MP3 - Musik aus dem Internet

Die eine Seite: Oh, wie schön wäre es, das Taschengeld für andere Zwecke zu nutzen und nicht für teure Musik-CDs. Musik kann ich doch kostenlos aus dem Internet ziehen und auf CDs brennen!

Die andere Seite: Die Musikindustrie befürchtet Einbußen in Millionenhöhe. Musik aus dem Internet ist zu einem ernsthaften Konkurrenten geworden!


Grundlagen

Der Schlüsselbegriff in dieser Sache heißt MP3. Mit MP3, ausführlich: MPEG 2.5 Audio Layer III, können Audio-Dateien sehr stark komprimiert werden ohne einen großen Qualitätsverlust zu bewirken. Selbst auf guten HiFi-Anlagen lassen sich die Verluste kaum feststellen.

Die Idee dabei ist, Audiodaten zu entfernen, die vom menschlichen Ohr sowieso nicht wahrgenommen werden: Viele Töne werden durch andere überlagert, andere liegen außerhalb des hörbaren Frequenzbereichs. Durch das Herausfiltern dieser Informationen kann die Datenmenge bei Stereomusik auf 1/10 reduziert werden.
So bietet MP3 die Möglichkeit, Musik zu archivieren. Auf einer MP3-CD können ca. 10-11 Audio-CDs gespeichert werden. Darüber hinaus ist das Kopieren von Musik aus dem Internet jetzt kostengüstig möglich. Sicherlich nicht kostenlos, denn für eine Minute Musik muss ca. 1 MB an Daten heruntergeladen werden!!!

Doch wie kann die Musik, wenn sie dann auf der Festplatte gespeichert ist, genossen werden? Die einfachste Lösung ist, sie mit einem MP3-Software-Player - der vielfach als Freeware zur Verfügung steht - auf dem PC mit Soundkarte und Boxen abzuspielen. Oder man leistet sich einen Hardware-Player - vergleichbar mit einem CD-Player oder Walkman - und kopiert die MP3-Dateien vom PC auf dieses mobile Gerät. Die Preise hierfür liegen immerhin zwischen 300 und 650 DM. Die dritte Möglichkeit können die stolzen Besitzer eines CD-Brenners nutzen: Die MP3-Musikstücke werden dekodiert und auf CDs gebrannt, so dass sie in normalen Audio-CD-Geräten verwendet werden können.

Juristische Aspekte - die Rechtslage in Stichworten

  • Von einer gekauften CD darf man maximal sieben MP3- oder CD-Kopien machen und sie in der Familie oder an enge Freunde weitergeben. Ein Angebot zum Herunterladen von der eigenen Homepage ist verboten.
  • Nur vom Künstler freigegebene Titel dürfen herunter gelanden und auf CDs gebrannt werden.
  • Der Benutzer muss sich selbst davon überzeugen, ob es sich um freie Titel handelt.
  • Wer auf seiner Homepage bewusst Links auf illegale MP3-Seiten setzt, macht sich strafbar und handelt genauso, als ob er die Titel auf seiner eigenen Seite anbieten würde.
Quelle: Rechtsanwalt Ch. Czirnich in Chip 8/2000, Seite 156
MP3-Software-Player

Mit einem MP3-Software-Player kannst du auf deinem PC MP3-Dateien abspielen. Voraussetzung: Soundkarte und Boxen!
Gute Player gibt es im Internet kostenlos oder sind auf den Heft-CDs von Computerzeitschriften vorhanden.

Winamp www.winamp.com Der Klassiker unter dem MP3-Playern
EarJam www.earjam.com Guter MP3-Player, zusätzlich mit einer Funktion zum Brennen von Audio-CDs!
MusikMatch Jukebox
Der Tipp!
www.musicmatch.com Zum Abspielen von MP3-Dateien, Videos ... geeignet. Mit ihm lassen sich auch Audio-CDs in MP3s umwandeln und MP3s auf Audio-CDs brennen!

EarJam - MP3-Player mit CD-Brenner

zu www.EarJam.com

Nicht nur mit den neueren Versionen der Brennersoftware WinOnCD oder Nero kannst du MP3s auf Audio-CDs brennen. Der futuristisch aussehende Player EarJam IMP 1.0 kann dies auch!

