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ZUGÄNGE ZUM LABYRINTH

Symbole werden lebendig, wenn man ihnen begegnet. Dann erschließen sich fast von selbst. Eigene Lebenserfahrungen und Hoffnungen kennen im Labyrinth erlebt und in je eigener Weise gedeutet werden.
Zunächst ist es also notwendig. mit eigenen Erfahrungen in Kontakt zu kommen. Hilfreich hierzu kann eine meditative Betrachtung oder auch eine Phantasiereise sein.

EINE MEDITATIVE BETRACHTUNG kann auf einen analytischen, auf einen assoziativen und identifikatorischen Zugang setzen. Der Betrachter erhält Beobachtungsaufgaben, die ihm zunächst helfen, das Labyrinth zu entdecken und weiter, einzelne Elemente mit seinen Lebenserfahrungen zu identifizieren. Zur Vertiefung bietet sich das Malen eines Labyrinths an, welches Ähnlichkeiten mit dem Mandala-Malen aufweist. Ergänzt wird das Malen durch Begleittexte, welche die erlebte Realität in transzendente Bezüge setzen können.

EINE PHANTASIEREISE, oder präziser: Tranceinduktion, beginnt zunächst mit Entspannung und Abschalten, d.h. es wird Raum geschaffen für das, was nun kommen kann. Die Reise soll den Teilnehmern helfen, mit sich und den eigenen Zielen und Hoffnungen In Kontakt zu kommen.
Ziele und Hoffnungen stehen immer in Spannung zur je eigenen Realität. Im Labyrinth soll es darum gehen, sich selbst als auf dem Weg seiend wahrzunehmen und zu reflektieren. Die Reflexion soll dahingehend weiterführen, daß es den einzelnen gelingt, sich und ihren Weg zu akzeptieren, mit allen Schwierigkeiten, Hindernissen, Ungereimtheiten, die dieser sehr verschlungene Weg des Labyrinths verdeutlichen kann. Die Phantasiereise legt Ihr Gewicht auf die Fokusierung einer möglichst positiven Lebenserfahrung oder Lebenssituation und will ermutigen, aus dieser positiven Erfahrung heraus ein Bild für eigene Hoffnungen und Sehnsüchte zu entwickeln.
Dieses Bild kann von den Teilnehmern mit der Mitte des Labyrinths identifiziert werden. Vertiefend hierzu bietet sich das Begehen oder auch das Malen eines Labyrinths an, unterstützt durch entsprechende Begleittexte.


VOM WESEN DES LABYRINTHS

Ein Labyrinth ist ein Weg, welcher mit einem maximalen Umweg, mit vielen Wendepunkten zur Mitte führt. In seiner Unübersichtlichkeit und Komplexität führt das Labyrinth zum Ziel. Dies unterscheidet es vom Irrgarten.
Dennoch gibt es keinen Automatismus: zum Ziel gelangt nur, wer selbst geht, immer wieder weitergeht, den Weg sucht, Wendepunkte akzeptiert und nicht verzagt. Zunächst scheint es einfach, die Mitte scheint nah, sie wird mehrfach umrundet, die Entfernung zur Mitte wird vermeintlich größer und droht aus dem Blick zu geraten, Dies läßt Zweifel aufkommen, wirklich auf dem richtigen Weg zu sein, wirklich jemals am Ziel anzugelangen. Der Weg, die Ziele, letztlich der einzelne selbst wird in Frage gestellt.

FRAGEN RUFEN NACH ANTWORTEN:
WARUM GEHE ICH WEITER, WAS HILFT MIR DABEI, WAS BEFLÜGELT MICH, WORAUF VERTRAUE ICH?

HIER KANN AUCH EINE RELIGÖSE DIMENSION INS SPIEL KOMMEN:
WELCHE ROLLE SPIELT MEIN RELIGIÖSER GLAUBE AUF DIESEM WEG, AN DEN WENDEPUNKTEN, WENN ES ENG UND SCHWIERIG WIRD? HILFT ER MIR, BEFLÜGELT ER MICH, GIBT ER MIR KRAFT?

Ist die Mitte erreicht, muß das Labyrinth auf demselben Weg verlassen werden, der Weg beginnt von neuem. In der Mitte wurde etwas aufgenommen oder zurückgelassen.
Loslassen, Abschied nehmen, aber auch Neuorientierung begleiten den Weg zurück.

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