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THEMA: LdL aus Schülersicht - nur Positives?
31 Antwort(en).
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Jean-Pol Martin
begann die Diskussion am 23.05.00 (07:02) mit folgendem Beitrag:
LdL wurde bereits sehr ausführlich und kompetent von Arthur Müller, Nicola Schäfer und Judith Hegenberger (siehe Brett "Überforderung der Lehrer - Unterforderung der Schüler") beschrieben. Das war sehr positiv. Gibt es aber aus Schülersicht nur Positives über LdL zu berichten?
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de)
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Cornelia Hole
antwortete am 13.06.00 (14:22):
Hallo Jean-Pol Martin! Sicherlich hat LdL viele positive Seiten (man lernt, vor einer Gruppe zu stehen, sich selbst etwas zu erarbeiten,...), doch in den 5 Jahren LdL im Französisch- und Lateinunterricht habe ich es als problematisch erfahren, dass diese Unterrichtsmethode vielleicht noch mehr als andere Modelle auf außerordentliches Engagement sowohl von Seiten der Lehrer als auch von Seiten der Schüler angewiesen und somit sehr leicht zu boykottieren ist. Sobald die Schüler nicht mehr bereit sind, auch zu Hause einiges an Eigenarbeit zu leisten, um entsprechende Präsentationen für den Unterricht auszuarbeiten, ist es selbst für motivierte Schüler kaum möglich, den Unterricht noch positiv zu beeinflussen. Vielleicht lag es auch an der Art, wie wir LdL praktiziert haben (z.B. Vorbereitung eines neuen Grammatikkapitels zu Hause in selbständiger Arbeit und Vorstellung dieses Kapitels auf Französisch in der nächsten Stunde), aber dennoch sehe ich mangelnde Motivation bei dieser Methode als noch größeres Problem als bei anderen Unterrichtsformen. Das bedeutet, dass aus meiner Sicht zur Ausbildung eines jeden Lehrers in deutlich verstärktem Maße als es bisher der Fall ist, ein methodisch-didaktischer Teil hinzukommen müsste, so dass die Lehrer bereits im Studium mitbekommen, wie man Stoff entsprechend vermitteln und Schüler auch für neue Unterrichtsmethoden begeistern kann. Viele Grüße Cornelia Hole
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Jean-Pol Martin
antwortete am 13.06.00 (15:12):
Ja, da kann ich Ihnen nur zustimmen: neue Methoden müssten bereits an der Uni vorgestellt (noch besser: "angewandt") werden, damit man ihre Vorzüge und Gefahren erkennt. Ich behaupte nicht, dass alle meine Schüler ständig motiviert sind, aber ich glaube, dass ich größere Fehler vermeide, wie eben die Grammatik von den Schülern zu Hause vorbereiten lassen. Bei mir wird alles im Unterricht und arbeitsteilig vorbereitet. Eigentlich müsste man ein Katalog estellen mit den Fehlern, die man auf keinen Fall machen darf! Nur zu!
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de)
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Jean-Pol Martin
antwortete am 17.06.00 (06:46):
In den vergangenen Tagen war ich auf einer LdL-Fortbildung in Baden-Württemberg. Ihr Hinweis, dass der Mangel an Motivation u.a. darauf zurückzuführen wäre, dass die Vorbereitung nicht im Unterricht sondern zu Hause erfolgen, wurde von einigen Schülerinnen bestätigt. Auf diesen Punkt sollte man in Zukunft stärker drängen, wenn man die Methode vorstellt.
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de)
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Jean-Pol Martin
antwortete am 21.06.00 (06:10):
Liebe Cornelia Hole, Sie gehören zu den Leuten, die sehr LdL-erfahren sind. Könnten Sie vielleicht - bei Gelegenheit und wenn Sie Zeit haben - Nicola auf dem Brett "Schülerin (Nicola) berät Lehrer" unterstützen? Das wäre sehr nett (und nützlich), denn Sie würden Lehrer davor schützen, für sie gravierende Fehler bei der Einführung von LdL zu begehen!
