Farbe und Farbordnungen
von Reinhard von Tümpling
| Der methodische Kerngedanke
entstammt der Zusammenarbeit mit meiner Fachkollegin Anja Wuttke. Sie hatte
einen Wunsch geäußert und ich habe ihr im Laufe der Zusammenarbeit
verschiedene Formen vorgeschlagen; es haben sich zwei Bearbeitungsrichtungen
ergeben und diese Formen habe ich letztlich für meine Kollegin in 2003
durchgearbeitet.
Diese Art der Zusammenarbeit hat mich sehr erfreut, liebe Frau Kollegin: es war mir ein besonderes Vergnügen, hier handwerklich-technische Pionierarbeit zu leisten. Die inhaltlichen Lernziele waren trotz unterschiedlicher Rahmenlehrpläne in den Bundesländern vergleichbar. Lehrplaneinbindung: (bay. HS ) Das Thema findet
sich unter Lz 5.2: unter Lz 8.1 ...Optische "Verwirrspiele" sollen sie zum phantasievollen und spielerischen Umgang mit perspektivischen Darstellungsregeln und Farbkombinationen anregen... Oder unter Lz 8.2 Abbilden und Variieren: Gegenstand - Mensch - Natur Beim Abbilden einfacher Objekte lernen die Schüler, deren Erscheinungsmerkmale eingehend zu betrachten, sie in ihren Grundformen und Einzelheiten genau zu erfassen und zeichnerisch festzuhalten. Dazu werden Umrisse und Oberflächenstrukturen, Größenverhältnisse und volumenbildende Merkmale erkundet und wiedergegeben. ...Die Schüler lernen, die Proportionen der Gegenstände und ihre räumlichen Beziehungen zu erkunden und bildnerisch umzusetzen, wobei zur Charakterisierung der Form auch die Farbe treten kann... ...Durch Variieren der Darstellungsmittel sollen sie deren spezifische Wirkung erkunden und in ihren gestalterischen Arbeiten überlegt einsetzen.... ...Das Betrachten von Kunstwerken, an denen die Merkmale sachgetreuer Wiedergabe deutlich in Erscheinung treten, vertieft die eigenen Erfahrungen. KR8.5.1, EvR8.1.1, Ph/Ch/B8.2.1 Größenstufungen, Proportionen, Überschneidungen, Verkürzungen, Licht - Schatten - Verläufe......(verdichtende Schraffur bzw. Weißhöhung zum Abdunkeln und Aufhellen von Oberflächen) Erscheinungsfarbe; Farbtonabstufung ... oder unter Lz 9.2: Im bayerischen Gymnasium findet sich das Lernziel der Farbordnungen unter Lz 5.1. Durchgesehene Netzeinträge:
http://www.darmstadt.gmd.de/Kueppersfarbe/theorie42.html http://www.studentenseite.de/diplomarbeiten/index.html http://www.diplomica.com/db/diplomarbeiten4322.html http://www.park-koerner.de/Kunsterziehung/ http://www.park-koerner.de/Kunsterziehung/Farbe_II.4933/preview/index.html http://home.t-online.de/home/078173099-0003/bk/CD-web/lexikon.htm http://www.farbenlehre.com/goethe/Inhalt.htm http://www.colorsystem.com/ |
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Ich selbst habe in der früheren Ausbildung einmal die Farbkugel aus zwei Styropor-Halbschalen mit vielleicht einem halben Meter Durchmesser angefertigt und habe dasselbe später noch einmal mit Schülern angefertigt. Im Ergebnis blieb es stets ein unvollständiges Flecken- Stückwerk. Vorüberlegungen: Es ging mir bei der Bearbeitung des Themas um Handlungsorientierung dem Schüleralter gemäß, die Schüler sollten etwas tun können; in der methodischen Form des Schülerkreises können sich die Schüler eigentätig die Ordnung erarbeiten. Die bisherigen Blätter:
Im Juli 2003 bis noch Anfang August entwickelten meine Kollegin und ich gemeinsam die Idee des Farbpuzzles weiter. Der Grundgedanke baute auf dem Blatt farbe19.gif auf, nämlich die in einer ebenen Ordnung gelegten Farbkärtchen der 12 reinen Farben ins Weiße und Schwarze hinein zu brechen. Die Ergebnisse:
Ich stand vor dem Problem, gleich große Puzzleteile in unterschiedlicher Qualität zu produzieren und dies Verfahren rationell und beliebig oft nachvollziehbar zu gestalten.
