Farbe und Farbordnungen

von Reinhard von Tümpling

Der methodische Kerngedanke entstammt der Zusammenarbeit mit meiner Fachkollegin Anja Wuttke. Sie hatte einen Wunsch geäußert und ich habe ihr im Laufe der Zusammenarbeit verschiedene Formen vorgeschlagen; es haben sich zwei Bearbeitungsrichtungen ergeben und diese Formen habe ich letztlich für meine Kollegin in 2003 durchgearbeitet.

Diese Art der Zusammenarbeit hat mich sehr erfreut, liebe Frau Kollegin: es war mir ein besonderes Vergnügen, hier handwerklich-technische Pionierarbeit zu leisten.

Die inhaltlichen Lernziele waren trotz unterschiedlicher Rahmenlehrpläne in den Bundesländern vergleichbar.


Lehrplaneinbindung:

(bay. HS ) Das Thema findet sich unter Lz 5.2:
"Gemeinschaftsarbeiten (Bilderfolge, Wandfries) stärken Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft".... an Werken der Bildenden Kunst verschiedener Gattungen sollen die Schüler ihr Einfühlungsvermögen und ihre Beobachtungsgabe schärfen, mit Neugier und Phantasie Einzelheiten aufspüren, Beziehungen erkunden und Wirkungen beschreiben...
...spielerischer Umgang mit Farben, Formen,....
...Neue Möglichkeiten im Umgang mit Farben und Formen, mit neuen Werkmitteln und Verfahren werden experimentierend erkundet und erprobt. Dabei sollen die Schüler aufmerksam werden für die Reize unterschiedlicher, auch ungewöhnlicher
Materialien....

unter Lz 8.1
Räumlichkeit entdecken und sichtbar machen: Perspektiven
Die Probleme der Raumdarstellung erfordern eine individuelle Anpassung der Aufgabenstellung an den jeweiligen Entwicklungsstand des einzelnen Schülers. An realen und dargestellten Raumsituationen werden Größenverhältnisse und Raumerstreckung beobachtet und Regeln für die zeichnerische Darstellung abgeleitet. Die Schüler sollen mit Hilfe einfacher Konstruktionen der Parallel- und Fluchtpunktperspektive die Illusion des Tiefenraums auf der Fläche erzeugen.

...Optische "Verwirrspiele" sollen sie zum phantasievollen und spielerischen Umgang mit perspektivischen Darstellungsregeln und Farbkombinationen anregen...

Oder unter Lz 8.2 Abbilden und Variieren: Gegenstand - Mensch - Natur

Beim Abbilden einfacher Objekte lernen die Schüler, deren Erscheinungsmerkmale eingehend zu betrachten, sie in ihren Grundformen und Einzelheiten genau zu erfassen und zeichnerisch festzuhalten. Dazu werden Umrisse und Oberflächenstrukturen, Größenverhältnisse und volumenbildende Merkmale erkundet und wiedergegeben.

...Die Schüler lernen, die Proportionen der Gegenstände und ihre räumlichen Beziehungen zu erkunden und bildnerisch umzusetzen, wobei zur Charakterisierung der Form auch die Farbe treten kann...

...Durch Variieren der Darstellungsmittel sollen sie deren spezifische Wirkung erkunden und in ihren gestalterischen Arbeiten überlegt einsetzen....

...Das Betrachten von Kunstwerken, an denen die Merkmale sachgetreuer Wiedergabe deutlich in Erscheinung treten, vertieft die eigenen Erfahrungen. KR8.5.1, EvR8.1.1, Ph/Ch/B8.2.1 Größenstufungen, Proportionen, Überschneidungen, Verkürzungen, Licht - Schatten - Verläufe......(verdichtende Schraffur bzw. Weißhöhung zum Abdunkeln und Aufhellen von Oberflächen) Erscheinungsfarbe; Farbtonabstufung ...

oder unter Lz 9.2:
...Betrachten: ....Schülerergebnisse, Kunstwerke; Überprüfen der Wirkungen im Gespräch, z. B. nach dem Stimmungsgehalt, den Ausdruckswerten von Farbe und Form und ggf. der Bedeutung von Zeichen und Symbolen...


Im bayerischen Gymnasium findet sich das Lernziel der Farbordnungen unter Lz 5.1.

Durchgesehene Netzeinträge:
http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/19Jh/Runge/run_kind.html
bescheiden bebildert

http://www.darmstadt.gmd.de/Kueppersfarbe/theorie42.html
recht umfassend und gut bebildert, Fleißarbeit

http://www.studentenseite.de/diplomarbeiten/index.html
teure Dissertationen

http://www.diplomica.com/db/diplomarbeiten4322.html
ebenso

http://www.park-koerner.de/Kunsterziehung/
Koerper_Raum_Flaeche_Teil_1.4940/preview/index.html

methodisch-didaktische konsequente Aufbereitung bekannter Einzelprobleme, teure Kauf-CD als Einzelplatz- und Schullizenz...

