BERICHTE VON EINEM BESUCH IM ÄGYPTISCHEN MUSEUM IN BERLIN


Das Totengericht

Die Ägypter glauben, daß ein Mensch nach seinem Tod vor ein Totengericht (auch Tribunal genannt) gestellt wird. Dies wird auf vielen Sarkophagen (steinerne Särge) dargestellt: Zuerst wird der Tote von 42 Göttern gefragt, ob er bestimmte schlechte Taten in seinem Leben begangen hat. Er antwortet natürlich immer mit "nein", und der Gott Thot (Gott der Weisheit) notiert dies. Am Ende des Tribunals wird das Herz des Toten, das als Sitz der Seele gilt, gewogen. Auf der einen Waagschale liegt eine Feder, auf der anderen das Herz. Wenn das Herz durch die schlechten Taten schwerer ist, hat der Tote gelogen und kommt zur "Fresserin". Das ist ein krokodilköpfiger, nilpferdbäuchiger Seelenverschlinger, der das Herz verschlingt und damit für den zweiten Tod sorgt. Hat der Tote die Wahrheit gesagt und keine böse Tat auf dem Kerbholz, kommt er zum Gott Osiris und damit in das Reich der Ewigkeit.


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