Handwerkliche Verfahrensschritte:
Die fertigen Ergebnisse: Ich persönlich habe mir von der ganzen Arbeit ein gebündeltes Exemplar aufbewahrt; es liegt nun auf dem Dachboden- und mit etwas Wehmut entdecke ich es manchmal und realisiere nachträglich den doch erheblichen Arbeitsumfang. Ich habe nichts mehr davon, die fertigen Tafeln soll meine liebe Kollegin ohne Last verwenden und mit ihren Kindern den Unterrichtserfolg genießen, dazu habe ich mir die Arbeit letztlich gemacht (nämlich mit einem Medium unbelastet von der Herstellung umgehen zu können). Es kann gut sein, dass ein Lernmittelverlag sich der Grundidee bedient, aber ich habe es für meine Kollegin als gänzlich neues Produkt entwickelt und angefertigt, ich habe es ihr gewidmet. Ich werde das Thema Farbe nochmals in der 9. Jahrgangsstufe durcharbeiten, in einem getrennten Beitrag zur Raumwirkung von Farbe. Nachtrag Ich habe in der Kürze der Zeit nicht mehr den Übergang von drei verwendeten Grundfarben bei Itten zu den neueren vier Grundfarben verarbeiten können. Die Änderungen beziehen sich auf die Farbsetzung Cyan und Magenta. Bei Grafik-Software kennt man dies Prinzip als CMY- oder CMYK-Modell (CMYK = Cyan, Magenta, Yellow, Black). Von den drei Grundfarben Gelb,
Cyan und Magenta wird bei der subtraktiven Farbmischung ausgegangen. Den
folgenden Text entnehme ich dem Netzeintrag von Ingrid Crüger, deren
Beitrag unter http//www.darmstadt.gmd.de/~crueger/farbe/index.html Farben wirken auf vielfältige Weise. Farben sind Schwingungen, die von unserem Organismus aufgenommen werden und sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche wirken. Sie haben somit einen großen Einfluß auf unser Wohlbefinden und unser Lebensgefühl. Für die Tatsache, daß Farben als Energiestrahlung vom menschlichen Körper deutlich wahrgenommen werden, erbrachte der Begründer der rationalen Lichttherapie, Professor Nils Finsen, den wissenschaftlichen Beweis. Für seine Forschungsarbeit über Licht und Farben erhielt er 1903 den Nobelpreis für Medizin. Er konnte nachweisen, daß Farben selbständige Kräfte sind und ihre Wirkung nichts mit Suggestion zu tun hat. Seine Versuche zeigten eindeutig, daß Farbschwingungen, die auf den menschlichen Körper treffen, diesen zu deutlichen Reaktionen veranlassen. Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen aus und können zu unbewußten Reaktionen führen. Diese Wirkungen entstehen aus Erfahrungen, die verinnerlicht wurden - Erfahrungen, die nicht unbedingt persönlicher Art sein müssen, sondern die auch aufgrund jahrhundertealter Überlieferungen innerhalb eines Kulturkreises lebendig sind. Farben haben auch einen Symbolcharakter. Zwischen den einzelnen Kulturkreisen gibt es Unterschiede in der Symbolzuordnung von Farben, die durch die unterschiedlichen Lebensweisen bedingt sind. Jede Farbe übt auf den Betrachter einen bestimmten Reiz aus, der charakteristisch für diese Farbe ist. Dies wird von einzelnen Menschen unterschiedlich empfunden, aufgrund ihrer