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THEMA: LdL im Musikunterricht der Klasse 5 (Gy)
99 Antwort(en).
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Oliver Drechsel
begann die Diskussion am 27.03.02 (16:45) mit folgendem Beitrag:
Ohne Kenntnis von LdL entschloss ich (Referendar für Musik und Mathematik) mich Anfang des Jahres, in "meiner" 5.Klasse (Gy) einmal auszuprobieren, ob sich die SchülerInnen nicht gegenseitig die Stammtöne der Notenschrift im Violinschlüssel beibringen könnten, da doch die Hälfte der Klasse diese durch privates Musizieren bereits kennt. Gedacht, getan ... und siehe da, das Experiment gelang vollauf. Die SchülerInnen waren hochmotiviert dabei und bereits nach wenigen Minuten fanden in den Zweier-Gruppen bereits die ersten "Tests" über das Vermittelte statt. Auf diese Weise ermutigt, die Schüler als "Wissensvermittler" einzusetzen, forschte ich im Internet nach, ob sich nicht etwas zum Thema "Schüler unterrichten Schüler" fände und so stiess ich mitten in LdL hinein. Dadurch angeregt - auch wenn leider so gut wie nichts zum Fach Musik zu finden war - "experimentierte" ich mit "meiner" 5 in dieser Hinsicht weiter und bin bereits nach wenigen Wochen dazu übergegangen, kleine Sequenzen im Sinne von LdL von jeweils zwei SchülerInnen zu Hause vorbereiten und dann vortragen zu lassen (inkl. Tafelbild, Merksatz etc.). So tasten wir uns immer näher an LdL heran. Mittlerweile bin ich auch dazu entschlossen, mich mit dem Thema "Annäherung an LdL im Musikunterricht der Klasse 5" in meiner 2.Staatsarbeit auseinanderzusetzen, denn ich denke, dass bereits in der 5.Klasse ein Anfang mit LdL gemacht werden kann und dies auch im Musikunterricht möglich ist, nicht nur vorrangig in den Fremdsprachen. Ich hoffe, mit diesem Forum in dieser Hinsicht Anregungen geben zu können und vielleicht (oder bestimmt) auf diesem Wege (wo sind die LdL-Musiklehrer?) auch weitere Anregungen zu bekommen. Soviel für´s erste - ich bin gespannt, was sich tut...
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Jean-Pol Martin
antwortete am 28.03.02 (11:04):
Lieber Oliver Drechsel, leider tut sich in den Foren nur dann etwas, wenn man das Forum mit eigenen Erfahrungen füttert! Nach 10 bis 15 Beiträgen von Ihnen kann es sein, dass ein Leser selbst einen Eintrag eingibt. Von daher wäre es besser, wenn Sie auf dem bereits existierenden Brett zu LdL im Musikunterricht Ihre Gedanken einbringen. Sie sagen, es gäbe zu LdL im Musikunterricht "fast" nichts... Da tun Sie aber Uwe Reiners Unrecht. An Ihrer Stelle würde ich ihn einfach kontaktieren, denn er hat viele Erfahrungen gesammelt, einen Aufsatz geschrieben, führt Fortbildungen durch und kennt sich also bestens aus. Ich denke, gerade wenn es wenig Leute gibt, ist Vernetzung unbedingt angesagt!
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Oliver Drechsel
antwortete am 28.03.02 (14:12):
Lieber Herr Martin, mit "so gut wie nichts" meinte ich natürlich die Informationen, die im Internet zum Thema "LdL im Musikunterricht" zu finden sind und diese sind im Vergleich zu den anderen Fächern doch rar gesät. Herrn Reiners habe ich versucht per email zu kontaktieren, jedoch kam diese email mit dem Vermerk "Mailbox voll" wieder zurück. Werde es also nochmal versuchen... Auf dem von Herrn Reiners eingerichteten Forum "LdL im Musikunterricht" hat sich seit geraumer Zeit nichts mehr getan (es scheint also tatsächlich ein sehr kleiner Kreis von LdL-"Musikern" zu sein, der dringend weiterer Ergänzung und intensiverer Vernetzung bedarf), deshalb ist vielleicht ein neuer Anlauf sinnvoll... (?) [- beim ersten Durch-Scrollen war das Forum mir damals seltsamerweise entgangen...] Weitere Eigen-Erfahrungen zur Ergänzung des Forums (speziell für die Anfänge in Klasse 5) werden folgen...
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Jean-Pol Martin
antwortete am 28.03.02 (14:16):
Schön. Wollen Sie Ihr Forum behalten, oder sollten wir nicht Ihre Beiträge auf das andere einkopieren und dieses löschen? Sonst bestehen zwei Foren zum Fach Musik und die Kräfte werden noch mehr geteilt.
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Oliver Drechsel
antwortete am 28.03.02 (14:23):
Das könnten wir (Sie) tun. Die Mail an Herrn Reiners kam gerade wieder mit gleichem Vermerk zurück - vielleicht ist er in Oster-Urlaub... also demnächst neuer Versuch.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 28.03.02 (17:28):
OK. Ich werde es dann erledigen! Viele Grüße Martin
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Jean-Pol Martin
antwortete am 28.03.02 (18:28):
Ich denke, ich lasse Ihr Forum zunächst einige Zeit als Blickfang! Vielleicht lässt sich doch ein Kollege auf diese Weise heranlocken!
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Christel Langlotz
antwortete am 28.03.02 (19:08):
Oliver, Ihre Ideen sind Spitze. Unser Fach steht zwar mal wieder in der öffentlichen Diskussion, hat aber schon immer seine besonderen Chancen und Probleme im Fächerkanon der Schule gehabt. Ein lebendiger Unterricht im Fach Musik kann sich nur durch den Ideenreichtum des Lehrers verwirklichen. Schülerinnen und Schüler sind den Inhalten und Methoden durchaus aufgeschlossen.Ich probiere seit 32 Jahren viele Dinge im MU aus. LdL ist für uns bestimmt ein Thema.
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Oliver Drechsel
antwortete am 28.03.02 (19:53):
Na das ist ja wunderbar, dass sich sofort etwas tut!
Dass die SchülerInnen den Inhalten und Methoden aufgeschlossen sind, kann ich aus meiner kurzen Erfahrung bislang nur bestätigen ("Dürfen wir nochmal Lehrer sein?"), auch wenn sie bislang immer nur kurz zum Einsatz kamen, z.B. durch - Vermittlung der Notenschrift (Stammtöne) in Partnerarbeit; - Vermittlung des Tastatur-Aufbaus und der Verbindung zu den Stammtönen in Kleingruppen; - Hörübungen von Halb- und Ganztonschritten (ein Schüler als Lehrer am Klavier); - durch Vorstellen der Pausen-Werte (als Tafelbild, entsprechende Notenwerte bekannt) o.ä. - später dazu mehr...
Ich denke, diese "kleinen" Einsätze sind wohl zunächst der einzig mögliche Weg zu einer größeren Übernahme von Lehrerfunktionen, oder? Wie sind hier Ihre Erfahrungen in Klasse 5?
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Christel Langlotz
antwortete am 28.03.02 (21:28):
In Klasse 5 haben wir durch den meist nicht abgedeckten Grundschulunterricht ( 80% fällt aus oder wird fachfremd unterrichtet )einerseits und dem instrumentalen Wirken andererseits ein großes Gefälle. Kleine Schritte sind das richtige Mittel. Probieren Sie diese auch mal durch Bereitstellen von Materialien aus dem Bereich - " Was haben uns die Komponisten heute zu sagen aus " z.B. Karteikarten erstellen lassen zu verschiedenen Gesichtspunkten.Vergessen Sie dabei auch nicht den Gesichtspunkt der Coverversionen im Alltagsbereich unserer Schüler.
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Oliver Drechsel
antwortete am 28.03.02 (22:44):
Vielen Dank für die Anregung. Sie trifft übrigens genau den Bereich des Unterrichts, den ich für den problematischsten, schwierigsten halte, nämlich das Sprechen über die zunächst einmal vorrangig subjektive Bedeutung von Musik, über Wirkung, Funktion, Ästhetik etc., wobei bei Ihrem Vorschlag ja sogar noch der Schritt der Übertragung auf die Jetzt-Zeit erfolgt. Oder meinten Sie eher "was heutige Komponisten zu sagen haben" im Gegensatz zu "was für eine Bedeutung die Kompositionen früherer Komponisten für uns heute haben" (...?) Vielleicht wird dies deutlicher wenn Sie mir einige der "verschiedenen Gesichtspunkte" benennen?
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Christel Langlotz
antwortete am 29.03.02 (12:22):
Ich meine schon, was haben uns die "Alten " heute zu sagen.Wir sind ja angehalten, den Gegenwartsbezug zu unseren Schülern herzustellen. Übrigens, sollten wir unsere Diskussionen weiterhin ins Forum stellen, oder soll ich direkt antworten?
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Jean-Pol Martin
antwortete am 29.03.02 (12:28):
Bitte, bitte, diskutieren Sie weiter im Forum!!! Ich flehe Sie an! Sonst wird dieses Brett einschlafen! Sie haben viel mehr Leser als Sie denken und alle interessieren sich für Ihre Beiträge!
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Oliver Drechsel
antwortete am 29.03.02 (13:43):
Ich denke ebenfalls, dass wir öffentlich bleiben sollten. Sonst gehen ja wieder Anregungen und Ergebnisse verloren, nach denen der ein oder andere suchende Musiklehrer (so wie ich vor einiger Zeit) Ausschau hält. Und das Ganze ist ja auch nicht in allen Punkten auf den Musikunterricht beschränkt, insbesondere dann nicht, wenn wir auch über den Beginn von LdL im Unterricht sprechen - sowohl über den Einstieg für Lehrer, als auch für Schüler. Daher denke ich auch, lieber Herr Martin, dass wir doch das Forum erst einmal so lassen, ohne es mit dem anderen Musik-Forum zu verbinden, denn es scheint ja zu funktionieren. - Ich hoffe darauf, dass sich auch Herr Reiners (natürlich neben hoffentlich vielen anderen) anschliessen wird, auch wenn er momentan immer noch nicht per email erreichbar ist.
Nun noch einmal zurück Ihrer Anregung, Frau Langlotz, und den verschiedenen Gesichtspunkten, wären das zum Beispiel Gesichtspunkte wie "programmatische Aussagen", "Gefühle in der Musik" o.ä. oder z.B. auch Gestaltungsmerkmale wie Form, Instrumentation etc. (?) Ich kann dies noch nicht so ganz mit Inhalt füllen...
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Jean-Pol Martin
antwortete am 29.03.02 (14:10):
Klar, sollen wir dieses Forum, das ja lebendig ist, so lassen. An die Verbindung (Verschmelzung) der beiden Musik-Foren werden wir erst denken müssen, wenn durch natürliche Aufschichtung (es werden weitere Foren eröffnet) dieses nach unten rücken und nicht mehr im Blickpunkt der Besucher sein wird.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 29.03.02 (14:15):
Am besten ist es, wenn Sie (Sie beiden) Kollegen auf das Forum aufmerksam machen. Dann kann vielleicht eine aktive Online-Community von Musik-Lehrern entstehen. Ich selbst habe heute einen Posting in die LdL-Mailingliste (189 Teilnehmer) eingegeben, um auf das neue Musik-Forum hinzuweisen. Thematisch ist das LdL-Forum offen und Sie können alles diskutieren, was Sie beschäftigt, auch wenn es nicht gerade LdL ist!
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Christel Langlotz
antwortete am 29.03.02 (15:40):
Ein Komponistenbild unter verschiedenen Gesichtspunkten zu erstellen,kann z. B. arbeitsteilig geschehen. Faszination übt noch immer ein Lebensporträit aus.Sch. holen sich z.B. auch Vorinformationen aus den Netz, schreiben dann mehrere Karteikärtchen zu erstellten Untergruppen. ( Kindheit, Jugend, ....Charaktereigenschaften, Zeitbedingungen,möchte ich in seine Haut schlüpfen...Bedingung ist, dass die Schüler ihre Kernsätze selbst verstehen. Die Kärtchen sind farbig sund ergeben so eine gewisse Sortierung.
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Christel Langlotz
antwortete am 29.03.02 (15:50):
2. Teil nun versuchen wir der Frage nachzugehen, was sagt uns dieser Mensch heute: -Klassenmusizieren prägnanter Themen oder Stücke -Bearbeitungen ( gibt es ganz ganz viele ) mit den Originalen zu vergleichen und die Frage zu stellen- wäre der Komponist damit einverstanden. ( Teilantworten ergeben sich auch aus dem Lebensporträit ) -ganz aktuell Sarabande von Hädel in der LevisJeanswerbung.Überall kann man auch Lernzirkel oder Stationenen einsetzen und kommt zu erstaulichen Ergebnissen.
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Oliver Drechsel
antwortete am 29.03.02 (20:25):
Das klingt sehr interessant, nun habe ich es überblickt - ich werde die Anregung gerne aufnehmen. Zunächst habe ich im weiteren Vorgehen mit der Klasse 5 geplant, nach den Osterferien das Thema Notenschrift abzuschließen (mit Einführung der b-Vorzeichen und chromatischer Tonleiter, jeweils durch 2 Schüler) und einen Test zu schreiben. Danach habe ich vorgesehen, eine kleine Reihe über Musikinstrumente (wobei im Vordergrund der Klang stehen soll) anzufügen und in diese lässt sich sicher Ihr Vorschlag integrieren. Was meinen ersten Einstieg in LdL angeht, so war dieser wie anfangs schon erwähnt, aus Binnendifferenzierung entstanden. Die Hälfte der Schüler, die die Notenschrift bereits durch privates Musizieren mehr oder weniger kannte, brachte diese in Partnerarbeit der anderen Hälfte bei. So ist dieser spontane LdL-Einstieg ohne viel Aufwand und Vorbereitung abgelaufen, die Schülerlehrer haben wie selbstverständlich die Rolle des "Erklärers" übernommen, sie brauchten sich nicht in etwas Neues einzuarbeiten, sondern konnten bereits erworbenes Wissen weitergeben - wie ich finde, im Nachhinein ein idealer Einstieg in LdL: zunächst einmal die Lehrerfunktion übernehmen, ohne sich darauf vorbereiten zu müssen. Wie sehen Sie das? Problematischer wurde es dann, als es darum ging, sich zu Hause mit einem kleinen Schritt ins Neuland zu beschäftigen und vorher Unbekanntes zu verstehen und dann zu vermitteln. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, wie ich dies mittlerweile in verschiedenen Aufsätzen gelesen habe, die Vorbereitung der kleinen Sequenzen in die Unterrichtszeit zu verlegen, statt den Sprung ins kalte Wasser zu tun. Außerdem hätte es wohl früher der etwas spät erfolgten Absprache über "Aufgaben der Lehrer" [und "Aufgaben der Schüler"] bedurft. Wann sprechen Sie mit den Schülern explizit darüber?
