(13.7.100
- 15.3.44)
Er
wurde am 13. Juli (Quinctilis) - nicht ganz gesichert - als Sohn des Praetors
Gaius Iulius Caesar in Rom geboren (Kaiserschnitt). Er entstammte dem Geschlecht
der Julier, die ihre Anfänge auf Iulus/Askanius, den Sohn des Aeneas zurückführten.
Seine politische Karriere war bereits vorgezeichnet - seine Tante war die Frau
des Führers der Volkspartei, Marius. Dazu heiratete er sechzehnjährig die
Tochter des Sullagegners Cinna namens Cornelia. Er genoß eine gute Ausbildung
in Rom, Rhodos und Athen. Während des Bürgerkrieges wurde er von den Sullanern
gefangengenommen. Sulla verlangte, daß er sich von seiner Frau trenne. Caesar
weigerte sich und wurde von Sulla auf Fürsprache einflußreicher Verwandter nur
widerwillig begnadigt (nach Sueton mit den Worten "Caesari multos Marios
inesse").
Caesar
verschwand aus Rom und leistete ab 80 Kriegsdienst in Kleinasien. Nach dem Tod
Sullas 78 kehrte er wieder nach Rom zurück und erregte hier durch seine guten
und scharfen Reden Aufmerksamkeit. 76 begab er sich zur weiteren Ausbildung nach
Rhodos, um hier den berühmten Redner Molon zu hören. Bei der Rückreise 75/74
wurde er von Seeräubern gefangengenommen (Seeräubererlebnis).
Wieder
in Rom ließ er die Statuen des Marius wiederherstellen, was großen Mut bewies,
weil die Optimaten an der Macht waren, brachte es aber damit zu großem Ansehen
beim Volk. Außerdem heiratete er die Sullaenkelin Pompeia (65).
68
Quaestor in Spanien.
65
kurulischer Aedil, prunkvolle Spiele, große Schulden.
63
Pontifex maximus; die Wahl wurde von Crassus und der römischen Stadtbevölkerung
unterstützt; designierter Praetor.
62
Praetor urbanus; tritt gegen die Todesstrafe für die Catilinarier ein und gerät
in Verdacht, selbst an der Verschwörung beteiligt gewesen zu sein; sicher
Mitwisser.
61
Propraetor in Spanien; gute Verwaltung, trotzdem sammelt er Reichtümer, vorher
hatte er 25 Millionen Sesterzen Schulden, sodaß man ihn beinahe nicht aus Rom hätte
abreisen lassen. Nur die Bürgschaft des Crassus rettete ihn aus dieser Zwickmühle.
In
Spanien beweist er seine staatsmännischen und politischen Fähigkeiten. Es wird
ihm ein Triumph bewilligt. Er verzichtet und bewirbt sich um das Konsulat.
Winter
60/59 : 1. Triumvirat mit Crassus und Pompeius: "Ne quid ageretur in re
publica, quod displicuisset ulli e tribus." - privates Geheimbündnis;
verheiratet seine Tochter Iulia mit Pompeius, 59 Konsulat mit Bibulus; heiratet
Calpurnia.
Als
Prokonsul erhält er gegen jeden Brauch und gegen jedes Recht Gallia cisalpina,
Dalmatien und Gallia narbonensis für 5 Jahre. Der Senat fürchtet eine weitere
Demütigung und fügte noch Gallia transalpina hinzu.
58
- 52 Unterwerfung Galliens (Ariovist, Vercingetorix); Feldzüge über den Rhein
(55, 53) und nach Britannien (55, 54).
54
wird das Mandat auf weitere fünf Jahre verlängert.
53
fällt Crassus bei Carrhae den Parthern in die Hände (Gold). Julia, die Ehefrau
des Pompeius stirbt, das Triumvirat zerfällt. Pompeius baut in Rom seine
Herrschaft auf, und bekommt den Oberbefehl; über Rom wird der Ausnahmezustand
verhängt.
