Gaius Iulius Caesar

(13.7.100 - 15.3.44)

Er wurde am 13. Juli (Quinctilis) - nicht ganz gesichert - als Sohn des Praetors Gaius Iulius Caesar in Rom geboren (Kaiserschnitt). Er entstammte dem Geschlecht der Julier, die ihre Anfänge auf Iulus/Askanius, den Sohn des Aeneas zurückführten. Seine politische Karriere war bereits vorgezeichnet - seine Tante war die Frau des Führers der Volkspartei, Marius. Dazu heiratete er sechzehnjährig die Tochter des Sullagegners Cinna namens Cornelia. Er genoß eine gute Ausbildung in Rom, Rhodos und Athen. Während des Bürgerkrieges wurde er von den Sullanern gefangengenommen. Sulla verlangte, daß er sich von seiner Frau trenne. Caesar weigerte sich und wurde von Sulla auf Fürsprache einflußreicher Verwandter nur widerwillig begnadigt (nach Sueton mit den Worten "Caesari multos Marios inesse").

Caesar verschwand aus Rom und leistete ab 80 Kriegsdienst in Kleinasien. Nach dem Tod Sullas 78 kehrte er wieder nach Rom zurück und erregte hier durch seine guten und scharfen Reden Aufmerksamkeit. 76 begab er sich zur weiteren Ausbildung nach Rhodos, um hier den berühmten Redner Molon zu hören. Bei der Rückreise 75/74 wurde er von Seeräubern gefangengenommen (Seeräubererlebnis).

Wieder in Rom ließ er die Statuen des Marius wiederherstellen, was großen Mut bewies, weil die Optimaten an der Macht waren, brachte es aber damit zu großem Ansehen beim Volk. Außerdem heiratete er die Sullaenkelin Pompeia (65).

68 Quaestor in Spanien.

65 kurulischer Aedil, prunkvolle Spiele, große Schulden.

63 Pontifex maximus; die Wahl wurde von Crassus und der römischen Stadtbevölkerung unterstützt; designierter Praetor.

62 Praetor urbanus; tritt gegen die Todesstrafe für die Catilinarier ein und gerät in Verdacht, selbst an der Verschwörung beteiligt gewesen zu sein; sicher Mitwisser.

61 Propraetor in Spanien; gute Verwaltung, trotzdem sammelt er Reichtümer, vorher hatte er 25 Millionen Sesterzen Schulden, sodaß man ihn beinahe nicht aus Rom hätte abreisen lassen. Nur die Bürgschaft des Crassus rettete ihn aus dieser Zwickmühle.

In Spanien beweist er seine staatsmännischen und politischen Fähigkeiten. Es wird ihm ein Triumph bewilligt. Er verzichtet und bewirbt sich um das Konsulat.

Winter 60/59 : 1. Triumvirat mit Crassus und Pompeius: "Ne quid ageretur in re publica, quod displicuisset ulli e tribus." - privates Geheimbündnis; verheiratet seine Tochter Iulia mit Pompeius, 59 Konsulat mit Bibulus; heiratet Calpurnia.

Als Prokonsul erhält er gegen jeden Brauch und gegen jedes Recht Gallia cisalpina, Dalmatien und Gallia narbonensis für 5 Jahre. Der Senat fürchtet eine weitere Demütigung und fügte noch Gallia transalpina hinzu.

58 - 52 Unterwerfung Galliens (Ariovist, Vercingetorix); Feldzüge über den Rhein (55, 53) und nach Britannien (55, 54).

54 wird das Mandat auf weitere fünf Jahre verlängert.

53 fällt Crassus bei Carrhae den Parthern in die Hände (Gold). Julia, die Ehefrau des Pompeius stirbt, das Triumvirat zerfällt. Pompeius baut in Rom seine Herrschaft auf, und bekommt den Oberbefehl; über Rom wird der Ausnahmezustand verhängt.