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Jean-Pol Martin
antwortete am 30.03.02 (06:27):
"Hier wäre es vielleicht besser gewesen, wie ich dies mittlerweile in verschiedenen Aufsätzen gelesen habe, die Vorbereitung der kleinen Sequenzen in die Unterrichtszeit zu verlegen, statt den Sprung ins kalte Wasser zu tun."
- Ja, unbedingt. Die Schüler dürfen nicht das Gefühl bekommen, dass sie bei LdL mehr Arbeit bekommen. Daher lasse ich alles während der Unterrichtszeit vorbereiten.
"Außerdem hätte es wohl früher der etwas spät erfolgten Absprache über "Aufgaben der Lehrer" [und "Aufgaben der Schüler"] bedurft. Wann sprechen Sie mit den Schülern explizit darüber?"
- Ich spreche nie explizit darüber. Das ergibt sich. Wichtig ist, dass ich von Anfang an vorne am Pult bei den Schülern bleibe und mit ihnen ganz offen über die Zweckmäßigkeit eines bestimmten methodischen Zugriffs spreche. Bei diesen Überlegungen ist auch die Klasse beteiligt. Es besteht also ein kontinuierlicher, unterrichtsbegleitender, offener Diskurs über methodische Zugriffe im Klassenzimmer (vgl. meinen Eintrag im Brett "Was Schülerinnen heute lernen sollen".
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Jean-Pol Martin
antwortete am 30.03.02 (09:30):
Hier der Eintrag:
"Damit die unterrichtenden Schüler zwanglos ihre methodischen Gedanken offenlegen, muss man sie regelmäßig und vor der Klasse fragen, was sie nun vorhaben. Beispielsweise: - Lehrer: "Die Grammatikpräsentation war klasse!. Seid ihr jetzt fertig?" - Verantwortliche Schüler: "Eingentlich ja." - Lehrer: "Wäre es nicht gut, jetzt eine Übung zu machen?". - Die Schüler aus der Klasse: "Ja, machen wir doch eine Übung!". - Die verantwortlichen Schüler: "Gut, aber wir haben nichts parat!" . Ein Schüler aus der Klasse: "Machen wir doch die Übung 5, Seite 47, di passt ganz gut!" - Die verantwortlichen Schüler: "OK. Sollen wir die Übung vorher in Partnerarbeit machen?" - Schüler aus der Klasse: "Nein, machen wir das gleich!" - Die verantwortlichen Schüler: "Gut, Michaela, leite bitte die Übung an..." Das Ganze dauert nicht lang und wird natürlich auf französisch verhandelt!
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Christel Langlotz
antwortete am 30.03.02 (11:57):
Ich spreche mit den Schülern auch nicht jede einzelne Aufgabenverteilung zu Beginn der Einheit durch. Vieles ergibt sich im Verlaufe des Unternehmens. Dann allerdings versuche ich im Vorfeld immer mit dem (den) verantwortlichen Schüler Rücksprache zu halten, um sicher zu sein, dass die Aufgabenstellung und deren Lösung korrekt ist. Übrigens LdL eignet sich auch, um Schüler, die später in die Lerngruppe kommen zu integrieren.
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Oliver Drechsel
antwortete am 30.03.02 (18:34):
Ihr Beispiel, lieber Herr Martin, läßt sich - danke für die Anregung - sofort auf den Musikunterricht übertragen, zumindest für den musiktheoretischen Teil, der bislang in Klasse 5 Thema war, auch wenn die Schüler kein Musikbuch mit Übungen haben. Sie haben aber schon reichlich Erfahrungen mit dem Erstellen eigener Übungen gesammelt, z.B. zum Notenlesen (Noten-Geheimschrift, Noten zu vorgegebenen Notennamen schreiben und umgekehrt) oder zum Rhythmus (Taktarten erkennen, Takte korrekt ausfüllen etc.).
Das "explizit über Lehrer-Aufgaben" sprechen, bezog sich bei mir auf Anweisungen wie "deutlich sprechen", "auf Schülerfragen achten", "Merksatz überlegen" etc. Diese "Regularien" habe ich gemeinsam mit den Schülern als Orientierungshilfe erarbeitet. Mehr war gar nicht intendiert. Über methodische Fragen (oder gar einzelne Vermittlungsschritte) haben wir nicht gesprochen, das wäre auch mit einer 5.Klasse wohl zu früh. Insofern widerspricht dies m.E. nicht Ihren Anmerkungen, war aber anscheinend missverständlich formuliert. Daher anders gefragt: Sprechen Sie solche Regularien (oder "Tipps und Arbeitsanweisungen für Schüler in Lehrerrolle" wie von Herrn Kracklauer) ab und wenn ja, wann?
Abschließend noch eine Anmerkung zur Vorbereitung während der Unterrichtszeit. Dies würde voraussetzen, dass die Einheiten nicht aufeinander aufbauen, im Gegensatz zum musiktheoretischen Teil (wie ja auch in den Fremdsprachen, oder?). Ein Ausweg wäre, so wie ich es teilweise schon probiert habe, der ganzen Klasse "normale" Hausaufgaben aufzugeben und diese denjenigen, die etwas vorbereiten, zu "ersparen". (?)
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Jean-Pol Martin
antwortete am 30.03.02 (19:06):
"Das "explizit über Lehrer-Aufgaben" sprechen, bezog sich bei mir auf Anweisungen wie "deutlich sprechen", "auf Schülerfragen achten", "Merksatz überlegen" etc."
- Wenn ich mit LdL anfange bitte ich zwei Schüler nach vorne zu kommen und beispielsweise die Lektüre eines Textes anzuleiten. Schon bei den ersten Schritten dränge ich auf lautes Sprechen, die angesprochenen Mitschüler anschauen, freundlich sein usw. Wenn ein Schüler etwas erklärt, muss absolute Stille herrschen und ich bin recht unerbittlich, was die Disziplin betrifft. Sonst hören die Schüler ihren Mitschülern nicht zu, und diese verlieren die Motivation. Zur Entspannung gibt es dann die Partnerarbeitsphasen... Dazu braucht es keine explizite Regelangaben am Anfang, sondern das wird während des Unterrichtsprozesses durch meine klaren Interventionen sofort deutlich!
"Abschließend noch eine Anmerkung zur Vorbereitung während der Unterrichtszeit. Dies würde voraussetzen, dass die Einheiten nicht aufeinander aufbauen, im Gegensatz zum musiktheoretischen Teil (wie ja auch in den Fremdsprachen, oder?)."
- Vielleicht stellt man sich dieses "Aufbauen" zu zwingend vor. Auch ich dachte zu Beginn, dass zumindest die einzelnen Grammatikteile aufeinander aufbauen. Nun hat sich erwiesen, dass die Schüler auch einen Teil vorbereiten können, wenn ihnen die Zwischenstücke fehlen. Sie schauen nach, wenn sie etwas für ihren eigenen Teil brauchen. Außerdem steht den Schülern, die einen späteren Abschnitt bearbeiten, ein paar Tage zur Verfügung, bevor sie selbst auftreten müssen. In dieser Zeit können sie die noch verbliebenen Lücken ergänzen.
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Oliver Drechsel
antwortete am 03.04.02 (09:37):
Heute einmal eine Frage zum Modewort "Evaluation". Wie halten Sie es mit der Auswertung von Schüler-Reaktionen nach der Einführung von LdL? Schüler-Leistungen kann man ja "wie gewohnt" per schriftlicher Übung festhalten, oder durch die unbenotete Kontrolle von Hausaufgaben, wie ich es sicherlich demnächst auch machen werde, aber die Wertungen der Schüler über die ersten Eindrücke, die Annäherung an LdL? Um bei den Schüler-Einschätzungen nicht rein auf eigene Beobachtungen angewiesen zu sein, habe ich mich gestern einmal daran gemacht, einen Fragebogen zu entwerfen, den ich in der zweiten Woche nach den Osterferein wohl mit meiner 5.Klasse ausprobieren werde. Da ich sowieso vorgesehen habe, dann eine kurze schriftliche Übung durchzuführen, kann die dafür notwendige Sitzordnung gleich zum anonymen Ausfüllen des Fragebogens beibehalten werden. Neben zu bewertenden Aussagen zu den Komplexen "Wenn Mitschüler unterrichten..." und "Wenn man selbst unterrichtet..." habe ich auch Aussagen zur Vorbereitung von Unterrichtsteilen, zum Verhalten des Fachlehrers und zur weiteren Unterrichts-Arbeit aufgeführt sowie freien Platz zur eigenen Darstellung von Vorteilen bzw. Nachteilen von "Schülerunterricht" und Verbesserungsvorschlägen gelassen.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 04.04.02 (18:03):
Lieber Herr Drechsel, ich persönlich bewerte absolut nicht die von den Schülern erbrachten Leistungen beim Präsentieren eines neuen Stoffes, auch nicht ihr kommunikatives/didaktisches Verhalten im Unterricht. Bei mir bleibt der Unterricht in dieser Hinsicht völlig frei von Bewertungen. Meine Noten hole ich mir hauptsächlich über schriftliche Einzelleistungen (Schulaufgaben), wie es die Schulordnung verlangt. Ich persönlich (hier sind viele LdL-Praktizierende anderer Meinung) halte es für schädlich, "LdL-Leistungen" zu bewerten, weil die ohnehin in einer Gruppe gebremste Spontaneität durch Bewertung noch stärker behindert wird. Ich möchte, dass meine Schüler Risiken eingehen. Bei der Aussicht auf Bewertung wird man aber vorsichtiger. Diese "Evaluationsdiskussion" habe wir sehr ausführlich mit Frau Dr.Ruep, Herrn Streitenberger, Herrn Beck und noch weitere Kollegen auf dem Brett "Was sollen Schülerinnen lernen..." geführt. Dort können Sie auch reinschauen!
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Jean-Pol Martin
antwortete am 05.04.02 (07:21):
Übrigens: es gibt auch ein Extra-Brett "Benotungsstrategien im LdL-Unterricht"! Schauen Sie bitte dort nach!
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Oliver Drechsel
antwortete am 05.04.02 (09:57):
Lieber Herr Martin, entweder habe ich mich missverständlich ausgedrückt oder wir schreiben aneinander vorbei. Ich meinte nicht die Evaluation der Leistungen der Schüler (diese bzw. die Standpunkte dazu sind klar - die beiden Bretter, auf die sie mich verwiesen, habe ich bereits besucht), sondern der persönlichen Eindrücke vom LdL-Unterricht nach der ersten Zeit, in der nach diesem Konzept verfahren wird! Ich denke doch, dass auch von Seiten der Schüler wertvolle Anregungen zum Unterrichtsgeschehen kommen können.
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JPM
antwortete am 05.04.02 (10:06):
OK.
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Uwe Reiners
antwortete am 07.04.02 (13:17):
Hallo Oliver Drechsel, Christel Langlotz und Jean Pol Martin, schön, dass sich in Musik etwas regt. Meine LdL - Leidenschaft ist nach wie vor ungebrochen, nur bin ich etwas vorsichtig geworden, was die Akzeptanz bei den Kollegen betrifft. In Aus- und Fortbildung biete ich die Methode immer wieder an und stoße dabei häufig entweder auf grundsätzliche Bedenken oder freundliche Zustimmung ohne die nötige Kontinuität in der Umsetzung und der damit verbundenen professionellen Kommunikation. Die Konsequenz bedeutet eine relative "methodische Vereinsamung". Um so mehr bin ich gespannt auf den vorliegenden Austausch. Erste inhaltliche Anmerkung: Wichtig ist die Analyse der didaktischen Handlungsfelder des Lehrers ( Erziehung, Unterrichtsorganisation, Vermittlung von Informationen, Vermittlung von Fertigkeiten wie Instrumentalspiel und Tanz, Intiierung von kreativen Prozessen und in Bezug auf die musiklehrerspezifischen Handlungsfelder die Gestaltung von Höraufgaben, Musizieraufgaben, Transformationsformen für Klang in Bild, Bewegung, Symbole etc. ). Aufbauend auf diese Analyse können dann die didaktischen Teilfelder definiert werden, die Schüler verantwortlich übernehmen können. Dann erfolgt die praxistaugliche Konkretisierung der von Schülern leistbaren Handlungsmuster ( Aufgaben- und Verrätselungstypen, Präsentationstechniken etc. ) Soweit meine Vorgehensweise. Schönen Unterrichtsbeginn Uwe Reiners
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Jean-Pol Martin
antwortete am 07.04.02 (16:12):
"Meine LdL - Leidenschaft ist nach wie vor ungebrochen"
- So etwas lese ich immer mit großer Freude!
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Christel Langlotz
antwortete am 07.04.02 (16:29):
Danke für die guten Wünsche zum Unterrichtsbeginn. Mal eine kleine grundsätzliche Anmerkung. Ich glaube ( bzw. ich weiß ), dass wir Musiklehrer oft am Rande der Belastbarkeit taumeln. Vielleicht ist das auch ein Grund,warum viele Kollegen sich nur zögernd neuen Verfahrensweisen öffnen. Die Anforderungen eines normalen Schulalltags in Muskik sind enorm und werden noch immer nicht wahrgenommen. Ich unterrichte morgen z.B. 6 Klassen in einer kooperativen Gesamtschule aus allen Bereichen und allen Jahrgangsstufen bis zur Klasse 10.Für alle ist das U-Material in stundenlanger Ferienarbeit gerichtet. Auch nach 32 Jahren Unterrichttätigkeit gibt es keine Routine und Gleichförmigkeit, was ich durchaus positiv sehe.Der Zeitfaktor der häuslichen Vor und Nachbereitung ist aber kaum zu leisten.Auch einer der Gründe, warum der Musiklehrermarkt so leergefegt ist. Ein Highlight morgen:Infos und Musiziermodelle am Schlagzeug in Lernstationen.Guten Start Christel Langlotz
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Jean-Pol Martin
antwortete am 07.04.02 (20:08):
Ich denke, es ist günstig, wenn ich die wesentlichen Beiträge, die auf dem Forum "LdL im Musikunterricht" zu finden sind, hier einkopiere. Dann haben wir alles beisammen!