unterschiedlichen Natur und aufgrund der Tatsache, daß zu einer Farbbezeichnung viele verschiedene Farbtöne gehören. Es gibt eben nicht "das Blau", sondern viele verschiedene Blautöne. Ebenso ist es mit allen anderen Farben. Und der Eindruck eines Farbtons kann sich durch die farbige Umgebung beträchtlich verändern (siehe Simultankontrast). Deshalb haben die Eigenschaften, die einer bestimmten Farbe zugeordnet werden, auch eine gewisse Bandbreite mit positiven als auch negativen Aspekten. Dennoch hat jede Farbe ihre eigene Qualität und damit ihr eigene Assoziationen und Wirkungen, die für die meisten Menschen Gültigkeit haben. Das Wissen um diese Wirkungen kann bei der Gestaltung von Publikationen berücksichtigt werden, um Zielgruppen anzusprechen und die zu vermittelnde Botschaft leichter zu transportieren. Ich habe hier Assoziationen zu den einzelnen Farben zusammengestellt, die in der Literatur ziemlich übereinstimmend für die einzelnen Farben genannt werden. Man kann deshalb von einem hohen Prozentsatz der Allgemeingültigkeit ausgehen. Testen Sie doch mal selbst, wie die Farben auf Sie wirken!
Rot ist die Farbe des Feuers. Sie erregt Aufmerksamkeit, steht für Vitalität und Energie, Liebe und Leidenschaft. Sie kann jedoch auch aggressiv und aufwühlend wirken, da sie auch Wut, Zorn und Brutalität verkörpert.
Orange ist die Farbe der untergehenden Sonne. Sie ist die Symbolfarbe für Optimismus und Lebensfreude. Sie signalisiert Aufgeschlossenheit, Kontaktfreude und Jugendlichkeit, Gesundheit und Selbstvertrauen. Sie kann aber auch Leichtlebigkeit, Aufdringlichkeit und Ausschweifung vermitteln und wird in unserer Gesellschaft oft als billig und unseriös empfunden.
Gelb ist die Farbe der Sonne. Sie vermittelt Licht, Heiterkeit und Freude. Sie steht auch für Wissen, Weisheit, Vernunft und Logik. Schmutzige Gelbtöne dagegen vermitteln negative Assoziationen wie Täuschung, Rachsucht, Pessimismus, Egoismus, Geiz und Neid.
Grün ist die Farbe der Wiesen und Wälder. Sie ist eine beruhigende Farbe. Sie steht für Großzügigkeit, Sicherheit, Harmonie, Hoffnung, Erneuerung des Lebens. Sie kann aber auch Gefühle wie Neid, Gleichgültigkeit, Stagnation und Müdigkeit vermitteln.
Cyan, in der Umgangssprache auch Türkis genannt, ist eine frische Farbe. Es ist die Farbe des Meers an einem sonnigen Tag. Sie vermittelt Wachheit, Bewußtheit, Klarheit, geistige Offenheit und Freiheit. Cyan kann aber auch sehr kühl und distanziert wirken und ein Gefühl von Leere vermitteln.
Blau ist eine kühle Farbe. Sie ist die Farbe des Himmels. Sie steht für Ruhe, Vertrauen, Pflichttreue, Schönheit, Sehnsucht. Sie kann aber auch Traumtänzerei, Nachlässigkeit oder Melancholie vermitteln.
Violett ist eine würdevolle Farbe. Sie ist die Farbe der Inspiration, der Mystik, Magie und der Kunst. Sie ist eine außergewöhnliche, extravagante Farbe, die auch mit Frömmigkeit, Buße und Opferbereitschaft in Verbindung gebracht wird. Sie kann aber auch stolz und arrogant oder unmoralisch wirken.
