BERICHTE VON EINEM BESUCH IM ÄGYPTISCHEN MUSEUM IN BERLIN


Kalabsha-Tor

Wie kommt dieses große Tor aus dem Ort Kalabsha in Ägypten überhaupt nach Berlin? Also - eines Tages (10 v.Chr.) eroberte Augustus Ägypten und wurde auch Herrscher über Kalabsha. Er ließ das Tor als Zeichen für seine Herrschaft dekorieren.
1960 waren viele ägyptische Altertümer vom Stausee des Assuan-Staudamms bedroht, u.a. auch dieses Tor. Die Bundesrepublik Deutschland unterstützte die ägyptischen Behörden und erhielt zum Dank dieses Augusteische Tor. Nur ganz wenige Blöcke fehlten. 1977 wurde das Tor im Ägyptischen Museum Berlin aufgebaut und der Öffentlichkeit übergeben.
Als wir in dem Tor standen, fiel uns auf: die linke Seite zeigt nur ein einfaches Muster, die rechte dagegen eine ausführliche Szene. Das lag daran, daß sich einfach die Türen des Tores nach links öffneten und dadurch die linke Seite verdeckten, warum sollte man sie also ausschmücken?
Auf der rechten Seite erkennen wir, wie Augustus in der Kleidung und mit den Zeichen eines Pharao (der ägyptische Name für König) zu sehen ist. Er übergibt der Göttin Isis (eine Hauptgöttin Ägyptens) eine Opfergabe, die aussieht wie kleine Segelboote. Uns wird erklärt, daß dies eine Hieroglyphe (altägyptisches Schriftzeichen) ist und bedeutet, daß Augustus den Ernteertrag aus diesem Landesteil der Göttin symbolisch opfert und damit ihre Oberherrschaft anerkennt. Zum Glück konnte uns dies eine Führerin erklären, denn wer sollte darauf schon von allein kommen?


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