© R.Wagner
Von Jesus zur Kirche : Wegstationen  

  • Jesus sammelt Menschen um sich und lebt mit ihnen unter dem Anspruch des Königtums Gottes (rabbinische Tradition). Mt 16,18: "Du bist Petrus, auf Dich will ich meine Gemeinde bauen." (Basis des Petrusamtes=Papsttum).

  • Auferstehung Jesu und Pfingsten (Sendung des Geistes) gründen die Kirche. Auftrag, das Evangelium weltweit zu verkünden (Mk16,15ff.).

  • Die Jesusgemeinde in Jerusalem: urchr. "Liebeskommunismus" (vgl.Apg.). Die Kirche als jüd. Sekte oder Religion der Völker? (Apostelkonzil).

  • Paulus: Missionsreisen im Nahen Osten, Griechenland und Rom. Das Bekenntnis zu Jesus als dem Christus verbreitet sich im ganzen Mittelmeerraum und verdrängt die heidnischen Religionen.

  • Das Christentum etabliert sich als eigenständige Religion, die von der Weltmacht Rom argwöhnisch beobachtet wird.

  • Erste Verfolgungen von Christen unter Nero (64 n.Chr.). Von 100 bis 305: Wellen von massiven Verfolgungen, die die Christen aus-rotten sollen.

  • 312: Kaiser Konstantin gewinnt die Schlacht an der Milvischen Brücke und spricht dem Chrtt. die Gleichberechtigung zu:
    -die Kirche gewinnt Einfluß im Staat
    -Massentaufen
    -Sonntag als Feiertag
    -die Kirchenorganisation gleicht sich der röm. Verwaltung an:
    zB.Diözesen als Verwaltungseinheiten mit Bischofssitzen
    - Bischöfe werden Reichsbeamte
    - das Chrtt.wird quasi Staatsreligion.

  • 500-700: die Germanen und Franken werden christianisiert (Klöster).

  • Bonifatius ist der Apostel der Deutschen: das Chrtt. wird germanisiert: chr. Ritterwesen (Kreuzzüge), Lehnswesen: Kirchengüter und Bischofs-/Papstämter werden von der weltl. Macht vergeben, höherer-niederer Klerus (Stände), heidn.Elemente z.B. Oster-/Weihnachtsbräuche.

  • 1050-1300: große Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum (Canossa: Heinrich IV), das Papsttum wird zeitweise zur Weltmacht mit Zentrum Rom. Trennung zwischen Ost-(Byzanz) und West-Kirche(Rom) im 11.Jh..

  • 1095-1250: Kreuzzüge: aus rel.Überzeugung und macht-/geldorientierter Motivation wollen die Kreuzritter das HL.Land/Jerusalem von den Moslems befreien, erste Judenvernichtungen im Rheinland.

  • Geistige Erneuerung: das abendländische Mönchtum: bes. Assisi (Franz) und Cluny/Burgund (Zisterzienser): Konzentration auf den Glauben, kein Besitz, kultureller Einfluß (Schulwesen, Wissenschaften,Landwirt./Gewerbe).

  • 1500: Mißstände im polit. und kirchl.Leben: Ausbeutung der Bauern, Heiligenverehrung, Wallfahrtswesen, Aberglaube, Teufels-/Hexenwahn, Käuflichkeit kirchl.Ämter, moral. Niedergang des Papsttums.

  • 1517: Thesenanschlag des Augustinermönchs Martin Luther, der ange-klagt und vom Papst gebannt wird, weil er die göttl. Einsetzung des Papsttums leugnet, nur die Bibel zählt. Abendländische Kirchenspaltung. Bauernkriege, Reformation: Protestanten,Calvinisten, Lutheraner,. Wieder-täufer, Lutheraner. Viele Reichsstände entscheiden sich für Luthers Lehre. Religionskriege: zB. 30 jähriger Krieg. Jesuitenorden.

  • 17. Jh.: Besinnung und Erneuerung der kath.Kirche (Konzil von Trient). Auseinandersetzungen mit dem Geist der Aufklärung, Einflußverlust durch die franz. Revolution, Engagement im sozialen Bereich.

  • 19. Jh.: starke Konflikte mit der Staatsmacht: zB. Kirchenkampf in Deutschland (Bismark).

  • 1869. I.Vatikanisches Konzil: Unfehlbarkeitsdogma: der Papst entscheidet in Glaubensfragen mit höchster Autorität.

  • 1962 II. Vatikanisches Konzil: Anpassung der Kirche an die moderne Gesellschaft, Öffnung zur Ökumene mit allen Religionen, Aufarbeitung der Judenverfolgungen, Hexenverbrennungen.

  • 1996: ca. 1700 Millionen Christen weltweit, davon 950 Mio. Katholiken.


Aufgaben der Kirche:
1. Martyria: Verkündigung des Evangeliums, Eintreten für Menschenrechte, eth. Maßstäbe in Wirtschaft und Technik, Glaubenszeugnis, Religionsunterricht, Katechese.
2. Liturgie: Gottesdienst, Eucharistie ( Abendmahl als Zentrum kirchl. Lebens), Gebet/Meditation, Sakramente (Taufe, Kommunion, Versöhnung, Firmung, Ehe, Priesterweihe,Krankensalbung).
3. Diakonie: Einsatz für Notleidende, Kranke, Randgruppen, Caritas,

Hierarchie der Kirche:
Jesus Christus im Heiligen Geist als Mitte der Gemeinschaft
Kirchenvolk als Gemeinschaft der Getauften
Priester und Diakone (auch verheiratet)
Bischöfe und Kardinäle
Papst mit Amtssitz in Rom

Struktur:
Pfarrgemeinde, Dekanat (PGR, Priester, Dekanatsrat)
Diözese (Diözesanrat, Bischöfe, Synode)
Bischofskonferenz (Synode), Zentralrat der deut.Katholiken
Konzil (Versammlung aller Bischöfe und Kardinäle)
Konklave ( ca 90 Kardinäle wählen den Papst)
Enzyklika: weltweites Rundschreiben des Papstes
Dogma: Glaubenssatz mit höchster Verbindlichkeit