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de)
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Cornelia Hole
antwortete am 13.07.00 (17:31):
Um Missverständnissen entgegenzuarbeiten, möchte ich hiermit kurz darauf verweisen, dass ich die Frage von Jean- Pol Martin "Gibt es aus Schülersicht nur Positives über LdL zu berichten?" (23.5.00) als Aufforderung verstehe, sich kritisch mit LdL auseinanderzusetzen, um den Einsatz dieser Methode so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Mit meinem Beitrag vom 13.6. sollte nicht etwa die Methode an sich in Frage gestellt werden. Das heißt, dass ich LdL in meiner Schulzeit als sehr positiv erfahren habe und wenn ich in meiner Notiz von Motivationsschwierigkeiten sprach, so waren diese auf einzelne Stunden bzw. Personen beschränkt. Unter "Boykott" verstehe ich in diesem Zusammenhang einfach die unzureichend erfolgte Ausarbeitung eines Themas, das man in der nächsten Stunde seinen Mitschülern hätte vorstellen sollen. Darüber hinaus bin ich mir natürlich im Klaren, dass geringe Motivation und niederer Aktivitätsgrad in viel größerem Ausmaß ein Problem des herkömmlichen Frontalunterrichts und somit nicht zwangsweise der Methode LdL zur Last zu legen ist. Außerdem betrachte ich es nicht generell als größeren Fehler, bspw. Grammatikkapitel von Schülern zu Hause vorbereiten zu lassen, da ich persönlich immer lieber zu Hause in Ruhe eine Präsentation ausgearbeitet habe als in der Unterrichtsstunde, zu der eben ein gewisser Geräuschpegel gehört. Kurz: ich bin von LdL - so wie ich es erfahren habe - wirklich begeistert. Der erwähnte Kritikpunkt steht für mich somit nicht so sehr im Vordergrund und stellt schon gar nicht die positiven Seiten von LdL ( die bereits andere vor mir überzeugend dargestellt haben und die ich deshalb an dieser Stelle nicht wieder aufgreife) in den Schatten.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 14.07.00 (08:26):
Liebe Cornelia Hole, Sie haben meine Aufforderung richtig verstanden. Ich will tatsächlich dazu anregen, die möglichen Probleme beim Einsatz von LdL zu benennen, damit vorgebeugt werden kann. Sicherlich habe ich etwas überzogen, als ich sofort den Schluss gezogen habe, auf keinen Fall Grammatikpräsentationen von den Schülern zu Hause vorbereiten zu lassen! Ich selbst gehe mit dieser Frage pragmatisch um. Ich wollte nur LdL-Einsteiger davor warnen, Schülern zuviel Arbeit und organisatorischen Aufwand außerhalb der Schule zuzumuten.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 17.09.00 (07:51):
Zwar enthält der nachfolgende Bericht meiner ehemaligen LK-Schülerin Maria keine Kritik, aber ich glaube, dass er für alle interessant ist:
"Hallo an alle LdL-Interessierten und noch nicht ganz davon überzeugten. Zuerst möchte ich mich vorstellen. Ich eine ehemalige Schülerin von M. Martin, bin neunzehn Jahre alt, habe im Mai mein Abitur gemacht und war zwei Jahre im (LdL-)Leistungskurs Französisch bei M. Martin. Vor kurzem habe ich in einem großen Unternehmen eine Ausbildung begonnen, das sehr viel Wert auf Präsentationen, selbstständigem Erlernen von Wissen und Sachverhalten, Teamarbeit und auch das Fördern des Individuums und seiner individuellen Fähigkeiten legt. In den ersten 6 Tagen wurden alle Berufseinsteiger in einem Bildungszentrum über verschiedene Präsentationstechniken und die Wichtigkeit von eigenständigem Aneignen von neuen Informationen im Team aufgeklärt. Was für die anderen völliges Neuland war, war für mich selbstverständlich, teilweise sogar überholt. Es wurden zwar von Ausbildern, die extra für diese Aufgabe lange "geschult" wurden, ähnliche Techniken wie in M. Martins Unterricht angewandt, doch leider wurde dies auch noch relativ frontal vermittelt. So scheue ich mich nicht, zu behaupten, dass ich z.B. bei Rollenspielen, Präsentationen "brillierte", über ALLE anderen, die ein weitaus besseres Abitur als ich absolvierten, und dass sich das Team, in dem ich mitarbeitete, unter meiner Anleitung, am abwechslungsreichsten