Nach Ablauf seines zehnjährigen Mandats wird Caesar auf Betreiben des Pompeius vom Senat nicht gerade höflich aufgefordert, sein Heer zu entlassen und als Privatmann nach Rom zu kommen. Caesar fürchtete eine Anklage und wollte außerdem seine Macht nicht aus der Hand geben. (cf. historischen Exkurs)

Am 10. Jänner 49 v. Chr. überschreitet Caesar mit der X. Legion den Rubicon, den Grenzfluß zwischen der Provinz und Italien mit den Worten: "Alea iacta esto"

Pompeius flieht nach Osten.

Caesar sichert sich mit Italien, Sizilien und Spanien den Westteil des römischen Reiches und folgt dann Pompeius nach Griechenland (48). Er landet in Epirus, wird von Pompeius 48 bei Dyrrhachium geschlagen, besiegt ihn aber bei Pharsalus in Thessalien am 9. August 48 entscheidend und erhält darauf die Diktatur, die tribunizische Gewalt auf unbestimmte Zeit und das Konsulat auf zehn Jahre.

Pompeius floh über Kleinasien nach Ägypten und wurde dort ermordet. Caesar kam ebenfalls nach Ägypten, wurde in den alexandrinischen Krieg verwickelt (47), den er nur knapp überlebte. Er schlug den König Dionysos und gab das Land dessen Schwester Kleopatra, von der er einen Sohn namens Caesarion hatte, unter römische Oberhoheit.

In einem fünftägigen Feldzug schlug er 47 den König von Pontus bei Zela (veni, vidi, vici) und 46 die Anhänger des Pompeius unter dessen Sohn Sextus bei Thapsus / Afrika.

In Rom feierte Caesar deshalb vier Triumphe.

45 besiegte er die Anhänger des Pompeius endgültig bei Munda / Spanien. Nun verlieh ihm der Senat den erblichen Titel Imperator und den Titel pater patriae. Damit hatte er das Vorschlags- und Ernennungsrecht für Magistrate. Den Titel rex lehnte er wohlweislich ab.

Damit war er praktisch Alleinherrscher. Gegen seine früheren Gegner ließ er großzügige Milde (clementia) walten (Cicero, Varro, ...).

Nun begann ein groß angelegtes Reformprogramm:

* Erweiterung des Senats auf 900 Mitglieder

* Ansiedlung in den Provinzen

* großzügige Verleihung des Bürgerrechts

* Neuregelung des Strafrechts

* Bautätigkeit (Arbeitslose)

* Einführung des Sonnenjahres

* einheitliches Münzwesen

* Schaffung der Grundlagen für eine stehendes Heer

* Unterstützung der Veteranen

Bei der Vorbereitung für einen Krieg gegen die Parther wird er von einer Verschwörergruppe, der auch 60 Senatoren angehörten, am 15. März 44 ermordet. Vorherige Warnungen hatte er in den Wind geschlagen. Nach seinem Tod beschloß der Senat den Titel divus Iulius für ihn. Caesar war nicht nur Politiker, sondern auch ein bekannter Redner und Schriftsteller.

Erhaltene Werke:

De analogia grammatisches Werk, Cicero gewidmet; Auseinandersetzung über "analogia" (Gesetzmäßigkeit) und "anomalia" (Regellosigkeit) der Sprache.

  Commentarii de bello Gallico: 7 Bücher

1.-3. Buch   Unterwerfung Galliens                                        Kriegsjahr 58

4.    Buch   Rheinüberschreitung, Britannien                          Kriegsjahr 55

5.    Buch   Britannienzug, Dumnorix                                     Kriegsjahr 54

6.    Buch   2. Rheinübergang, Kulturaufzeichnungen              Kriegsjahr 53

7.    Buch   gesamtgallischer Aufstand unter Vercingetorix        Kriegsjahr 52

8.    Buch   bis zu den Anfängen des Bürgerkriegs, von Caesars Legat Hirtius verfaßt, enthält das Kriegsjahr 51 und das Friedensjahr 50.

Die einzelnen Bücher wurden im jeweiligen Winter verfaßt.

Commentarii des bello civili in drei Büchern; I., II. Buch umfassen das Kriegsjahr 49, III. Buch das Kriegsjahr 48.

