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JESU BOTSCHAFT: DAS KOMMEN DES REICHES GOTTES  


1. Begriffsabgrenzung:
Königsherrschaft (Reich Gottes) ist das Zentrum der Wort und Tatverkündigung von Jesus: "Die Zeit ist erfüllt, Das Königtum Gottes ist nahegekommen."Mk1,15 "Wenn ich mit dem Geist Gottes Dämonen austreibe, ist Gottes Königtum jetzt schon zu Euch gekommen." Mt 12,28 Die Gruppen zur Zeit von Jesus hatten meist eine konkret, national-politische Vorstellung von dem Königtum Gottes, ihr lag das Ideal des gerechten, fürsorgenden Herrschers zugrunde (Vgl. Zeloten, Essener, Pharisäer). Jesus selbst verstand darunter ein dynamisches Wirken Gottes, das Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Heil- und Ganzsein des Menschen schafft. Dies kann aber nur im Zusammenwirken aller Menschen und Gott selbst erreicht werden.

2. Theologische Aussage:
Jesus will den Menschen Gott nahe bringen, er versteht sich als Bevollmächtigter Verkünder des Königtums Gottes und er lebt die Botschaft existentiell vor.. Jesus spricht Gott als "abba" (Vati) an, damit will er zeigen, daß das Verhältnis Gott-Mensch von Liebe, Vertrauen und Gnade geprägt ist. Das Königtum Gottes ist Geschenk , weil Gott die Menschen liebt und ihre schöpferischeVollendung will. Dies muß der Mensch nicht passiv-rezeptiv erdulden, im Gegenteil, wir sind aktiv zu Umkehr und zum Glauben (hebr.:Vertrauen, daß Gott es gut mit uns meint) in unserem Leben aufgefordert.

3. Zeitlicher Aspekt:
Jesus erhebt den Anspruch, daß das Königtum Gottes bereits in seinem Leben angebrochen ist (Siehe Punkt 1). Die Hoffnung darauf hat ihren Ursprung im EXODUS (Auszug aus Ägypten) -Ereignis. Allerdings ist die Vollendung des Königtum Gottes noch nicht erreicht, diese liegt im ESCHATON (zukünftige Vollendung am Ende der Zeiten). Diese Spannung zwischen "Schon jetzt" und "Noch nicht" wird als eschatologischer Charakter des Königtums Gottes bezeichnet.

4. Konkretionen:
Die Verkündigung des Königtum Gottes durch Jesus ist immer Froh-botschaft, nie Drohbotschaft. Die Glücklichpreisungen der Bergpredigt (Mt 5,3ff) machen dies deutlich: die Menschen, die von Gott alles erhoffen, werden Anteil an diesem Königtum haben. Jesus predigt dies aber nicht nur, er lebt seinen Glauben: seine Solidarität und Sympathie gilt den "Kaputten, Ausgestoßenen, den Loosern, denen,deren Schuld zu groß geworden ist, den Kranken". Jesus versucht seinen Zuhörern durch Bilder, Symbole und Geschichten klar zu machen, was das Königtum Gottes ist:
Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (den beiden Brüdern) Lk 15,11
Die Begegnung mit der Sünderin Lk 7,36
Die Gleichnisreden (Sämann, Senfkorn ...) Mt Kp. 13
Die gesamte Bergpredigt Mt Kp. 5-7 (bes. Vaterunser-Gebet)
Die Krankenheilungen und Dämonenaustreibungen

Okt. 1997 / Verantwortlich: Rainer Wagner