______________________________________ "Ulf antwortete am 28.12.00 (17:00):
Hallo! Mein Referendariat an einer Gesamtschule hab ich begonnen, eigener Unterricht beginnt jetzt. Ich hab viel gekuckt, aber nur Frontales gesehen, so dass ich nicht abschätzen kann, auf was für Fähigkeiten ich zurückgreifen kann. Deshalb schwebt mir erstmal Gruppen-/Partnerarbeit vor, zumal noch nicht klar ist, ob ich diese Gruppen länger habe. Im Januar wollt ich Folgendes machen: 1. Schönbergs "Ein Überlebender aus Warschau" in 12/13 GK. 2. Kadenzen in 11er. 3. Variation (Vertiefung) in 10er. 1. 2 arbeitsteilige Großgruppen. Die 'Wort'-Gruppe erarbeitet den Text als Rollenspiel, dann mit Annäherung an eine Aufnahme (mit Partitur), entwickelt dann alternative Verarbeitungsweisen (z.B.: geht Rap oder nicht? Was für Musik passt?). Die 'Musik'-Gruppe erarbeitet die Partitur, indem einzelne die einzelnen Instrumente darstellen, mehr oder weniger 'bildlich', passend zum Gebrauch. Dann im Plenum Integration anhand der Aufnahme, Besprechung der Probleme der Integration, Probleme des Stückes, mögliche Alternativen, wenn möglich mit konkreter Darstellung. Ist das schon zu weit oder viel zu wenig aufm Weg in Richtung LdL? 2. + 3.: Kadenzen und Variation in Partnerarbeit am Keyboard mit differenzierten Arbeitsaufträgen, mindestens Ergänzung, Weiterführung von passenden Pop-Melodien, möglichst Entwicklung eigener Stückchen. Wär auch hier mehr Wagemut angebracht? Und prinzipiell: Sind Vorstufen in dieser Situation angebracht oder übervorsichtig? ------------------------------------------------------------ Uwe Reiners antwortete am 28.12.00 (18:14):
Die Unterrichtsideen machen in Inhalt und Form sehr neugierig. Werde mir das gleich für meinen Unterricht merken. Es handelt sich m.E. allerdings mehr um sehr selbständige Arbeitsformen als um die Übernahme von didaktischen Funktionen durch Schüler. Eine Grobform praktiziere z. B. ich so: Schüler bekommen Texte, Ton- und Bildmaterial z.B. zum Thema Beethoven. Das Ziel der Bearbeitung ist kein Referat, sondern die Vermittlung der Stoffe anhand von gruppenaktivierenden Inputs - d.h. Verrätselungen, Höraufgaben, Quiz- und Denkaufgaben, die von den Arbeitsgruppen konzipiert werden und dann in Lehrerfunktion präsentiert werden. ------------------------------------------------------------ Ulf antwortete am 05.01.01 (10:55):
Hallo, Herr Reiners! 1. Durch die (von den Schülern vielleicht nicht erwartete) Herausforderung der Selbständigkeit inkl. Präsentation will ich diese erstmal austesten. Den Weg in Richtung LdL will ich versuchen zu öffnen, indem ich zwar klare Arbeitsaufträge gebe (z.B. für die zz. weniger Selbständigen), aber ermutige, diese in Frage zu stellen und ggf. Verbesserungen/Alternativen (zu einem sozusagen von den Schülern selbst neu formulierten Arbeitsauftrag) zu präsentieren. 2. In Musik hat man ja wenig (bzw. wie ich keine) Möglichkeiten, Hausaufgaben aufzugeben. Auch will man ja möglichst viele Schüler in einen LdL-Vorgang einbeziehen. Wird dann also meistens eine Phase mit (eher arbeitsteiligen?) Gruppen einer Präsentationsphase vorangehen? (So wie in Ihrem Beispiel, Herr Reiners)
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Jean-Pol Martin
antwortete am 07.04.02 (20:13):
Und: Andreas Rubisch/Uwe Reiners: "Hindemith per Mausklick - Schüler gestalten Lernstationen am Computer":
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de/material/berichte/musik/musik.htm)
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Oliver Drechsel
antwortete am 07.04.02 (20:29):
Lieber Herr Reiners, schön, dass sie sich mit eingeschaltet haben und vielen Dank für die guten Wünsche zum Start nach den Ferien sowie für die aufschlussreiche Schrittfolge in den Anmerkungen zu Ihrer Vorgehensweise. Vielleicht lässt sich ja doch noch einiges bei anderen Musiklehrern bewegen, um der "methodischen Vereinsamung" entgegenzuwirken; ich werde LdL jedenfalls demnächst einmal in unserem Fachseminar zur Sprache bringen und auch andere Musikerkollegen darauf aufmerksam machen. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto besser gefällt mir das Konzept(auch wenn ich noch nicht lange dabei bin...)
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Jean-Pol Martin
antwortete am 08.04.02 (06:45):
"(...) Je mehr ich mich damit beschäftige, desto besser gefällt mir das Konzept (...)"
- Auch ein Satz der mich freut! Ich denke, viele Kollegen machen auch Ihre Erfahrung. :-))
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Ulf
antwortete am 13.04.02 (12:35):
Schön, dass sich hier wieder was tut! Meine Überlegungen zurzeit:
Eine AB-artige Folie, die eine 9 Klasse gemeinsam erarbeiten sollte hat beim ersten Mal gut geklappt, beim zweiten Mal gab es geharnischte Proteste, es sei so zu mühselig, trotz guter Vorschläge verschiedener Instrumentalisten. Vorbereitung zu ‚Referaten mit Aufgabenstellungen’ zu Rock, Pop & Dance-Stilen haben jetzt (Singstunden abgezogen) 9 Stunden gebraucht, bei den Vorträgen inkl. Aufgaben, Hörbeispielen, Videobeispielen, ggf. Poster dazu ab nächster Woche rechnen die mit je 30 Minuten pro 3er Gruppe. Das scheint mir nicht im Verhältnis zu stehen, angesichts der Tatsache, dass ich alle Materialien geliefert habe, die sie von mir wollten (Lexika, Netz-Info, Bilder, Folien, Anregungen etc.)? Gut, eine Doppelstunde waren ein Teil von ihnen auch selbst im Netz, aber trotz anderweitiger Netz-Vorbereitung fast ergebnislos. Warum das so war, muss ich noch mal mit ihnen besprechen.
Lust habe ich, danach Chromatik in der 9 anhand z.B. vom Harry Potter Thema im Keyboard-Raum per LdL machen / wiederholen zu lassen. 2 Instrumentalisten könnten eine Methode überlegen, während die anderen die Noten soweit sie’s können erst mal darüber schreiben. Hier bin ich mir nicht sicher, wie man das Thema am besten vertieft. Die Wirkung in diesem Thema ist wohl v. a. geheimnisvoll. In Phantom der Oper und Pink Panther ja auch. Im Entertainer, It Ain’t Necessarily So, Hummelflug weniger. Aber wie erarbeitet man aber die *Wirkung von Musikstücken* per LdL? Und in der 6 kann ich mir durch Oliver angeregt vorstellen, Blechbläser als LdL zu machen. Die 6 wird trotz ‚guter Beziehung‘ nicht nur schnell chaotisch, sondern haben kaum Vorkenntnisse, es gibt keine Instrumentalisten. Wie könnten die einen sich informieren, was machen die anderen dabei? Nur schriftliche Info scheint mir zu trocken, freies Ausprobieren der Instrumente zu chaotisch. Für beides könnte ich noch Anregungen gebrauchen. Oliver - wie hast du’s z.B. gemacht/vor?
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Oliver Drechsel
antwortete am 13.04.02 (14:30):
Hallo Ulf, wieder einer mehr im Forum - schön! --- Was Deine „9“ angeht, so scheinen mir 30min. für das, was vorgesehen sein soll (Vorträge, Aufgaben, Hörbeispiele...) wirklich zu wenig - da braucht m.E. jede Gruppe mindestens eine Schulstunde..., vor allem wenn hinterher ja auch noch reflektiert werden müsste, oder? Die Dauer der Vorbereitung mit 9 Stunden scheint angemessen, ich habe - ohne Berücksichtigung von LdL - mit meiner 10 zu Beginn des Schuljahres auch Referate (zur Reihe „Jugendmusikkulturen von Rock´n`Roll bis Techno“) erarbeiten und die Schüler während der Unterrichtszeit auch im Internet recherchieren lassen - das kostet schon mehrere Wochen, war aber im Ergebnis doch recht zufriedenstellend. --- Deine Chromatik-Idee ist sehr interessant, aber ist dieses eng gefasste „Thema“ ergiebig genug für mehrere Gruppen? Ich würde die Wirkung auch nicht allein von der Chromatik abhängig machen (Klangfarbe, Instrumentation etc.). Wie ich oben schon mal irgendwo erwähnte, finde ich das Sprechen über „Wirkung von Musik“, da sehr subjektiv, immer wieder äußerst schwierig. Vielleicht können da Frau Langlotz oder Herr Reiners mit ihrer langjährigen Erfahrung weiterhelfen.... --- Dass sich in Deiner „6“ kaum Instrumentalisten befinden, ist natürlich sehr schade - da kann ich mich ja glücklich schätzen, dass in meiner „5“ die Hälfte der Klasse (16 von 32) ein Instrument spielt (meistens Klavier und Blockflöte, dazu 1 Querflöte, 1 Geige, 2 Gitarren). Dieses Potential kann ich dann natürlich aktivieren, wenn ich (voraussichtlich in drei Wochen) mit einer Reihe „Instrumentenkunde“ beginne. Genaueres hatte ich mir zwar noch nicht überlegt, aber es wäre sicherlich gut, eine Mischung zwischen Theorie (also Beschriftung der wichtigsten Merkmale des jeweiligen Instruments - Bild auf Folie oder AB) und Praxis (Spielweise und Klangeigenschaften - wenn nicht live von Schülern - oder Lehrer - gespielt, dann doch wenigstens von Kassette oder CD und/oder Video). Eventuell müsste man die Klasse, wenn während der Unterrichtszeit vorbereitet wird, aufteilen: eine Hälfte arbeitet an ihrem theoretischen Teil, die andere am praktischen...(?) --- Zum Abschluss noch ein Rückblick auf meine LdL-Musik-Woche mit der „5“: Hier kann ich Ulfs Tenor zu Beginn nur zustimmen, dass es einmal sehr gut geht, ein anderes mal chaotisch. Diese Gratwanderung ist wohl - trotz vorheriger Absprache über den Ablauf - eine der Hauptschwierigkeiten bei LdL. In meiner „5“ trug sich dies so zu: Die Dienstags-Stunde mit der Einführung der F-Dur-Tonleiter war sehr gut: die beiden Schüler hatten ein ordentliches Tafelbild mit Merksatz und Tastatur und vorbereitet und – nachdem alles angeschrieben und erklärt und die zahlreichen Zwischenfragen der motivierten Schülerschar beantwortet war – die Tafel zugeklappt und Fragen gestellt (Schüler können ja sooo gemein sein...). Das Ergebnis war jedenfalls eine runde Stunde (so lange haben sie gebraucht - aber es war ja ergiebig) und hat nicht nur die Schüler sondern auch mich motiviert. Gestern allerdings geschah zum Thema „b-Vorzeichen“ das ganze Gegenteil: Die beiden Schüler waren nicht besonders gut vorbereitet, waren sich plötzlich über den Ablauf nicht mehr einig und auch zu ihren Fragen-stellenden Mitschülern nicht besonders freundlich, so dass – nachdem es zusehends unruhiger in der Klasse wurde – ein Eingreifen meinerseits nötig wurde und ich den Rest der Stunde übernahm. Meine Anmerkungen zum höflichen Umgang werde ich auch in der nächsten Stunde nochmals intensiv thematisieren. So hat sich zwar kein fachlicher Erfolg in der Stunde eingestellt, aber es ist – da ich mir mit dem Eingreifen Zeit ließ – dem Thema „soziale Kompetenzen“ eine enorme Bedeutung zugekommen. Und das ist ja dann doch etwas Positives...
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Christel Langlotz
antwortete am 13.04.02 (18:10):
Musik und ihre Wirkung das wird wohl immer sehr subjektiv sein und das glaube ich, ist gut so. Interessante Untersuchungen kann man mit dem Hofstätter Polaritätsprofol machen ( ist in dem uralten Buch Resonanzen Sekundarstufe I Band 2 Seite 8 -Diesterweg erklärt 1975 erschienen ) Die Schüler finden bei mir die Pole selbst. Zwischen den Polen liegt eine Skala von 6 Punkten.Pole können sein, die Musik wirkt auf mich erheiternd-traurig/ entspannend-aggressiv/ die Schüler finden die Pole nach dem ersten Anhören. Das Verbinden von etwa 8 Merkmalen ergibt ein interessantes Kurvenwerk und gibt Einblick auf die ganz individuelle Wirkung. Gerne wiederhole ich das Polaritätsprofil nach einem längeren Zeitraum um den Gesichtspunkt noch erfahrbar zu machen, dass die Wirkung auf den Einzelnen nicht statisch ist. Eine andere auch schon praktizierte Möglichkeit ist, Zitate zu verwenden: Ravel berichtet von einer Konzertbesucherin der Uraufführung seines Boleros-sie habe laut schreiend den Raum verlassen.Seine Bemerkung-diese Frau hat meine Musik verstanden. ( Könnte eine Diskussionsrunde über Wirkung der Musik eröffnen. )Im Gegensatz zu meinen frühen Berufjahren äußern sich die Schüler heute bei einem Hörsteckbrief immer sehr bald zur Wirkung. Frühere Schülergenerationen analysierten erst mal die Parameter und gingen dann auch auf die Wirkung ein.