Die weiteren Taten Caesars im Bürgerkrieg werden im Bellum Alexandrinum geschildert, das Hirtius entweder verfaßt oder wenigstens redigiert hat, und in den Werken unbekannter Verfasser, dem Bellum Africanum und dem Bellum Hispaniense, deren Sprache weit unter der Caesars und Hirtius' steht.

Stil: einfach und schmucklos, keine schwierigen Perioden, beschränkte Wortwahl;

Bellum Civile weniger sorgfältig bearbeitet.

Bedeutung: Vorbereitung des römischen Reiches auf die Alleinherrschaft; herausstechende Persönlichkeit; starker Mann, den Rom brauchte, aber kein großer Politiker.

Romanisierung Galliens (unabsehbare Folgen).

Kalender, Geburtsmonat nach ihm benannt, Zar, Kaiser.

Literatur: Petrarca, Sueton;

                Shakespeare, Julius Caesar ; G. B. Shaw, Caesar und Cleopatra

                Herder, Brutus; Thornton Wilder, The Ides of March

                Brecht, Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar

CAESARS  AUSSEHEN:  Sueton, Caesar, 45

  Er soll von stattlicher Figur gewesen sein, weiße Haut, schlanke Gliedmaßen, ein etwas zu volles Gesicht, schwarze lebhafte Augen und eine gute Gesundheit gehabt haben, außer daß er gegen Ende seines Lebens öfter plötzlich ohnmächtig wurde und im Schlaf aufschreckte. Auch von epileptischen Anfällen wurde er zweimal mitten in einer Versammlung befallen. Um sein Äußeres war er allzu besorgt. So  ließ er sich nicht nur sorgfältig die Haare schneiden und rasieren, sondern auch am ganzen Körper entfernen, was ihm von gewissen Leuten vorgehalten wurde. Über seine Glatze war er sehr ärgerlich, da sie seinen Gegnern oft Anlaß zu Witzen bot. Daher pflegte er seine Haare vom Scheitel nach vorne zu bürsten und von den Ehren, die ihm Senat und Volk zuerkannten, machte er von keiner häufiger Gebrauch als von dem Vorrecht, immer einen Lorbeerkranz tragen zu dürfen.

CAESARS GELDPROBLEME: Sueton, Caesar,13

Deposita provinciae spe pontificatum petit non sine profusissima largitione, in qua reputans magnitudinem aeris alieni , cum mane ad comitia descenderet, praedixisse matri osculanti fertur domum se nisi pontificem non reversurum.

STELLUNGSNAHME CAESARS ZUM BÜRGERKRIEG:

Omnia sunt misera in bellis civilibus, quae maiores nostri ne semel quidem, nostra aetas saepe iam sensit, sed miserius nihil quam ipsa victoria.

Die Feldzüge Cäsars

Aufgrund seiner erfolgreichen Feldzüge bildete Cäsar mit seiner ihm ergebenen Armee eine Bedrohung für den römischen Senat. Als dieser Cäsars Macht beschneiden wollte, überschritt der Feldherr den Rubikon (»Alea iacta esto«: »Der Würfel soll geworfen sein«), besiegte im Bürgerkrieg von 49 bis 46 v. Chr. erst Pompeius und wurde dann der mächtigste Mann des Römischen Reiches als Diktator auf Lebenszeit mit außergewöhnlichen Vollmachten.
Der politische Konflikt zwischen Cäsar und dem Senat erhielt seine militärische Sprengkraft durch den starken Machtzuwachs, den der Feldherr und Prokonsul Cäsar vor allem durch die Niederwerfung Galliens von 58 bis 51 v.Chr. erreichte. Durch die Gegenstrategien in den außenpolitischen Krisensituationen war - auch schon mit Marius und Sulla - eine völlig neue Führergewalt als militärisches Nebenregiment zum Senat entstanden.
Cäsar gibt darüber in seinen »Aufzeichnungen über den Gallischen Krieg« Auskunft und Rechenschaft. Er verfaßte das Werk im Winter 52/51 v.Chr., als die ehemalige Freundschaft mit Pompeius in Gegnerschaft umgeschlagen war. Cäsar beschreibt die vorläufigen Eroberungen Galliens und die Expeditionen in angrenzende Gebiete, die ihn bis nach Britannien und mit Hilfe einer besonderen Brückenkonstruktion über den Rhein führten. Cäsar schließt mit der endgültigen Befriedung Galliens, bei der er zunächst von den unter Vercingetorix vereinigten gallischen Truppen bei Gergovia geschlagen wurde, aber schon im gleichen Jahr 52 v.Chr. bei Alesia überwältigend siegte.
Ein Randergebnis dieser Geschichtsschreibung besteht darin, daß Cäsar gerade im Zusammenhang mit der Schilderung von Strafaktionen gegen die aufständischen Gallier eine herausragende Quelle zur Kultur der keltischen Spätzeit lieferte. Er eroberte danach im Laufe des Bürgerkriegs zunächst 49 v.Chr. Spanien. Schließlich siegte er 48 v.Chr. in der entscheidenden Schlacht bei Pharsalos endgültig über Pompeius.

