Etwas zu meiner Geschichte

   Zunächst begann ich 1965 ein Studium der empirischen Psychologie in Marburg. Zwei psychologische Praktika (Bundeswehr, Pädagogisches Forschungsinstitut Frankfurt) führten bei mir zu der Einsicht, dass ich beruflich nicht als Psychologe arbeiten wollte. Daher nahm ich ab dem 3. Semester parallel zu meinem Psychologiestudium ein Lehramtsstudium auf (Fächer Biologie, Mathematik und Chemie). In Psychologie legte ich nach dem 5. Semester das Vordiplom ab, gab das Studium später in Frankfurt nach dem 7. Semester aber auf. Der Profit, den ich aus diesem Studium zog, war vor allem methodischer Art. Es wurde in Marburg empirische Psychologie gelehrt und keine Tiefenpsychologie. Die Auseinandersetzung mit empirischen Methoden war äußerst kritisch und umfangreich, was z.B. in der Biologie völlig vernachlässigt wurde.

Über die Psychologie lernte ich auch die Biologie schätzen, für die ich mich bis dahin gar nicht interessiert hatte. Es gab die Nebenfächer Genetik und Physiologie und beide faszinierten mich. Für zwei Semester studierte ich nach dem Vordiplom in Frankfurt am Main. Dort gefiel es mir gar nicht, so dass ich zum 8. Semester nach Göttingen wechselte. Dort legte ich 1972 mein Diplom in Biologie ab und 1973 das Staatsexamen in Biologie, Mathematik und Chemie. Mein Referendariat absolvierte ich in Hildesheim und begann dann als Assessor in Laasphe in Nordrhein-Westfalen.
Seit 1976 unterrichte ich als Lehrer am Gymnasium am Wall in Verden an der Aller. Leistungskurse in der Biologie waren immer mein "Hobby". Auf sie habe ich mich in meiner Arbeit immer am meisten konzentriert. Im Laufe der Jahre habe ich einige davon unterrichtet und mir dabei sehr viel Mühe gegeben. Z.B. habe ich den ersten Kursen sogar eigene Skripten zu Neurophysiologie, zur physikalischen Chemie und anderen Gebieten geschrieben. Ich war zu Beginn auf Neurophysiologie spezialisiert, da ich in Biologie mein Diplom abgelegt hatte und das mein Spezialgebiet war. Als ich nach Verden kam, war es etwas schwierig in die Bio-LKs hineinzukommen als Junglehrer. Da traf es sich gut, dass in einem LK für Chemie sich kein Lehrer fand, der physikalische Chemie unterrichten wollte. So übernahm ich diesen Kurs und bekam zur Belohnung zusätzlich einen LK in Biologie. Danach habe ich etwa 10 Jahre immer zwei LKs parallel unterrichtet einen in Chemie oder Mathematik und den anderen in Biologie. Meine intensive Auseinandersetzung mit der physikalischen Chemie hat mir ein tieferes Verständnis des Energie- und Entropiebegriffes verschafft und war für die Vertiefung meines biologischen Verständnisses von großer Bedeutung. Z.B. habe ich dann einen Kurs über Blut- und Atmungsphysiologie gehalten, in dem wir auch rechnerisch die Vorgänge im Blut bis in Einzelheiten besprochen haben (Berechnung von pH-Werten, theoretische Herleitung der Sauerstoffbindungskurve u.ä.). So ein Vorgehen ist heute undenkbar geworden.
Zeitweise habe ich mich auch intensiv mit für mich neuen mathematischen Inhalten befasst. So hatte ich keine mathematischen Grundlagen für Statistik mitbekommen auf der Uni. Da ich viele statistische Methoden in der Psychologie erlernt hatte, war es immer mein Bestreben, mathematische Grundlagentheorie mit diesen praktisch anwendbaren Tests in Verbindung zu bringen. Außerdem habe ich mich z.B. intensiv mit der Theorie der Differentialgleichungen befasst, so weit man dieses Thema auf der Schule behandeln kann.

Vor allem in Bio-LKs habe niemals den gleichen Stoff zweimal unterrichtet (abgesehen vom Grundlagenstoff, der vorgeschrieben ist, und auf dem man immer aufbauen muss), sondern mich in der Regel in den Sommerferien vorher auf ein neues Stoffgebiet vorbereitet. Dann war es immer sehr spannend für mich den Stoff auch an die Schüler zu vermitteln. (Manchmal musste ich natürlich auch Leistungskurse in Mathematik oder Chemie vorbereiten. Es gab daher natürlich unterschiedliche Phasen).
Zu Beginn meiner Unterrichtstätigkeit habe ich sehr viel Gewicht auf chemische und physikalisch-chemische Details gelegt. So habe ich den Stoffwechsel mit Formeln usw. behandelt. Es stellte sich dann heraus, dass man auf diese Weise nicht weit in die "eigentliche" Biologie vorzudringen vermochte. Das lag zum Einen daran, dass auf diese Weise die Thematik selbst viel Zeit in Anspruch nahm und zum Anderen daran, dass die meisten Schüler wenig Chemiekenntnisse einbringen konnten, wodurch diese auch noch wiederholt werden mussten. Das war recht unbefriedigend.
Die Konsequenz, die ich daraus zog, war, dass ich diese Inhalte immer stärker straffte, verknappte und auf das unbedingt Notwendige kürzte. Es wurde mir auch immer klarer, dass diese Dinge für ein Verständnis der "eigentlichen" Biologie nicht notwendig waren.
Mit sehr vielen Gebieten der Biologie kommt ein Biologiestudent in seinem Studium gar nicht oder nur sehr wenig in Berührung. So hatte ich über Verhalten (wenig), Systematik (wenig), Ökologie (gar nichts) und Evolution (gar nichts) auf der Uni gelernt. D.h. über das Wichtigste wusste ich gar nicht Bescheid ! So kann ich zumindest auch den Universitäten kein gutes Zeugnis ausstellen. Durch die Lektüre insbesondere von E. Mayr "Artbegriff und Evolution" wurde mir die immense Bedeutung der Evolutionstheorie für ein Gesamtverständnis der Biologie immer klarer. So habe ich mich dann relativ intensiv mit verschiedenen Evolutionstheorien auseinandergesetzt, mit der Entstehung des Lebens, der Entwicklung der Tiere (leider nicht der Pflanzen, die mich bis heute wenig interessieren). Dabei habe ich auch verschiedene Tierstämme genauer kennengelernt (Bau, Evolution)  und versucht Teile davon in meinen Unterricht zu bringen.
Beschäftigung mit Evolution erfordert auch immer eine Betrachtung der Ökologie der Tiere und Pflanzen, d.h. wie sie in ihrer Umwelt leben, welche Beziehungen sie zu anderen Tieren und Pflanzen haben usw. So ist dieses Gebiet bei mir immer "so nebenbei" gelaufen. Eine Besonderheit in dieser Hinsicht war die Lektüre von Begon u.a. "Ökologie". In diesem Buch erfolgt eine wesentlich integriertere Darstellung der Ökologie in einer Gesamtbetrachtung der Organismen als in anderen Büchern und es sei hier deshalb sehr empfohlen. Weitere Gebiete mit denen ich mich beschäftigt habe sind Verhalten, Soziobiologie, Populationsbiologie, Immunbiologie und seit 1996 Entwicklungsbiologie. Die Beschäftigung mit der Entwicklungsbiologie führt dann zwangsläufig dazu, dass man sich mit den allerneuesten Entwicklungen in der Cytologie und Genetik und Gentechnik auseinandersetzen muss. Daher findet man auf meinen Seiten am ehesten Material zu diesen Gebieten.