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Neue Kompositionen 2013 bis 2019


"composition no. 80 (la viola)"

für Ensemble

2019

 

Begonnen: 8. Januar 2019 in Bremen

Beendet: 29. Januar 2019 in Bremen

Spieldauer: 8 Minuten


... für Angelika

 

 

Kommentar

Zeit & Nicht-Zeit. Raum & Nicht-Raum.

 

Zwischen.

Ortlos. Zeitlos.

 

Menschen. Wir. Wo? Wohin?

 

Aber diese Musik braucht keinen Kommentar.

Sie spricht klar.

Von uns.  Zu uns.

 

A.Q.


 
   

"composition no. 79 (Kinder)"

 

für

 

Streichquartett

 


2018

   

Begonnen: 6. August 2018 in Bremen

Beendet: 24. Dezember 2018 in Bremen  

  Spieldauer: 16 Minuten

 

 

 

Kommentar

 

Diese Musik schaut Kindern beim Spielen und ihren vielen anderen ernstzunehmenden Tätigkeiten zu. Hier werden Kinder und Kindheit musikalisch erinnert.  Waren die unmittelbar zuvor von Koch-Raphael  komponierten „Totenzettellieder“ differenzierte Betrachtungen über Leben und Sterben von uns Menschen, so will „composition no. 79 (Kinder)“ diese Betrachtungen erweitern durch einen genauen und exklusiven Blick auf die Anfänge eines jeden menschlichen Lebens – die Kindheit.

 

Zu seinen Beweggründen für diese Komposition sagt der Komponist : „Wir leben und wir sterben alle, individuell, beides gehört zum Menschen. Aber Kinder sind unser aller Zukunft. Wenn der Mensch überhaupt im Universum Bedeutung hat, dann haben die Schlüssel dazu immer jeweils vor allem oder gar nur die Kinder der jeweiligen Generation. Das ist eine unumstößliche, geradezu banale Tatsache.“

 

Der Komponist Erwin Koch-Raphael  reflektiert in seiner Komposition auf vielen Ebenen, auch ihm sehr persönlichen, diese unbezweifelbare Realität.

 

 In der formalen Anlage der Komposition klingt umrisshaft die Struktur der antiken Rhetorik durch, nur werden hier beispielsweise die Teile „Exordium“ und „Conclusio“ als „Fantasie“ und „Coda“ bezeichnet.  Dazwischen liegen die Erzählungen („narratio“) 1 bis 3 sowie die beiden „Erinnerungen“, an welche die Coda anschließt.

 

A.Q.

 

 

 


                    "composition no. 75 (le son du lac)"  


Six regards sur nous-mêmes
et
"Un rêve oublié"

pour
Violoncelle seul

2016


Lynda Anne Cortis gewidmet 

 

Begonnen: 12. Juni 2015 in Bremen 

Beendet: 22. Januar 2016 (I-VI)

und

7. März 2016 („Un rêve oublié“)

 

in Bremen

UA 2016

Bremen

Lynda Cortis, Violoncello

 

Aufführungsdauer: ca. 21 Minuten

 

Kommentar:

„composition no.75 (le son du lac)“, entstand auf Anregung und im Auftrag der Bremer Cellistin Lynda Anne Cortis, der die Komposition auch gewidmet ist. Hier steht die Vorstellung eines weiten Sees im Hintergrund, der Eindruck seiner bewegten aber auch stillen Wasseroberfläche, seiner Uferlandschaften. Das Bild ist offen: Es ist die Sphäre, in der Leben entstehen und sich entwickeln kann.

Es ist der See der Erinnerungen mit seinen Tiefen, seinen trüben und klaren Schichten. Es ist auch das Abbild unseres Bewusstseins als See, das Wellen kennt, Tiefenschichten, Bewegung und Ruhe, das einen Grund hat und Sedimente ...

Es sind sieben Blicke, die uns alle angehen. 

Sieben Blicke auf uns selbst.  


A.Q.   

