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Tintenherz

Dressler Verlag Hamburg (2003), 0 Seiten, ISBN: 3791504657

Tintenherz - Cover
Das Buch - das Tor zur Welt, aber zu welcher? Die Geschichte spielt in unserer Gegenwart, es gibt Autos, Bankkarten und Handys. Sie spielt in unserer Welt, vor allem aber an der italienischen Küste. Aber: Unsere Welt ist nicht die einzige, es gibt da noch eine zweite Welt, nämlich die der Bücher. Das ist nichts Neues, bekommt aber in 'Tintenherz' eine ganz konkrete Bedeutung: Figuren aus Buchwelten tauchen in unserer Realität auf, stiften darin Verwirrung und Chaos, dafür verschwinden dann auch Personen aus unserer Welt in die andere. Das Tor von der einen zur anderen und zurück sind die Wörter, aber nur, wenn sie schön und mit Andacht gelesen werden und von einem begnadeten Vorleser.

Ein solcher ist Mortimer, Buchbinder und Vater der Heldin Meggie, 12; diese ist, wie zu erwarten war, eine Leseratte. Mortimers Ehefrau ist seit neun Jahren unter noch ungeklärten Umständen verschwunden.

Die Geschichte beginnt damit, dass eines Abends ein geheimnisvoller Fremder auftaucht und Mortimer vor einem gefährlichen Mann namens Capricorn warnt, woraufhin Mortimer sein Auto packt und mit der Tochter zur Tante Elinor umzieht. Diese ist leidenschaftliche Büchersammlerin und lebt in einem mit Büchern angefüllten Haus. Dort will Mo(rtimer) ein ganz bestimmtes Buch verstecken, von dem Gefahr ausgeht.

Das gelingt aber nicht, Mo wird entdeckt und samt diesem Buch von schwarz gekleideten Bösewichtern nach Italien mitgeschleppt, wo der Oberbösewicht Capricorn in einem verlassenen Dorf mit seinen Spießgesellen sich eingenistet hat.

Was hat es mit dem Buch nun auf sich?
Es heißt 'Tintenherz', ist eine Fantasy-Geschichte mit Kobolden, Feen, Fabeltieren und leider auch mit Bösewichtern und anderen finsteren Gestalten. Zu diesen gehört Capricorn und seine Kumpanen. Als Mortimer vor neun Jahren seiner Tochter aus diesem Buch vorlas, erschienen sie plötzlich im Zimmer, wöhrend Mos Frau daraus verschwand. Seitdem ist Meggie ohne Mutter und die Welt um einige üble Gestalten voller.

Capricorn hat kein Interesse daran, in die Tintenherz-Welt zurückzukehren, er hat längst ein kleines Imperium errichtet, und um dieses zu sichern, lässt er alle Exemplare von Tintenherz aufsuchen und vernichten. Mehr noch: Mortimer soll ihm mit seiner 'Zauberzunge' die finsterste aller Tintenherz-Gesalten aus dem Buch herauslesen, damit Capricorn noch mehr Macht gewinnen kann.

Aus dieser verzwickten Konstellation heraus entwickelt sich eine spannende und verwickelte Handlung, in der weitere Figuren aus anderen Bücherwelten mitspielen (Peter Pan, Tausendundeine Nacht) und sich schließlich eine kleine Heldengruppe herausschält: Vater Mortimer, Tochter Meggie, ein Junge aus Tausendundeiner Nacht, ein undurchsichtiger Gaukler und sein bissiges Kuscheltier, die komisch-verschrobene Tante und schließlich noch der Autor des verflixten Buches selbst.

Sie alle zusammen bestehen spannende Abenteuer und - soviel darf wohl verraten werden - retten die Welt von noch mehr Unheil.

Cornelia Funkes setzt in 'Tintenherz' gekonnt und routiniert die bekannten Techniken der Spannungserzeugung ein, stellt eine Heldengruppe zusammen, die jeder Lesergruppe etwas bietet, und wirbt durch die Thematik für das Lesen von Büchern. Tintenherz ist ein Post-PISA-Buch, erschienen im Herbst 2003: Wer Bücher liest hat mehr vom Leben, denn ihm erschließen sich neue Welten. Dass diese neuen Welten allerdings Bedrohungspotenzial haben können, macht die Botschaft des Romans dann wieder vielschichtig und - zum Glück - weniger KMK-konform (KMK = Kultusministerkonferenz)

Die Story verlangt nach Verfilmung und nach Fortsetzung - beides ist im Gange: Am 15. September erscheint "Tintenblut", die Filmrechte sind nach Amerika verkauft und zur Zeit - so liest man - schreibt Cornelia Funke am dritten Band mit dem Wort 'Tinte' im Titel.

verfasst von Klaus Dautel am 20.07.2005 | 781-mal gelesen

Fachrichtung: Deutsch


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