Nach
Ablauf seines zehnjährigen Mandats wird Caesar auf Betreiben des Pompeius vom
Senat nicht gerade höflich aufgefordert, sein Heer zu entlassen und als
Privatmann nach Rom zu kommen. Caesar fürchtete eine Anklage und wollte außerdem
seine Macht nicht aus der Hand geben. (cf. historischen Exkurs)
Am
10. Jänner 49 v. Chr. überschreitet Caesar mit der X. Legion den Rubicon, den
Grenzfluß zwischen der Provinz und Italien mit den Worten: "Alea iacta
esto"
Pompeius
flieht nach Osten.
Caesar
sichert sich mit Italien, Sizilien und Spanien den Westteil des römischen
Reiches und folgt dann Pompeius nach Griechenland (48). Er landet in Epirus,
wird von Pompeius 48 bei Dyrrhachium geschlagen, besiegt ihn aber bei Pharsalus
in Thessalien am 9. August 48 entscheidend und erhält darauf die Diktatur, die
tribunizische Gewalt auf unbestimmte Zeit und das Konsulat auf zehn Jahre.
Pompeius
floh über Kleinasien nach Ägypten und wurde dort ermordet. Caesar kam
ebenfalls nach Ägypten, wurde in den alexandrinischen Krieg verwickelt (47),
den er nur knapp überlebte. Er schlug den König Dionysos und gab das Land
dessen Schwester Kleopatra, von der er einen Sohn namens Caesarion hatte, unter
römische Oberhoheit.
In
einem fünftägigen Feldzug schlug er 47 den König von Pontus bei Zela (veni,
vidi, vici) und 46 die Anhänger des Pompeius unter dessen Sohn Sextus bei
Thapsus / Afrika.
In
Rom feierte Caesar deshalb vier Triumphe.
45
besiegte er die Anhänger des Pompeius endgültig bei Munda / Spanien. Nun
verlieh ihm der Senat den erblichen Titel Imperator und den Titel pater patriae.
Damit hatte er das Vorschlags- und Ernennungsrecht für Magistrate. Den Titel
rex lehnte er wohlweislich ab.
Damit
war er praktisch Alleinherrscher. Gegen seine früheren Gegner ließ er großzügige
Milde (clementia) walten (Cicero, Varro, ...).
Nun
begann ein groß angelegtes Reformprogramm:
*
Erweiterung des Senats auf 900 Mitglieder
*
Ansiedlung in den Provinzen
*
großzügige Verleihung des Bürgerrechts
*
Neuregelung des Strafrechts
*
Bautätigkeit (Arbeitslose)
*
Einführung des Sonnenjahres
*
einheitliches Münzwesen
*
Schaffung der Grundlagen für eine stehendes Heer
*
Unterstützung der Veteranen
Bei
der Vorbereitung für einen Krieg gegen die Parther wird er von einer Verschwörergruppe,
der auch 60 Senatoren angehörten, am 15. März 44 ermordet. Vorherige Warnungen
hatte er in den Wind geschlagen.
De
analogia
grammatisches Werk, Cicero gewidmet; Auseinandersetzung über "analogia"
(Gesetzmäßigkeit) und "anomalia" (Regellosigkeit) der Sprache.
1.-3.
Buch Unterwerfung Galliens
Kriegsjahr 58
4.
Buch Rheinüberschreitung,
Britannien
Kriegsjahr 55
5.
Buch Britannienzug,
Dumnorix
Kriegsjahr 54
6.
Buch 2. Rheinübergang,
Kulturaufzeichnungen
Kriegsjahr 53
7.
Buch gesamtgallischer
Aufstand unter Vercingetorix Kriegsjahr 52
8.
Buch bis zu den Anfängen
des Bürgerkriegs, von Caesars Legat Hirtius verfaßt, enthält das Kriegsjahr
51 und das Friedensjahr 50.
Die
einzelnen Bücher wurden im jeweiligen Winter verfaßt.
Commentarii
des bello civili
in drei Büchern; I., II. Buch umfassen das Kriegsjahr 49, III. Buch das
Kriegsjahr 48.
