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THEMA:   Gedicht bewerten

 3 Antwort(en).

Crusader begann die Diskussion am 09.04.10 (09:18) mit folgendem Beitrag:

Den Kopf im Sand
die Seele voller schmerzen
den Verstand geblendet vom blutendem Herzen

Eine kurze Zeit Glückseeligkeit
ich will Sie nicht missen
doch die Wunden die entstanden haben mich längst zerissen

Ich weiss was ich will
ich weiss was ich habe
und ich weiss was ich bekomm
3 Tatsachen die sich in mein Herz bohren

Ein leben wie eine Zugfahrt
es geht bergauf bergab
man sieht Licht am ende des Tunnels
doch dann kommt ein Felssturz herab

Es ist dunkel dort wo ich bin
kein Funkeln mehr zu sehn
Die Kälte übermannt mich und ich weiss
bald ist es vorbei und es scheidet dahin


Lady_15 antwortete am 15.04.10 (02:36):

Crusader,

sory, aber ich weiss nicht, ob du männlich oder weiblich bist!

Dein Gedicht gefällt mir und nun werde ich versuchen, es konstruktiv zu bewerten!

Was du noch üben solltest, ist die Gross- und Kleinschreibung und die Regel, dass man zwischen zwei Verben, die keinen verbalen Teil zusammen bilden, ein Komma setzt:
...doch die Wunden, die entstanden, haben mich längst zerissen.

Auch ansonsten passieren dir einige Fehler. Ich würde noch an der Interpunktion und eben der Grammatik arbeiten!
Was die Orthographie angelangt, so schreibst du fehlerfrei!

So, nun kommen wir zum Inhalt. Auch wenn sich eine Linie durch dein Gedicht zieht, so wirkt es für mich dennoch "verstreut, unordentlich, ungegliedert"

Die ersten zwei Absätze enthalten je drei Zeilen und die unteren drei jedoch vier. Normalerweise wechselt man periodisch ab, doch bei dir finde ich nur eine teilweise Logik vor!

...den Verstand geblendet vom blutendem Herzen...ist gut geschrieben, aber das "vom blutendem Herzen" klingt etwas holperig und ist nicht sehr leserfreundlich.
Vielleicht solltest du dir da eine andere Formulierung überlegen wie; den Verstand geblendet VON blutendem Herzen"

Den Absatz: Ich weiss was ich will...finde ich etwas unschön formuliert, ausserdem schreibt man Zahlen in Gedichten eher aus!
Vielleicht solltest du diesen Absatz noch überarbeiten, denn man kann zwar erahnen was er bedeutet, aber er ist schon eher grob gefasst und im Vergleich zu den anderen Textpassagen eher "unterwürfig", weniger "professionell".
Du musst es da mehr auf den Punkt bzw. gänzlich auf den Punkt bringen...

Ansonsten gefällt mir dein Gedicht. Der Schmerz, die Düsternis sind gut und "schön" umschrieben. Deine Wortwahl macht das Gedicht für den Leser bildhaft und das ist ein wichtiger Faktor beim Schreiben!!

Hier noch die korrigierte Fassung deines Gedichtes:

Den Kopf im Sand
Die Seele voller Schmerzen
Den Verstand geblendet von blutendem Herzen

Eine kurze Zeit Glückseeligkeit
Ich will sie nicht missen,
doch die Wunden, die enstanden, haben mich längst zerrissen

Ich weiss was ich will
Ich weiss was ich habe,
und ich weiss, was ich bekomme
Drei Tatsachen, die sich in mein Herz bohren

Ein Leben wie eine Zugfahrt
Es geht bergauf, bergab
Man sieht das Licht am Ende des Tunnels
Doch dann kommt ein Felssturz herab!
STOP: Ein Felssturz kann nicht herab kommen, da ja logisch ist, dass ein Felssturz bereits ein Sturz ist! Das ist wie "tote Leiche", wenn du verstehst was ich meine.
Da musst bzw. solltest du schreiben:
Doch dann stürzen Felsen herab oder doch dann ereignet sich ein Felssturz oder sonst irgend so etwas...

Es ist dunkel, dort wo ich bin.
Da solltest du vielleicht "es ist dunkel, DA wo ich bin", denn dieser Mensch ist ja schon vom Schmerz fast gänzlich zerfressen und vielleicht ist diese trostlose Welt dann nicht mehr nur noch dort, in der Ferne, sondern bereits sehr nahe, DA!! ;-)

Ja, die letzten zwei Sätze stimmen...

ich hoffe, ich konnte dir "helfen" und würde mich über eine Antwort von dir freuen,

liebe Grüsse,

Lady


crash-teenie antwortete am 15.04.10 (14:42):

Da hat wohl jemand in Deutsch aufgepasst ^^

Eine kleine Sache hat mich beim Lesen zusätzlich verwirrt, nämlich das Reimschema... Manchmal entdecke ich eins, manchmal nicht.
Ich bin kein großer Freund von festen Regeln bei Gedichten, weil dann so viel Gefühl verloren geht. Gedichte schreibt man generell intuitiv (sieht komisch aus, das Wort x)), man setzt sich in den seltensten Fällen hin und sagt: "so, jetzt schreibe ich ein Gedicht über Schmerz" wenn man gerade gute Laune hat.
Man kann es später überarbeiten, ja, aber bei Gedichten finde ich Grammatik und Interpunktion weniger wichtig, da manchmal viel verloren gehen kann - auch wenn es nur ein umgestelltes Wort ist.
Außerdem fand ich die Zugfahrt mit dem auf und ab so ein bisschen untreffend, denn das bezeichnet eher eine Achterbahn. Aber jeder so, wie er fühlt ;)

Zum gesamten Gedicht: Gefühle treffend beschrieben, Atmosphäre geschaffen - ich find's gut.


Lady_15 antwortete am 15.04.10 (16:44):

Lieber Crash-Teenie,

ja, da hast du natürlich recht - zum Teil, meiner Ansicht nach!

Ich verstehe dich gut, denn Gedichte sollten natürlich intuitiv sein, doch teilweise sind sie, wenn man einfach drauf los schreibt, nicht ausgefeilt und treffen es nicht auf den Punkt!
Aber ich finde, dass man, egal in welchem Bereich, immer auf die Rechtschreibe achten sollte!
Und das hat dann auch rein gar nichts, mit Intuition zu tun. Ein Gedicht liest sich auch viel schöner, wenn es fehlerfrei geschrieben ist!

Aber ich teile deine Meinung, dass er/sie Atmosphäre geschaffen hat und die Gefühle gut beschrieben hat! :-)

Liebe Grüsse,

Lady


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