Magenta, im Bereich der Mode auch Pink genannt, ist eine sanfte Farbe. In der Natur erleben wir sie hauptsächlich als Farbe von Blüten. Sie steht für Idealismus, Dankbarkeit, Engagement, Ordnung und Mitgefühl. Sie hat aber auch etwas von Snobismus, Arroganz und Dominanz.
Weiß ist die Farbe von Eis und Schnee. Sie ist ein Symbol der Reinheit, Klarheit, Erhabenheit und Unschuld. Sie gilt aber auch als Zeichen der Unnahbarkeit, Empfindsamkeit und kühler Reserviertheit.
Grau ist die Farbe des wolkenverhangenen Himmels an einem trüben Tag. Sie ist die Farbe vollkommener Neutralität, Vorsicht, Zurückhaltung und Kompromißbereitschaft. Sie ist eine unauffällige Farbe, die auch mit Langeweile, Eintönigkeit, Unsicherheit und Lebensangst in Verbindung gebracht wird.
Schwarz ist die Farbe der Dunkelheit bzw. Lichtlosigkeit. Sie drückt Trauer, Unergründlichkeit, Unabänderlichkeit und das Furchterregende und Geheimnisumwitterte aus. Schwarz ist aber auch Ausdruck von Würde und Ansehen und hat einen besonders feierlichen Charakter. Wirkung von Farbkombinationen Bei der Wirkung einzelner Farben haben wir gesehen , daß es zu jeder Farbe verschiedene Assoziationen gibt, die auch stark davon abhängen, in welchem Umfeld eine Farbe gesehen wird. Da Farben selten isoliert auftreten, sind es meistens Kombinationen aus mehreren Farben, die bestimmte Stimmungen hervorrufen. Rot in einer rosafarbenen Umgebung ruft z.B. ganz andere Empfindungen hervor als Rot in der Kombination mit Schwarz. Es gibt Untersuchungen darüber, wie Kombinationen verschiedener Farben auf den Betrachter wirken. Die Erkenntnisse werden besonders in der Werbebranche eingesetzt. Die folgenden Beispiele stammen aus einer Untersuchung*, bei der die Befragten in einer großen Fragebogenaktion aufgefordert wurden, einer Reihe von vorgegebenen Begriffen bestimmte Farben zuzuordnen. Aus dem Ergebnis dieser Untersuchung habe ich einige Begriffe ausgewählt und zu jedem Begriff jeweils die 3 Farben angegeben, die am häufigsten genannt wurden, in der Reihenfolge ihres mengenmäßigen Anteils. Die erstgenannte Farbe stellt also in der jeweiligen Kombination den größten und die letzte Farbe den kleinsten Anteil.
Wirkung von Farbqualität und -quantität Unabhängig vom Farbton gibt es Wirkungen, die von der Helligkeit, Sättigung oder Temperatur einer Farbe ausgehen oder von der Anzahl der verwendeten Farben und der Abstimmung der Farbtöne aufeinander.