Die
weiteren Taten Caesars im Bürgerkrieg werden im Bellum Alexandrinum geschildert, das Hirtius entweder verfaßt oder
wenigstens redigiert hat, und in den Werken unbekannter Verfasser, dem Bellum
Africanum und dem Bellum Hispaniense, deren Sprache weit unter der Caesars
und Hirtius' steht.
Bellum
Civile
weniger sorgfältig bearbeitet.
Romanisierung
Galliens (unabsehbare Folgen).
Kalender,
Geburtsmonat nach ihm benannt, Zar, Kaiser.
Literatur:
Petrarca, Sueton;
Shakespeare,
Julius Caesar ; G. B. Shaw, Caesar und Cleopatra
Herder, Brutus; Thornton Wilder, The
Ides of March
Brecht, Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar
|
STELLUNGSNAHME
CAESARS ZUM BÜRGERKRIEG: |
Omnia sunt misera in bellis civilibus, quae maiores nostri ne semel quidem, nostra aetas saepe iam sensit, sed miserius nihil quam ipsa victoria.
Die
Feldzüge Cäsars
Aufgrund seiner erfolgreichen Feldzüge bildete Cäsar mit seiner ihm ergebenen
Armee eine Bedrohung für den römischen Senat. Als dieser Cäsars Macht
beschneiden wollte, überschritt der Feldherr den Rubikon (»Alea iacta esto«:
»Der Würfel soll geworfen sein«), besiegte im Bürgerkrieg von 49 bis 46 v.
Chr. erst Pompeius und wurde dann der mächtigste Mann des Römischen Reiches
als Diktator auf Lebenszeit mit außergewöhnlichen Vollmachten.
Der politische Konflikt zwischen Cäsar und dem Senat erhielt seine militärische
Sprengkraft durch den starken Machtzuwachs, den der Feldherr und Prokonsul Cäsar
vor allem durch die Niederwerfung Galliens von 58 bis 51 v.Chr. erreichte. Durch
die Gegenstrategien in den außenpolitischen Krisensituationen war - auch schon
mit Marius und Sulla - eine völlig neue Führergewalt als militärisches
Nebenregiment zum Senat entstanden.
Cäsar gibt darüber in seinen »Aufzeichnungen über den Gallischen Krieg«
Auskunft und Rechenschaft. Er verfaßte das Werk im Winter 52/51 v.Chr., als die
ehemalige Freundschaft mit Pompeius in Gegnerschaft umgeschlagen war. Cäsar
beschreibt die vorläufigen Eroberungen Galliens und die Expeditionen in
angrenzende Gebiete, die ihn bis nach Britannien und mit Hilfe einer besonderen
Brückenkonstruktion über den Rhein führten. Cäsar schließt mit der endgültigen
Befriedung Galliens, bei der er zunächst von den unter Vercingetorix
vereinigten gallischen Truppen bei Gergovia geschlagen wurde, aber schon im
gleichen Jahr 52 v.Chr. bei Alesia überwältigend siegte.
Ein Randergebnis dieser Geschichtsschreibung besteht darin, daß Cäsar gerade
im Zusammenhang mit der Schilderung von Strafaktionen gegen die aufständischen
Gallier eine herausragende Quelle zur Kultur der keltischen Spätzeit lieferte.
Er eroberte danach im Laufe des Bürgerkriegs zunächst 49 v.Chr. Spanien.
Schließlich siegte er 48 v.Chr. in der entscheidenden Schlacht bei Pharsalos
endgültig über Pompeius.
historischer
Exkurs
Pompeius
war aus dem Orient heimggekehrt und hatte wider Erwarten sein Heer entlassen. Da
wagte es der Senat, ihm die Veteranenversorgung zu verweigern. Daraufhin verband
er sich mit Caesar und Crassus in einem Geheimabkommen (1. Triumvirat 60).
Caesar
wird Schwiegervater des Pompeius und 59 Konsul. Als Konsul setzt er die Ansprüche
des Pompeius durch. Nach seinem Amtsjahr bekommt er die Provinzen Gallien und
Illyrien.