und interessantesten präsentierte, und zwar so, dass die Ausbilder und anderen Anwesenden von dem zu vermittelnden Stoff viel mehr behielten als von dem der anderen Teams. Natürlich ist das den Ausbildern auch aufgefallen, worauf man mich auch angesprochen hat und natürlich habe ich schon eine ganze Menge Pluspunkte gesammelt und bewiesen, dass ich das kann, worauf die Firma und auch deren Kunden Wert legen. Ich will mich auf keinen Fall rühmen, ich möchte nur sagen (was ich bis vor kurzem selbst nicht glaubte) dass LdL nicht nur im Unterricht hilft, den Schülern den Stoff beizubringen, sondern dass die erlernten Techniken im Berufsleben gefragt sind, allerdings ist in der Wirtschaft erst die Phase erreicht in der man erkannt hat, dass solche Techniken notwendig sind und man versucht nun, dies den Leuten beizubringen, allerdings immer noch zu frontal. Ich habe durch LdL gelernt, Präsentationen abwechslungsreich und zugleich äußerst lehrreich zu gestalten. Ich kann mich in ein Team einfügen, erkennen welche Fähigkeiten (Ressourcen) jeder besitzt, und unbemerkbar für die anderen, die Leitung über das Team übernehmen, ohne den Chef zu spielen und diese Ressourcen aus ihnen herauslocken. Und damit konnte ich bereits in den ersten Tagen meiner Ausbildung gewaltig beeindrucken. Und erst jetzt erkenne ich, was ich in den zwei Jahren bei M. Martin gelernt habe und was ich kann. VIELEN DANK M. Martin. Ich weiß zwar nicht ob mich das im späteren Berufsleben auch noch weiterbringt, aber die Ausbildung werde ich sicherlich, bezogen auf die Lerntechniken, Fähigkeit zur Teamarbeit etc. sehr gut meistern. Was die anderen in zahlreichen Lehrgängen und Seminaren erst noch erlernen müssen ist für mich altbekannt. Als letztes möchte ich noch sagen, dass die Ausbildung in dieser Firma zu einer der besten und fortschrittlichsten Deutschlands gezählt wird, was die Prüfungsergebnisse bestätigen, aber ein echter ehemaliger LdL-Schüler empfindet die ganze Methodik als nichts besonderes und weiß, dass er das nach 3 Monaten LdL problemlos gemeistert hätte."
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Anais
antwortete am 23.12.00 (18:57):
Hallo Ich möchte einmal sagen dass es an Ldl nicht nur positives sondern auch einiges an negativen zu sagen gibt. Ich bin am Dietrich-Bonhoeffer-Gym. an dem diese Vorstellung des Ldl gemacht wurde und genau auch in dieser Klasse. Möglicherweise liegt es an mir aber für mich ist an Ldl nicht nur ein positiver Schein. Man kann es eben nicht bei allen Fächern einsetzten und was meistens so bei uns der Fall ist, dass die Schüler sich gegenüber keinen Respekt haben, was dazu führt, dass nicht aufgepasst wird und man wenig versteht. Anfangs habe ich versucht den Gedankengängen meiner Kameradinnen zu folgen doch ist es zumindest bei uns so gewesen das sie nur zum Lehrer sprachen und wir Schüler oft nicht verstanden ahben was sie uns formulieren wollten. Ansonsten finde ich Ldl nicht schlecht, nur sollten sich die leute die Lehrern sich gründlicher damit zur Wehr setzten und es nicht so lange dauern zu lassen, da es an Spannung und Interesse fehlt. Mit grüßen Anais Es tut mir Leid, aber ich möchte hier ein Pseudonym anwenden da mich zu viel kennen.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 23.12.00 (19:46):
Danke Anais für den sehr interessanten Hinweis! Ich glaube in der Tat, dass LdL nur gelingen kann, wenn recht streng auf die Disziplin geachtet wird: der Lehrer muss also dafür sorgen, dass absolute Stille herrscht, wenn ein Schüler den Stoff vorträgt, und dass der betreffende Schüler bemüht ist, den Stoff verständlich zu vermitteln. Ich scheue mich nicht, die lehrenden Schüler zu unterbrechen, wenn ich das Gefühl habe, dass die anderen nicht verstanden haben und wiederholen zu lassen, bis der Stoff für alle wirklich klar ist. Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich an diese Disziplin und der Unterricht wird immer interessanter, weil die Schüler immer geschickter in der Stoffpräsentation werden.
