Das Kolosseum (Das Flavische Amphitheater)
Kosten des Kolosseums Damals-Heute
Ein Gedicht über das Kolosseum
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Mai 80 n. Chr. |
Einweihung des Amphitheaters durch Titus
Flavius Vespasianus (Bau wurde von Vespasian seinem Vater in Auftrag gegeben) mit
Gladiatorenspielen (Ludi und munera), Tierhetzen (venationes) und Circusspielen (ludi
circenses). Dauer: 100 Tage Todesopfer: 5000 Tiere und zahlreiche Gladiatoren |
81 n. Chr. |
Domitianus veranstaltet große Tierhetzen, bei denen er selbst von seiner Loge aus mit Pfeilen wilde Tiere erlegt. |
102 n. Chr. |
Traian ließ während seines dakischen Triumphes (Rumänien, Bulgarien) 10000 Gladiatoren kämpfen und 11000 Tiere töten. |
191 - 92 n. Chr. |
Bei den von Commodus veranstalteten Spielen nahm der Kaiser selbst als Gladiator teil. Er pflegte von einem Podest in der Mitte des Kolosseums Tiere zu erlegen. |
217 n. Chr. |
Das Kolosseum wurde durch einen grossen Brand beschädigt. |
247 n. Chr. |
Aus Anlass des 1000-jährigen Bestehens Roms unter Phillipus wurden 32 Elefanten, 10 Elche, 10 Tiger, 60 Löwen, 30 Leoparden, 10 Hyänen, 6 Nilpferde, 1 Nashorn, 10 Zebras, 10 Giraffen, 20 Esel und 40 Wildpferde anschließend fand eine Schlacht von 1000 Gladiatoren statt. |
281 n. Chr. |
Unter Probus wurden während seines Triumphes umfangreiche Tierhetzen veranstaltet mit 200 Löwen, 200 Leoparden und 300 Bären. |
325 n. Chr. |
Constantinus I. erlässt ein Edikt gegen die Spiele. |
397 n. Chr. |
Honerius erlässt auch ein Edikt gegen die Spiele, aber es finden trotzdem grausame Tierhetzen und Gladiatorenkämpfe (munera gladiatora) statt. |
404 n. Chr. |
Während der Spiele sprang der Mönch Telemachus, ganz in weiß gekleidet, in die Arena und protestierte gegen die Spiele. Er wurde gesteinigt. Darauf wurden die Gladiatorenspiele wieder einmal abgesagt. |
523 n. Chr. |
Unter Theoderich dem Grossen (Dietrich von Bern) fanden die letzten Tierhetzen statt. |
550 - 700 n. Chr. |
In dieser Zeit wurde das Kolosseum als Burg und als Steinbruch verwendet. |
847 n. Chr. |
Wurden Teile von Roms und des Kolosseums bei einem Erdbeben zerstört. |
1231 n. Chr. |
Bei einem Erdbeben stürzen wieder Teile des Kolosseums ein. |
1244 n. Chr. |
In den Arkaden des Kolosseums entstehen Wohnungen und Werkstätten. |
1300 n. Chr. |
Bei einem Erdbeben stürzen Säulen, Sitzreihen, Arkaden und andere Teile des Kolosseums ein. |
1362 n. Chr. |
Steine des Kolosseums werden für den Bau neuer Kirchen und Paläste verwendet. |
1451 - 1452 n. Chr. |
Unter Papst Nikolaus V. werden 2522 Wagenladungen Steine des Kolosseums für Bauten im Vatikan abtransportiert. |
1675 n. Chr. |
Das Kolosseum wird als Lagerraum für eine Pulverfabrik genutzt. |
1703 n. Chr. |
Bei einem Erdbeben stürzen Teile des ersten und zweiten Stockwerkes ein. Das Material wird für den neuen Porto di Ripetta und seine Freitreppe genutzt. |
1744 n. Chr. |
Papst Benedikt XIV. ließ ein Kreuz in der Mitte der Arena errichten. Die Plünderungen haben ein Ende. |
1828 - 1852 n. Chr. |
Verschiedene Päpste lassen das Kolosseum erneuern. |
1901 - 1902 n. Chr. 1938 - 1940 n. Chr. 1959 n. Chr. |
Restaurierungsarbeiten im Auftrag der italienischen Regierung. |
Verwendungszweck
Ein Anziehungspunkt waren die Theateraufführungen (ludi scaenici), die an die Spiele angeschlossen waren. Die Aufführungen von Tragödien (Trauerspiele) und Komödien (Lustspiele) waren in der Kaiserzeit weitgehend durch italienische Posse und den Mimus verdrängt, der derbe Szenen aus Volksleben auf die Bühne brachte.
Die überaus beliebten Gladiatorenspiele fanden in den Amphitheatern statt. Der eindrucksvolle ist das Amphitheatrum Flavium (Kolosseum) mit einem Fassungsraum für etwa 50000 Personen. Veranstaltet wurden die Gladiatorenspiele in republikanischer Zeit von ehrgeizigen Beamten und Politikern, die die Gunst des Volkes zu gewinnen suchten. In der Kaiserzeit war es vor allem der Kaiser selbst, der dem Volk diese Unterhaltung verschaffte.