Cicero
als Gegner der Triumviren wird auf Antrag des Caesarianers Clodius Pulcher
verbannt. 56 wird das Bündnis erneuert und die Provinzen verteilt (Caesar -
Gallien, Crassus - Syrien, Pompeius - Spanien).
In
einem 8-jährigen Krieg unterwarf Caesar ganz Gallien, schlug die Germanen über
den Rhein zurück und unternahm Demonstrationszüge nach Britannien und
Germanien (durch die Eroberung Galliens Verschiebung der Völkerwanderung?).
Als
Caesars Tochter starb und Crassus 53 bei Carrhae im Kampf gegen die Parther
umkam, ging das Triumvirat in Trümmer. Pompeius schloß sich wieder den
Optimaten an und Cicero wird aus der Verbannung zurückgerufen. In Rom herrschen
der Pöbel und bewaffnete Banden (Clodius - Milo). Als bei einer dieser
Ausschreitungen Clodius getötet wurde, stellt Pompeius als Konsul sine collega
die Ordnung wieder her. Er versäumt aber auch diese Gelegenheit, sich der
Alleinherrschaft zu bemächtigen.
Caesar
bewarb sich für das Jahr 48 um das Konsulat, der Senat aber verlangte, daß er
sein Heer entlasse und persönlich kandidiere. Caesar erklärte sich dazu
bereit, wenn auch Pompeius sein Heer entlasse. Als man darauf nicht einging, eröffnete
Caesar den Bürgerkrieg, indem er den Grenzfluß Rubicon mit Heeresmacht überschritt.
Mit nur einer einzigen Legion überrannte er Italien. Pompeius und der Großteil
des Senates begaben sich nach Illyrien. Caesar begab sich zunächst nach
Spanien, wo er die Legionen des Pompeius bei Illerda zur Kapitulaion zwang. Als
er nach Rom zurückkehrte, wurde er von Marcus Aemilius Lepidus zum Diktator
ernannt. Im Jahre 48 setzte er nach Epirus über und schloß Pompeius in
Dyrrhachium ein, wurde aber geschlagen. Er lockte Pompeius hinter sich her nach
Thessalien und besiegte ihn bei Pharsalus entscheidend. Pompeius floh nach Ägypten,
wo König Ptolemäus XV ihn ermorden ließ. Caesar bestellte Marcus Antonius als
Stellvertreter in Italien und ging selbst nach Ägypten, wo er die von ihrem
Bruder vertriebene Königin Kleopatra als Herrscherin einsetzte. Deshalb
entbrannte ein Krieg, in dessen Verlauf Caesar in Alexandria in höchste Gefahr
geriet.
Er
konnte jedoch die Oberhand gewinnen. Ptolemäus ertrank auf der Flucht im Nil.
In Pontus erhob sich Pharnaces, ein Sohn des Mithridates. Er wurde in einem 5-tägigen
Feldzug geschlagen (veni, vidi, vici), Schlacht bei Zela 47. Darauf zog Caesar
nach Afrika und schlug die geflohenen Pompeianer bei Thapsus 46 (Selbstmord des
Republikaners Cato minor).
Caesar
feierte Triumphe in Rom, führte mit Hilfe des ägyptischen Astrologen Sosigenes
eine Kalenderreform durch (Iulianischer = Ägyptischer Kalender, das Jahr
beginnt mit dem 1. Jänner).
Die
Pompeiussöhne besiegte er in der blutigen Schlacht bei Nunda in Spanien 45.
Damit war der Bürgerkrieg beendet und Caesar war Alleinherrscher. Er übte
seine Herrschaft in Form einer Militädiktatur (dictator perpetuus) aus. Den Königstitel
lehnte er ab. Er erließ eine allgemeine Amnestie (Cicero, Brutus). Sein Ziel
war, den Provinzen und Italien den Wohlstand zu geben. Die Ausbeutung der
Provinzen verhinderte er, indem er die Statthalter überwachen ließ. Mit seinen
Veteranen legte er Kolonien an und schuf durch öffentliche Bauten Arbeit. Ein
aktuelles Problem war noch die Parthergefahr. Während der Vorbereitungen des
Feldzuges fiel Caesar einer Verschwörung unter Marcus Iunius Brutus und Gaius
Cassius zum Opfer (Iden des März 44). Diese Tat stürzte das Römerreich in
neue Bürgerkriege.