Caesars Aufstieg zur Alleinherrschaft

historischer Exkurs

Pompeius war aus dem Orient heimggekehrt und hatte wider Erwarten sein Heer entlassen. Da wagte es der Senat, ihm die Veteranenversorgung zu verweigern. Daraufhin verband er sich mit Caesar und Crassus in einem Geheimabkommen (1. Triumvirat 60).

Caesar wird Schwiegervater des Pompeius und 59 Konsul. Als Konsul setzt er die Ansprüche des Pompeius durch. Nach seinem Amtsjahr bekommt er die Provinzen Gallien und Illyrien.

Cicero als Gegner der Triumviren wird auf Antrag des Caesarianers Clodius Pulcher verbannt. 56 wird das Bündnis erneuert und die Provinzen verteilt (Caesar - Gallien, Crassus - Syrien, Pompeius - Spanien).

In einem 8-jährigen Krieg unterwarf Caesar ganz Gallien, schlug die Germanen über den Rhein zurück und unternahm Demonstrationszüge nach Britannien und Germanien (durch die Eroberung Galliens Verschiebung der Völkerwanderung?).

Als Caesars Tochter starb und Crassus 53 bei Carrhae im Kampf gegen die Parther umkam, ging das Triumvirat in Trümmer. Pompeius schloß sich wieder den Optimaten an und Cicero wird aus der Verbannung zurückgerufen. In Rom herrschen der Pöbel und bewaffnete Banden (Clodius - Milo). Als bei einer dieser Ausschreitungen Clodius getötet wurde, stellt Pompeius als Konsul sine collega die Ordnung wieder her. Er versäumt aber auch diese Gelegenheit, sich der Alleinherrschaft zu bemächtigen.

DER BÜRGERKRIEG (49 - 46)

Caesar bewarb sich für das Jahr 48 um das Konsulat, der Senat aber verlangte, daß er sein Heer entlasse und persönlich kandidiere. Caesar erklärte sich dazu bereit, wenn auch Pompeius sein Heer entlasse. Als man darauf nicht einging, eröffnete Caesar den Bürgerkrieg, indem er den Grenzfluß Rubicon mit Heeresmacht überschritt. Mit nur einer einzigen Legion überrannte er Italien. Pompeius und der Großteil des Senates begaben sich nach Illyrien. Caesar begab sich zunächst nach Spanien, wo er die Legionen des Pompeius bei Illerda zur Kapitulaion zwang. Als er nach Rom zurückkehrte, wurde er von Marcus Aemilius Lepidus zum Diktator ernannt. Im Jahre 48 setzte er nach Epirus über und schloß Pompeius in Dyrrhachium ein, wurde aber geschlagen. Er lockte Pompeius hinter sich her nach Thessalien und besiegte ihn bei Pharsalus entscheidend. Pompeius floh nach Ägypten, wo König Ptolemäus XV ihn ermorden ließ. Caesar bestellte Marcus Antonius als Stellvertreter in Italien und ging selbst nach Ägypten, wo er die von ihrem Bruder vertriebene Königin Kleopatra als Herrscherin einsetzte. Deshalb entbrannte ein Krieg, in dessen Verlauf Caesar in Alexandria in höchste Gefahr geriet.

