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THEMA:   Suche Internetseiten oder Links

 8 Antwort(en).

Jason begann die Diskussion am 27.11.05 (19:17) mit folgendem Beitrag:

zum Thema Kriegsschuldfrage (1. Weltkrieg und 2. Weltkrieg).
kann jemand weiterhelfen?!


Redaktion antwortete am 27.11.05 (21:42):

Google liefert hierzu massenweise Seiten. Wichtig wird es aber sein, die seriösen Quellen von den rechstradikal gefärbten zu trennen. Die Tatsache, dass z. B. alle beteiligten Staaten am Ersten Weltkrieg in abgestufter Weise "schuld" waren, nicht Deutschland und Österreich allein, später aber im Verseiller Vertrag die "Alleinschuld" der Verlierer festgeschrieben wurde, wird häufig als eine wichtige Ursache für den Zweiten Weltkrieg hingestellt. Der Versailler Vertrag war sicherlich nicht hilfreich für eine positive Entwicklung der Weimarer Republik und u. U. ein Faktor, der den Aufstieg von Hitler begünstigt hat, aber an der Tatsache, dass Deutschland den 2. Weltkrieg mit einem Angriffskrieg gegen Polen begonnen hat, kann das nichts ändern und nichts entschuldigen.

(Internet-Tipp: http://www.google.de/search?hl=de&q=Kriegsschuldfrage&btnG=Google-Suche&meta=)


GMondwurf antwortete am 27.11.05 (22:03):

Hallo Jason!

Bezgl 1. Weltkrieg:

s.v. Fritz Fischer und Kriegsschulddebatte in Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Fischer_(Historiker)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsschulddebatte

Um das Buch "Griff nach der Weltmacht" (Fritz Fischer) führt kein Weg herum.

Beim Zweiten Weltkrieg gibt es keine Kriegsschuldfrage! ;-)

Grüße
Georg


Jason antwortete am 28.11.05 (20:09):

erstmal danke, da sind ja schon mal ein paar Links. Es geht mir hier auch nur um seriöse Quellen. Das, was die Redax zum 1. WK schreibt, sehe ich so ähnlich. Aber das man beim 2. WK erst gar nicht zu diskutieren braucht, ist totaler Schwachsinn. Immerhin steckte Russland auch im Nichtangriffspakt mit drin. Aber um darüber zu reden, bin ich hier wohl an der falschen Stelle. Anschließend erlaube ich mir den Hinweis, dass ich in der 13. Kl. eine 1 in Geschichte auf dem Zeugnis hatte...


Jason antwortete am 28.11.05 (21:10):

Hier mal zwei Quellen über die angeblich ahnungslosen Polen und den Überfall auf Polen...
„Die abgedroschene Platte vom deutschen Überfall auf ein ahnungsloses und friedliches Land, Polen, ist von der objektiven Geschichtsforschung doch seit langem widerlegt. Hat sich das in Polen noch nicht herumgesprochen? So unschuldig und ahnungslos, wie man sich heute gibt, konnte man 1939 doch in Polen nicht gewesen sein. Will man es nicht wahrhaben, kann man es nicht verkraften, dass sich polen seit März 1939 in einer ständig eskalierenden Kriegsstimmung befand, dass in zahlreichen Aufsätzen und Leserzuschriften in Zeitungen der Krieg dringend gewünscht wurde, dass durch Aktionen wie die Meldung zu einem Kommando „lebender Torpedos“ nach missverstandenem japanischen Vorbild und durch Vorträge polnischer Offiziere, die die Qualitäten polnischer Soldaten in den Himmel hoben und die deutsche Ausrüstung als minderwertig bezeichneten, eine Stimmung erzeugt wurde, die von einem raschen Marsch nach Berlin träumen ließ? Kann man sich in Polen von heute auch nicht mehr der im Sommer 1939 in Polen erhältlichen Landkarten erinnern, auf denen ein großer Teil Deutschlands bis in die Nähe Berlins, Böhmen, Mähren, die Slowakei, ein riesiger Teil Russlands und das gesamte Baltikum in der überaus reichen phantasie der Polen schon annektiert waren?“