Die
Wirren nach Caesars Ermordung
In
der allgemeinen Verwirrung riß Caesars Freund Marcus Antonius die Macht an
sich, zwang die Mörder zur Flucht und setzte sich in Besitz der strategisch
wichtigen Gallia Cisalpina. Da trat der 19-jährige Großneffe und Universalerbe
Caesars, Octavian, auf den Plan. Da ihm Antonius de Herausgabe des Erbes
verweigerte, sammelte er ein Heer und stellte sich dem Senat zur Verfügung, der
auf Beteiben Ciceros (14 Philippinische Briefe) Antonius zum Staatsfeind erkärte.
In der Schlacht bei Mutina besiegten die beiden Konsuln Pansa und Hirtius im
Bunde mit Octavian den Antonius. Beide Konsuln fielen.
Das
2. Triumvirat (11. 11. 43):
Als
der Senat versuchte, Octavian beiseite zu schieben, verständigte sich dieser
mit Antonius und Lepidus - Gewalt auf 5 Jahre (tresviri rei publicae
constituendae).
Krieg
gegen die Caesarmörder (43 - 42 v. Chr.)
Brutus
und Cassius hatten gewaltige Heere gesammelt, unterlagen aber in der
Doppelschlacht bei Philippi. Sie begehen Selbstmord. Die Sieger teilen das Reich
(Antonius - Osten, Octavian - Westen, Lepidus - Afrika). Italien ist
neutralisiert. Antonius heiratet die Schwester des Octavian (Octavia).
Bürgerkrieg
31 - 30 v. Chr.
Während
Octavian im Westen wertvolle Aufbauarbeiten leistete (Besiegung des Sextus
Pompeius, der als Pirat die Getreidezufuhr sperrte, Niederringung von Pannonien
und Dalmatien), gebärdete sich Anton als orientalischer König. Er heiratete
Kleopatra, verschenkte an sie und ihre Kinder Provinzen und erntete Mißerfolge
gegen die Parther. Da erklärte Octavian den Krieg (an Kleopatra).
In
der Seeschlacht bei Actium siegte
Octavians Admiral Vipsanius Agrippa über die ägyptische Flotte (31 v. Chr.) -
die westliche gemäßigte Monarchie siegte über die orientalische Despotie.
Octavian eroberte Ägypten, Antonius und Kleopatra begingen Selbstmord. Das Land
wird römische Provinz (30 v. Chr.).
Die
Einwohner des römischen Reiches zerfielen in bezug auf ihre rechtliche Stellung
zunächst in Freie (liberi) und Unfreie (servi) und Hörige (clientes). Die
Freien waren wieder entweder römische Bürger (cives) mit mehreren rechtlichen
Unterschieden oder Fremde (peregrini). Seit man angefangen hatte, Unfreien die
Freiheit zu schenken, unterschied man
Freigeborene
(ingenui) und
Freigelassene
(liberti, libertini).
Die
Rechte eines Vollbürgers waren:
1.
Nach dem öffentlichen Recht (iure publico):
*
ius suffragii (aktives Stimmrecht in der Volksversammlung)
*
ius honorum (passives Wahlrecht)
*
ius
provocationis (das Recht, bei Prozessen über Leben und Tod von der Entscheidung
der Behörde an das Volk, später an den Kaiser zu appellieren)
*
ius sacrorum (Recht mit den Göttern
unmittelbar zu verkehren)
*
ius conubii (Recht, eine gültige Ehe zu schließen)
*
ius commercii (Verkehrs- und Handelsrecht)
*
Kriegsdienst
*
Abgabenleistung
nach Vermögen (Zensor)
Ein
minderes, von Fall zu Fall verschiedenes Bürgerrecht besaßen die Einwohner
solcher Gemeinden, mit denen man nach ihrer Unterwerfung dementsprechende Verträge
abgeschlossen hatte.