Helle Farben
Dunkle Farben
Reine, gesättigte Farbtöne
Entsättigte Farbtöne
Zarte Farben
Warme Farben
Kalte Farben
Einzelne Farben
Praktische Richtlinien für den Einsatz von Farben Farbe ist Information
Richtlinien aus der Praxis
Einsatz von Farben
Farben zur optimalen Unterstützung einer Aussage
Vor dem Einsatz von Farben sollte man sich also folgende Fragen beantworten:
Je nach dem, wie die Antwort ausfällt, können die entsprechenden Farben ausgewählt werden (siehe auch Farbwirkung). Wie Farben wirken Farben wirken auf vielfältige Weise. Farben sind Schwingungen, die von unserem Organismus aufgenommen werden und sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche wirken. Sie haben somit einen großen Einfluß auf unser Wohlbefinden und unser Lebensgefühl. Für die Tatsache, daß Farben als Energiestrahlung vom menschlichen Körper deutlich wahrgenommen werden, erbrachte der Begründer der rationalen Lichttherapie, Professor Nils Finsen, den wissenschaftlichen Beweis. Für seine Forschungsarbeit über Licht und Farben erhielt er 1903 den Nobelpreis für Medizin. Er konnte nachweisen, daß Farben selbständige Kräfte sind und ihre Wirkung nichts mit Suggestion zu tun hat. Seine Versuche zeigten eindeutig, daß Farbschwingungen, die auf den menschlichen Körper treffen, diesen zu deutlichen Reaktionen veranlassen. Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen aus und können zu unbewußten Reaktionen führen. Diese Wirkungen entstehen aus Erfahrungen, die verinnerlicht wurden - Erfahrungen, die nicht unbedingt persönlicher Art sein müssen, sondern die auch aufgrund jahrhundertealter Überlieferungen innerhalb eines Kulturkreises lebendig sind. Farben haben auch einen Symbolcharakter. Zwischen den einzelnen Kulturkreisen gibt es Unterschiede in der Symbolzuordnung von Farben, die durch die unterschiedlichen Lebensweisen bedingt sind. Farbmischgesetze Das Mischen von Farben unterliegt unterschiedlichen Gesetzen, je nachdem, ob wir es mit farbigem Licht oder mit Farbsubstanzen (Körperfarben) zu tun haben. Die zwei wesentlichen Farbmischgesetze sind die der additiven Farbmischung und der subtraktiven Farbmischung. Die additive Farbmischung Wenn wir mit farbigem Licht arbeiten, haben wir es mit dem Gesetz der additiven Farbmischung zu tun. Entsprechend den drei Zapfentypen der menschlichen Netzhaut beruht sie auf den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Durch Mischen entstehen hellere Farbtöne. Aus einer Mischung von Rot mit Grün entsteht Gelb, aus Grün und Blau entsteht Cyan - und Blau gemischt mit Rot ergibt Magenta. Kommen alle drei Farben in voller Intensität und gleichen Anteilen zusammen, ergänzen sie sich zu Weiß. Das ist das Prinzip, nach dem das Farbfernsehen und die Farbdarstellung am Computer-Bildschirm funktionieren. Bei Grafik-Software kennen wir es als RGB-Modell (RGB = Rot, Grün, Blau). Es wird manchmal auch als physikalisches Farbmodell bezeichnet. Die subtraktive Farbmischung Beim Arbeiten mit Farbsubstanzen (z.B. beim Drucken) haben wir es mit dem Gesetz der subtraktiven Farbmischung zu tun. Farbsubstanzen absorbieren bestimmte Wellenlängen des weißen Lichts, während sie andere Wellenlängen reflektieren. Eine Farbsubstanz, die kurzwelliges Licht absorbiert (Blau), reflektiert lang- und mittelwelliges Licht und wird von uns deshalb als Gelb empfunden. Absorbiert eine Farbsubstanz mittelwelliges Licht (Grün), dann reflektiert sie kurz- und langwelliges Licht und wir sehen Magenta. Wird von einer Farbsubstanz langwelliges Licht (Rot) absorbiert und kurz- und mittelwelliges reflektiert, dann sehen wir Cyan. Von diesen drei Grundfarben Gelb, Cyan und Magenta wird bei der subtraktiven Farbmischung ausgegangen. Gemischte Farbsubstanzen absorbieren mehrere Wellenlängen des Lichts und reflektieren Mischtöne, die dunkler als die drei Grundfarben