DER UNTERGANG DES WESTRÖMISCHEN REICHES IN DER VÖLKERWANDERUNG


Karte zur Voelkerwanderung

Im Jahre 375 n.Chr. fallen die Hunnen, ein nomadisches Reitervolk aus den weiten Steppen der Mongolei, im Gebiet zwischen Donau und Djenpr in der heutigen Ukraine unter ihrem Anführer Attila ein und lösen unter den germanischen Völkern eine Reihe von Wanderbewegungen, die sogenannte Völkerwanderungen aus.

DIE WESTGOTEN

Die Westgoten fliehen nach Süden. Am 9.August 378 vernichten sie eine oströmische Armee bei Adrianopel und ziehen dann nach Nordgriechenland, von dort über den Balkan nach Italien, wo sie 401 unter König Alarich einfallen.

Nach der Plünderung Roms wandern sie weiter über Spanien in die römische Provinz Aquitanien (heute südwestliches Frankreich) und gründen dort 419 das 1.Westgotenreich.

Im Jahre 507 werden sie von den Franken bis über die Pyrenäen zurückgedrängt und gründen dann in Spanien das 2.Westgotenreich, das 711 mit dem Einfall der Araber untergeht.

DIE OSTGOTEN

Die Ostgoten marschieren im Jahre 379 nach Westen in die Provinz Pannonien, das heutige Westungarn. Von dort ziehen sie unter König Theoderich nach Italien, erobern das Reich des germanischen Heerkönigs Odoaker mit der Einnahme Ravennas.

Daraufhin gründen sie das ostgotische Reich mit der Hauptstadt Ravenna, das 553 n.Chr von den Oströmern unter Kaiser Justitian erobert wird.

ALANEN, SUEBEN, WANDALEN

Die Volksstämme der Alanen, Wandalen und Sueben überqueren am 31.Dezember des Jahres 406 n.Chr. bei Mainz den zugefrorenen Rhein. Die Alanen siedeln sich darauf in Gallien an.

Die Sweben und Wandalen ziehen weiter nach Süden und erreichen 409 n.Chr. Spanien, wo die Sweben im Nordwesten ein Reich aufbauen, das 575 von den Westgoten eingenommen wird.

Die Wandalen setzten 429 n.Chr. unter König Geiserich nach Nordafrika über und gründen 439 n.Chr. nach der Einnahme Karthagos im heutigen Tunesien das Vandalenreich, das 535 von den Oströmern unter dem Feldherrn Belisar zerstört wird.

DIE BURGUNDER

Die Burgunder ziehen aus ihrem Reich um Worms nach Süden bis in den heutigen Schweizer Kanton Jura und in die französische Schweiz und gründen am Genfer See 433 n.Chr. das Burgunderreich, das die Franken 534 n.Chr. im Staube der Geschichte versenken.

ANGELN UND SACHSEN

Die Angeln aus Dänemark und die Sachsen aus Holland setzen 449 n.Chr. unter den sagenhaften Königen Horsa und Hengist nach Britannien über, erobern England, vertreiben die keltischen Ureinwohner und gründen hier das angelsächsische Reich, das später von Normannen (Wikingern) und Dänen zerstört wird.

DIE LANGOBARDEN

Die Langobarden, ein germanisches Volk aus Polen, wandern über Ungarn, wo sie zunächst ein erstes Reich gründen, nach Norditalien und errichten 568 das 2.Langobardenreich, das 773 n.Chr. von Karl dem Großen in Besitz genommen wird.

DIE FRANKEN

Die Franken rücken 455 bis zur Somme im nördlichen Gallien vor und gründen hier ein Reich, das sie durch Eroberungen ausweiten. Es wird das größte und mächtigste der Germanenreiche.

Karte der Germanenreiche

614 beginnt das Reich zu zerfallen, wird aber von König Dagobert I. (629-639) - er heißt wirklich so - noch einmal vereint.

Mit dem Tode Dagoberts endet auch die Macht der Dynastie (Herrscherfamilie) der Merowinger, die Karolinger ergreifen die Macht. Damit ist die Völkerwanderung zuende, und spätestens von jetzt an hat das Mittelalter endgültig begonnen.

Karte des Frankenreichs unter Dagobert I. (629-639)

M.Möhle / B.Bendel


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