Friedrich Kurreck (Offenbach am Main)



„(...) Die längst bekannten Tatsachen der polnischen Teilmobilmachung im Frühjahr (!) 1939, der frühzeitigen polnischen Truppenbereitstellungen und Vollmobilmachung vor Beginn der Feindseligkeiten und Äußerungen polnischer Führer schon lange vor Hitler belegen, dass Polen den deutschen Angriff im Vertrauen auf britischen und französischen Beistand gezielt provozierte und erwartete. Keine Spur von „Überfall“. Überraschend war allenfalls die Schlagkraft der Wehrmacht.“

Eberhard Koenig, (Baiern)


GMondwurf antwortete am 28.11.05 (21:33):

Hallo Jason!
Zunächst zu den formalen Dingen. Was du dort zitierst sind im engeren Sinne keine Quellen. Außerdem fehlt eine korrekte Angabe, woher der Kram stammt. Herr Maier aus Baiern reicht nicht.

Aber nun zum Inhalt: Die Herren sind rechte Agitatoren und ihre Thesen stark revisionistisch. Da ihr Ziel die Rückgabe der deutschen Ostgebiete - speziell Schlesien ist, dürfte klar sein, welche Absicht hinter der Behauptung einer polnischen Kriegsschuld steckt. Insofern vermute ich mal, dass die Texte irgendwo vom Server "Bund für Gesamtdeutschland" oder so stammten.
Selbst wenn ein kleiner Kreis polnischer Nationalisten einen Marsch auf Berlin geplant haben mag, kann dies nicht als Argument diesen, das festgestellte deutsche Verbrechen - nämlich die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges hier in Frage zu stellen bzw. zu wiederlegen.

Eine solche Behauptung hat in der Tat auf dem ZUM-Server nichts zu suchen. Das ist auf der gleichen Schiene wie dieser Jewish War against Nazi GErmany, der auch gerne instrumentalisiert wird - von dahin ist es dann nur noch ein kleiner Schritt bis zur Leugnung der Shoa. Lass lieber die Finger von diesen objektiven Historikern und informiere dich anhand seriöser Quellen - nicht bei diesen selbsternannten Hobbyhistorikern, deren Absicht es nur ist, destruktive Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Ich möchte noch feststellen, dass ich auf keine Fortsetzung einer solchen unseriösen Debatte reagieren werde und auf die Löschung weiterer revisionistischer Aussagen / Zitate drängen werde.



Grüße
Georg


buerste antwortete am 29.11.05 (01:34):

Hallo Georg,

erst einmal DANKE für dein Posting, dem im Grunde nichts hinzuzufügen ist, außer vielleicht einer Kleinigkeit:

Du schriebst: >>Insofern vermute ich mal, dass die Texte irgendwo vom Server "Bund für Gesamtdeutschland" oder so stammten.<<

Ich würde sagen: "Treffer, versenkt!"

Wenn du nämlich nach "Eberhard Koenig, (Baiern)" googelst, wirst du in der Tat einen Leserbrief im Online-Forum der "Jungen Freiheit" finden - was das für ein 'Organ' ist, brauche ich dir ja sicher nicht zu erklären... ;-)

VG

Bürste


gymnase antwortete am 29.11.05 (12:46):

@Jason

Die Redaktion schrieb schon: "...an der Tatsache, dass Deutschland den 2. Weltkrieg mit einem Angriffskrieg gegen Polen begonnen hat, kann das nichts ändern und nichts entschuldigen."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Man könnte höchstens noch näher darauf eingehen, wie der Kriegsanlass mit dem vorgetäuschten Angriff auf den Sender Gleiwitz von einem Spezialkommando unter Naujocks vorsichtshalber selbst inszeniert wurde, aber das wird ja jemandem, der eine "1" in Geschichte hatte, nicht unbekannt sein. (Heutztutage macht man das kaum raffinierter...)