Die Schaukämpfe wurden von Gladiatoren bestritten, die zur Ausbildung in Kasernen zusammengezogen wurden. Unter ihnen befanden sich Kriegsgefangene, Verbrecher und Sklaven, aber auch Freiwillige aus den Reihen der freien Bürger, die die in Aussicht gestellten Belohnungen lockten. Neben Zweikämpfen und Kämpfen in Gruppen war besonders der Kampf der Gladiatoren gegen wilde Tiere bei den Tierhetzen (venationes) beliebt. Die Dezimierung bzw. Ausrottung vieler Tierarten in den Provinzen des Römischen Imperiums geht auf den großen Bedarf der einzelnen Amphitheater zurück, deren Zahl mehr als 200 betragen haben dürfte. Das Amphitheater konnte aber auch geflutet werden und so konnten auch Seeschlachten ausgetragen werden.
Gladiatorenspiele
Die Brutalität der römischen Antike zeigt sich vielleicht am deutlichsten in den Gladiatorenkämpfen. Ursprünglich Bestandteil der großen öffentlichen Totenfeiern zu Ehren des Adels, fanden sie 104 v. Chr. zum erstenmal auf Staatskosten statt. Erfolgreiche Politiker und Feldherrn pflegten das römische Proletariat mit verschwenderischen Schauspielen zu gewinnen, in denen hunderte Gladiatoren und Tausende von Tieren sterben mußten. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr. fand ein Spektakel statt, bei dem 4941 Gladiatorenpaare kämpften. Als Titus 80 n. Chr das Kolosseum eröffnete, wurden bei Tierhetzen an einem Tag 5000 Tiere abgeschlachtet. Dieses Bedürfnis nach Blutvergießen führte zum Aussterben vieler Wildtiere in Nordafrika und in teilen des Nahen Ostens.
Material und Stil
Name Kolosseum stammt nicht von der Größe des Bauwerkes ab, sondern von den nahestehenden Kolossalstatuen ab. Der Name wurde zum ersten mal von dem Mönch und Schriftsteller Beda (7. Jhdt. n. Chr.) verwendet nämlich im folgenden Vers:
QUAMDIU STABIT COLYSAEUS STABIT ET ROMA QUANDO CADET COLYSAEUS CADET ET ROMA QUANDO CADET ROMA CADET ET MUNDUS |
Solange das Kolosseum steht, besteht auch Rom. Wenn das Kolosseum fällt, fällt auch Rom Wenn Rom fällt, fällt auch die Welt. |
Es wurden 3 verschiedene Baustile verwendet:
1. Geschoß: dorisch
2. Geschoß: ionisch
3. Geschoß: korinthisch
4. Geschoß: korinthisch
Material:
-Römischer Beton
caementum (Zuschlagsstoff)+materia (Mörtel)=opus caementum (Beton)
-Marmor
-Ziegel
| Höhe (außen): Tiefe des Fundaments (röm. Beton): Durchmesser der Ellipse (außen): Durchmesser der Ellipse (innen): Neigung des Zuschauerraum: Sitzplatzreihen: Sitzplätze: Stehplätze: Travertinblöcke (verbaut): Beton: |
48,5 m 12 m 188 m 156 m 37° 50 50000 10000 100000 m³ ; 300 t 230000 m³ ; 414000 t; |
Bei der Vollendung war Titus Flavius Vespasianus römischer Kaiser. Titus war der älteste Sohn des Auftraggebers Kaiser Vespasianus. Eroberte im Jahre 70 n. Chr. Jerusalem. Unter seiner Regierungszeit gab es größere Katastrophen:
z.B.: Vernichtung von Pompeii und Herculaneum und Großbrand in Rom, dem eine Pestepidemie folgte. Sein Vater Vespasianus förderte die Bautätigkeit in Rom. In Rom z.B. Wiederaufbau des Kapitols, Erneuerung des Iuppiter- und Vestatempel, Wiederherstellung des Claudiustempels und zahlreiche Fernstraßen. Er sanierte außerdem die Staatsfinanzen des röm. Reiches.
Zitat: Non olet = Geld stinkt nicht.
Vergleich: Kosten Damals - Heute
Kolosseum:
| 100000 m³ Travertin(Materialpreis): | 120.000.000 DM |
| Arbeitslohn bei 400.000 Standartblöcken: | 1.856.000.000 DM |
| für Sonderformate: | 1.000.000.000 DM |
| Transportkosten (Tibur-Rom): | 187.000.000 DM |
| Betonfundament: | 55.200.000 DM |
| übrige Betonarbeiten: | 4.800.000 DM |
| Statuenschmuck: | 3.200.000 DM |
| Sonstiges(Sonnensegel, Verwaltung,....): | 4.000.000.000 DM |
| Summe: | 7.226.200.000 DM |
d.H.: ein Sitzplatz kostete 144.524 DM
Olympiastadion in München:
Kosten: 260.000.000 DM
d.H.: ein Sitzplatz kostete 3757 DM (69200 Plätze)
Die Weltwunder und das Flavische Amphitheater
Schweig das ägyptische Memphis vom Wunder der Pyramiden,
brüste assyrische Müh nicht mit Babylon sich;
weichliche Ionier, rühmt euch nicht mit dem Artemistempel,
und der Hörneraltar lasse sein Delos nur ruhn!
Karer, das Mausoleum, das ragt in die luftige Leere,
hebt`s nicht in maßlosem Lob bis zu den Sternen empor!
Jegliche Leistung verschwindet vor Caesars Amphitheater
Ein Werk feiert allein künftig statt aller der Ruhm.
Marcus Valerius Martialis, "Buch der Schauspiele", I