http://www.park-koerner.de/Kunsterziehung/Farbe_II.4933/preview/index.html
ebenso, die Teile sind sehr schön handwerklich in der Hand, und das gesamte Band...., Folien-Unterrichtswerk mit vielen Clips und Grafiken; der Verfasser braucht scheinbar nicht unbedingt den Schüler, und Kunsterziehung ist ja auch in der Zeit, prozessual und unterwegs...

http://home.t-online.de/home/078173099-0003/bk/CD-web/lexikon.htm
lexikalische Begriffe, der Kurzform wegen lesenswert

http://www.farbenlehre.com/goethe/Inhalt.htm
beschäftigt sich mit der Physiologie der Farb-Rezeptorlehre, lesenswert, genau

http://www.colorsystem.com/
sehr umfangreiche Seite, zeigt wunderschöne auch animierte 3D-Raummodelle der Farbtheorie, Runge ist sehr schön dargestellt, komplette Geschichte zur Farbtheorie.

 

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Ich selbst habe in der früheren Ausbildung einmal die Farbkugel aus zwei Styropor-Halbschalen mit vielleicht einem halben Meter Durchmesser angefertigt und habe dasselbe später noch einmal mit Schülern angefertigt. Im Ergebnis blieb es stets ein unvollständiges Flecken- Stückwerk.


Vorüberlegungen:

Es ging mir bei der Bearbeitung des Themas um Handlungsorientierung dem Schüleralter gemäß, die Schüler sollten etwas tun können; in der methodischen Form des Schülerkreises können sich die Schüler eigentätig die Ordnung erarbeiten.

Die bisherigen Blätter:
Ich habe im Laufe der Jahre versucht, vorzugebene Ordnungen zu finden, die sich etwa an Johannes Itten orientierten (vgl. Kunst der Farbe, Otto Maier Ravensburg).


Bild: farbe11.gif

Zeigt den nachgezeichneten flächigen Farbkreis von Itten


Bild: farbe17.gif

Zeigt eine isometrische Nachbearbeitung der Farbkugel von Philipp Otto Runge, als Ausmalblatt.


Bild: farbe19.gif

Zeigt die gleiche Farbordnung, aber in die Ebene geklappt. Eine Farbkugel auf Papier versteht der Schüler nicht, das Raumverständnis bildet sich erst später. Soweit meine Wenigkeit, das Abenteuer kommt erst noch.


Bild: farbe8.gif

Zeigt die Beziehungen der Farben untereinander


Bild: anjafarb.jpg

Ich habe dies Blatt nachkonstruiert gemäß einer Bitmap-Vorlage meiner Kollegin, sie hatte die Bild-Datei im Juni 2003 gemailt und meinte ganz einfach, das Blatt umzusetzen in lauter Segment-Farbteile. Soweit, so gut. Bei entsprechender Vorlage waren Segmente zu konstruieren, aufzukleben auf die Sperrholz-Decklage des Tonpapierstapels und das Papierpack mit der Dekupiersäge auszusägen. Der örtliche Schreibwarenhandel hatte zu den Tonpapierfarben noch zusätzliche Farbtöne, und aus dem Papiervorrat von farbigen Kopiererpapieren konnte ich selbst noch 4 Farbtöne beisteuern.

 

Die Ideal-Vorlagen:


Bild: Segment6.jpg


Bild: Segment7.jpg

Die Konstruktionsvorlagen:


Bild: anja_fa2.gif zeigt in etwa den Bedarf von kleineren Schülerfarbsegment- Teilen und größeren Farbsegmenten zur Lehrerdemonstration.

Das Sperrholzmodell ergab nach dem Aussägen und Probelegen einen sehr ernüchternden Teilungsfehler, bedingt durch das korrekte Einhalten der nachzusägenden Strichstärken des ausgedruckten Blattes.


Bild: Segment4.jpg zeigt den Hinweis auf den Teilungsfehler.

Bild: anja_fa3.gif zeigt dasselbe mit eingearbeiteten Korrektur-Segmenten.


Bild: Segment8.jpg als Zwischenergebnis des Arbeitsvorgangs.

 
Letztlich entstanden aber unterrichtlich verwendbare Tonpapier-Farbsegmente.

Im Juli 2003 bis noch Anfang August entwickelten meine Kollegin und ich gemeinsam die Idee des Farbpuzzles weiter. Der Grundgedanke baute auf dem Blatt farbe19.gif auf, nämlich die in einer ebenen Ordnung gelegten Farbkärtchen der 12 reinen Farben ins Weiße und Schwarze hinein zu brechen.

Die Ergebnisse:

Bild: puzzlec.gif als DIN A4-Großformat: diese Arbeit konnte ich vor den großen Ferien in Brandenburg beenden.

Bild: puzzle1c.gif als Sägeschablone für die Dekupiersäge, bereits kleiner für das Projekt im Schuljahr 2003/2004.

Eine Zwischenbemerkung
In aller Form bedanke ich mich hier an dieser Stelle bei Uli Schuster, der mir noch genug handwerkliche Zwischenschritte übrig gelassen hat. In seinem "Schulorchester" hat er nicht auf die Schwierigkeiten in der Herstellung seiner Tonpapier-Stühle des Schulorchesters hingewiesen: ich darf dies hier nun sinnverwandt abarbeiten.
http://www.kusem.de/konz/su7/sitzset.htm

Einen Gruß, lieber Uli Schuster!