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Ulf
antwortete am 13.04.02 (20:27):
Hmm, ja, Polaritätsprofile hatte ich jetzt gerade bei Blechbläsern in einer 7 benutzt. Da habe ich die Begriffe vorgegeben, da sie vorher Schwierigkeiten gehabt hatten, Klangmerkmale zu finden. Aber 1. geht es mir ja jetzt um eine 9 (Ups, falsches Brett ;-) und 2. um die Wirkung von Stücken mit Chromatik, nicht um den wahrscheinlich viel schwerer zu bestimmenden Instrumentenklang... also gut! Ein PP zu wiederholen (bei manchen Stücken vielleicht auch nach mehrmaligen Hören eine Möglichkeit?) hört sich auch interessant an! Aber beide Sequenzen scheinen mir durch die Kürze nicht "wirklich LdL" zu sein? Wenn die Schüler selbst ev. in einer vorgedruckten Schablone die Begriffe auf eine Folie schreiben, wäre es auch ein bisschen LdL-iger? Zitate müsste man reinreichen und sind nur kurz zu bearbeiten... (Ob es welche zu den genannten Stücke gibt? Vielleicht im Netz?) Jedenfalls könnte man die den Schüler-Lehrern die Aufgabe geben, die Wirkung zu bestimmen. (Halt, nein, einfach die Stücke geben, auch darauf sollen sie selbst kommen - aber wo sollen sie die dann anhören? Vielleicht in einem Proberaum außerhalb des Keyboard-Raums) Dann könnten die vielleicht selbst darauf kommen, die Wirkung der Stücke erst miteinander zu vergleichen, ohne Titelangabe, bevor die Chromatik analysiert wird. Sonst zerstört die Analyse mal wieder die Musik... Wenn auch meine von sich aus erst die Wirkung bestimmen (tun sie glaub ich eigentlich schon), dann würde das ja auch nahe liegen, dass sie es methodisch so umsetzen.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 14.04.02 (07:25):
Sehr wichtig für den Erfolg von LdL ist, dass die Kommunikation zwischen den Schülern, insbesondere zwischen den "Lehrenden" und der Klasse, absolut reibungslos funktioniert, sonst stellt sich sehr schnell Konfusion und Langeweile ein. Deshalb sitze ich meistens bei den Schülern vorne und interveniere sobald ich das Gefühl habe, dass die Kommunikation nicht optimal verläuft. Dies geschieht a) Wenn ein Schüler zu leise spricht, so dass nicht alle verstehen, oder wenn in der Klasse jemand mit dem Nachbar flüstert, so dass man den Sprecher nicht hört, oder dass er abgelenkt wird. Absolute Konzentration aller Teilnehmer ist unabdingbar! b) Wenn ein Schüler etwas sagt, was inhaltlich unklar ist. So gewöhnen sich die Schüler daran, dass jede Schüleräußerung von großer Bedeutung ist und jeder im Raum jede Äußerung wahrnehmen muss. Hier bin ich sehr penetrant und lasse nicht nach, bis ich das Gefühl habe, dass jeder verstanden hat. Ich interveniere auch, wenn ich der Meinung bin, dass die von den Schülern gewählte didaktische Strategie nicht effektiv genug ist, also Zeit kosten wird und vor allem zu Langeweile führen könnte. Alle Interventionen meinerseits erfolgen undramatisch, denn ich sitze neben den Schülern und kommentiere ihre Vorgehensweise leise aber regelmäßig, praktisch wie ein zurückhaltendes Mitglied der Gruppe: z.B. "das war eine gute Idee, was habt Ihr jetzt vor?"... "Wäre es nicht besser, jetzt eine Partnerarbeitsphase einzubauen, wir haben eine längere Frontalphase gehabt und die wollen sich wahrscheinlich ein bisschen entspannen..."... "Ich habe das Gefühl, dass X nicht verstanden hat...vielleicht sollte Y seinen Satz wiederholen"... Auf meine Impulse reagieren die Schüler ohne Hemmung und greifen meinen Vorschlag auf oder lehnen ihn mit Begründung ab...
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Jean-Pol Martin
antwortete am 14.04.02 (07:46):
@Ulf Wir beiden sind seit recht langem im Gespräch. Erinnern Sie sich noch an die Zeit, wo ich extra für Sie ein Brett eröffnet hatte und Sie darüber verägert waren, weil Sie sich als "hinausgeworfen" aus dem anderen Diskussionsbrett empfanden? :-))) Sind Sie noch Referendar, oder haben Sie nun das zweite Staatsexamen hinter sich und eine Stelle?
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Christel Langlotz
antwortete am 14.04.02 (07:58):
Antwort auf Ulf's Beitrag als das Brett eingerichtet wurde, ermunterte uns J.P.Martin es thematisch offen zu halten und nicht nut LdL bezogen zu sehen. Mein Beitrag zu Wirkungen der Musik war ein allgemeiner Beitrag. In dem Bundesland in dem ich unterrichte ,ist der Musikunterricht in manchen Schulzweigen nicht durchgängig, sondern nur alle zwei Jahre fest verankert.LdL ist für mich sporatisch einsetzbar.Innerhalb einer LdL Einheit gibt es aber auch trotzdem andere Erarbeitungsweisen.Mitunter wird ein Aspekt auch aus Zeitgründen von mir in die Einheit mit eingebracht, der eine andere Kozeption hat. J.P,Martin, danke für das Beschreiben ihrer "Interventionsmethoden ". Gibt es ein zusätzliches Brett auf dem ML allgemeine Aspekte ansprechen. Ist das wünschenswert? Besteht Bedarf?
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Jean-Pol Martin
antwortete am 14.04.02 (08:11):
Liebe Frau Langlotz, ich denke, so wie das Brett gerade funktioniert, ist es sehr gut. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass hier ein Erfahrungsaustausch zwischen Musiklehrern stattfindet. Ein Brett für allgemeine Themen zu eröffnen, würde zum Tod beider Bretter führen. Lassen Sie sich also nicht dadurch irritieren, dass LdL immer wieder thematisiert wird :-))) Natürlich bringt das Rahmenthema mit sich, dass die meisten Beiträge LdL-orientiert sind. Das liegt auch daran, dass LdL wirklich eine gute Technik ist :-))) Aber sprechen Sie bitte ruhig weiter über Ihre Erfahrungen, ob mit oder ohne LdL!!!
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Oliver Drechsel
antwortete am 14.04.02 (11:20):
Lieber Herr Martin, ebenfalls vielen Dank für die Interventions-Hinweise. (Ich hatte auch damit begonnen, vorne sitzen zu bleiben und zwischendurch Absprachen mit den unterrichtenden Schülern zu treffen - so kann ich dies ja beibehalten.) --- Vielleicht sollten wir/Sie das Brett umbenennen in "LdL im Musikunterricht", also die Ergänzung "der Klasse 5 (Gy)" streichen - geht das? Denn der Austausch bezieht ja (glücklicherweise) auch viele andere Aspekte ein und die sollten wir tatsächlich (auch teilweise ohne LdL) auf diesem Brett lassen.
Allen einen schönen Sonntag.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 14.04.02 (11:50):
@O.Drechsel Die Technik erlaubt mir als Admin nicht, das Brett umzubenennen. Aber ich denke, dass es die Attraktivität im Augenblick nicht mindert. Wenn wir etwa ein Hundert Beiträge erreicht haben, werde ich dieses Brett ins Archiv verlegen und ein neues mit dem Titel "LdL im Musikunterricht" eröffnen...
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Ulf
antwortete am 14.04.02 (20:46):
@ Oliver - Rock-Pop-Dance-Vorträge Du hast recht, Reflektion ist in den 30 Minuten noch nicht drin. Ich hatte ihnen Beurteilungsblätter gegeben, so dass sie wissen, worauf geachtet wird und sich dann auch erst selbst einschätzen sollen. Ich hoffe, dass sie z.T. so gut vorbereitet sind, dass es einfach nur länger dauert als sie meinen. Ich glaub ich hab bei den 9 Stunden nur FL-Bammel im Nacken: "Was haben die eigentlich gelernt"... Ich lass mich mal erst vom Ergebnis überraschen. 3 von 6 dürften recht gut ausfallen.
@Oliver - Chromatik Das Thema steht so im Schullehrplan und ich wollte mal versuchen, es direkt anzugehen, ohne Kollegen zu fragen, was das eigentlich soll. Vielleicht sind mehrere Gruppen ja gar nicht nötig - ich denke an eine Doppelstunde, in der 2 'Lehrer' sich vorbereiten während die anderen die Notennamen schon mal heraussuchen und nachher deren Schüler bilden. Wg. der Wirkung bin ich von der Chromatik ausgegangen, ihr habt Recht, dass Wirkung sehr subjektiv ist. Wenn man aber die 3 genannten Stücke vergleicht, ist schon interessant, dass sie alle spukig / geheimnisvoll wirken sollen. Oder ist das jetzt nur von mir subjektiv?!
@JPM - Intervention Ich trau mich oft nicht zu intervenieren, um vorsichtige erste Schritte nicht im Keim zu ersticken. Das macht mir jetzt mehr Mut.
@JPM <-> Ulf <grins> Na, klar erinnere ich mich! Die Examensarbeit steht jetzt bei mir an...
@Christel Langlotz - Nicht-LdL Auch Nicht-LdL-Anregungen sind auch mir willkommen, Danke! Ich versuche nur bei allem zumindest darüber nachzudenken, wie man mehr aus der Hand geben kann. Nach der Praxis dagegen ärgere ich mich ständig über meine Unfähigkeit umzusetzen, so dass ich immer noch viel lehrerzentrierer bin als ich sein möchte.
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chris becker
antwortete am 15.04.02 (13:27):
Hallo, ich habe durch JPMs Allgemeinpostig Wind von Ihrer/eurer Diskussion auf diesem Musikbrett bekommen und möchte mich - fachfremd - bezüglich des Lehrerjobs kurz beteiligen. :-)
Zwar leuchten mir viele Gründe für eine Intervention des "echten" Lehrers durchaus ein, ich habe allerdings genau mit dem umgekehrten Fall sehr positive Erfahrungen gemacht. Vor allem in den älteren Klassen, besonders aber in denjenigen, die bereits eine erste LdL-Reihe "überlebt" haben.
Ich nehme mich wenn möglich völlig zurück, Ich setze mich z.B. auch in einer Schülerstunde ganz nach hinten, am besten hinter alle, damit keiner an meiner (oftmals viel zu spontanen) Mimik "lesen" kann, ob das, was die Schüler-Lehrer da vorne machen, auch gut war.
Ich unterbreche nie, es sei denn, ich werde vom Lehrerteam direkt um Hilfe gefragt. (Was fast nie passiert.)
Ich gebe in der Vorbereitungsphase vielmehr oft lautstark die gesamte Verantwortung für diese Stunde(n) an die neuen "Kollegen" ab. Mein Standard-Spruch im Sinne von: "Ihr könnt vollkommen über diese Stunde bestimmen, und wenn Ihr nur 45 Minuten schweigt, werde ich auch nicht eingreifen. ... Allerdings beeinflusst das natürlich eure Endnote..." beeindruckt oftmals sehr, die meisten Schülerteams fühlen sich dadurch enorm verantwortlich, was sicherlich auch beobachtbaren (aber positiven) Stress verursacht.
Zumal ich ja von allen Teams vor den eigentliche Stunden bereits die Verlaufspläne habe, die ich ja auch mit den Teams bereits durchgesprochen habe, geht da eigentlich wenig schief.
Ich sehe ein: In den Fremdsprachen ist das Nichteinmischen sicherlich um einiges problematischer, aber in meinen Fächern (Deutsch/Philo/Ethik) kann ja auch ruhig mal etwas Falsches gesagt werden. Klarstellen kann ich das immer noch in der obligatorischen Feedbackstunde. Wie ist das nun in Musik?
Meine Erfahrung sind: Die Schüler fühlen sich dadurch viel mehr in die Verantwortung genommen. Wenn etwas nicht läuft, organisieren sie sich nach kurzer Ratlosigkeit meist selber um, sprechen Probleme mit der Klasse/dem Kurs direkt auf der Metaebene an an, lösen sie (im Idealfall) schließlich ohne meine Hilfe. Natürlich laufen die Schüler dadurch manchmal in (für mich deutlich vorhersehbare) Sackgassen oder Fehler, aber das ist meines Erachtens sinnvoll, dadurch habe ich ja ein umso ffektiveres, von mir geleitetes Feedbackgespräch in der Folgestunde.
Ich weiß wohl, dass bei allen Beteiligten das Wissen um meine pure Anwesenheit "da hinten" dennoch sehr nötig ist, ohne das würden die Schüler wohl realistisch gesehen nicht allzu intensiv (mit)arbeiten.
Aber ich bin für alle deutlich kein Ansprechpartner während der Stunde. (Als Schüler habe ich es immer gehasst, wenn ich ein Referat halten musste und der Lehrer mich alle paar Sätze unterbrochen hat. Denn: Sobald ich als "echter" Lehrer rede, lenke und leite ich doch wieder automatisch den Schülerunterricht und reiße so, ob ich will oder nicht, die gesamte Autorität wieder an mich.
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Jean-Pol Martin
antwortete am 15.04.02 (14:46):
Absolut OK. Meine Hinweise (also Lehrer sitzt vorne und berät bei Bedarf kontinuierlich) beziehen sich vor allem auf die Handhabung von LdL in den ersten Wochen und/oder wenn der Stoff besonders komplex ist und dessen Didaktisierung abrupte Strategiewechsel verlangt. Wenn die Schüler merken, dass es auf eine bestimmte Weise nicht weitergeht, kann man ihnen zur Seite stehen. Aber ich sitze auch sehr oft hinten, wenn ich das Gefühl habe, dass die Schüler alles im Griff haben. Auch hier also, wie generell beim Einsatz von LdL, sind Erfahrung und Einfühlungsvermögen sehr hilfreich.
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ChristelLanglotz
antwortete am 28.04.02 (08:56):
Dies ist kein Ldl Eintrag, bei der Planung des Unterrichts am Montag bin ich recht hilflos. Wie gestalte ich den Musikunterricht am Montag nach den schrecklichen Ereignissen in Erfurt? Zumal es immer wieder Hinweise auf bevorzugten Musikkonsums des Täters gibt.Für Anregungen wäre ich sehr dankbar. Selbstverständlich ist, dass ich die Schüler all ihre Gefühle thematisieren lasse. Gehe ich musikaklisch gesehen dann zur Tagesordung über oder?
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Ulf
antwortete am 30.04.02 (20:39):
@Christel Langlotz - Erfurt In Reli hab ich die Schüler darauf angesprochen im Rahmen unseres derzeitigen Stationenlernens zum Thema "Zeit" ihre Gefühle hierzu einzubringen, wollten sie aber nicht. Zum Ausdruck von Trauer - fällt mir mittlerweile dazu ein - eignen sich vielleicht entsprechende Stücke (von Barbers Adagio bis Tears in Heaven). Ich hab mir mal eine Liste von Poprockstücken/Bands/Stilen dazu gemacht, hatte nur noch nicht daran gedacht sie zu aktuellen Anlässen zu benutzen (benutzen? unbehaglicher Gedanke!). MuPäd Artikel zum Thema Selbstmord gibt's auch 2-3. Könnte nicht die Beschäftigung mit dem Musikkonsum (ggf. kontraproduktiv) moralistisch wirken? Was Ursache und was Wirkung ist ist ja schwer nachweisbar. (Und auch ich hab einen recht breiten Geschmack...)
