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THEMA:   Was genau ist Konjugation (Thema Molekulargenetik)

 1 Antwort(en).

wich begann die Diskussion am 28.02.01 (17:19) mit folgendem Beitrag:

Mir ist nicht ganz klar was eigentlich dieser F-Faktor in den Zellen sein soll. Und wie wird zwischen zwei Zellen eine Plasmabrücke gebaut??? Bitte gebt mir Antwort!!!


Jörg antwortete am 05.03.01 (19:26):

Hi,

Konjugation = Übertragung von genetischen Merkmalen (DNA) durch direkten Kontakt von Zelle zu Zelle.

Man kann daher die Konjugation als Paarung bei Bakterien verstehen. Dabei läuft die Sache so ab, daß das genetische Material nur in einer Richtung, vom Spenderbakterium ('Donor') zum Empfänger (Recipient) übergeht...
Nun können aber nur Bakterien mit einem speziellen DNA-Element Spender werden. Diese Gen-Info heißt Geschlechtsfaktor F (F für Fertilität = fruchtbar). Etwas genauer beschrieben: Der F-Faktor ist ein ringförmiges, geschlossenes, doppelsträngiges DNA-Molekül. Der einfache F-Faktor ist nicht in die chromosomale DNA eingebaut und wird als F(plus)-Faktor bezeichnet. Er 'vermehrt' sich unabhängig von der chromosomalen DNA, ist daher bei den sogenannten Plasmiden einzuordnen. Der Empfänger hat dementsprechend übrigens einen F(minus)-Faktor. Eine schlichte F+ Zelle kann nur den F(plus)-Faktor selbst übertragen (also eine F(minus)-Zelle zu einer F(plus)-Zelle machen).
Damit außer dem F-Faktor auch noch der chromosomale Rest übertragen wird, muß er vorher in das Bakterienchromosom eingebaut werden. Wird er tatsächlich eingebaut nennt man die Spenderzelle Hfr ('high frequency of recombinations'), und das ist dann die biotechnologisch eigentlich interessanteste.

Der F-Faktor enthält also speziell die Gene, die für die Konjugation gebraucht werden. Besonders wichtig: Dazu gehören Gene, die die Struktur der Zelloberfläche beschreiben, z. Bsp. die 'F-Pili'. Die werden unbedingt für eine Konjugation benötigt, weil diese haarähnlichen Dinger den Kontakt zu anderen Zellen herstellen. Nach Kontaktaufnahme verschmelzen die beiden Zellen teilweise, das ist die Plasmabrücke, dabei öffnen sich die Zellwände der beiden Zellen und verbinden sich mit der Zellwänden der jeweils anderen Zelle (stell dier ne '8' vor, die in der Mitte ein wenig auseinandergerissen wird) so daß die DNA des Spenders zum Empfänger kann.

Dann gibts übrigens noch den F'-Faktor, aber den wirst du denk ich, nicht brauchen.

Hoffe, daß das in der Kürze einigermaßen verständlich war...

Tschö,

Jörg