Italische
Bundesgenossen - socii Latini nominis
Klassen
unter den Bürgern - Gesinnungsgenossenschaften (factiones):
patricii
- plebei
nobiles
- ignobiles Abstammung
optimates
- populares politisch
ingenui
- liberti, libertini
Erst
im Laufe des 1. Jhdts. v. Chr. können wir von einer Zeitung sprechen. Kein
Sitzungsprotokoll, sondern nur Niederschrift der Senatsbeschlüsse. Zunächst
wurden die Tagesneuigkeiten im Amtlokal der pontifices auf einer Tafel
bekanntgegeben. Ein privates Vervielfältigungsunternehmen sammelte dann die
wichtigsten Tagesereignisse und gab sie als Zeitung heraus.
Caesar
regelte die Nachrichtenfrage vom Staat aus.
"acta
urbis", "acta populi", "commentarii diurni"
Auch
in den Provinzen konnten diese Zeitungen bezogen werden. In der Kaiserzeit wird
dann nur noch über die Taten der Kaiser berichtet (vornehme Familien, etc.).
Auch nahm unter den Kaisern die Zensur sehr stark zu.
Die
Zeitung wurde zum Propagandainstrument der Kaiser.
Bevor
man ein höheres Amt bekleiden konnte, mußte man ca. 10 Jahre niedere Ämter
(darunter Priesterämter) innegehabt haben. Dann konnte man regulär frühestens
mit dem 30 Lebensjahr QUAESTOR werden.
QUAESTOR
ab 30
AEDIL
ab 37
PRAETOR
ab 40
CONSUL
ab 43
SUO
ANNO : frühester Termin der Ämterbekleidung; z.B. hatte Cicero alle Ämter suo
anno inne.
ANNUITÄT:
Ämter dauern nur ein Jahr
KOLLEGIALITÄT:
es gibt z.B. immer 2 Konsuln
PARES
POTESTATE: außerhalb Roms wechselte der Oberbefehl jeden Tag, in Rom
Machtwechsel nach einer Woche; in Rom keine Gewaltentrennung
LICTOREN:
Amtsdiener der hohen Beamten (Konsul 12, Praetor 6)
Träger
der fasces cum securi; Symbol für die Macht, Leute züchtigen zu können, Macht
über Leben und Tod.
Um
in den Senat zu kommen, mußte man mindestens das Amt der QUAESTUR bekleiden. Die Ämter waren EHRENÄMTER, daher ohne Bezahlung.
Es
gab keine Ausbildung für Beamte.Ein Beamter mußte frei und unbescholten
sein, während der Amtszeit durfte er nicht angeklagt werden (Immunität).
Es
sind die römische Zeitrechnung des Varro angegeben (ab urbe condita = seit
Stadtgründung), sowie die gregorianische.
|
a.u.c.
|
greg.
|
||
| 671
|
-83
|
L.
Cornelius Scipio Asiaticus |
C.
Norbanus |
| 672
|
-82
|
C.
Marius |
Cn.
Papirius Carbo |
| 673
|
-81
|
M.
Tullius Decula |
Cn.
Cornelius Dolabella |
| 674
|
-80
|
L.
Cornelius Sulla Felix |
Q.
Caecilius Metellus Pius |
| 675
|
-79
|
P.
Servilius Vatia Isauricus |
Ap.
Claudius Pulcher |
| 676
|
-78
|
M.
Aemilius Lepidus |
Q.
Lutatius Catulus |
| 677
|
-77
|
D.
Iunius Brutus |
Mam.
Aemilius Lepidus Livianus |
| 678
|
-76
|
Cn.
Octavius |
C.
Scribonius Curio |
| 679
|
-75
|
L.
Octavius |
C.
Aurelius Cotta |
| 680
|
-74
|
L.
Licinius Lucullus |
M.
Aurelius Cotta |
| 681
|
-73
|
M.