Ich stand vor dem Problem, gleich große Puzzleteile in unterschiedlicher Qualität zu produzieren und dies Verfahren rationell und beliebig oft nachvollziehbar zu gestalten.

    1. einfache Papierstücke als formale Blanko-Vorgabe; die Schüler sollen ihre bemalten Versuchstäfelchen in einem großen Versuchs- und Übersichtsbild einbringen können, sie wechseln und/oder austauschen, um bestmöglichst zu stufen
    2. Puzzleteile mit einfachem Tonpapier beklebt, zur Lehrerdemonstration der 12-teiligen Farbtafel. Die Tafeln verschmutzen leichter und bleiben farblich konstant ohne Behandlung der Oberfläche.
    3. Puzzleteile mit einseitig laminiertem Tonpapier. Die Teile können nicht so sehr verschmutzen, dunkeln aber etwas nach, und haben nur begrenzte Haltbarkeit. Die einseitige Laminierfolie verklebt nur schlecht und könnte sich schnell an den Rändern lösen. Die Laminierfolie aus Polyester kann mit Ponal nicht stapelverklebt werden, die beiden Bilder sollen die Umständlichkeit des Verfahrens zeigen.

Handwerkliche Verfahrensschritte:

Metho12.jpg:
Pressen und Halten des zusammen getragenen Sägegutes mit der Polygrip-Zange:
Einseitig laminierte Tonpapier-Puzzleteile können nicht zum Stapel randverleimt werden. Um sie rationell sägen zu können, muss aber ein fixierter Stapel zusammengehalten werden.

Metho13.jpg:
zeigt die handwerklichen und technischen Grenzen des Sägens der einseitig laminierten Tonpapier-Puzzleteile.


Metho14.jpg: zeigt alle Probleme auf einen Blick bis hin zum fertigen Produkt.

Metho15.jpg: Problemlösung: die kleinen Laminierkärtchen müssen am Rand von der Folie befreit werden, dann ist das Zusammenkleben zu einem kleinen Sägestapel möglich

Metho16.jpg: Problemlösung: das Zusammentragen der kleinen teuren Blanko-Schülerversuchspapiere und deren Randverleimung zum Stapel

Metho17.jpg: Problemlösung: Pressen der Verleimung zum Sägestapel im Anschlag mit der Exzenter-Presse, weil frischer Leim sonst das Produkt "wegschwimmen" lassen würde

Die fertigen Ergebnisse:


Ergeb.jpg

Ich persönlich habe mir von der ganzen Arbeit ein gebündeltes Exemplar aufbewahrt; es liegt nun auf dem Dachboden- und mit etwas Wehmut entdecke ich es manchmal und realisiere nachträglich den doch erheblichen Arbeitsumfang.

Ich habe nichts mehr davon, die fertigen Tafeln soll meine liebe Kollegin ohne Last verwenden und mit ihren Kindern den Unterrichtserfolg genießen, dazu habe ich mir die Arbeit letztlich gemacht (nämlich mit einem Medium unbelastet von der Herstellung umgehen zu können).

Es kann gut sein, dass ein Lernmittelverlag sich der Grundidee bedient, aber ich habe es für meine Kollegin als gänzlich neues Produkt entwickelt und angefertigt, ich habe es ihr gewidmet.


Ich werde das Thema Farbe nochmals in der 9. Jahrgangsstufe durcharbeiten, in einem getrennten Beitrag zur Raumwirkung von Farbe.


Nachtrag

Ich habe in der Kürze der Zeit nicht mehr den Übergang von drei verwendeten Grundfarben bei Itten zu den neueren vier Grundfarben verarbeiten können. Die Änderungen beziehen sich auf die Farbsetzung Cyan und Magenta.

Bei Grafik-Software kennt man dies Prinzip als CMY- oder CMYK-Modell (CMYK = Cyan, Magenta, Yellow, Black).

Von den drei Grundfarben Gelb, Cyan und Magenta wird bei der subtraktiven Farbmischung ausgegangen.
Nach dem Prinzip der subtraktiven Farbmischung arbeitet die Farbfotografie und der 3-Farbendruck. Beim 4-Farbendruck wird zusätzlich noch mit einem intensiven Schwarz gearbeitet, um dem Druckbild mehr Tiefe zu geben und um reinschwarze Flächen nicht aus den drei Grundfarben mischen zu müssen. Die Änderungen entstanden, weil das Farbenmodell des Rechners, der Farbfotografie und dem Druck nicht mehr mit dem simplen Schulfarbkasten überein stimmten. Dieser musste sich annähern an die drei anderen Medien.


Den folgenden Text entnehme ich dem Netzeintrag von Ingrid Crüger, deren Beitrag unter http//www.darmstadt.gmd.de/~crueger/farbe/index.html
zu lesen ist.

Farben wirken auf vielfältige Weise. Farben sind Schwingungen, die von unserem Organismus aufgenommen werden und sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche wirken. Sie haben somit einen großen Einfluß auf unser Wohlbefinden und unser Lebensgefühl.