@ Oliver - Rock-Pop-Dance-Vorträge (9.) Sie laufen gut, mit Selbst- und Einanderbewertung auch. "Das dauert ja alles viel länger als wir gedacht haben..." Die Aufgabenstellungen erschöpfen sich allerdings in einfachen Abfragen z.B. von biografischem Wissen. Die Beschäftigung mit der Musik selbst ist mir bisher viel zu gering. Nächstes Mal sollte wohl ein exemplarisches Musikstück den Vordergrund bilden. Vielleicht ohne Thema erst mal irgendein Lieblingsstück, um die Vorbereitung kurz zu halten, so dass die Richtung klar ist.
Feedback (9.) Da die erste Gruppe Einblick in meine Notizen haben wollte, dachte, ich ich mach's jetzt 'richtig': (Mindestens) eine A4 Seite, lesbar, in grün und rot (natürlich viel mehr grün... :-) kriegen sie, dann können sich die Schüler in der Klasse länger unter sich austauschen, ich geb nur kurze Kommentare (auch zu diesem sehr differenzierten Austausch) und dann können sie schnell meine Notizen durchkucken und noch mal mit mir drüber sprechen. Kam gut an.
Disziplin (9.) Wollt ich eh schon mal anfragen wegen ... Um mich aufs Protokollieren und Beurteilen (s.o.) beschränken zu können, damit ich ihnen gut weiterhelfen kann, sollten sie auch die Disziplin komplett in die Hand nehmen. Einsicht folgte sofort, ich musste kaum unterstützen. (Hm, oder liegt's nur an der Zeugnisnähe?) Es gibt doch bestimmt verschiedene Weisen im LdL mit Disziplin umzugehen? Ich hab das Wort "Selbstständigkeit" immer wieder betont ...
Trompete (6.) Die zu erledigenden Gebiete Bau, Funktion, Klang haben wir gemeinsam überlegt (tss, tss: ich an der Tafel). Ein AB ohne Lösung (aus Rondo, 1 Tp zur Anschauung) zum Bau konnte von einer etwas stärkeren Gruppe von 8 gelöst werden, nach einer heißen Diskussion um das Problem Ventil vs. Ventilzüge. Die 8er Gruppe die die Funktion bearbeiten sollten haben ganz besser die Funktion der meisten einzelnen Teile bestimmen können als ich erwartet habe. Zusätzlich haben die in einem Nebenraum die ganze Zeit darauf rumgetrötet (während mein lehrerzentrierter Vorversuch leider nur ein 30sekündiger Versuch eines einzigen Schülers erbrachte). Nur dass ich vergessen hatte, ihnen ein AB mit dem Luftgang durch ein Ventil zu geben, hab ich bereut. Probleme gab's für die 9 Mädchen, die verschiedene Versionen von Fanfare for the Common Man vergleichen w-/sollten: mit den MCs klar zu kommen, Gerätebedienung u.ä. Aber nicht entmutigend, sondern verbesserbar. Auch das muss also getrennt thematisiert werden und die Hörbeispiele müssen besser vorbereitet werden (CD oder bei MCs sicher - wie bei Lehrproben<g>). Den Schülern hat's Spaß gemacht und ich fühlte mich im nachhinein endlich (fast) überflüssig gemacht <grins>.
Selbst lernen zu lehren Bei meiner eigenen Entwicklung als Lehrer muss/möchte ich selbst u.a. üben klarere Arbeitsaufträge, Impulse, Bündelungen und Sicherungen zu liefern. Steht mir dabei LdL nicht im Weg? Abkucken nützt mir glaub ich nix, selbst nicht von Schülern... :-)
Was gibt's von euch zu vermelden?
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Jean-Pol Martin
antwortete am 01.05.02 (07:06):
"(...)Bei meiner eigenen Entwicklung als Lehrer muss/möchte ich selbst u.a. üben klarere Arbeitsaufträge, Impulse, Bündelungen und Sicherungen zu liefern. Steht mir dabei LdL nicht im Weg? Abkucken nützt mir glaub ich nix, selbst nicht von Schülern... :-)"
Ich fürchte, da ist was dran... :-((
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Jean-Pol Martin
antwortete am 01.05.02 (07:11):
"(...) sollten sie auch die Disziplin komplett in die Hand nehmen."
- Natürlich entwickelt jeder Lehrer seinen eigenen LdL-Stil. Ich selbst bitte die Schüler nie, für Disziplin zu sorgen. Das überfordert sie aus meiner Sicht. Die Schüler haben mit dem Stoff und der Motivation ihrer Mitschüler genug zu tun. Und für Disziplin zu sorgen, ist zusammen mit der Korrekturbürde der unangenehmste Teil dieses Jobs. Alles, was unangenehm ist, mache ich selbst. Alles, was schön sein kann, lasse ich die Schüler machen.
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Christel Langlotz
antwortete am 01.05.02 (21:46):
Ulf,ich habe unsere "Erfurter Gedanken "in "meiner 10G " so zum Ausdruck gebracht: Jeder Schüler konnte, wenn er wollte ,über seine Gefühle reden und eine für ihn passende Musik mitbringen.War eine beeindruckende Unterrichtsatmosphäre. In jüngeren Klassen habe ich Musikstücke aus verschiedensten Richtungen ausgewählt und wir haben paralell dazu Mandalas ausgemalt. Wer wollte schrieb aufkommende Gedanken auf Zettel und konnte selbst entscheiden, ob sie verlesen werden sollten oder nicht. Dieser über lange Strecken wortlose Unterricht hat uns gut getan.
Als Abschlussthema bearbeiten wir momentan in einer 10Realschule Aspekte des Hip Hop. Eine Schülergruppe plante den Einstieg und wählte den Film" Save The Last Dance "aus. Nun lesen wir uns in die Thematik ein, ( auch gute Anregungen aus dem Internet. z.B. Arte ).Dann entscheiden sich kleine Schülergruppen für " Ihr LdL Thema "
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Jean-Pol Martin
antwortete am 10.05.02 (07:10):
Haben Sie den Beitrag von GUIDO OEBEL schon gelesen? Es handelt sich um den Einsatz von Pop-Musik beim DaF-Unterricht nach LdL mit Japanischen Studenten. Nicht unbedingt dasselbe Publikum wie Sie, aber trotzdem vielleicht auch für Sie interessant. Hier kann man den Aufsatz holen:
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de/material/berichte/daf/oebel.pdf)
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B. Henle
antwortete am 05.06.02 (11:38):
Lieber Herr Martin,lieber Herr Drechsel, ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie Ihre mails dann schreiben, wenn andere Berufstätige schon /noch bei der Arbeit sind ?? Ich bin Hausfrau, kann meine Arbeit deshalb einteilen wie ich es möchte, beklage mich aber auch nicht, dass ich bis in die Nachtstunden noch Schulvorbereitungen treffen muss(wie es mir bekannt Lehrkräfte immer wieder tun) !!!! Ansonsten finde ich die von Ihnen vorgestellte Unterrichtsgestaltung interessant. Gruß B. Henle
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Jean-Pol Martin
antwortete am 05.06.02 (12:49):
@B.Henle Ich verstehe Ihren Hinweis nicht ganz: meine Postings werden meist zwischen 5.00 und 7.00Uhr eingegeben, gelegentlich auch um 21.00Uhr. Müsste ich zu diesem Zeitpunkt schon oder noch "in der Arbeit sein"? Habe ich mich darüber beklagt, dass ich Schulvorbereitungen bis in die Nachtstunden treffen muss? Und schließlich: als Französischdidaktiker gehört es zu meiner Arbeit, mir viele Gedanken über Veränderungen des Unterrichts zu machen. Oder ist es aus Ihrer Sicht Freizeit? Wenn ich Postings um 14.00Uhr z.B. vornehme, dann ist es vom meinem Arbeitsplatz aus...
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Oliver Drechsel
antwortete am 05.06.02 (23:02):
Nach Fertigstellung und Abgabe meiner Zweiten Staatsarbeit (über Chancen und Grenzen der Einführung von LdL im Musikunterricht der Klasse 5) melde ich mich nun - wieder etwas mehr Zeit habend - im Diskussionsforum zurück.... ... und bin doch einigermaßen verwundert über Ihren Eintrag, Frau Henle. Glauben Sie, die Eintragungen in dieses Forum wären Freizeitgestaltung, Hobby? Ganz im Gegenteil, sie gehören zur Arbeitszeit, denn sie befassen sich doch mit dem Unterricht und der kollegialen Verständigung über unterrichtliches Geschehen, der Optimierung von Unterricht u.a.m. - zusätzlich zu den Dingen, die man sonst noch (auch zu Hause!) für den "eigentlichen" Unterricht (der ja vom Großteil der Öffentlichkeit leider nur als Arbeitszeit wahrgenommen wird) vorbereitet. Wenn ich Sie außerdem noch auf eines aufmerksam machen darf: Die ersten 36 Eintragungen - falls sie Ihre Anmerkungen darauf beziehen - stammen alle aus der Zeit der Osterferien, in denen - soweit mir bekannt - andere "Leute" Urlaub machen und nicht über ihre Arbeit nachdenken.... Nun aber genug der Rechtfertigung, lieber zurück zum Thema LdL. Ich beginne nächste Woche mit der bereits angekündigten Reihe über Musikinstrumente in der 5 - natürlich mit LdL (jeweils 3 Schüler zur Vorstellung eines Instruments). Vielleicht gibt es da von anderen Kollegen noch Hinweise, Erfahrungen.... ich bin gerade, dabei Material zu sammeln.
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JPM
antwortete am 06.06.02 (06:37):
Lieber Herr Drechsel, vor einiger Zeit habe ich Herrn Munz (siehe sein Forum) gefragt, ob er mit ein paar jungen Kollegen ein LdL-Treffen organisieren könnte. Er war im Prinzip einverstanden und sucht nun nach Mitgestaltern. Hätten Sie Lust, ihm zu helfen (dann können Sie ihm das auf seinem Brett mitteilen). Mir schwebt vor, angesichts der Erfolge, die wir im Augenblick verbuchen können, eine ganz tatkräftige, junge "Kerngruppe" aufzubauen. Hier braucht man gar nicht so viel LdL-Erfahrung, sondern die Absicht, den Unterricht zu erneuern. Und ich denke, Herr Munz, Herr Becker, Sie und noch ein paar Kollegen wären genau die richtigen!
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christel Langlotz
antwortete am 08.06.02 (22:13):
Wo und wann könnte denn ein solches LdL Treffen stattfinden?Bezieht sich das geplante Aufbauen der tatkräftigen "jungen Kerngruppe " vorwiegend auf Ldl im Musikunterricht? Wo gibt es denn eventuell einführende Workshops?
Lieber Herr Drechsel, könnte man denn an den Erkenntnissen Ihrer Examensarbeit teilhaben?
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JPM
antwortete am 09.06.02 (06:17):
Kontaktieren Sie bitte Herrn Munz. Am besten geht es, wenn Sie einen entsprechenden Beitrag auf dem Brett "Ulrich Munz - Frage zum Einstieg in LdL" einposten. Im Prinzip geht es um ein Treffen von Leuten, die sich austauschen und eventuell eine größere Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt anbieten wollen... Also: Treffen zum Kennenlernen und Planen weiterer Aktivitäten...
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Oliver Drechsel
antwortete am 09.06.02 (11:00):
Liebe Frau Langlotz, bis ich meine Examensarbeit zugänglich machen kann, dauert es noch ein Weilchen, denn zunächst gilt es, auf die Note zu warten.... (Spannung...) .... trotzdem kann ich auf diesem Wege schon einmal Herrn Martin fragen, wie man die Arbeit dann ins Netz stellt - soll ich Ihnen die entsprechende Word-Datei zusenden, wenn es soweit ist? Kontakt zu Herrn Munz habe ich auf seinem Brett aufgenommen, alles weitere ist dann dort nachzulesen. Für heute allen noch einen schönen Sonntag.
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JPM
antwortete am 09.06.02 (11:42):
Ja, Sie senden mir Ihre Arbeit und wir setzten sie ins Netz...
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JPM
antwortete am 15.06.02 (12:08):
Lieber Herr Drechsel, mit den Herren Munz und Becker sind wir zur Einsicht gelangt, dass es besser wäre, wenn wir dezentralisiert Treffen anbieten würden. Herr Munz wird wohl in der Tübinger Gegend eine Begegnung vorschlagen, wahrscheinlich am Samstag, den 5.Oktober. Herr Becker wird in der Nähe von Köln an einem anderen Samstag im Oktober ein Treffen organisieren. Ich werde jeweils hinfahren. Wie wäre es mit Ihnen? Für diese Treffen werde ich im Kontaktnetz werben und man kann je nach Region mit 20 Teilnehmern rechnen. Inhaltlich wäre es relativ einfach, denn es geht ja um eine erste Begegnung mit Interessenten. Wo und wann, falls es Sie reizt, würden Sie ein Treffen anbieten können?
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Oliver Drechsel
antwortete am 16.06.02 (09:06):
Da ich in der Nähe von Köln wohne, werde ich mich wohl an das Treffen von Herrn Becker anhängen. Oder wir treffen uns bei mir am Gymnasium in Monheim (genau zwischen Köln und Düsseldorf), wo ich versuchen könnte, einen Raum zu bekommen. Bei mir wäre der 12. oder 26. Oktober gut möglich. Vielleicht sollten Herr Becker und ich uns kurzschliessen... wie ist seine email-Adresse?
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JPM
antwortete am 16.06.02 (09:52):
Prima, wenn Sie Herrn Becker helfen. Ich denke, im Raum Köln ist es denkbar, dass doch sehr viele Kollegen kommen. Dann wäre es sinnvoll, AGs zu unterschiedlichen Fächern anzubieten mit demselben Thema: "Wie steige ich in LdL ein?" Die email-adresse von Herrn Becker finden Sie, wenn Sie auf dem von ihm betreuten Brett ("Benotung bei LdL") im Kopf seinen Namen anklicken. Ich muss leider gleich weg, sonst hätte ich es für Sie genauer recherchiert. Ausserdem ist er auch aus der Liste der Teilnehmer in www.ldl.de zu ermitteln...