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Anna-Maria
antwortete am 15.05.01 (11:10):
Hallo! ich gehe in die 9. Klasse und habe seit circa 2 Jahren LDL-Erfahrung. Am Anfang hat es mir sehr viel Spaß gemacht., aber mittlerweile nervt es mich. Dieses Schuljahr haben wir LDL in Englisch, Französisch und Latein gemacht. Und ich denke man sollte es nicht übertreiben, denn in Latein muss fast jeden Tag eine Gruppe LDL vorbereiten. Meiner Ansicht nach ist LDL ganz abwechslungsreich aber in MAßEN!!!! mit freundlichen Grüßen Anna-Maria
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Jean-Pol Martin
antwortete am 15.05.01 (12:20):
Danke für die deutliche Warnung. Hoffentlich lesen viele Kollegen diesen Hinweis!
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Severin Neumann
antwortete am 23.02.02 (23:06):
Hallo
ich hab nach langer Zeit wieder mal daran gedacht dieses Forum zu besuchen und ich bin zwar zm kurz vor 11 zu müde einen französischen Text in unser französisch sprachiges Forum zu schreiben (und ich wüsste ihm Moment nicht was ich dort reinschreiben sollte). Aber ich finde dieses Thema doch sehr interessant und möchte selbst etwas dazu sagen.
Ich selbst bin Schüler von Herrn Martin und ich denke die Methode LdL ist meiner Erfahrung nach sowohl positiv als auch negativ, ich habe der Methode gegenüber eine eher geteilte Meinung. Doch da ich mich an unserem Schülerzeitungsseminar intensiv mit den Fürs und Wieders von LdL beschäftigt habe, denke ich kann ich hier einen produktiven Beitrag geben. Da in diesem Forum vorzüglich nach negativen Erfahrungen und Einstellungen gefragt ist, möchte ich mich hier auch darauf konzentrieren.
Ich denke den Schüler mehr in den Unterricht zu involvieren und ihn sich mit dem Stoff mehr auseinanderzusetzen ist eine gute Idee und ich denke in unserem Französisch- unterricht gut umgesetzt. Doch hier möchte ich gleich zu dem ersten und vielleicht größten Problem kommen, das sich jeder Lehrer - der LdL anwenden möchte - durch den Kopf gehen lassen sollte: Ist LdL meine Lehrmethode, bin ich dafür geeignet? Ich denke es gibt viele Lehrer - wie Herrn Martin - die die Schüler motivieren können und zur selbstarbeit bewegen können, doch das Problem ist, ein Lehrer der "das Ruder nicht abgeben kann", der selbst lieber den Schülern alles sagt, wird nicht in der Lage sein diese Methode zu praktizieren. Er wird nach ein oder zwei Versuchen zu dem frontalen zurückkehren. Ich denke das ist kein Nachteil von LdL, sondern eine Sache mit der sich jeder Lehrer beschäftigen sollte.