sind. Die Leuchtkraft der Farben nimmt beim Mischen ab, weshalb diese Art der Farbmischung subtraktive Farbmischung genannt wird. Aus einer Mischung von Cyan und Magenta entsteht Blau. Magenta gemischt mit Gelb ergibt Rot. Aus Gelb gemischt mit Cyan entsteht Grün. Mischt man Cyan, Magenta und Gelb in voller Intensität und in gleichen Anteilen zusammen, dann erhält man Schwarz, d.h., es wird kein Licht mehr reflektiert. Nach dem Prinzip der subtraktiven Farbmischung arbeitet die Farbfotografie und der 3-Farbendruck. Beim 4-Farbendruck wird zusätzlich noch mit einem intensiven Schwarz gearbeitet, um dem Druckbild mehr Tiefe zu geben und um reinschwarze Flächen nicht aus den drei Grundfarben mischen zu müssen. Bei Grafik-Software kennen wir dieses Prinzip als CMY- oder CMYK-Modell (CMYK = Cyan, Magenta, Yellow, Black). Was ist Farbe und wie nehmen wir sie wahr? Angeblich ist die physikalische Welt farblos. Der Mensch nimmt Licht bestimmter Wellenlänge zwischen 400 und 700 Nanometer als Farben wahr. In der Netzhaut des menschlichen Auges gibt es farbempfindliche Sehzellen, Zapfen genannt, in 3 verschiedenen Typen. Sie sind für 3 verschiedene Wellenlängenbereiche des Lichts empfindlich, nämlich für kurzwelliges, mittelwelliges und langwelliges Licht. Die Zapfen sammeln die Farbstrahlen ihrer Wellenlänge, die ins menschliche Auge fallen, und leiten sie ans Gehirn weiter, wo dann die eigentliche Farbempfindung entsteht. Eine Lichtquelle sendet Energiestrahlen aus, diese fallen auf Materie und werden zum Teil absorbiert. Die reflektierten Lichtstrahlen gelangen als Farbreiz ins Auge und werden auf die Netzhaut projiziert. Organeigene Energieimpulse werden über die Nervenbahnen ins Gehirn geleitet und dort entsteht erst die eigentliche Farbempfindung. Kurzwelliges Licht sehen wir als Blau, mittelwelliges als Grün und langwelliges als Rot. Wenn sich Licht aus 2 verschiedenen Wellenlängen zusammensetzt, sehen wir bei einer Kombination aus kurz- und mittelwelligen Strahlen Cyan, bei mittel- und langwelligem Licht Gelb und bei einer Mischung aus lang- und kurzwelligen Farbstrahlen Magenta. Licht, das sich mit voller Intensität und gleichen Anteilen aus allen 3 Wellenlängen zusammensetzt, empfinden wir als Weiß. Wenn keine elektromagnetischen Wellen des Farbspektrums in unser Auge treffen, dann entsteht die Farbempfindung Schwarz. Es gibt also 8 verschiedene extreme Farbempfindungen, für die unser menschlicher Sehapparat empfindlich ist. Sie sind die Eckpfeiler der Farbwahrnehmung und werden deshalb auch Grundfarben genannt. Nachgedanken: Itten ging bei den harmonischen Mengen-Kontrasten ( z.B. wenig Gelb als Gegensatz zu viel Blauviolett) von willkürlich gesetzten Regelbezügen aus, als sei es eine Norm. Dies war schon nicht ganz einzusehen. Man muss aber das Bauhaus und seine innere Zielsetzung in seiner Zeit versuchen zu verstehen, um Itten zu begreifen. Persönlich bin ich zur Ansicht gekommen, dass die Schüler die Farbkontraste aus subjektiv verschobenen Vorlieben wählen würden und eher subjektive Tendenzen auswählen als feste Norm-Bezüge. Freilich muss ich unterscheiden zwischen der Zweckbehauptung, eine verschmierte Farbe sei so "gewollt" und der Zielsetzung, eine Farbe sei eher so als so. Die Bezüge dazu werden in der sinnlichen Wahrnehmung und sprachlichen Ausformulierung liegen, in einem "Mehr oder Weniger", das der Schüler in Handlung und Tun umsetzen kann. In allen Alters- und Reifestufen gehen die Menschen vielfältige Beziehungen ein. Es sind keine statischen und ruhenden Bezüge und sie werden wechseln, auch das Farbempfinden für eine Art "Norm" wird sich ändern, zumindest vom Erleben her, und infolge dessen auch als Gefühl einer Norm.
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Reinhard
von Tümpling, 2003
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