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Chris Becker
antwortete am 16.06.02 (19:25):
Hallo Herr Drechsel, bevor Sie sich durch diverse Kontaktlisten wühlen müssen, hier ein erstes Lebenszeichen aus Bad Breisig, südlich von Bonn. :-)
Es freut mich, dass Sie mit "im Boot" sind und wir gemeinsam einen neuen LdL-Stützpunkt NRW-RP "aufmachen" können.
Für unser angestrebtes Nord-Treffen haben JPM und ich den Samstag, 12.10. angesetzt, bei uns beginnt in der darauffolgenden Woche wieder die Schule, so dass an diesem Wochenende alles noch relativ stressfrei ablaufen kann. :-)
Ich unterrichte am Martinusgymnasium in Linz/Rhein, abgesehen von einer momentanen Schul-Riesenbaustelle ließe sich natürlich auch hier ein Raum organisieren. Jedoch sehe ich auch absolut kein Problem, das Treffen in Monheim zu veranstalten. Vielleicht ist Ihre Schule eh besser per Bahn/Auto zu erreichen?
Soweit die erste Kontaktaufnahme, bis die Tage Christian Becker
beckerpage@web.de
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Monika Osterheld
antwortete am 17.06.02 (03:05):
An einem Treffen im Köln-Bonner Raum würde ich mich gerne beteiligen, obwohl ich nicht als Lehrer in der Schule arbeite. Ich bin über Themen der Begabtenförderung in die Lehrerfortbildung eingestiegen, organisiere hin und wieder Studientage für Schüler und habe angefangen, einzelne Schulen längerfristig in der Schulentwicklung (begabtenförderung) zu begleiten.
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Oliver Drechsel
antwortete am 17.06.02 (17:03):
Lieber Herr Becker, für Autofahrer sind wohl beide Orte kein Problem, obwohl an dem Wochenende in NRW die Herbstferien beginnen und es etwas "stauig" werden könnte. Per Bahn ist das Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim mit der S6 (Essen-Köln) und anschließender 10minütiger Busfahrt zu erreichen. Wie sieht das in Linz aus? Vielleicht sollten wir all diese organisatorischen Dinge, wie auch die Interessentenmeldungen - vielen Dank für Ihr Interesse, Frau Osterheld - auf ein anderes Brett verlagern oder dafür ein neues eröffnen, um in diesem hier den Raum für Musik offen zu lassen? Was meinen Sie, Herr Martin?
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JPM
antwortete am 17.06.02 (17:12):
Ich meine, wir sollen nicht zu viele Bretter eröffnen. Die Musiker werden sich wohl durchbeißen... So viele sind es im Augenblick auch nicht. Sie können auch auf dem Becker-Brett die organisatorischen Dinge klären... Außerdem gibt es auch die eMail-Kommunikationsmöglichkeit...
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Renate Gegner
antwortete am 26.06.02 (21:43):
Liebe Mitglieder des LdL-Forums Musikunterricht, ich heiße Renate Gegner, unterrichte Latein und Französisch an einem Nürnberger Gymnasium und bin Mitglied der Kerngruppe LdL. Ich verfolge Ihre Diskussion aufmerksam, kamm mich aber aufgrund Zeitmangels nicht überall engagieren. Ich möchte Sie aber herzlich zu unserem nächsten Kerngruppentreffen am 27. Juli an der Uni Eichstätt einladen, wenn Sie an einer engeren Mitarbeit im Bereich LdL interessiert sind. Zwei Themen stehen fest: Organisation des nächsten Bundestreffens und Gründung eines LdL-Instituts. Wenn Sie kommen möchten oder genauere Informationen haben wollen, mailen Sie mich bitte an. Nach einer längeren Überlegungsphase haben wir uns dazu entschlossen, ein Weiterbildungsinstitut zu gründen. Dazu bräuchten wir aber Mitstreiter und natürlich Kolleginnen und Kollegen, die an einer kontinuierlichen Fortbildung in LdL interessiert sind. Wie ist Ihre Meinung dazu?
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Christel
antwortete am 27.06.02 (07:25):
Wie sieht es mit Ldl Kontakten in Hessen aus?
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jpm
antwortete am 27.06.02 (08:39):
Früher war Dr.Hans Brügmann (Gießen) im LdL-Bereich sehr aktiv. Jetzt ist er, glaube ich, an der Deutschen Schule in Hongkong.
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Uwe Reiners
antwortete am 27.06.02 (09:29):
Hallo miteinander, Bezüglich der LdL-Angebote in Hessen: In Kassel biete ich in regelmäßigen Abständen ( mind. einmal pro Schuljahr ) eine LdL Fortbildung beim Hessischen Landesinstitut für Pädagogik an. Außerdem wurden diverse pädagogische Tage Kasseler Schulen zu dem Thema abgehalten. Es tut sich also etwas in Nordhessen. Was das Treffen der Kerngruppe in Eichstätt angeht, hätte ich großes Interesse an einer Mitarbeit. Grüße Uwe Reiners ( Tel. 0561/316 15 02 )
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jpm
antwortete am 27.06.02 (10:14):
Danke für Ihr Angebot, lieber Herr Reiners. Ich wusste zwar, dass Sie in der Anwendung von LdL und in der Verbreitung vor Ort (Rerendare) sehr aktiv sind, es freut mich aber zu wissen, dass Sie LdL auch als Fortbildungen anbieten!!!
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jpm
antwortete am 28.06.02 (06:31):
@Uwe Reiners Sicherlich hat Renate Gegner Sie nun bezüglich des Treffens in Eichstätt kontaktiert. Ich hätte eine andere Frage: wie Sie wissen, haben wir bis vor zwei Jahren stets LdL-Regionaltreffen in den unterschiedlichen Bundesländern organisiert. Der Zulauf war unterschiedlich, im Schnitt kamen 30 bis 40 Leute. Könnten Sie im kommenden Schuljahr, beispielsweise im März oder April ein solches in Hessen anbieten? Ich würde gerne teilnehmen und mein runderneuertes LdL-Konzept vorstellen... Allerdings müsste es an einem Samstag sein, was auch sinnvoll im Hinblick auf die Zahl der Teilnehmer wäre.
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Christel
antwortete am 28.06.02 (21:41):
Ich wäre aus heutiger Sicht dabei
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jpm
antwortete am 10.10.02 (06:52):
Hier die Arbeit von OLIVER DRECHSEL zum Musikunterricht in der 5.Klasse:
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de/material/berichte/musik/musik.htm)
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Martin Stegmaier
antwortete am 26.10.03 (05:18):
Zum ersten Mal kam ich am University College London mit LdL in Verbindung. Dort nannte man es Peer-Assisted Learning. Bin Klavierlehrer, mit einem glücklich wachsenden Schülerstamm, doch langsam geht mir die Zeit aus.
Um vor allem die Schüler zu motivieren, für die der einmalige Unterricht pro Woche zu wenig war, fing ich an, Theorie-Kurse und Ensemble-Spiel am Wochenende anzubieten. Das Resultat war nicht sehr vielversprechend.
Doch seit einiger Zeit jetzt lasse ich die Schüler Lehrer spielen. Man kann Ihnen den Stolz aus dem Gesicht lesen. Selbstverständlich muss ich immer wieder eingreifen, vor allem dann, wenn der "Lehrer" nicht die Leistung sondern den Schüler kritisiert.
Vor dem eigenen Lehrer einen Dritten zu unterrichten ist bestimmt sehr mühsam und beanspruchend. Ich habe den Schülern versprochen, Ihnen nach einer gewissen Anzahl von unterrichteten Stunden ein Zeugnis oder eine Teilnahmebescheinigung zu geben.
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Oliver Drechsel
antwortete am 09.02.05 (23:21):
"Da bin ich wieder", kann ich sagen, da das Forum nun leider einige Zeit verwaist war. Seit anderthalb Jahren bin ich nun StR z.A. in Monheim und setze LdL natürlich weiterhin immer wieder phasenweise im Musikunterricht ein, auch wenn dies in der Zwischenzeit in diesem Forum (vor allem aus Zeitgründen) leider keinen Niederschlag fand.
Somit starte ich also hiermit den Versuch, das Forum neu zu beleben - vielleicht gibt es ja in der Zwischenzeit auch neue LdL-Musik-Erkenntnisse, -Hinweise, -Ratschläge der anderen Musik-Kolleginnen und -Kollegen. Ich meinerseits habe das LdL-Konzept regelmäßig vor allem in Jahrgangsstufe 10 weiter angewendet und zwar in den Bereichen "Musical" und "Jugendmusikkulturen". Meines Erachtens gibt es in beiden Bereichen so viele außermusikalische Ansatzmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler, dass diese Themen hervorragend für LdL im Musikunterricht geeignet sind. Denn die Problematik gerade im MU der Jahrgangsstufe 10 besteht bei uns darin, dass durch den Unterrichtsausfall in Klasse 9 doch sehr viel "Musik-Wissen" bei den Schülerinnen und Schülern wieder "verloren gegangen" ist, so dass ein Einstieg in musikalische Themen über Außermusikalisches das Ganze doch wesentlich erleichtert. Im Großen und Ganzen verlaufen die Unterrichtsstunden durch die (jeweils zwei bis drei) Schülerinnen und Schüler auch immer wieder überraschend positiv und mit einigem Einsatz (einige Schüler beginnen zum Erstaunen ihrer Eltern plötzlich wieder das Instrument zu Hause hervorzuholen...). Was mir in diesem Halbjahr jedoch wieder negativ aufgefallen ist, ist eine Anpassung der Ideen an vorangegangene Gruppen, d.h. eine Kreativitäts-Verarmung, da sich der Ablauf der Stunden nach einiger Zeit sehr ähnelt, obwohl dies auch den Schülerinnen und Schülern negativ auffällt. Hier bin ich ein wenig ratlos, wie dagegen vorzugehen ist. Ich würde ja gerne ausprobieren, die Benotung der Stunden wegfallen zu lassen, aber die Richtlinien NRW lassen dies (im Gegensatz zu Bayern)(?) ja leider nicht zu ("In die Note gehen alle im Unterricht erbrachten Leistungen ein.")... So viel für heute abend als erster Wiedereinstieg ins Forum und in der Hoffnung auf wiederauflebende Reaktionen Oliver Drechsel
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jpm
antwortete am 10.02.05 (06:12):
@O.Drechsl "Hier bin ich ein wenig ratlos, wie dagegen vorzugehen ist." - Sie können doch während der Vorbereitungen durch die Gruppen durchgehen und fragen, was die Schüler methodisch vorhaben. Dann können Sie jeweils Tipp geben, wie man die Präsentationen spannender und abwechslungsreicher machen könnte! Sie können auch Zusatzmaterialien anbieten, wenn Sie das Gefühl haben, dass es dieser Gruppe an Ideen und Material mangelt.
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Oliver Drechsel
antwortete am 10.02.05 (08:52):
Lieber JPM, diese Tipps gab es natürlich, wenn auch in beschränktem Maße, da ich nur den Einstieg in die Präsentationen und deren grobe Inhalts- und Verlaufsplanung während der Unterrichtszeit besprochen habe und dort meine Hinweise plazierte. Die genauere bzw. die endgültige Planung der Präsentationen verlief dann durch die Schülerinnen und Schüler zu Hause, wobei hier mein Eingreifen naturgemäß weniger erfolgreich war, da immer wieder "auf den letzten Drücker" vorbereitet wurde; Schüler-Zitat: "Jetzt haben wir uns gestern nachmittag getroffen und alles fertig gemacht, jetzt lassen wir das auch so!" Auch Kopien und Folien wurden mir oft erst kurz vor der Stunde in der Pause zum Vervielfältigen vorgelegt, auch wenn ich immer wieder darauf hingewiesen habe, dass dies wenig hilfreich ist. Dem werde ich wohl in Zukunft entgegenwirken, indem ich für alle zusammen einen fixen Termin zur Abgabe der Präsentationen festsetze, was ja möglich ist, da die behandelten Musicals nicht unbedingt aufeinander aufbauen. Bei den Jugendmusikkulturen wird dies schon wieder etwas schwieriger, da hier die chronologische Reihenfolge doch bedeutsam ist und Erkenntnisse aus vorausgegangenen Präsentationen durchaus Relevanz für den jeweiligen eigenen Vortrag haben. Meines Erachtens liegen die Schwierigkeiten neben diesen "äußerlichen" (und mit mehr Druck wohl behebbaren) Problemen vor allem aber im unsicheren Umgang mit der Musik an sich. Wenn es um die reine Story des Musicals und Hintergrundinformationen geht, haben die SuS weniger Probleme, dies interessant zu verpacken (Personenkonfigurationen als Schaubild, Lückentexte, Rätsel etc.). Auch dies ähnelt sich aber (wie vermutlich Grammatik-Aufgaben im Fremdsprachenunterricht) immer wieder sehr stark und lässt Langeweile aufkommen, da zum x-ten Male so etwas kommt wie "Wir stellen Euch jetzt etwas vor, Ihr hört bitte aufmerksam zu, macht Euch evtl. Notizen, da es gleich ein (Schaubild, Lückentext, Rätsel, etc.) gibt, das Ihr dann bitte ausfüllt." Sobald aber über rein Musikalisches gesprochen werden soll, fangen viele Schüler an zu schwimmen. Eine einfache Einordnung von Songs in den Handlungszusammenhang ist als Höraufgabe mehrmals problemlos gestellt worden, eine Charakterisierung der Musik in Zusammenhang mit den Charakteren der Personen schon sehr viel seltener geschehen und wenigstens eine grobe musikalische Analyse (Form-Inhalt, Instrumentation, Besonderheiten wie Tonart-Wechsel etc.) habe ich so gut wie nie angetroffen, da den Schülern jede Menge Grundlagen fehlen (siehe den angesprochenen Unterrichtsausfall in der Jahrgangsstufe 9 wie auch in der Jg. 7). Sind hier einfach meine Ansprüche zu hoch?