Er konnte jedoch die Oberhand gewinnen. Ptolemäus ertrank auf der Flucht im Nil. In Pontus erhob sich Pharnaces, ein Sohn des Mithridates. Er wurde in einem 5-tägigen Feldzug geschlagen (veni, vidi, vici), Schlacht bei Zela 47. Darauf zog Caesar nach Afrika und schlug die geflohenen Pompeianer bei Thapsus 46 (Selbstmord des Republikaners Cato minor).

Caesar feierte Triumphe in Rom, führte mit Hilfe des ägyptischen Astrologen Sosigenes eine Kalenderreform durch (Iulianischer = Ägyptischer Kalender, das Jahr beginnt mit dem 1. Jänner).

Die Pompeiussöhne besiegte er in der blutigen Schlacht bei Nunda in Spanien 45. Damit war der Bürgerkrieg beendet und Caesar war Alleinherrscher. Er übte seine Herrschaft in Form einer Militädiktatur (dictator perpetuus) aus. Den Königstitel lehnte er ab. Er erließ eine allgemeine Amnestie (Cicero, Brutus). Sein Ziel war, den Provinzen und Italien den Wohlstand zu geben. Die Ausbeutung der Provinzen verhinderte er, indem er die Statthalter überwachen ließ. Mit seinen Veteranen legte er Kolonien an und schuf durch öffentliche Bauten Arbeit. Ein aktuelles Problem war noch die Parthergefahr. Während der Vorbereitungen des Feldzuges fiel Caesar einer Verschwörung unter Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius zum Opfer (Iden des März 44). Diese Tat stürzte das Römerreich in neue Bürgerkriege.

UNTERGANG DER REPUBLIK

Die Wirren nach Caesars Ermordung

In der allgemeinen Verwirrung riß Caesars Freund Marcus Antonius die Macht an sich, zwang die Mörder zur Flucht und setzte sich in Besitz der strategisch wichtigen Gallia Cisalpina. Da trat der 19-jährige Großneffe und Universalerbe Caesars, Octavian, auf den Plan. Da ihm Antonius de Herausgabe des Erbes verweigerte, sammelte er ein Heer und stellte sich dem Senat zur Verfügung, der auf Beteiben Ciceros (14 Philippinische Briefe) Antonius zum Staatsfeind erkärte. In der Schlacht bei Mutina besiegten die beiden Konsuln Pansa und Hirtius im Bunde mit Octavian den Antonius. Beide Konsuln fielen.

Das 2. Triumvirat (11. 11. 43):

Als der Senat versuchte, Octavian beiseite zu schieben, verständigte sich dieser mit Antonius und Lepidus - Gewalt auf 5 Jahre (tresviri rei publicae constituendae).

Krieg gegen die Caesarmörder (43 - 42 v. Chr.)

Brutus und Cassius hatten gewaltige Heere gesammelt, unterlagen aber in der Doppelschlacht bei Philippi. Sie begehen Selbstmord. Die Sieger teilen das Reich (Antonius - Osten, Octavian - Westen, Lepidus - Afrika). Italien ist neutralisiert. Antonius heiratet die Schwester des Octavian (Octavia).

Bürgerkrieg 31 - 30 v. Chr.

Während Octavian im Westen wertvolle Aufbauarbeiten leistete (Besiegung des Sextus Pompeius, der als Pirat die Getreidezufuhr sperrte, Niederringung von Pannonien und Dalmatien), gebärdete sich Anton als orientalischer König. Er heiratete Kleopatra, verschenkte an sie und ihre Kinder Provinzen und erntete Mißerfolge gegen die Parther. Da erklärte Octavian den Krieg (an Kleopatra).

In der Seeschlacht bei Actium siegte Octavians Admiral Vipsanius Agrippa über die ägyptische Flotte (31 v. Chr.) - die westliche gemäßigte Monarchie siegte über die orientalische Despotie. Octavian eroberte Ägypten, Antonius und Kleopatra begingen Selbstmord. Das Land wird römische Provinz (30 v. Chr.).