 


"composition no. 74 (I told you)"

in remembrance of

Amy Winehouse


für

Violine, Violoncello und Klavier

2015

Gesamtdauer:  ca. 12'

 

    Uraufführung:     

 

18. März 2016

Kulturkirche St. Stephani in Bremen

„Trio Axis"


  Gabriele Mele, Violine
 

Ann-Katrin Eisold, Violoncello

Lydia Hammerbacher, Klavier

Entstehungsdaten:

Begonnen am 08.10.2014 und beendet am 06.06.2015  in Bremen

Dem „Trio Axis“ gewidmet

 


Kommentar:

Ein Leben, wie es viele führen, öffentlich oder privat, ein Hin- und Hergerissensein zwischen Begabung, Können  und den Chancen zur Verwirklichung - und trotzdem am Boden, gnadenlos ausgeliefert den Gesetzen des Marktes, einer globalen Verfügbarkeit von Intimität, künstlerischem Genie, gesellschaftlicher Berufung und eigenen Bedürfnissen, ausgeliefert dem Geschäft und dem öffentlichen Voyeurismus auf ihre seelischen Befangenheiten:

Bei Amy Jade Winehouse kam alles dies sehr dicht und auf besonders tragische Weise zusammen, verstärkt durch ihr großes Bedürfnis nach Liebe und Vertrauen.

Der Komponist zieht im Gespräch Parallelen zurück in die Vergangenheit, wo es immer wieder eklatante Fälle, beispielhafte Einzelfälle wie den der Amy Winehouse gab; Koch-Raphael erwähnt in diesem Zusammenhang  immer wieder auch Mozart und Schubert, denen er Amy Winehouse an die Seite stellt.

Es ist damit auch die Frage nach dem Sinn der menschlichen Existenz aufgeworfen, wenn wir uns selbst und andern diese Welt zur Hölle machen ... Millionen Menschen, die sterben mussten, bevor sie ihr Leben auch nur annähernd entfalten, ja leben, konnten: Wir lassen sie im Mittelmeer ertrinken, an Hunger und Seuchen sterben ... und wir ließen sie in Gaskammern ersticken.

Koch-Raphaels „composition no. 74 (I told you)“ ist eine persönliche Reverenz, ist Trauer, Klage und Reflexion des Komponisten auf eine große Musikerin. Auf eine faszinierende Künstlerin, die mit 27 starb; als Mensch in ihrer Besonderheit früh allein gelassen in einer Welt, in der nur möglichst schneller Erfolg und rasche Vermarktung zählen. Sie schien dem äußerlich gewachsen.

Aber Amy Winehouse war anders.

A.Q.

  


„composition no. 73 (popol wuj)“


15 Gesänge nach Maya-Texten
für
Bariton und  Klavier

Juliane Busse
gewidmet


 

2013 

Gesamtdauer:  ca. 32.20 

Uraufführung:
28. Januar 2014

Kulturkirche St. Stephani, Bremen

Dietmar Sander, Bariton

Juliane Busse, Klavier und Konzept


Entstehungsdaten:


Begonnen am 2.5.2013 und beendet am 9.11.2013  in Bremen

 

Juliane Busse gewidmet


Kommentar:

     

„composition 73 (popol wuj)“ ist Teil eines größeren Projekts der Pianistin Juliane Busse, das sich thematisch mit der Kultur der Mayas und ihrer Zerstörung durch die spanischen Eroberer befasst. Die 15 Gesänge basieren auf Auszügen aus dem Popol Wuj, der Schöpfungsgeschichte der Mayas, in der Übersetzung von Dr. Frauke Sachse.

Die stilistisch sehr vielfältige Komposition reflektiert die selbstbewusste Erhabenheit des Mythos und das grausame Ende dieser altamerikanischen Hochkultur. Die im musikalischen Satz auffällige stilistische Zerrissenheit, die sich hier über eine breite Skala der europäischen Musikgeschichte hinweg artikuliert, spiegelt innermusikalisch diesen Zustand eines kulturellen Niedergangs in die heutige Zeit.  

A.Q.  



 

 

composition no. 71 (tartans.variations)

 

für

Flöte (Gr. Fl., Picc.), Bassflöte und Klavier

 

2012 

 

 

Gesamtdauer:  ca. 10.11

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