Diesen Tatsachen vermeintliche oder nachweisbare Aktivitäten polnischer Chauvinisten entgegenzuhalten, ist keine annehmbare Lösung, denn die Frage ist doch, welche Relevanz diese Kreise für die Politik Polens hatten. Die Mobilmachungen in Polen sind kein Beweis für eine Angriffsabsacht gegenüber den Deutschen Reich, sondern waren, wie der Kriegsverlauf zeigt, ein Gebot der Stunde, um wenigstens zu versuchen, die eigene Existenz zu retten.
Für Polen gab es nur die Alternative, Hitlers Kampf um Lebensraum im Osten als Hilfstruppe mit unsicherer Zukunftsaussicht mitzumachen. Selbst von Großbritannien und Frankreich war, wie sich später herausstellte, realistisch betrachtet keine konkrete Hilfe zu erwarten.

(Wenn du deine 1 in Geschichte behalten willst, lerne schnell zwischen Quellen und seriösen/unseriösen Darstellungen zu unterscheiden!)

Zum Ersten Weltkrieg empfehle auch ich die reichhaltige Literatur zu Fritz Fischers Thesen...


HistoriaPRO antwortete am 30.11.05 (00:18):

Hallo zusammen,


ich habe den Thread schon gestern komplett durchgelesen und war ein wenig schockiert.
Mir ist ernsthaft schleierhaft, wie man die These auf den Tisch bringen kann, Polen sei in Kriegsstimmung gewesen, bzw. der Krieg ging eher von polnischer Seite aus. Ganz ehrlich bin ich auch der Meinung, dass jemand, der derartige "Quellen" zitiert und wider den Fakten als richtig verteidigt keine "1" in Geschichte halten kann.

Gerade wir als Deutsche sollten dieses doch sehr sensible geschichtliche Erbe unserer Vorfahren sehr ernst nehmen und die geschichtliche Verantwortung dafür tragen, dass wir der Agressor waren und wir Deutschen den 2. Weltkrieg allein (!) zu verantworten hatten - wobei ich hier nicht von einer Kollektivschuld der Deutschen sprechen möchte, die es in meinen Augen nicht geben kann. Aber das Deutsche Reich war es, das Polen, Norwegen, Dänemark und die Sowjetunion überfallen hat.
Die Existenz des Hitler-Stalin-Paktes ändert nichts an der eindeutigen Kriegsschuld. Die Sowjets haben zwar auch von dem Überfall auf Polen profitiert, sie überschritten die Grenzen zu Polen aber erst über 2 Wochen nachdem Hitler den Feldzug begonnen hatte; zu dieser Zeit herrschte bereits der Kriegszustand mit England und Frankreich. Zudem war Hitler bereits im Vorfeld Agressor; dies muss mit berücksichtigt werden. Stalin war nicht Derjenige, der entgegen dem Versailler Vertrag aufrüstete, das Rheinland remilitarisierte, das Sudetenland besetzte, Österreich annektierte oder die Tschechoslowakei zerschlug. Diese Blumenkriege leiteten die Briten zur "Appeasement-Politik". Auf der Münchener Konferenz konnte Hitler wissen, dass es sein letzter "Blumenkrieg" gewesen sein dürfte. Er konnte sich sehr sicher sein, dass England und Frankreich den Raubzügen des Dt. Reiches nicht länger tatenlos zuschauen würden. Zu dem 2. Weltkrieg hätte es, wenn überhaupt - provokant gesagt - eigentlich schon eher kommen müssen!
Die Kriegsschuldfrage kann hier also wirklich nicht diskutiert werden.

Hierzu empfehle ich Jason aus "Informationen zur politischen Bildung", Themenheft "Nationalsozialismus II" folgende Passage komplett einmal zu lesen. Darin wird auch geklärt, warum Polen im März 1939 mobil machen musste.
Da gibt es eine ganz einfache Begründung für:

http://www.bpb.de/publikationen/06170038261947504027993510359889,13,0,Nationalsozialistische_Au%DFenpolitik%3A_der_Weg_in_den_Krieg.html#art13


mfg.,

Martin Knust
HistoriaPRO


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