Die besten MP3-Sites

www.mpex.net Informationen, Anleitungen, Hilfestellungen und Software rund um digitale Audio-Formate, insbesondere MP3 ...
- eine Empfehlung von Maze!
www.mp3.com
www.mp3.de
Die Klassiker - hier sind die Musikstücke nach Kategorien geordnet und stehen zum Download bereit. Daneben gibt es News, Hard- und Softwarevorstellungen ...
www.tonspion.de Tonspion durchsucht regelmäßig das Netz nach neuen legalen Titeln und stellt sie nach Bereichen geordnet zur Verfügung.
www.fireball.de/
musik/jukebox.html
Die deutsche Suchmaschine Fireball stellt in einem eigenen Bereich MP3 zum Herunterladen bereit.
www.mp3-artists.de Nach dem Download können Surfer die Songs bewerten. So erkennt man sofort, was sich lohnt!
www.audiogalaxy.com Umfangreiches Archiv, Suchfunktionen, Hintergrundinfos zu Künstlern
Quelle: u.a. www.netztips.de


Napster - Die Musiktauschbörse

Das Napster-System

Der Musikindustrie ist sie ein Dorn im Auge, die Tauschbörse www.napster.com. Doch hatten Klagen vor amerikanischen Gerichten bis heute noch keinen Erfolg, sie aus dem Internet zu verbannen!

Neben anderern Tauschbörsen ist sie der Pionier, die "Mutter aller Musikdatenbanken im Netz", und sie belegt bei einem Vergleichstest der Zeitschrift Chip den unangefochtenen 1. Platz (Chip 9/2000, S. 140 ff.).

Aber was ist das Besondere an Tauschbörsen im Internet, was unterscheidet die Tauschbörse vom einfachen Herunterladen einer Datei von einer Website? Das Konzept ist sehr intelligent und der Erfolg, eine - auch exotische mp3-Datei zu finden, recht groß.

Ich möchte das System zunächst am Beispiel von Napster erklären. Die Grafik oben soll die Erläuterungen visuell unterstützen. Ein alternatives System ist Gnutella, dessen Erklärung sich diesen Ausführungen anschließt.

Um Mitglied in der Napster-Community zu werden musst du zuerst ein Programm (nur 1,7 MB) von der Napster-Hompage herunter laden. Bei der Installation dieses Programms sind verschiedene Daten anzugeben. Zum Beispiel der Username, ein Verzeichnis (Ordner) auf deiner Festplatte, in dem die herunter geladenen mp3-Dateien gespeichert werden sollen und ein Verzeichnis, in dem du eigene MP3s den anderen Community-Mitgliedern anbietest. Um es gleich vorweg zu sagen: Bei Napster darfst du dieses Verzeichnis auch leer lassen. Auch dann kannst du auf den Pool von ca. 500.000 MP3s zugreifen. Nach der Installation gehst du online und startest das Programm. Dabei wirst du automatisch eingeloggt und dein Upload-Verzeichnis, in dem die Dateien stehen, die du selbst anbietest, wird ausgelesen und die Titel werden in einer zentralen Datenbank gespeichert (nur die Titel deiner angebotenen Musikstücke, nicht die Dateien selbst). Genau dieses wird auch bei den anderen Community-Mitgliedern gemacht, die sich gerade eingeloggt haben. Somit kannst du mit Hilfe einer Suchfunktion (Search) auf eine riesige Datenbank zugreifen. Die Suche funktioniert wie bei Suchmaschinen durch Eingabe von Suchbegriffen, hier der Name des Sängers bzw. der Gruppe und/oder den Namen des Titels des Musikstückes. Als Ergebnis der Suche werden Links zu den Rechnern aufgelistet, die das Gesuchte gerade anbieten. Ein Klick auf einen gewählten Link überträgt die Datei auf deinen Rechner. Der Übertragungsfortschritt wird dir im Bereich "Tranfer" ständig angezeigt. Gleichzeitig siehst du dort auch, ob jemand auf deine angebotenen Dateien zugreift und sie herunter lädt.