Ein sehr großes Problem an LdL ist wohl die Klasse selbst, ich denke in einer Klasse wie der meinen lässt sich LdL leicht praktizieren, doch in einer Klasse in der kein Schüler ernsthaft interesse am Unterricht hat, ist das ganze nicht praktizierbar. Das Interesse der Schüler ist wichtig, ohne die Schüler geht gar nichts.
Das nächste Problem ist der einzelne Schüler selbst, wenn er seine Präsentation vorbereitet sind 3 Sachen von Bedeutung: der Inhalt, die Präsentation, der Umgang mit Menschen. Ist es nicht so das ein langweiliger Inhalt, trotz Präsentation und gutem Umgang mit den Leuten meist - sehr wohl unbemerkt - nicht bei der Klassse ankommt? Ebenfalls kann eine Präsentation scheitern, wenn sie nicht richtig vorbereitet ist, obwohl der Inhalt gut ist und der präsentierende gut mit Leuten umgehen kann. Genauso ist es ein Problem, wenn der Inhalt spitze ist und die Präsentation perfekt vorbereitet ist, aber der Schüler nicht mit den anderen umgehen kann, oder gar Angst davor hat sich vor die Leute zu stellen.
Das letze und sehr wohl ein bedeutendes Problem, bringt ein Lehrer im Sprachunterricht mit, der nicht seine Muttersprache unterrichtet: Der Lehrer besitzt bereits eine falsche Aussprache und einen falschen Akkzent, die Schüler kopieren dies vom Lehrer und wenn sie nun bei der Anwendung von LdL primär untereinander reden kopieren die Schüler nun von einer schlechten Kopie einer schlechten Kopie, ich denke hier wäre eine Verbesserung notwendig, um diesen Lehrer zu helfen
Ich hoffe das war nun nicht zu viel Kritik
Ich wünsche eine gute Nacht Severin Neumann
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Jean-Pol Martin
antwortete am 24.02.02 (07:44):
Lieber Severin, ich gebe zu, dass ich deinem Beitrag mit gemischten Gefühlen entgegen sah. Ich wusste zwar, dass du LdL nicht "abschießen" würdest, aber etwas Kritik würde schon dabei sein, und wer hört schon gerne Kritik, vor allem wenn man den Eindruck hat, im Großen und Ganzen würde alles doch ganz gut klappen? Deine Schilderung ist aber sehr ausgewogen und hilfreich, weil sie von einem Schüler stammt, der wirklich viel Erfahrung mit der Methode hat. Du zeigst sehr deutlich, warum es so schwierig ist, LdL anzuwenden und zu "verbreiten". Eines muss ich allerdings anmerken: du hebst hervor, dass die Klasse sich eignen muss. Für Eure Klasse trifft es zu, denn Ihr seid besonders kooperativ und konstruktiv (und zwar alle). Aber vor euch habe ich auch eine ganze Menge Klassen gehabt, und bisher waren alle - denke ich - zufrieden. Von daher ist LdL kompliziert, aber auch eine große Chance, denn wenn es klappt, ist es stellenweise herrlich! Grundsätzlich denke ich aber, dass deine zentrale Botschaft absolut zutrifft: LdL ist alles andere als eine leicht anzuwendende Methode!
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Severin Neumann
antwortete am 24.02.02 (14:50):
> LdL ist alles andere als eine leicht >anzuwendende Methode!
Genau das wollte ich damit aussagen. Ich denke so eine Methode zu praktizieren ist schwer und ich vermute es gibt Klassen in denen das sicherlich auch unmöglich ist dies durchzuführen, aber wenn LdL funktioniert, denke ich ist es für den Schüler meist vorteilhaft, egal ob es das sich mit dem Inhalt auseinandersetzen ist oder das freie Reden vor den Mitschülern, aber ich denke es ist wichtig das an der Schule verschiede Methoden benutzt werden, da wie gesagt nicht jeder Lehrer jede Methode nutzen kann und nicht alle Fächer für alle Methoden geeignet sind. Besonders in Sprachen eignet sich LdL und ich denke in Fächern wie Physik und Mathematik sollte man eine andere Methode suchen, die das Fach den Schülern anschaulicher und angenehmer macht.
