen
möglichst trockenen Kot und einen möglichst
konzentrierten Urin abgeben (was auch beides der Fall ist).
Ein weiterer Verlust an Wasser tritt normalerweise durch die Ausatmung
ein. Beim Einatmen wird die Luft erwärmt und angefeuchtet und
beim Ausatmen kann diese Wärme und Feuchtigkeit verloren gehen
(was z.B. auf den Menschen auch weitgehend zutrifft). Das Kamel sollte
also das Wasser möglichst zurückgewinnen, was
über ein Gegenstromverfahren auch eintritt. Darüber
hinaus sollte es möglichst wenig atmen, d.h.
möglichst hohe Konzentration an CO2
ausatmen (ob das so ist, weiß ich nicht). Dazu wäre
es gut, wenn es die Nase verschließen kann, damit der O2
im Atmungssystem auch weitgehend genutzt wird (die Nase kann es
tatsächlich schließen).
Normalerweise können Säugetiere nur einen geringen
Körperwasserverlust ertragen (8-10 % ?). Es ist
natürlich anzunehmen, dass das Kamel mehr ertragen kann, was
auch tatsächlich der Fall ist. Es kann bis zu 40 % seines
Körperwassers verlieren und bleibt trotzdem
leistungsfähig. Anschließend kann es auf einmal bis
zu 150 l Wasser saufen.
Kommentar
Mario Hupfeld ,78464 Konstanz, Mario.Hupfeld@uni-konstanz.de