Für die Tatsache, daß Farben als Energiestrahlung vom menschlichen Körper deutlich wahrgenommen werden, erbrachte der Begründer der rationalen Lichttherapie, Professor Nils Finsen, den wissenschaftlichen Beweis. Für seine Forschungsarbeit über Licht und Farben erhielt er 1903 den Nobelpreis für Medizin. Er konnte nachweisen, daß Farben selbständige Kräfte sind und ihre Wirkung nichts mit Suggestion zu tun hat. Seine Versuche zeigten eindeutig, daß Farbschwingungen, die auf den menschlichen Körper treffen, diesen zu deutlichen Reaktionen veranlassen.

Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen aus und können zu unbewußten Reaktionen führen. Diese Wirkungen entstehen aus Erfahrungen, die verinnerlicht wurden - Erfahrungen, die nicht unbedingt persönlicher Art sein müssen, sondern die auch aufgrund jahrhundertealter Überlieferungen innerhalb eines Kulturkreises lebendig sind.

Farben haben auch einen Symbolcharakter. Zwischen den einzelnen Kulturkreisen gibt es Unterschiede in der Symbolzuordnung von Farben, die durch die unterschiedlichen Lebensweisen bedingt sind.

Jede Farbe übt auf den Betrachter einen bestimmten Reiz aus, der charakteristisch für diese Farbe ist. Dies wird von einzelnen Menschen unterschiedlich empfunden, aufgrund ihrer unterschiedlichen Natur und aufgrund der Tatsache, daß zu einer Farbbezeichnung viele verschiedene Farbtöne gehören. Es gibt eben nicht "das Blau", sondern viele verschiedene Blautöne. Ebenso ist es mit allen anderen Farben. Und der Eindruck eines Farbtons kann sich durch die farbige Umgebung beträchtlich verändern (siehe Simultankontrast). Deshalb haben die Eigenschaften, die einer bestimmten Farbe zugeordnet werden, auch eine gewisse Bandbreite mit positiven als auch negativen Aspekten. Dennoch hat jede Farbe ihre eigene Qualität und damit ihr eigene Assoziationen und Wirkungen, die für die meisten Menschen Gültigkeit haben. Das Wissen um diese Wirkungen kann bei der Gestaltung von Publikationen berücksichtigt werden, um Zielgruppen anzusprechen und die zu vermittelnde Botschaft leichter zu transportieren.

Ich habe hier Assoziationen zu den einzelnen Farben zusammengestellt, die in der Literatur ziemlich übereinstimmend für die einzelnen Farben genannt werden. Man kann deshalb von einem hohen Prozentsatz der Allgemeingültigkeit ausgehen.

Testen Sie doch mal selbst, wie die Farben auf Sie wirken!

Die Farbe Rot

Rot ist die Farbe des Feuers. Sie erregt Aufmerksamkeit, steht für Vitalität und Energie, Liebe und Leidenschaft.

Sie kann jedoch auch aggressiv und aufwühlend wirken, da sie auch Wut, Zorn und Brutalität verkörpert.

Die Farbe Orange

Orange ist die Farbe der untergehenden Sonne. Sie ist die Symbolfarbe für Optimismus und Lebensfreude. Sie signalisiert Aufgeschlossenheit, Kontaktfreude und Jugendlichkeit, Gesundheit und Selbstvertrauen.

Sie kann aber auch Leichtlebigkeit, Aufdringlichkeit und Ausschweifung vermitteln und wird in unserer Gesellschaft oft als billig und unseriös empfunden.

Die Farbe Gelb

Gelb ist die Farbe der Sonne. Sie vermittelt Licht, Heiterkeit und Freude. Sie steht auch für Wissen, Weisheit, Vernunft und Logik.

Schmutzige Gelbtöne dagegen vermitteln negative Assoziationen wie Täuschung, Rachsucht, Pessimismus, Egoismus, Geiz und Neid.

Die Farbe Grün  

Grün ist die Farbe der Wiesen und Wälder. Sie ist eine beruhigende Farbe. Sie steht für Großzügigkeit, Sicherheit, Harmonie, Hoffnung, Erneuerung des Lebens.

Sie kann aber auch Gefühle wie Neid, Gleichgültigkeit, Stagnation und Müdigkeit vermitteln.

Die Farbe Cyan

Cyan, in der Umgangssprache auch Türkis genannt, ist eine frische Farbe. Es ist die Farbe des Meers an einem sonnigen Tag. Sie vermittelt Wachheit, Bewußtheit, Klarheit, geistige Offenheit und Freiheit.

Cyan kann aber auch sehr kühl und distanziert wirken und ein Gefühl von Leere vermitteln.

Die Farbe Blau

Blau ist eine kühle Farbe. Sie ist die Farbe des Himmels. Sie steht für Ruhe, Vertrauen, Pflichttreue, Schönheit, Sehnsucht.

Sie kann aber auch Traumtänzerei, Nachlässigkeit oder Melancholie vermitteln.