DIE EINWOHNER DES REICHES UND IHRE RECHTL. STELLUNG

Die Einwohner des römischen Reiches zerfielen in bezug auf ihre rechtliche Stellung zunächst in Freie (liberi) und Unfreie (servi) und Hörige (clientes). Die Freien waren wieder entweder römische Bürger (cives) mit mehreren rechtlichen Unterschieden oder Fremde (peregrini). Seit man angefangen hatte, Unfreien die Freiheit zu schenken, unterschied man

Freigeborene (ingenui) und

Freigelassene (liberti, libertini).

  Cives:

Die Rechte eines Vollbürgers waren:

1. Nach dem öffentlichen Recht (iure publico):

* ius suffragii (aktives Stimmrecht in der Volksversammlung)

* ius honorum (passives Wahlrecht)

* ius provocationis (das Recht, bei Prozessen über Leben und Tod von der Entscheidung der Behörde an das Volk, später an den Kaiser zu appellieren)

* ius sacrorum (Recht mit den Göttern unmittelbar zu verkehren)

  2. Nach dem Privatrecht (iure privato):

* ius conubii (Recht, eine gültige Ehe zu schließen)

* ius commercii (Verkehrs- und Handelsrecht)

Die Pflichten eines Vollbürgers waren:

* Kriegsdienst

* Abgabenleistung nach Vermögen (Zensor)

Ein minderes, von Fall zu Fall verschiedenes Bürgerrecht besaßen die Einwohner solcher Gemeinden, mit denen man nach ihrer Unterwerfung dementsprechende Verträge abgeschlossen hatte.

Italische Bundesgenossen - socii Latini nominis

 Klassen unter den Bürgern - Gesinnungsgenossenschaften (factiones):

patricii - plebei

nobiles - ignobiles   Abstammung

optimates - populares   politisch

ingenui - liberti, libertini

Die Stadtzeitung

Erst im Laufe des 1. Jhdts. v. Chr. können wir von einer Zeitung sprechen. Kein Sitzungsprotokoll, sondern nur Niederschrift der Senatsbeschlüsse. Zunächst wurden die Tagesneuigkeiten im Amtlokal der pontifices auf einer Tafel bekanntgegeben. Ein privates Vervielfältigungsunternehmen sammelte dann die wichtigsten Tagesereignisse und gab sie als Zeitung heraus.

Caesar regelte die Nachrichtenfrage vom Staat aus.

"acta urbis", "acta populi", "commentarii diurni"

Auch in den Provinzen konnten diese Zeitungen bezogen werden. In der Kaiserzeit wird dann nur noch über die Taten der Kaiser berichtet (vornehme Familien, etc.). Auch nahm unter den Kaisern die Zensur sehr stark zu.

Die Zeitung wurde zum Propagandainstrument der Kaiser.

C U R S U S   H O N O R U M

Bevor man ein höheres Amt bekleiden konnte, mußte man ca. 10 Jahre niedere Ämter (darunter Priesterämter) innegehabt haben. Dann konnte man regulär frühestens mit dem 30 Lebensjahr QUAESTOR werden.

QUAESTOR      ab 30

AEDIL              ab 37

PRAETOR         ab 40

CONSUL           ab 43

SUO ANNO : frühester Termin der Ämterbekleidung; z.B. hatte Cicero alle Ämter suo anno inne.

ANNUITÄT: Ämter dauern nur ein Jahr

KOLLEGIALITÄT: es gibt z.B. immer 2 Konsuln

PARES POTESTATE: außerhalb Roms wechselte der Oberbefehl jeden Tag, in Rom Machtwechsel nach einer Woche; in Rom keine Gewaltentrennung

LICTOREN: Amtsdiener der hohen Beamten (Konsul 12, Praetor 6)

Träger der fasces cum securi; Symbol für die Macht, Leute züchtigen zu können, Macht über Leben und Tod.

Um in den Senat zu kommen, mußte man mindestens das Amt der QUAESTUR bekleiden. Die Ämter waren EHRENÄMTER, daher ohne Bezahlung.

Es gab keine Ausbildung für Beamte.Ein Beamter mußte frei und unbescholten sein, während der Amtszeit durfte er nicht angeklagt werden (Immunität).