Gruß Severin
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Jean-Pol Martin
antwortete am 24.02.02 (15:00):
Ja, ich denke, du hast recht.
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jemand
antwortete am 23.07.02 (17:19):
Die Frage ist doch falsch gestellt! Es müsste heißen: ldl aus schülersicht irgendwas positives????
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jpm
antwortete am 23.07.02 (17:35):
OK, verehrter Jemand! Könnten wir erfahren, was dich/Sie so ärgert? Vielleicht könnte man sich dann etwas überlegen. Beispielsweise, dass LdL verboten wird, oder dass man von LdL abrät, oder dass man von bestimmten Verfahren beim LdL-Einsatz abrät, oder... Dass du/Sie sauer bist/sind, habe ich verstanden. Aber ich möchte aus diesem Unmut Konsequenzen für meine Arbeit ableiten.
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Severin
antwortete am 23.07.02 (19:06):
@ jpm: was "jemand" sagen möchte ist vielleicht nicht, dass er LdL im großen und ganzen nicht mag oder damit nicht zufrieden ist, sondern, dass "LdL aus Schülersicht - nur Positives?" einfach dann Eindruck macht, als würde LdL nur Anklang bei den Schülern finden ... die Frage ist vielleicht nicht politischkorrekt gestellt, man sollte sagen: LdL aus Schülersicht - positiv oder negativ? Dann sind alle - sogar jemand - glücklich!
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jpm
antwortete am 23.07.02 (20:00):
Eigentlich wurde das Brett von einer Studentin eröffnet, die in Baden-Württemberg jahrelang den LdL-Unterricht einer Kollegin genossen hatte (ohne Ironie), aber doch einige Bedenken anzumelden hatte... Meine Antwort auf "jemand" ist beeinflusst von einem sehr negativen Beitrag auf dem Brett "LdL am JEG-Elsenfeld". Ich dachte, dass "jemand" derselbe Schüler sei, der bereits auf dem JEG-Brett seinen Ärger zum Ausdruck gebracht hatte.
(Internet-Tipp: http://www.zum.de/Foren/ldl/threads/thread184.html)
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jemand
antwortete am 25.07.02 (18:56):
Als Schüler, der bereit ist etwas zu leisten und zu lernen ist man doch voll der Depp. Die Stunden werden von aufgeblasenen "Grammatikvorstellungen" verbraucht. Die Leute erzählen ziemlich 1:1 was in der Grammatik steht (wie sollten sie auch was anderes machen?), das kann man daheim sinnvoller und schneller machen, wenn die Vorstellungen nicht von einer fachlich kompetenten Person (Lehrer!) durchgeführt werden. Für besonders "schlau" halte ich das Vermitteln von Texten durch Theater. Vielleicht bin ich ja so blöd, aber ich habe immer gedacht, es kommt bei den Texten schwerpunktmäßig auf die Sprache an und nur sekundär auf den Inhalt. Und auf Dialoge reduziert, kommt das erlernen 100% korrekter Sprache (wie sie in Texten vorzufunden ist) ziemlich kurz! Notengebung ist der nächste Schrott. Ich weiß nicht was bewertet wird, aber die Französischkenntnisse scheinen keine zu große Rolle zu spielen. Hochachtungsvoll, jemand, der sich nicht zu LdL am JEG-Elsenfeld geäußert hat.
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jpm
antwortete am 25.07.02 (20:24):
@Jemand Ich habe schon geahnt, dass du interessante Kritikpunkte hattest. Wenn die Grammatik 1:1 vorgestellt wird, dann entspricht es nicht dem "Geist" von LdL. Mit dieser Methode soll man sich daran gewöhnen, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden. Bei mir reduzieren die Schüler den Stoff, den sie vorzustellen haben, sehr stark. Die Vermittlung eines Textes durch Rollenspiele soll daran gewöhnen, ebenfalls das Wesentliche zu erkennen und darzustellen. Im Anschluss wird der Text wie üblich gelesen und bearbeitet. Durch die Präsentationen werden die Schüler viel stärker eingebunden in das ganze Geschehen. Allerdings müssen die präsentierenden Schüler ihre Mitschüler stets ansprechen und in den Prozess einschließen. Meine Schüler mögen das offensichtlich und sind zufrieden. Sonst würde ich LdL auf keinen Fall anwenden! Ich will doch, dass die Schüler etwas lernen, und auch gerne lernen! Sonst hätte es keinen Sinn. Wenn meine Schüler sagen würden, wir wollen nicht mehr LdL anwenden, würde ich sofort aufhören!