Die Farbe Violett

Violett ist eine würdevolle Farbe. Sie ist die Farbe der Inspiration, der Mystik, Magie und der Kunst. Sie ist eine außergewöhnliche, extravagante Farbe, die auch mit Frömmigkeit, Buße und Opferbereitschaft in Verbindung gebracht wird.

Sie kann aber auch stolz und arrogant oder unmoralisch wirken.

Die Farbe Magenta

Magenta, im Bereich der Mode auch Pink genannt, ist eine sanfte Farbe. In der Natur erleben wir sie hauptsächlich als Farbe von Blüten. Sie steht für Idealismus, Dankbarkeit, Engagement, Ordnung und Mitgefühl. Sie hat aber auch etwas von Snobismus, Arroganz und Dominanz.

Die Farbe Weiß

Weiß ist die Farbe von Eis und Schnee. Sie ist ein Symbol der Reinheit, Klarheit, Erhabenheit und Unschuld.

Sie gilt aber auch als Zeichen der Unnahbarkeit, Empfindsamkeit und kühler Reserviertheit.

Die Farbe Grau

Grau ist die Farbe des wolkenverhangenen Himmels an einem trüben Tag. Sie ist die Farbe vollkommener Neutralität, Vorsicht, Zurückhaltung und Kompromißbereitschaft.

Sie ist eine unauffällige Farbe, die auch mit Langeweile, Eintönigkeit, Unsicherheit und Lebensangst in Verbindung gebracht wird.

Die Farbe Schwarz

Schwarz ist die Farbe der Dunkelheit bzw. Lichtlosigkeit. Sie drückt Trauer, Unergründlichkeit, Unabänderlichkeit und das Furchterregende und Geheimnisumwitterte aus.

Schwarz ist aber auch Ausdruck von Würde und Ansehen und hat einen besonders feierlichen Charakter.


Wirkung von Farbkombinationen

Bei der Wirkung einzelner Farben haben wir gesehen , daß es zu jeder Farbe verschiedene Assoziationen gibt, die auch stark davon abhängen, in welchem Umfeld eine Farbe gesehen wird. Da Farben selten isoliert auftreten, sind es meistens Kombinationen aus mehreren Farben, die bestimmte Stimmungen hervorrufen. Rot in einer rosafarbenen Umgebung ruft z.B. ganz andere Empfindungen hervor als Rot in der Kombination mit Schwarz. Es gibt Untersuchungen darüber, wie Kombinationen verschiedener Farben auf den Betrachter wirken. Die Erkenntnisse werden besonders in der Werbebranche eingesetzt. Die folgenden Beispiele stammen aus einer Untersuchung*, bei der die Befragten in einer großen Fragebogenaktion aufgefordert wurden, einer Reihe von vorgegebenen Begriffen bestimmte Farben zuzuordnen. Aus dem Ergebnis dieser Untersuchung habe ich einige Begriffe ausgewählt und zu jedem Begriff jeweils die 3 Farben angegeben, die am häufigsten genannt wurden, in der Reihenfolge ihres mengenmäßigen Anteils. Die erstgenannte Farbe stellt also in der jeweiligen Kombination den größten und die letzte Farbe den kleinsten Anteil.

Aktivität: Rot, Orange, Gelb
Attraktivität: Rot, Blau, Weiß
Dynamik: Rot, Blau, Orange
Ehrlichkeit: Weiß, Blau, Grün
Energie: Rot, Orange, Gelb
Funktionalität: Weiß, Grau, Schwarz
Gutes: Weiß, Blau, Gold
Hoffnung: Grün, Blau, Weiß
Ideales: Weiß, Blau, Gold
Klugheit: Weiß, Blau, Silber
Leistung: Blau, Gold, Rot
Männlichkeit: Blau, Schwarz, Braun
Modernes: Weiß, Schwarz, Rot
Neues: Weiß, Gelb, Blau
Originelles: Violett, Orange, Silber
Sachlichkeit: Weiß, Grau, Blau
Schnelligkeit: Silber, Rot, Gelb
Sicherheit: Grün, Weiß, Blau
Sympathie: Blau, Rot, Grün
Vertrauen: Blau, Grün, Weiß
Wahrheit: Weiß, Blau, Gold
Zuverlässigkeit: Blau, Grün, Braun

Wirkung von Farbqualität und -quantität

Unabhängig vom Farbton gibt es Wirkungen, die von der Helligkeit, Sättigung oder Temperatur einer Farbe ausgehen oder von der Anzahl der verwendeten Farben und der Abstimmung der Farbtöne aufeinander.

helle Farben wirken leicht und freundlich
dunkle Farben wirken düster
reine, gesättigte Farbtöne wirken dominant
entsättigte Farbtöne wirken zurückhaltend
zarte Farben vermitteln den Eindruck von Empfindlichkeit
warme Farben schaffen Nähe
kalte Farben schaffen Distanz
einzelne Farben schaffen Ordnung und Übersicht
viele Farben verwirren

Helle Farben

Helle Farben wirken leicht und freundlich.

Sie vermitteln einen Eindruck von Weite, von viel Raum oder auch von Leere. Sie wirken stimmungsaufhellend und belebend. Helle Farben treten in den Hintergrund. Deshalb eignen sie sich auch besonders gut als Hintergrundfarben für Texte und Bilder.

