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Andere
Unterrichts-projekte
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Frauen in der Bibel: Das Buch Judit (Judith)
JHWH bedient sich der Schwachen um seine Stärke zu
demonstrieren
© Johann Betz
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Einführung:
Hübertus Halbfas schlägt in seinem "Religionsbuch
für das 9./10. Schuljahr" ein Kapitel "Frauen in
der Bibel" vor. Die Bucher des Alten Testaments, die
den Namen der Heldin tragen (Rut, Judit, Ester), lässt er
dabei allerdings aus. Ich habe von diesen Bucher "Rut"
und "Judit" im Unterricht in einer Klasse 10 des
Gymnasiums gelesen. Im Folgenden stelle ich einen
Unterrichtsvorschlag für das Buch Judit vor und bitte die
Kolleginnen und Kollegen, die die Unterrichtseinheit ausprobiert
haben um Ruckmeldung
mit Ergänzungs- und Verbesserungsvorschlägen.
Unterrichtsziele:
* den Text als romanhafte Lehrerzählung charakterisieren
* den Ablauf der Handlung darstellen und die eingefugten
Redetexte als Kommentare erkennen * den historischen Kontext
der Entstehungszeit darstellen und mit der Erzählung in
Verbindung bringen * eine theologische Intention erkennen und
erläutern * Textsignale erkennen und die beabsichtigte
Leserlenkung erläutern * (ein) Gottesbild des Textes
erläutern * die Rezeption des Textes in der
abendländischen Kunst an einem Beispiel darstellen
Unterrichtsschritte:
* Die Leserlenkung durch den Autor am Bsp. von Kriminalroman
/-film erklären * Text wird gelesen * Die
"historische" Einleitung wird als unhistorisch
erläutert * Die Schüler erstellen ein Flussdiagramm
der Handlung * Intertextuelle Bezuge werden gesucht und
erläutert:
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In der Figur der Judit werden biblische Erzählungen
aufgegriffen
4,9-15: Vergleich mit den
Einwohnern von Ninive (Jona 3,7f)
[5,1-4:
Parallele zu Asterix und Obelix]
5,5-21: Grundungsmythos
von Israel
Richter 4-5: Judit und Debora
1 Sam 17: Judit wie David
Ex 15,20f par. Jdt 16: Judit als Aktualisierung von Mose
und Mirjam
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* Die Rezeption in der abendländischen Kunst kann sehr
einfach demonstriert werden, indem man in der Bildersuche von
Google die Stichwörter "Judith" und "Holofernes"
eingibt.
Die Erzählung hat zwei Höhepunkte:
Tafelanschrieb:
Konkurrierende
Herrschaftsanspruche:
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Nebukadnezzar Erhebt Anspruche wie ein Gott
(1,11b)
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konkurriert mit
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JHWH ist allein berechtigt, solche Anspruche zu
stellen
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Repräsentanten:
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Holofernes stark, mächtig, Mann, Heerfuhrer bringt
Not und Gefahr
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Judit Frau, Witwe bringt Rettung
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Leitfragen:
(dienen auch als Aufgaben für die Überprüfung)
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Rekonstruiere die allgemeine / historische Situation, in der der
Text entstanden ist / In welcher Gefahr befand sich Israel?
(>8,11-36) * Mit welchem Mittel soll dieser Gefahr begegnet
werden? * Charakterisiere das Verhältnis zu JHWH, das in
8,11ff und 9,1ff empfohlen wird! * Die Rolle der Witwe ist
anachronistisch dargestellt (entspricht nicht den historischen
Tatsachen). Erläutere (==>9,1-14) diese Aussage! / Warum
kommt die Rettung ausgerechnet von einer Witwe? (s. u.) *
Welche Forderungen enthält der Text an den Adressaten /
Israel? (==>9,4b; 11,10; vgl 11,1 dabei entspricht Neb.
JHWH!!) * Wann nur kann Israel untergehen? (==>11,11ff) *
Erläutere das Gottesbild, das im Text propagiert wird! *
Welche theologische Absicht liegt der Erzählung zugrunde?
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Witwen (und Waisen) im AT
Im AT ist der Begriff oft mit Waise verknupft, eine
Bezeichnung für die hilfsbedurftigste, am stärksten
von Ausbeutung bedrohten Gruppen in Israel; daher verlangen
Schutzgesetze des AT den Schutz von Witwen und Waisen (z.B. Ex
22,21.23; Ijob 24,9) (vgl. auch: Jes 1,17; Jes 10,2; Ez
22,7) Als Schutzer der Witwen wird Gott angerufen (Ps
68,6). Aber der König ist speziell für solche "Arme"
zuständig,
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Literatur:
Zenger, E. et al.: Einleitung
in das Alte Testament, Kohlhammer, Stuttgart 2001 (4. Aufl.)
Bibel heute 3/2004, Nr. 159:
Judit, Kath. Bibelwerk Stuttgart
http://www.bibfor.de/archiv/04.schmitz.pdf
(enthält die Kurzfassung (?) einer Dissertation von Barbara
Schmitz, sehr lohnend)
Einleitung zum Buch Judit in den verschiedenen Ausgaben
der Einheitsübersetzung der Bibel
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