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Wolfram Thom
antwortete am 10.02.05 (09:07):
@Oliver "Ich würde ja gerne ausprobieren, die Benotung der Stunden wegfallen zu lassen,aber...". Ich möchte dir Mut machen. Probier's aus! Als bayerischer Gym-Lehrer (M/Ph) konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass die NRW-Richtlinien rigoroser als unsere sind. Ich habe also eure Schulordnung studiert und komme zu dem Schluss, dass der Satz "Grundlage der Leistungsbewertung sind alle im Beurteilungsbereich „Schriftliche Arbeiten“ und im Beurteilungsbereich „Sonstige Leistungen“ erbrachten Leistungen." nicht so interpretiert werden sollte wie ich das bei dir lese. Gemeint ist meines Erachtens, dass die Bewertung der Schülerleistungen nicht auf einzelne Aspekte eingeschränkt werden soll. Das heißt aber keinesfalls, dass jede Äußerung bewertet soll. Das widerspricht auch jeglicher Lehr-Lernforschung ("Bewertungssituation und Lernsituation sollten klar getrennt werden!"). In der Schulordnung steht ja, dass die "erbrachten Leistungen" bewertet werden. Das bedeutet m.E., dass die Lehrkraft zunächst definieren muss, ob jetzt eine Prüfungssituation oder eine Lernsituation vorliegt. Und nur in Prüfungssituationen wird Leistung bewertet. Und darauf bezieht sich dann die ASchO: du darfst erbrachte Leistungen bei der Notenbildung nicht einfach ignorieren. Das leuchtet auch ein. Einverstanden? Gruß Wolfram
(Internet-Tipp: http://www.wolfram-thom.de)
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jpm
antwortete am 10.02.05 (09:16):
Hallo W.Thom! Ich, zumindest, bin mit Ihnen einverstanden! ;-)) Diese Trennung zwischen Bewertungssituation und Lernsituation ist eminent wichtig!
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Oliver Drechsel
antwortete am 22.02.05 (21:21):
Natürlich bin ich auch sehr dafür, dies zu trennen, aber es steht in unserer AschO: "Grundlage der Leistungsbewertung sind alle vom Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten Leistungen, insbesondere [...] mündliche Beiträge [...]. Die Leistungen bei der Mitarbeit im Unterricht sind für die Beurteilung eines Schülers ebenso zu berücksichtigen wie die übrigen Leistungen." Und die Übernahme von Lehrfunktionen sind doch insbesondere auch mündliche Beiträge...?
Vielleicht sollten wir dies in einem anderen (welchem?) Forum diskutieren und hier mit musikalischem Schwerpunkt weitermachen: Ich habe heute wieder festgestellt, wie kreativ in einer zehnten Klasse mit der Wiederholung der Notenschrift (Versetzungszeichen, Intervalle) umgegangen wird, wenn die "Besseren" den "Schlechteren" mit LdL in Kleingruppen helfen. Da wird sich nicht auf Einfaches beschränkt sonderen es tauchen auch sehr schnell Sonderfälle wie die doppelt verminderte Quinte dis-as o.ä. auf... sehr spannend.
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Wolfram Thom
antwortete am 22.02.05 (22:07):
Hallo Oliver, meine Antwort war wohl zu undeutlich. Also zweiter Versuch: Die NRW-Schulordnung sagt meines Erachtens NICHT, dass "JEDE Leistung eines Schülers für die Beurteilung zu berücksichtigen ist", auch NICHT: "JEDE Leistung bei der Mitarbeit im Unterricht". Die Schulordnung will meines Erachtens nur verhindern, dass eine Lehrkraft für die Zeugnisnote z.B. ausschließlich die Leistungen in schriftlichen Prüfungen heranzieht. Da du die Leistungen deiner Schüler über ein ganzes Schuljahr beurteilen musst, kannst du sehr wohl beurteilungsfreie Zeiträume festlegen. Einverstanden? Gruß Wolfram Thom
PS: Deinen Hinweis zum Forumswechsel habe ich einfach ignoriert, entschuldige bitte.
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Oliver Drechsel
antwortete am 23.02.05 (22:10):
Klar bin ich einverstanden. Lese also die ASchO ab sofort in diesem Sinne. (Aber 100%ig sicher bin ich immer noch nicht...)
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jpm
antwortete am 13.04.05 (07:10):
@Drechsel Schreiben Sie doch zum Thema LdL und Musikunterricht hier mit:
(Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Lernen_durch_Lehren)
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Ulf
antwortete am 22.04.05 (17:27):
BENOTUNG, besonders im LdL (Musik u.a., 6. Kl. u.a., Gy)
Hallo an alte Bekannte und alle anderen!
Leider find ich kein Brett "Benotungsstrategien im LdL-Unterricht" oder "Benotung im LdL" (JPMs Verweise oben), auch nicht im Archiv. - ? Sonst muss dies vielleicht dahin?
Ich hab im Moment keine Probleme LdL zu benoten und probiere gerade auch durch nachhilfeähnliche partnerschaftliche Hilfe (@Oliver) Benotung von Hilfeleistung und Hilfeakzeptanz mit gutem Erfolg aus.
Grundsätzlich ist für mich wichtig WAS überhaupt mündlich benotet wird. Bei mir längst nicht nur die fachbezogene Leistung, sondern Schlüsselqualifikationen: Teamwork, kommunikative Kompetenz, Methodenbeherrschung, individueller Fortschritt!
Vier wichtige Parameter, oft unausgesprochen verlangt: Quantität, Qualität, Motivation, Selbstvertrauen.
Eine frische Erkenntnis bei mir im Ringen um gerechte mündliche Noten (2 meiner 3 Fächer sind 2/3 mündlich und die normale Mitarbeit in Heften/Mappen in Klasse und zu Hause halte ich erstmal für selbstverständlich) : Selbstvertrauen muss unterrichtet werden, nicht nur verlangt, da es in Schule, Beruf, Privatleben, zum Selbstschutz usw. wichtig ist. LdL ist einer der Fördermöglichkeiten von Selbstvertrauen, das hab ich jetzt in den letzten Wochen bei vielen Schülern deutlichst gesehen.
Dazu nicht nur die soziale und sachbezogene, sondern auch die individuelle Bezugsnormen.
Die UnterrichteNDEN kommen durch höheren Redeanteil usw. meist in den 3er-Bereich (bei ganz Stillen evtl. mehr : individueller Fortschritt usw.), ab da entscheidet die konkretere Umsetzung. Die UnterrichteTEN sollen auch "dumme" Fragen (es gibt natürlich keine dummen, oft sind das die schlausten) stellen, schlaue Fragen stellen, die Fixeren geben auch (LdL-)Verfahrensvorschläge mit ab, können sich auch "dumm stellen". "Gut" ist dann oft: was vorantreibt, zum Lernen beiträgt.
Auch bei Kleingruppenarbeit, die von meinen 6. nicht nur in Musik gerade stark befürwortet wird, habe ich versucht deutlich zu machen, dass Hilfe eine lohnende, belohnungswerte "Leistung" des Gebenden und Nehmenden ist.
Ein Unterschriftensystem (Helfer und Geholfenen bekommen für bestimmte Leistungen Unterschriften) war zunächst ein bisschen schwer verständlich, ist aber noch nicht ausgereizt. Heute gings woanders völlig ohne: Helfen und Sich-Helfen-Lassen bringt Punkte: Die Schüler waren sofort deutlich hilfsbereiter und interaktiver, gingen rum, mancher konnte einem nicht gut genug helfen, dann besser jemand anderem, jemand anders hat beim ersten richtiggestellt. Dort gings gut ohne Ermahnung, ansonsten stelle ich die Kriterien für "Hilfe" klar: niemals RatSCHLÄGE usw. Ich konnte gut beobachten wies läuft, Vieles wurde in kurzer Zeit auf den rechten Weg gebracht, Schwächere hatten die Möglichkeit länger erklärt zu bekommen ohne im Mittelpunkt zu stehen und andere zu langweilen. Nach Anzweiflung des Sinns durch eine Schülerin reichten erinnernde Hinweise auf Teamwork und Vervielfachung der üblichen Berichtigungen im Klassenverband, wo viele Schüler nicht zuhören, da die Berichtigung der anderen sie seltsamer Weise überhaupt nicht zu betreffen scheint.... OK, was spricht noch mal gegen Benotung im LdL? Trifft das auch bei derartiger Differenzierung zu?
Und am Rande: Wie haltet ihrs eigentlich mit den "1en"? Im Studienseminar und an vielen Schulen habe ich "95%" gelernt, also "ganz wenig" Fehler. An meinem jetzigen Gymmi höre ich zum ersten Mal deutlich von der Schulleitung: von 50-100% äquidistante Noten also 50% 4, 62,5% 3, 75 2, 87,5% 1. Selbst ohne Erbsen zu zählen ist das ja entscheidend anders und es freut mich, großzügig 1en verteilen zu können (u.U. 2-5 statt 0-1 pro Klasse)! Im Netz gibts verschiedene Skalen von vorausgesetzt 95%, bis reformerisch gemeinter Anlehnung an Oberstufenpunkten (15/14/13=95/90/85%), und Forderungen stärker zu vereinheitlichen, um für Schüler transparenter zu sein.
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jpm
antwortete am 22.04.05 (17:35):
@Ulf (In Eile): Es gibt ein Interview von Christian Becker zusammengestellt und veröffentlicht in PRAXIS DEUTSCH, Heft 173, Mai 2002, Seiten 68-73 (Friedrich Verlag) mit dem Titel: "Die Qualität von Schuhen bewerte ich danch, ob ich mit ihnen gut laufen kann" - Benotungsstrategien im LdL-Unterricht - Ein Streitgespräch. Mehr ist nicht darüber veröffentlicht worden (bis jetzt).
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Christian Becker
antwortete am 22.04.05 (18:25):
Hallo Ulf, hier der Link zu meinem von JPM angesprochenen "PRAXIS DEUTSCH"-Artikel über Benotungsstrategien. Das pdf-Dokument lässt sich gewiss flotter runterladen als die Beschaffung des Heftes.
Ich "zanke" mich übrigens seit Beginn meiner aktiven LdL-Zeit nonstop mit diesem Kernaspekt handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts, für neue/ergänzende Ideen bin ich also stets dankbar :-).
http://www.ldl.de/material/aufsatz/becker.pdf
Viele Grüße Christian Becker
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jpm
antwortete am 22.04.05 (18:40):
@Ch.Becker Danke für die Hilfe. Ich wusste gar nicht mehr, dass wir den Artikel gespeichert hatten!
(Internet-Tipp: http://www.ldl.de/material/aufsatz/becker.pdf)
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Oliver Drechsel
antwortete am 22.04.05 (20:05):
@jpm Habe früher schon mal eine Weile bei wikipedia mitgemacht und kenne daher das Prozedere - denke, dass ich mich demnächst dann auf Ihren Vorschlag hin wieder dort einbringe. Es ist eine gute Möglichkeit weiterer öffentlicher Verbreitung, da wikipedia doch oft genutzt wird. Schön, dass LdL dort jetzt auch vertreten ist.
@Ulf Auch an unserem Gymnasium gilt seit diesem Schuljahr die äquidistante Unterteilung 88-100 (1), 75-87 (2), 60-74 (3), 45 bis 59 (4), 23 bis 44 (5), 0-22 (6) Prozent. Und zwar sowohl für Sek.I als auch Sek.II. Außerdem wird ein wenig mehr Wert auf Transferleistungen gelegt.
Gegenseitige Hilfestellungen tauchen auch bei mir im Unterricht häufig auf, da es immer wieder Schüler mit "Lücken" gibt, die von den anderen Mitschülern gut geschlossen werden können. So bin ich ja überhaupt erst auf LdL gestossen! Außerdem steigert das gegenseitige Helfen den Zusammenhalt in der Klasse.
In größerem Rahmen findet das Prinzip "Schüler helfen Schülern" an unserem Gymnasium in den Fächern Mathe, Englisch und Latein statt. Dort geben ältere Schüler den jüngeren, die "ausreichend" und schlechter stehen (in Dreier- oder Vierergruppen) schulinterne Nachhilfe gegen geringes Entgelt, wiederholen so den Stoff früherer Klassen und machen selbst Fortschritte.
Ich sehe es aber auch so, dass das Hilfestellung geben geübt werden muss, denn viele Schüler meinen doch, VORMACHEN wäre helfen. Wie gehst Du denn da vor?
Viele Grüße in die Runde Oliver
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jpm
antwortete am 22.04.05 (20:54):
@ Oliver Drechsel, Ulf, Chr.Becker Schöne, Sie alle wieder hier zu sehen!