Dunkle Farben

Dunkle Farben wirken düster.

Dunkle Farben vermitteln Schwere. Sie wirken düster, bedrückend und einengend, können aber auch Geborgenheit vermitteln. Dunkle Farben heben sich hervor. Deshalb ist dunkle Schrift auf hellem Grund besonders gut lesbar.

Reine, gesättigte Farbtöne

Gesättigte Farbtöne wirken dominant.

Sie können deshalb auch laut und aufdringlich wirken. Diese Farbtöne haben eine starke Leuchtkraft, mit der sie sich gegenseitig Konkurrenz machen. Man verwendet sie am besten in kleinen Mengen und/oder in Zusammenhang mit ungesättigten oder unbunten Farbtönen.

Entsättigte Farbtöne

Entsättigte Farbtöne wirken zurückhaltend.

Entsättigte Farbtöne sind solche, die mit einer unbunten Farbe vermischt (im Fachausdruck "gebrochen") wurden.

Sie büßen dabei ihre Leuchtkraft ein. Entsättigte Farbtöne wirken gedämpft, wie hinter einem Grauschleier. Sie sind völlig unaufdringlich und vermitteln den Eindruck von vornehmer Zurückhaltung. Sie wirken sanft und schmeichelnd und werden deshalb auch gern im Modebereich benutzt, wo sie auch als "Puderfarben" bezeichnet werden. Entsättigte Farbtöne werden auch zur Darstellung von Perspektiven verwendet. Sie lassen die Bildteile, die im Hintergrund liegen, weiter entfernt erscheinen.

Zarte Farben

Zarte Farben vermitteln den Eindruck von Empfindlichkeit.

Zarte Pastelltöne wirken zerbrechlich wie Porzellan. Sie eignen sich gut als Hintergrundfarben oder um zarte, empfindliche Sachverhalte zu unterstreichen.

Warme Farben

Warme Farben schaffen Nähe.

Sie schaffen eine persönliche, gemütliche und anheimelnde Atmosphäre.

Kalte Farben

Kalte Farben schaffen Distanz.

Sie schaffen eine kühle, unpersönliche Atmosphäre und vermitteln den Eindruck von Sachlichkeit und Funktionalität.

Einzelne Farben

Einzelne Farben schaffen Ordnung und Übersicht.

Gezielt eingesetzte einzelne Farben wirken ordnend und strukturierend. Mit ihnen lassen sich Sachverhalte zusammenfassen und Gegensätze heraus arbeiten. Wichtig ist dabei, dass die Farben aufeinander abgestimmt sind und dass sie sich klar voneinander unterscheiden.


Praktische Richtlinien für den Einsatz von Farben

Farbe ist Information

Wenn wir Publikationen farbig gestalten, setzen wir die Farbe als Informationsträger ein. Sie bekommt eine unterstützende Funktion, um im Kommunikationsprozess unsere Botschaft zum Empfänger zu transportieren. Ist unsere Farbgestaltung gut gelungen, dann wird unsere Information vom Empfänger leichter und bereitwilliger aufgenommen. Wir können mit Farben aber auch das Gegenteil bewirken und mit ungünstigen Farbkombinationen Ablehnung und Vorbehalte beim Gegenüber hervorrufen.

Richtlinien aus der Praxis

Die Farbgestaltung innerhalb einer Publikation sollte einheitlich sein. Wenige, aufeinander abgestimmte Farben sind günstiger als viele verschiedene Farben. Im allgemeinen sollten nicht mehr als 4 Grundfarben verwendet werden. Um dem Betrachter die Orientierung zu erleichtern, sollten gleiche Sachverhalte durchgehend in der gleichen Farbe dargestellt werden. Innerhalb eines Sachverhalts kann mit Abstufungen einer Farbe gearbeitet werden Unterschiede kann man durch klar unterscheidbare Farben betonen. Dafür eignen sich Farbdrei- oder -vierklänge.

Wichtiges oder Kontrastierendes sollte man durch einen Farbkontrast, z.B. einen Warm-Kalt-Kontrast, hervorheben. Um die Lesbarkeit von Texten zu optimieren, ist für einen guten Hell-Dunkel-Kontrast zwischen Text und Hintergrund zu sorgen.

Einsatz von Farben

Reine, gesättigte Farbtöne eignen sich besonders dafür, bestimmte Inhaltselemente voneinander zu unterscheiden. Sehr helle und sehr dunkle Farbtöne unterscheiden sich nicht so gut voneinander. Klare, reine (d.h. gesättigte) Farben können eher für kleine Flächen eingesetzt werden, während es bei größeren Flächen ratsam ist, die Farben mit Weiß aufzuhellen bzw. mit Grau zu entsättigen. Je größer die Fläche ist, desto heller bzw. entsättigter sollte die Farbe werden. Kräftige bis dunkle Farben eignen sich besonders für Schrift, Linien und Strichzeichnungen. Helle oder entsättigte Farbtöne eignen sich für große Farbflächen, z.B. als Untergrund für Texte.