Napster bietet sich hier nur als Datenbank an, in der Informationen über Musikstücke von den Mitgliedern gespeichert sind, die gerade online sind. Der Datentransfer erfolgt über das Internet vom Mitglied zum Mitglied. Das heißt, jemand lädt von deinen Rechner eine Datei herunter, und/oder du lädst vom Rechner eines Napster-Mitglieds eine Datei auf deinen Rechner herunter. Dabei bleiben die Namen oder die IP-Adressen verborgen. Die Sache ist also für den Nutzer völlig anonym. Natürlich gibt es auch Nachteile: Schaltet dein Gegenüber - noch bevor du die komplette Datei herunter geladen hast - seinen Computer aus oder geht offline - was nicht selten vorkommt - dann kannst du die ganze Sache vergessen und fängst wieder von vorne an. Ärgerlich besonders dann, wenn es ich um eine große Datei gehandelt hat. Übrigens: Auch nicht vollständig herunter geladenen mp3-Dateien können noch abgespielt werden. Es fehlt allerdings dabei der letzte Takt!

Neben dieser Grundfunktion bietet Napster noch weitere Dienste an, z.B. einen Chat. Während des langen Downloads kannst du dich in verschiedenen Chaträumen mit anderen Community-Mitgliedern unterhalten. Die Chaträume sind thematisch gegliedert, auch ein deutscher ist dabei.

Gnutella - Dateitausch ohne zentralen Server

Das Gnutella-System

Das System von Gnutella ist revolutionär. Während beim Napster-System ständig die Gefahr besteht, dass der zentrale Napster-Server wegen technischer oder rechtlicher Probleme ausfällt bzw. abgeschaltet wird und somit kein Austausch mehr möglich ist, arbeitet das Gnutella-System völlig dezentral. Das heißt, es gibt keinen zentralen Server. Jeder PC ist sowohl Server als auch Client.

Damit du am Gnutella-Filesharing teilnehmen kannst, benötigst du das freie englischsprachige Gnutella-Programm, das du dir von der deutschen Gnutella-Website (www.gnutella.de) herunter laden kannst. Ist das Programm (mit nur wenigen KB) auf deinem Rechner installiert, musst du eine Internet-Verbindung zu einem anderen Rechner, der gerade online ist, aufbauen. Hierzu benötigst du seine zum Lexikon IP- oder zum Lexikon DNS-Adresse, die du in das dafür vorgesehene Feld eintragen oder kopieren musst. Über diese Adresse nimmt Gnutella Verbindung zu allen am System teilnehmenden Rechnern auf. Suchabfragen nach mp3- oder anderen Dateien (exe, mpeg, txt, jpg, gif ...) erfolgen wie bei Napster durch Eingabe eines Suchbegriffs. Die Suchabfrage wird dann an alle gerade am System beteiligten PCs weitergeleitet und das Ergebnis auf deinem PC ("Client") präsentiert. Nach der Auswahl der gewünschten Dateien erfolgt der Download direkt vom angeschlossenen "Server"-PC auf deine Festplatte.

Selbstverständlich kannst du auch als Server fungieren und Dateien zum Herunterladen anbieten. Dafür schaltest du ein Verzeichnis (Ordner) frei, in dem sich die Dateien befinden, die du anderen anbieten willst.

Jetzt brennt dir sicherlich die Frage auf der Zunge, wie du an die IP-Nummer oder DNS-Adresse eines gerade am Gnutella-System beteiligten PCs kommst. Die Sache ist ganz einfach: Auf der Website von Gnutella (www.gnutella.de) findest du Adressen von Rechnern, die gerade online sind. Besonders effektiv sind die sog. Hostcaches, wie z.B. "gnutellahosts.com:6346" oder "gnet.ath.cx".

Solltest du jetzt Interesse bekommen haben, dann besuche Gnutella.de. Sie stellt dir eine Kurzanleitung zur Bedienung der Gnutella-Software, eine Download-Seite mit anderen Filesharing-Programmen (auch für andere Betriebssysteme) und weitere aktuelle Infos zur Verfügung.


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