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jpm
antwortete am 26.07.02 (07:13):
@Jemand Noch einmal, damit meine Position ganz klar wird: du hast mit deiner Kritik völlig recht!!! Aber wenn, du willst, dass unsere Welt vorankommt, musst du diese Kritik auch vor Ort, also vor deinen Lehrern und Mitschülern anbringen. Formuliere also vor dem Lehrer die Kritik, die du hier geäußert hast und bitte ihn, sein LdL-Vorgehen so weit anzupassen, dass es für deine Mitschüler und für dich fruchtbar wird. Nur so, kann es Fortschritt geben. Allerdings: wenn du dich nach dem guten alten Frontalunterricht sehnst, das kann ich verstehen, aber die Zukunft liegt in einem verbesserten LdL-Unterricht (oder wie auch alle alternative methodischen Konzepte alle heißen)! Für deinen Beitrag bedanke ich mich sehr herzlich!!! PS: Warst du derjenige, der mir auf dem JEG-Brett empfohlen hast, mir ins Knie zu ficken? :-))) Wenn du es gewesen bist, freut es mich ganz besonders, denn aus meiner Sicht bedeuten Beschimpfungen immer, dass jemand mir etwas mitteilen will und einen Weg dazu sucht... Deshalb beleidigen mich Beschimpfungen nicht, sondern sie zeigen schließlich ein gewisses Interesse von seiten des Verfassers...
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jemand
antwortete am 26.07.02 (19:04):
Es ist doch egal, ob der Stoff reduziert ist oder nicht, jedenfalls kann ein Schüler nie was anderes erzählen als das, was in der Grammtik steht. Zu sagen:" Ich stell euch xy vor. Also die Formen sind so und so, werden so gebildet. Da machen wir eine Übung dazu" wird -zumindest von meinem Lehrer- nicht gerne gesehen. Das seiso langweilig für die anderen, die müssten miteinbezogen werden. Die Schüler, die den Text pantomimisch oder wie auch immer vorspielen lernen Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden. Aber was ist mit den anderen? Es wird eine 1/4 Stunde oder mehr vertan, nur damit 3 oder 4 Leute beweisen können, dass sie den kern des Textes erkannt haben. Ganz zu schweigen davon, dass die Dialoge in meistens nicht nachahmenswertem und/oder sehr einfachem Französisch sind. Mitschüler können meiner Meinung nach nicht ständig in alles miteinbezogen werden. Können die sich nicht ,wenns schon ein Rollenspiel sein muss, das auch einfach nur ganz passiv anschauen, um den Kern davon zu erkennen??? Mag sein, dass ihr LdL-Unterricht besser ist, aber ich denke sie sind der Erfinder von LdL, und welcher Schüler würde dem sagen, dass er damit nicht zufrieden ist? Wie soll ich Kritik vor Ort anbringen? Meine Freunde sind begeistert weil sie gute Noten haben, ohne sich anstrengen zu müssen, der Lehrer ein Psychopat, der sich für Superman hält und von allen geliebt werden möchte. Ich sehne mich nicht nach dem "guten alten Frontalunterricht", aber ich hasse es, wenn nur um den Breu rumgeredet wird. (siehe Grammatik)
Bitte, es war mir ein Vergnügen diesen Beitrag zu verfassen :-)
P.S. Ich würde nie jemandem raten sich ins Knie zu ficken, und meiner Ansicht nach sind Beschimpfungen auch nicht immer den Wunsch nach Kommunikation gleichzusetzten.