Farben zur optimalen Unterstützung einer Aussage

Um zu wissen, welche Farben für einen bestimmten Zweck eingesetzt werden sollten, muss man sich erst darüber klar werden, welche Aussage man treffen und welchen Eindruck man vermitteln möchte. Will ich Seriosität und Sicherheit vermitteln, dann benutze ich vielleicht eine Komposition aus Grün- und Blautönen. Will ich starke Aufmerksamkeit erregen, dann könnte ich kräftige Rot- und Gelbtöne wählen. Ich muss allerdings damit rechnen, daß ich mit diesen Farben marktschreierisch wirke.

Eine wichtige Rolle spielt die Überlegung, welche Zielgruppe angesprochen werden soll und was von dieser Zielgruppe erwartet wird bzw. was bei ihr erreicht werden soll. Wenn ich Studenten erreichen und sie für die Mitarbeit an einem Projekt begeistern will, muss ich andere Farben einsetzen als wenn ich mich an potentielle Geldgeber wende, denen ich ein Gefühl von Zuverlässigkeit und Vertrauen vermitteln möchte, um sie zur Förderung eines Projekts zu gewinnen.

Es ist wichtig, daß die gewählten Farben mit der zu übermittelnden Botschaft übereinstimmen. Falsch eingesetzte Farben wirken auf den Betrachter unglaubwürdig und können Misstrauen hervorrufen.

Vor dem Einsatz von Farben sollte man sich also folgende Fragen beantworten:

Wen will ich ansprechen (Zielgruppe)?
Welchen Eindruck will ich vermitteln?
Was soll mit dieser Gestaltung erreicht werden?

Je nach dem, wie die Antwort ausfällt, können die entsprechenden Farben ausgewählt werden (siehe auch Farbwirkung).


Wie Farben wirken

Farben wirken auf vielfältige Weise. Farben sind Schwingungen, die von unserem Organismus aufgenommen werden und sowohl auf den Körper als auch auf die Psyche wirken. Sie haben somit einen großen Einfluß auf unser Wohlbefinden und unser Lebensgefühl.

Für die Tatsache, daß Farben als Energiestrahlung vom menschlichen Körper deutlich wahrgenommen werden, erbrachte der Begründer der rationalen Lichttherapie, Professor Nils Finsen, den wissenschaftlichen Beweis. Für seine Forschungsarbeit über Licht und Farben erhielt er 1903 den Nobelpreis für Medizin. Er konnte nachweisen, daß Farben selbständige Kräfte sind und ihre Wirkung nichts mit Suggestion zu tun hat. Seine Versuche zeigten eindeutig, daß Farbschwingungen, die auf den menschlichen Körper treffen, diesen zu deutlichen Reaktionen veranlassen.

Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen aus und können zu unbewußten Reaktionen führen. Diese Wirkungen entstehen aus Erfahrungen, die verinnerlicht wurden - Erfahrungen, die nicht unbedingt persönlicher Art sein müssen, sondern die auch aufgrund jahrhundertealter Überlieferungen innerhalb eines Kulturkreises lebendig sind.

Farben haben auch einen Symbolcharakter. Zwischen den einzelnen Kulturkreisen gibt es Unterschiede in der Symbolzuordnung von Farben, die durch die unterschiedlichen Lebensweisen bedingt sind.

Farbmischgesetze

Das Mischen von Farben unterliegt unterschiedlichen Gesetzen, je nachdem, ob wir es mit farbigem Licht oder mit Farbsubstanzen (Körperfarben) zu tun haben. Die zwei wesentlichen Farbmischgesetze sind die der additiven Farbmischung und der subtraktiven Farbmischung.

Die additive Farbmischung

Wenn wir mit farbigem Licht arbeiten, haben wir es mit dem Gesetz der additiven Farbmischung zu tun. Entsprechend den drei Zapfentypen der menschlichen Netzhaut beruht sie auf den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. Durch Mischen entstehen hellere Farbtöne. Aus einer Mischung von Rot mit Grün entsteht Gelb, aus Grün und Blau entsteht Cyan - und Blau gemischt mit Rot ergibt Magenta. Kommen alle drei Farben in voller Intensität und gleichen Anteilen zusammen, ergänzen sie sich zu Weiß.

Das ist das Prinzip, nach dem das Farbfernsehen und die Farbdarstellung am Computer-Bildschirm funktionieren. Bei Grafik-Software kennen wir es als RGB-Modell (RGB = Rot, Grün, Blau). Es wird manchmal auch als physikalisches Farbmodell bezeichnet.

Die subtraktive Farbmischung

Beim Arbeiten mit Farbsubstanzen (z.B. beim Drucken) haben wir es mit dem Gesetz der subtraktiven Farbmischung zu tun. Farbsubstanzen absorbieren bestimmte Wellenlängen des weißen Lichts, während sie andere Wellenlängen reflektieren. Eine Farbsubstanz, die kurzwelliges Licht absorbiert (Blau), reflektiert lang- und mittelwelliges Licht und wird von uns deshalb als Gelb empfunden. Absorbiert eine Farbsubstanz mittelwelliges Licht (Grün), dann reflektiert sie kurz- und langwelliges Licht und wir sehen Magenta. Wird von einer Farbsubstanz langwelliges Licht (Rot) absorbiert und kurz- und mittelwelliges reflektiert, dann sehen wir Cyan.