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jpm
antwortete am 23.04.05 (07:49):
@O.Drechsel Wenn Sie einmal wikipediaaktiv waren und Zeit haben, könnten Sie doch einen Blick werfen in die von mir gerade bestückte "Theorieseite" der Wikipedia. Überraschende Weise gibt es unter den Wikipedianern keinen großen Bedarf nach Selbstreflexion! Hier die Seite:
(Internet-Tipp: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedistik/Hypothesen)
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jpm
antwortete am 27.08.06 (09:13):
Ein Bericht von Ulf (aus der LdL-Mailingliste):
Liebe LdLer! Obwohl ich durch eine volle Stelle seit 2 Jahren kaum Zeit zum Dialog finde (ich hatte mich z.T. "intensiv", dann sporadisch an den zum-Foren beteiligt) möchte ich zumindest gerne zurückmelden, dass ich nach Erfolgen im ersten Halbjahr im Lauf des letzten Schuljahres am Gymnasium in Musik, Ev. Religion und Englisch dann überwiegend LdL einsetzt habe. (...) Einschränkungen damit hatte ich in 2 stillen und z.T. frontal orientierten 10ern (...) In Musik in den 2 10ern habe ich einige Wochen im krassen Gegensatz straighten frontalen Unterricht gemacht, allerdings nutzte ich das um (in Tuchfühlung mit den Schülern) eine neue Systematik der Musiktheorie zu entwickeln, die mir und vielen Schülern auch Spaß gemacht hat zu entdecken/nachzuvollziehen. Dies Übersicht gebe ich jetzt aber anderen Klassen als Grundlage zum Benutzen und Weiterentwickeln in ihrem Unterricht. Musik und Religion in 5-9,11 und demnächst auch 10 ;-) (die nächsten sind schön lebhaft!) war im 2. Hj. zu 85-100% LdL. Dieser Unterricht wurde von den Schülern im Schnitt mit 2-1 bewertet, eine unerwartet frühe Belohnung nachdem mein Referendariat mich fast gekillt hätte und ich "meinen" Unterricht noch mit 3+ bewerte. Meine Besonderheiten: 1) Ich nenne es - ohne meine Anregungsquellen zu leugnen :-) - wie die Schüler - meist "Schülerunterricht", da der erhöhte Lerneffekt nicht nur durch das Lehren bzw. den Lehrenden zugute kommt. Die Lehrenden werden von den Schülern "Schülerlehrer" genannt, bei den Kleineren oft im bewussten Rollenspiel mit Nachnamen angesprochen. 2) Ich bewerte - allen Gegenargumenten zum Trotz, da ich diese nicht teilen kann :-) - die Unterrichtenden so wie wenn sie in der Klasse sitzen, d.h. sie kriegen allein für den Versuch zu unterrichten mindestens eine 3. Die Schüler wollen das fast alle (wenn sie's nicht wollen sag ichs ihnen nicht) und es motiviert sie positiv. Es gibt allerdings immer wieder pädagogische Noten für LdL-Anfänger oder introvertiertere Schüler, die mit Unterstützung extraverierter Schüler. Und die Unterrichtenden in 5-8 wollen immer wieder Kurztests (ähnlich Vokabeltests) einsetzen um das Wissen zu überprüfen, auch wenn das Niveau etwas zu niedrig ist. Meine Proteste ;-) nützen da nix und die anderen machens problemlos mit, da staun ich immer Bauklötze. 3) Alle unterrichten freiwillig, außer in den stillen 10ern, die dann doch Geschmack fanden als sie's alle mussten, auch wenn ihr Einsatz sich z.T. in Grenzen hielt. Viele unterrichteten mehrere Stunden und in allen Klassen fanden sich mehr Einsatzbereite als Zeit war. 4) Mein Eingreifen kann sehr unterschiedlich sein, bei schwächeren Schülern und eher in Englisch wispere ich z.B. Hilfen zu, wenn sie aufgenommen werden können, meist melde ich mich wie ein Schüler und warte bis ich an der Reihe bin, oder melde mich ganz ungeduldig, in Religion und Musik spreche ich u.U. wie ein Schüler, z.B. "Das verstehe ich jetzt nicht, gerade ... ", mal ergänze ich kurz Wichtiges oder mache auf eine Schnittstelle im Unterrichtsverlauf aufmerksam, die mehrere Alternativen der Fortführung ermöglicht, falls ich befürchte, dass ein wertvoller Gedankenstrang nicht ausreichend aufgenommen wurde. Wenn die Unterrichtenden dieses Angebot nicht annehmen, kommt das in die Nachbesprechung bzw. Vorbesprechung der nächsten Stunde, ungünstigenfalls liefere ich auch selbst nach. (Die Schüler lieben diese Rollenspiele, gehen unterschiedlich darauf ein, rufen mich gelegentlich auch mit Vornamen auf, aber das nie respektlos oder sonst problematisch). 5) In Musik wiederholte ich in jedem Jahrgang alle Notentheorie und mit LdL macht das plötzlich den Schülern Spaß bis hin zur 11. Kl., jetzt wollen sie es wirklich verstehen, fragen intensiv nach, vorher wirkte es wie Quälerei. 6) Viele Unterrichtende können und wollen sich selbst um Arbeitsdisziplin und Disziplinierungsmaßnahmen kümmern, manchmal müssen diese lernen nicht zu streng zu sein, u.U. bremse oder vermittle ich, aber allermeist klappts bald. 7) u.a. 2+3 zeigen: Schülerwunsch geht mir über LdL, zum Glück komm ich da aber kaum in Konflikte! Wenn doch, würde/werde ich Wege der Verbesserung der LdL-Techniken suchen. Diese Erfolge geben mir Selbstvertrauen, ich gehe lockerer und spielerischer, improvisierend in den Unterricht, habe auf dem Papier und im Kopf mehrere verschiedene Bausteine/ Möglichkeiten/ Reihenfolgen, inkl. u.U. eine Notfallbremse (z.B. ein wichtiges Thema oder Bereitschaftsunterrichtende) falls wichtige Schüler oder Materialien nicht da sind. Das entkrampft und ermöglicht Vieles. Meine aktuellen Verbesserungswünsche liegen hauptsächlich im Bereich der "Qualitätssicherung". Das möchte ich jetzt im kommenden Schuljahr angehen. Diesmal beginne ich überall mit Einheiten über guten Unterricht (Einstiege, Struktur). Dazu habe ich vor sowohl das Präsentations-Tipps Papier von jpms Schüler Arthur Miller (gibts da eigentlich noch Alternativen zu?) als auch Kurzüberblicke aus dem Referendariat zu bearbeiten als auch Eigenes durch Schüler erarbeiten zu lassen. Irgendwie scheint mir das schon in Richtung "kleine Referendare ausbilden" zu gehen, aber mir fehlt was wenn ich es nicht tue, und ich denke, dass das dazugehören muss. Insbesondere in Englisch möchte ich durch die Lehrkompetenz die Unterrichtsqualität und dadurch auch die "peinliche" "40%-Quote" erhöhen (peinlich weil LdL doch aus dem Sprachunterricht kommt, und gerade klappts noch nicht so :-}). Und es gibt immer wieder Probleme für mich und Mitschüler mit "schlechtem Unterricht", selbst dann wenn Unterrichtende sich bei der Vorbereitung Mühe gegeben haben und ihre Grobstruktur und Verlaufsbeschreibung sinnvoll aussieht. Aber ich hab auch etwas Angst um die Zeit für die Themen, bes. beim häufig epochalen Unterricht in Musik, wo schon Musiktheorie (freiwillig) recht viel Zeit frisst. Das zweite Hauptgebiet ist das Problem Selbstvertrauen und Kommunikationsfähigkeit. Da ich selbst als Jugendlicher starke introvertierte Anteile hatte kenne ich die Problematik auch selbst. Bewertungsausgleich für Introvertierte durch schriftliche Arbeiten zu schaffen ist für mich hier nicht der richtige Weg. Im Gegenteil haben gerade bei dieser Unterrichtsatmosphäre die Introvertierten eine besondere Gelegenheit ihr Selbstvertrauen zu trainieren. Dazu biete ich verschiedene Hilfen an (notenmäßig können sie sich z.B. beim Unterrichten in der mündlichen Note nur verbessern), suche aber immer noch nach Trainingsmöglichkeiten. Der Wunsch eine entsprechende AG an der Schule anzubieten findet der Schulleiter nicht uninteressant, die Stunden dafür sind aber nicht da. Massig SchülerInnen hätten jedenfalls Interesse daran. Naja, jetzt muss ich weiterhin Wege im Unterricht finden, über übliche Wege wie Gruppenarbeit hinaus, ich denke z.B. auch an (z.T. unauffälliges) körperliches Training (z.B. selbstbewusste Haltungen einüben) gekoppelt an handlungsorientierte Phasen in allen Fächern. Allein das Üben des festen Händedrucks bei der Erteilung des Halbjahrzeugnisses hat denke ich für das 2. Halbjahr und auf jeden Fall bei der Erteilung des Endzeugnisses ein ganz anderes Zugehen gebracht, gerade dort wo es am meisten nötig war :-) . Für weitere Ideen bin ich dankbar! - Schönen Gruß an alle Mitstreiter! Ulf
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Franz Josef Neffe
antwortete am 27.08.06 (19:53):
Lehren und lernen kommt ja beides von germ. "laisti"- "die Fährte". Um Lehrer zu werden, muss man also erst einmal selber eine Fährte des Lebens verfolgt und dabei seinen Sinn (von ahd. "sinan" = "der Weg") gefunden haben; dann wird man irgendwann für andere interessant (von lat. "interesse" = "dabei sein"), d.h. sie wollen von sich aus dabei sein. Der Vorausgehende ist in diesem Fall der Lehrer und die, die folgen (was sich jeder Lehrer heute wünschen würde!) sind die Lerner. Sie folgen, weil es sie ZIEHT und nicht weil jemand Druck macht; also ist das auch ErZIEHung und nicht wie bei dem, was wir als "Erziehung" mit Nachdruck veranstalten, ErDRÜCKung. (Das war jetzt ein kleiner Einblick in die >neue Ich-kann-Schule<; darim >Musikmachen mit Kindern und etwas lernen dabei<). LdL wirkt also, wo es wirkt, nicht weil das eine tolle neue technik ist, sondern weil einfach die GEISTIGE QUALITÄT höher ist. Vor 25 Jahren führte ich an meiner Bsonderschule, an die ich zu Beginn meiner Karriere (altprovenc. "Rennbahn") versetzt war, die Schulmusikstunde ein - einmal mit den unteren, einmal mit den oberen Klassen. Dazu brauchte ich ein Mittel, wo jeder einzelne sofort als Vollprofi einsteigen konnte und ein Lied wie >Das alte Haus von Rocky Doky< nicht nur singen sondern auch mitspielen konnte; ich nannte das die "Klangfarben-Methode". Begleitet wurde nicht mit "Krach-Instrumenten" sondern mit Glockenspielen, Metallo- und Xylophonen und zwar auf den drei Hauptstufen C,G,F. Man spürt ja, wenn die Klangfarbe wechselt. Die zum Akkord passenden Töne sind schnell gefunden und mit einer farbe markiert. Es gibt Überschneidungen; die Notennamen stehen eh auf den Klangstäben. Schon nach 1 Stunde haben wir NEBENBEI mehr Musik- und Harmonielehre gelernt als sonst in 4 Jahren. Völlig unbelastet gelernt, ja sogar mit guten Gefühlen. Das ist extrem wichtig, denn das Gedächtnis speichert nicht nur Zahlen und Buchstaben und schwarze Knödel auf Notenlinien mit einem Buchstaben dazu, nein! Das Gedächtnis muss immer die gesamte Situation speichern und das tut sie - weil in der mod. Päd. niemand darauf achtet meist mit Tonnen von Ballast, Irritationen und Schlimmerem. Kein Wunder, dass in einem BESCHULTEN Gedächtnis alles, wenn überhaupt, nur schwer zu finden ist! Wenn ich dem Schüler eine weswentliche Rolle gebe/lasse und mich selbst zurücknehme, speichert das Gedächtnis sein Tun nicht nur als Rechnen oder Schreiben oder Singen oder ... sondern als Rechenpersönlichkeitwerden, als Sängerpersönlichkeit wachsen usw. Und darum geht es: Die moderne Pädagogik betreibt mit Lernen geradezu verbissen PERSÖNLICHKEITSVERNICHTUNG und dabei geht es im Leben doch gerade um das Gegenteil: Persönlichkeitswachstum. Gerade Musik bietet dazu die allerbesten Chancen - sie offenbart aber auch deutlich wie sonst nichts die Gefühlslage der Betroffenen. Ich denke, damit ist klar, warum der Musik in den Schulen ein oft so erbärmliches Dasein ist. Und warum die Persönlichlichkeit der Lehrer, die keine Musik zu machen wagen schrumpft und schrumpft und schrumpft. Dabei würde gerade da vieles an Talent stecken. Als ich vor ca. 25 jahren meinen Schweizer Kollegen Bruno Linggi, der übrigens für die musikalische Fortbildung im Kanton Zug zuständig ist, in seiner Schule besuchte, begrüßte er 3 Minuten vor 8 Uhr jeden seiner Schüler vor der klasse persönlich mit Handschlag. Ich habe ihn besucht, weil er (wie ich) mit Autosuggestion mit seinen Schülern arbeitet; wenn da z.B. in der Pause die Größeren kamen und seine Schüler anmachten wegen Kleidung usw., dann sagten die selbstbewusst: "Ich denke selber." Ist es nicht schön, wenn ein Lehrer seinen Schülern Gegegenheit bietet, über sich selbst hinauszuwachsen? Ich grüße herzlich. Franz Josef Neffe
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Ulf
antwortete am 27.08.06 (21:37):
Interessante Anregungen! Wenn LdL gut läuft hab ich sogar meist den Eindruck, dass ich nicht ziehe, sondern mitgezogen werde durch die Klassendynamik, dass wir miteinander lernen, letzteres mache ich auch ganz besonders deutlich und wenn möglich konkret (geht nur jetzt mit mehr Selbstbewusstsein), so dass allen ein Miteinander deutlich wird und ich selten vorne noch oben sondern "zur Seite" stehe. Auch meine Rollenspiele gehen in die Richtung. Wiederum: Vor einem von den Schülern vor Projektunterricht (Kinderarbeit) in einer stilleren Klasse in der Befürchtung von zuviel Zeitverplemperung gesagt "ich reite nicht auf einem toten Pferd {>Dakota-Indianer?? vgl. "flogging a dead horse" von den "Sex Pistols" u.a.}, aber wenn es lebt reite ich dahin wohin es will" u.Ä. Ergebnis war dann sehr selbstständig geführte und ergebnisorientierte Projektarbeit, mit einigen Schwächen durch Schuljahresende und etwas zu große Gruppen. Ich ziehe also anfangs nur möglichst kurz nach vorne und entfache die Bewegungen immer wieder als Katalysator. Ich weiß nicht ob ziehen das richtige Wort ist. Es kommt mir grad irgendwie höchstens wie das Ziehen an einem Gummikatapult vor, der zum richtigen Zeitpunkt gezogen mit einem sehr kleinen Impuls große Energie entfaltet. Ziehen tu ich auch, aber eher zurück oder zur Seite, und zwar in Situationen wo es zu schnell voran geht oder was Wichtiges droht verloren zu gehen oder was richtig schief läuft o.Ä.... Schönen Gruß! Ulf
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Franz Josef Neffe
antwortete am 28.08.06 (00:56):
Was mich an Deinen Schilderungen erfreut, ist, dass Du egoistisch genug bist, Dich auf das originale Leben einzulassen. So bist Du kein Unterrichter (wo sich die da unten nach dem da oben richten müssen) oder Lernzielvollstreckungsbeamter sondern ein echter Lehrer in der Urbedeutung des Wortes. Wer Sog auslöst, braucht nicht zu ziehen. Wenn Du was echt Interessantes tust, ist das Interesse bei anderen geweckt. Im Grunde brauchst Du nur, das tun, was sich heute kaum jemand traut: Leben. Das Leben reißt alle mit. Lustigerweise muss der Pädagogische Vollzugsbeamte immer dagegen einschreiten, wenns (zu) lebendig wird. Vielleicht war Schule in der Schöpfungsgeschichte doch nur als Satire geplant? Ich sags mal via Gstanzl: Der Herr erschuf die Ferien und hat in einer schwarzen Nacht die Kultusministerien und Schulen noch dazu gemacht. Von zu großen Gruppen hab ich in der Schule nie was bemerkt, im Gegenteil: Wunder geschehen am besten in der Masse. Sie sind nur dort selten, wo man kein Interesse an ihnen hat, und dem Wahn verfallen ist, sich alles selber erarbeiten zu müssen. Im Krampf ist selbst die Einmanngruppe zu groß. Multiplizieren geht mit großen Zahlen besser, aber man muss halt Multiplizieren können. Das beginnt damit, dass man weiß, dass man es tut. Ich wünsche weiterhin viel Vergnügen! Franz Josef Neffe
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jpm
antwortete am 13.11.06 (13:21):
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