Archivübersicht

THEMA:   die Grundlagen des Kaisertums ( im Mittelalter)

 6 Antwort(en).

Nasthi begann die Diskussion am 09.01.07 (19:21) mit folgendem Beitrag:

Hallo!

ich brauche die Inforamtionen über die Grundlagen des Kaisertums ( im Mittelalter)
ich weiß nicht, um welche Grundlagen es eigentlich geht, kann mir jemand helfen?



gymnase antwortete am 13.01.07 (16:06):

Das ist ein umfangreiches Thema. Hier ein paar Denkansätze:

Der Kaisertitel ist aus dem Namen Caesars entstanden, der von allen römischen Kaisern ab Augustus (Großneffe Caesars) als Beiname geführt wurde. Über Karl den Großen ist er dann auf die deutschen Kaiser übergegangen ("heiliges römisches Reich deutscher Nation" als Nachfolger des imperium Romanum). Damit im Zusammenhang ist auch der Imperator-Titel zu sehen, der dem Kaiser den Oberbefehl über die Reichstruppen zuspricht. Zwei Grundlagen des Kaisertums sind insofern also die historische Tradition und die Befehlsgewalt über das Militär.

Dazu kommt noch die Funktion als weltlicher Schutzherr der römisch-katholischen Kirche mit dem Bischof von Rom (Papst) an der Spitze. Diese wurde unter den Ottonen zum sogenannten Reichkirchensystem ausgebaut, das die Verwaltung des immer weiter ausgedehnten Reiches ermöglichte. (=politische Grundlage)

Die Wirtschaftsmacht des Kaisers als Machtbasis beruht vor allem auf dem Lehnswesen und den damit verbundenen Einkünften (Hausmacht der eigenen Dynastie und Reichsgut). Dazu kommen die Einnahmen aus den sogenannten Regalien. In späterer Zeit sind zunehmend auch die Steuern und Abgaben der handeltreibenden Reichsstädte sowie eine Reihe von indirekt wirkenden Steuern wichtig.

Das sind erst einmal ein paar Denkansätze, die Du leicht im Geschichtsbuch oder durch Lexika vertiefen kannst.


Joan antwortete am 14.01.07 (16:10):

Hallo gymnase,

ich will nicht "Erbsen zählen", aber trotzdem:

Die Kaiser des Mittelalters waren keine "deutschen Kaiser", sie verstanden sich ja, wie du selber schreibst, als Nachfolger der römischen Kaiser.

Ich weiß, dass man landläufig oft von den deutschen Kaisern spricht (auch ich tu es), wollte dies aber, weil es bei der Anfrage eben auch darum geht, deutlich machen. Damit wir Nasti nicht auf eine falsche Spur locken.


gymnase antwortete am 18.01.07 (09:13):

Gerhard Jaeckel: "Die deutschen Kaiser" führt sogar unter diesem Titel Karl den Großen mit auf, was sicher problematisch ist.

Die Ottonen und ihre Nachfolger kann man aber wohl ohne größere Probleme als "deutsche Kaiser" bezeichnen, genauer natürlich: "deutsche Könige/römische Kaiser" oder "Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation"
(Kurzform: Dt. Reich, was natürlich nicht mit späteren Reichen oder gar der Bundesrepublik Deutschland verwechselt werden darf)


Joan antwortete am 19.01.07 (12:05):

Hallo gymnase,

weil ein Schriftsteller Falsches oder wie hier Ungenaues schreibt, muss ich doch nicht auch Falsches oder Ungenaues stehen lassen?

Wie gesagt: Ich benütze den Ausdruck "deutsche Kaiser" ja auch (falsch *zwinker*). Und wäre es um ein anderes Thema bei Nasthis Anfrage gegangen, dann hätte ich gar nichts darüber gesagt.

Aber wenn Nasthi Informationen über das mittelalterliche Kaisertum sucht, vermutlich zu einem Referat, dann möchte ich doch, dass keine missverständlichen Begriffe auftauchen. Sie/er könnte ja auch eineN penniblen LehrerIn haben.


gymnase antwortete am 19.01.07 (13:19):

Liebe Joan,

wir sind uns einig, Stoiber tritt zurück, der Orkansturm "Kyrill" ist nun auch vorbei und Nasthi interessiert das Problem der "deutschen Kaiser" ohnehin nicht (mehr). Dann ist die Welt ja wieder in Ordnung...

MfG gymnase


Joan antwortete am 19.01.07 (17:44):

Ja, wir sind uns einig, auch wenn noch "Nachwehen" des Kyrill zu hören und zu spüren sind

Joan


  Zum Anfang nach obenZum Anfang nach oben           Themenübersicht   Themenübersicht           Alle Foren auf einen Blick