Von diesen drei Grundfarben Gelb, Cyan und Magenta wird bei der subtraktiven Farbmischung ausgegangen. Gemischte Farbsubstanzen absorbieren mehrere Wellenlängen des Lichts und reflektieren Mischtöne, die dunkler als die drei Grundfarben sind. Die Leuchtkraft der Farben nimmt beim Mischen ab, weshalb diese Art der Farbmischung subtraktive Farbmischung genannt wird. Aus einer Mischung von Cyan und Magenta entsteht Blau. Magenta gemischt mit Gelb ergibt Rot. Aus Gelb gemischt mit Cyan entsteht Grün. Mischt man Cyan, Magenta und Gelb in voller Intensität und in gleichen Anteilen zusammen, dann erhält man Schwarz, d.h., es wird kein Licht mehr reflektiert.

Nach dem Prinzip der subtraktiven Farbmischung arbeitet die Farbfotografie und der 3-Farbendruck. Beim 4-Farbendruck wird zusätzlich noch mit einem intensiven Schwarz gearbeitet, um dem Druckbild mehr Tiefe zu geben und um reinschwarze Flächen nicht aus den drei Grundfarben mischen zu müssen.

Bei Grafik-Software kennen wir dieses Prinzip als CMY- oder CMYK-Modell (CMYK = Cyan, Magenta, Yellow, Black).

Was ist Farbe und wie nehmen wir sie wahr?

Angeblich ist die physikalische Welt farblos. Der Mensch nimmt Licht bestimmter Wellenlänge zwischen 400 und 700 Nanometer als Farben wahr. In der Netzhaut des menschlichen Auges gibt es farbempfindliche Sehzellen, Zapfen genannt, in 3 verschiedenen Typen. Sie sind für 3 verschiedene Wellenlängenbereiche des Lichts empfindlich, nämlich für kurzwelliges, mittelwelliges und langwelliges Licht. Die Zapfen sammeln die Farbstrahlen ihrer Wellenlänge, die ins menschliche Auge fallen, und leiten sie ans Gehirn weiter, wo dann die eigentliche Farbempfindung entsteht.

Eine Lichtquelle sendet Energiestrahlen aus, diese fallen auf Materie und werden zum Teil absorbiert. Die reflektierten Lichtstrahlen gelangen als Farbreiz ins Auge und werden auf die Netzhaut projiziert. Organeigene Energieimpulse werden über die Nervenbahnen ins Gehirn geleitet und dort entsteht erst die eigentliche Farbempfindung.

Kurzwelliges Licht sehen wir als Blau, mittelwelliges als Grün und langwelliges als Rot.

Wenn sich Licht aus 2 verschiedenen Wellenlängen zusammensetzt, sehen wir bei einer Kombination aus kurz- und mittelwelligen Strahlen Cyan, bei mittel- und langwelligem Licht Gelb und bei einer Mischung aus lang- und kurzwelligen Farbstrahlen Magenta. Licht, das sich mit voller Intensität und gleichen Anteilen aus allen 3 Wellenlängen zusammensetzt, empfinden wir als Weiß. Wenn keine elektromagnetischen Wellen des Farbspektrums in unser Auge treffen, dann entsteht die Farbempfindung Schwarz.

Es gibt also 8 verschiedene extreme Farbempfindungen, für die unser menschlicher Sehapparat empfindlich ist. Sie sind die Eckpfeiler der Farbwahrnehmung und werden deshalb auch Grundfarben genannt.


Nachgedanken:

Itten ging bei den harmonischen Mengen-Kontrasten ( z.B. wenig Gelb als Gegensatz zu viel Blauviolett) von willkürlich gesetzten Regelbezügen aus, als sei es eine Norm. Dies war schon nicht ganz einzusehen. Man muss aber das Bauhaus und seine innere Zielsetzung in seiner Zeit versuchen zu verstehen, um Itten zu begreifen.

Persönlich bin ich zur Ansicht gekommen, dass die Schüler die Farbkontraste aus subjektiv verschobenen Vorlieben wählen würden und eher subjektive Tendenzen auswählen als feste Norm-Bezüge. Freilich muss ich unterscheiden zwischen der Zweckbehauptung, eine verschmierte Farbe sei so "gewollt" und der Zielsetzung, eine Farbe sei eher so als so. Die Bezüge dazu werden in der sinnlichen Wahrnehmung und sprachlichen Ausformulierung liegen, in einem "Mehr oder Weniger", das der Schüler in Handlung und Tun umsetzen kann.

In allen Alters- und Reifestufen gehen die Menschen vielfältige Beziehungen ein. Es sind keine statischen und ruhenden Bezüge und sie werden wechseln, auch das Farbempfinden für eine Art "Norm" wird sich ändern, zumindest vom Erleben her, und infolge dessen auch als Gefühl einer Norm.

 

Reinhard von Tümpling, 2003