Terentius Varro Lucullus |
C.
Cassius Longinus |
| 682
|
-72
|
L.
Gellius Poplicola |
Cn.
Cornelius Lentulus Clodianus |
| 683
|
-71
|
P.
Cornelius Lentulus Sura |
C.
Aufidius Orestes |
| 684
|
-70
|
Cn. Pompeius Magnus | M.
Licinius Crassus |
| 685
|
-69
|
Q.
Hortensius |
Q.
Caecilius Metellus Creticus |
| 686
|
-68
|
L.
Caecilus Metellus (Anfang d. J.) |
Q.
Marius Rex |
| 687
|
-67
|
C.
Calpurnius Piso |
M'.
Acilius Glabrio |
| 688
|
-66
|
M'.
Aemilius Lepidus |
L.
Vocacius Tullus |
| 689
|
-65
|
L.
Aurelius Cotta |
L.
Manlius Torquatus |
| 690
|
-64
|
L.
Iulius Caesar |
C.
Marcius Figulus |
| 691
|
-63
|
M.
Tullius Cicero |
C.
Antonius Hibrida |
| 692
|
-62
|
D.
Iunius Silanus |
L.
Licinius Murena |
| 693
|
-61
|
M.
Pupius Piso Calpurnianus |
M.
Valerius Messalla Niger |
| 694
|
-60
|
Q.
Caecilius Metellus Celer |
L.
Afranius |
| 695
|
-59
|
C.
Iulius Caesar |
M.
Calpurnius Bibulus |
| 696
|
-58
|
L.
Calpurnius Piso Caesonius |
A.
Gabinius |
| 697
|
-57
|
P.
Cornelius Lentulus Spinther |
Q.
Caecilius Metellus Nepos |
| 698
|
-56
|
Cn.
Cornelius Lentulus Marcellinus |
L.
Marcius Philippus |
| 699
|
-55
|
Cn. Pompeius Magnus | M.
Licinius Crassus |
| 700
|
-54
|
L.
Domitius Ahenobarbus |
Ap.
Claudius Pulcher |
| 701
|
-53
|
Cn.
Domitius Calvinus (ab Juli) |
M.
Valerius Messalla Rufus (ab Juli) |
| 702
|
-52
|
Cn. Pompeius Magnus | Q.
Caecilius Metellus Pius Scipio (ab Aug.) |
| 703
|
-51
|
Ser.
Sulpicius Rufus |
M.
Claudius Marcellus |
| 704
|
-50
|
L.
Aemilius Paullus |
C.
Claudius Marcellus |
| 705
|
-49
|
C.
Claudius Marcellus |
L.
Cornelius Lentulus Crus |
| 706
|
-48
|
C. Julius Caesar | P.
Servilius Vatia Isauricus |
| 707
|
-47
|
Q.
Fufius Calenus |
P.
Vatinius |
| 708
|
-46
|
C. Julius Caesar | M.
Aemilius Lepidus |
| 709
|
-45
|
C. Julius Caesar | -
|
| |
|
Q.
Fabius Maximus (ab Okt.) |
C.
Trebonius (ab Okt.) |
| |
|
C.
Caninius Rufus (31.12.) |
|
| 710
|
-44
|
C.
Julius Caesar |
M.
Antonius |
| |
|
P.
Cornelius Dolabella (ab März) |
|
| 711
|
-43
|
C.
Vibius Pansa (bis 23.4.) |
A.
Hirtius (bis 21.4.) |
| |
|
C.
Iulius Caesar Octavianus (8.-11.) |
Q.Pedius
(bis Nov.) |
| |
|
P.
Ventidius Bassus |
C.
Carrinus |
Pränomen:
A-Aulus, Ap-Appius, C-Gaius, Cn-Gnaeus, D-Decimus, L-Lucius, K-Kaeso, M-Marcus,
M'-Manius, Mam-Mamercus, N-Numerius, P-Publius, Q-Quintus, Ser-Servius,
Sex-Sextus, Sp-Spurius, T-Titus, Ti-Tiberius