 

Consuln von Sulla bis Caesar

Es sind die römische Zeitrechnung des Varro angegeben (ab urbe condita = seit Stadtgründung), sowie die gregorianische.

a.u.c.

greg.

 
671 -83 L. Cornelius Scipio Asiaticus C. Norbanus
672 -82 C. Marius Cn. Papirius Carbo
673 -81 M. Tullius Decula Cn. Cornelius Dolabella
674 -80 L. Cornelius Sulla Felix Q. Caecilius Metellus Pius
675 -79 P. Servilius Vatia Isauricus Ap. Claudius Pulcher
676 -78 M. Aemilius Lepidus Q. Lutatius Catulus
677 -77 D. Iunius Brutus Mam. Aemilius Lepidus Livianus
678 -76 Cn. Octavius C. Scribonius Curio
679 -75 L. Octavius C. Aurelius Cotta
680 -74 L. Licinius Lucullus M. Aurelius Cotta
681 -73 M. Terentius Varro Lucullus C. Cassius Longinus
682 -72 L. Gellius Poplicola Cn. Cornelius Lentulus Clodianus
683 -71 P. Cornelius Lentulus Sura C. Aufidius Orestes
684 -70 Cn. Pompeius Magnus M. Licinius Crassus
685 -69 Q. Hortensius Q. Caecilius Metellus Creticus
686 -68 L. Caecilus Metellus (Anfang d. J.) Q. Marius Rex
687 -67 C. Calpurnius Piso M'. Acilius Glabrio
688 -66 M'. Aemilius Lepidus L. Vocacius Tullus
689 -65 L. Aurelius Cotta L. Manlius Torquatus
690 -64 L. Iulius Caesar C. Marcius Figulus
691 -63 M. Tullius Cicero C. Antonius Hibrida
692 -62 D. Iunius Silanus L. Licinius Murena
693 -61 M. Pupius Piso Calpurnianus M. Valerius Messalla Niger
694 -60 Q. Caecilius Metellus Celer L. Afranius
695 -59 C. Iulius Caesar M. Calpurnius Bibulus
696 -58 L. Calpurnius Piso Caesonius A. Gabinius
697 -57 P. Cornelius Lentulus Spinther Q. Caecilius Metellus Nepos
698 -56 Cn. Cornelius Lentulus Marcellinus L. Marcius Philippus
699 -55 Cn. Pompeius Magnus M. Licinius Crassus
700 -54 L. Domitius Ahenobarbus Ap. Claudius Pulcher
701 -53 Cn. Domitius Calvinus (ab Juli) M. Valerius Messalla Rufus (ab Juli)
702 -52 Cn. Pompeius Magnus Q. Caecilius Metellus Pius Scipio (ab Aug.)
703 -51 Ser. Sulpicius Rufus M. Claudius Marcellus
704 -50 L. Aemilius Paullus C. Claudius Marcellus
705 -49 C. Claudius Marcellus L. Cornelius Lentulus Crus
706 -48 C. Julius Caesar  P. Servilius Vatia Isauricus
707 -47 Q. Fufius Calenus P. Vatinius
708 -46 C. Julius Caesar  M. Aemilius Lepidus
709 -45 C. Julius Caesar  -
    Q. Fabius Maximus (ab Okt.) C. Trebonius (ab Okt.)
    C. Caninius Rufus (31.12.)  
710 -44 C. Julius Caesar  M. Antonius
    P. Cornelius Dolabella (ab März)  
711 -43 C. Vibius Pansa (bis 23.4.) A. Hirtius (bis 21.4.)
    C. Iulius Caesar Octavianus (8.-11.) Q.Pedius (bis Nov.)
    P. Ventidius Bassus C. Carrinus

Pränomen: A-Aulus, Ap-Appius, C-Gaius, Cn-Gnaeus, D-Decimus, L-Lucius, K-Kaeso, M-Marcus, M'-Manius, Mam-Mamercus, N-Numerius, P-Publius, Q-Quintus, Ser-Servius, Sex-Sextus, Sp-Spurius, T-Titus, Ti-Tiberius