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jpm
antwortete am 27.07.02 (06:17):
@Lieber Niemand Herzlichen Dank, deine Beschreibung ist gut nachvollziehbar. Ich greife eine Stelle deines Beitrages wieder auf:
"Zu sagen: 'Ich stell euch xy vor. Also die Formen sind so und so, werden so gebildet. Da machen wir eine Übung dazu' wird -zumindest von meinem Lehrer- nicht gerne gesehen. Das seiso langweilig für die anderen, die müssten miteinbezogen werden."
Genau das aber, was dein Lehrer offensichtlich nicht will, wünsche ich mir von meinen Schülern. Also: LdL ist nicht gleich LdL. Zu deinem Lehrer als Psychopath: wenn jemand aus welcher Motivation auch immer seinen Job gut machen will, ist es zunächst zu begrüßen. Insofern sind mir seine Bemühungen natürlich sympathisch. Aber ich kenne die Situation natürlich nicht... Auf jeden Fall hast du mir, lieber Jemand, wieder Stoff zum Nachdenken geliefert! PS: Auch ich setze nicht Beschimpfungen mit einem Wunsch nach Kommunikation gleich. Aber es macht mir immer Spaß, Negatives in Positives umzudefinieren. Und oft trifft meine Umdefinition sogar zu! :-))
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jpm
antwortete am 27.07.02 (08:50):
Verzeihung: in der Eile, habe ich dich mit "Lieber Niemand" angesprochen... Klar, dass diese Anrede völlig daneben ist! :-)))
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jpm
antwortete am 28.07.02 (06:16):
Übrigens: deinen Beitrag habe ich in die LdL-Mailingliste (etwa 200 Leser) eingegeben...
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Florian R.
antwortete am 10.12.02 (11:43):
Als gegenwärtiges LdL-Objekt in einer berusfsbildenden Schule spielt für mich vor Allem die Motivation des Lehrers für den LdL-Einsatz eine Rolle. Sicher stellt LdL eine hervorragende Methode dar, das Lernen von Stoff mit dem praktischen Einüben von kommunikativen Fähigkeiten (auch Mitarbeiterführung) zu kombinieren. Merkt man jedoch als Teil der Lerngruppe, dass es dem Lehrer eben nicht um diese Ziele geht, sondern lediglich um ein bequemes "Herausziehen" aus dem Unterrichtsgeschehen, wird LdL zumindest fragwürdig. Aus meiner Perspektive versteckt sich die Lehrkraft hinter einer Methode, bringt nichteinmal mehr die Leistung als Moderator des Lernprozesses sondern reduziert sich selbst auf die Rolle des notengebenden Zuhörers - ein weiterer Schritt in Richtung vollständiger Aufgabe des Systems Schule, weg vom gut vorbereiteten und fachlich untersetzten Unterricht nach dem Modell Vorlesung.
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jpm
antwortete am 10.12.02 (18:18):
@Florian Ihre Beschreibung ist sicherlich zutreffend... Das ist wirklich ein Dilemma: auf der einen Seite ein LdL-Unterricht, der offensichtlich die Schüler weiterbringt, also fordert und fördert, auf der anderen Seite die negativen Erscheinungen, die Sie schildern. Im Augenblick stehen meine Schüler vor der Wahl des Leistungskurses und brachten Ihre Gründe für oder gegen die Wahl des LK Französisch bei mir: für: viel lernen gegen: viel arbeiten Ich denke, viele werden den LK-Französisch am Ende doch wählen. Allerdings: meine Schüler merken, dass auch ich viel arbeite...
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lisa
antwortete am 03.07.03 (21:47):
ich habe auch ldl- erfahrungen gemacht und kann nur sagen, dass dieses konzept absolut nichts neues ist. ich bin nicht von ldl überzeugt.
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jpm
antwortete am 04.07.03 (05:48):
Was meinst du genau, Lisa? Was überzeugt dich nicht?
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jpm
antwortete am 05.11.06 (10:03):
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