ORA ET LABORA.
Bete und Arbeite.
![]()
Heute verbinden wir mit den Römern oft exotische Speisen. Die meisten Menschen lebten jedoch von Brot, Bohnen, Weizenbrei und Gemüse. Einige Speisen die man heute mit Italien in Verbindung bringt -Paradeiser, Teigwaren- gab es in der Antike nicht. Die röm. Küche verwendete jedoch Gewürze und Kräuter, um die Mahlzeiten wohlschmeckender zu machen. Außerdem zeigen die Küchenutensilien, dass ähnlich wie heute gekocht wurde. Die meisten röm. Familien hatten nicht genug Platz um eine eigene Küche einzurichten. Deswegen kochten sie einfache Mahlzeiten in bronzenen Töpfen oder Eisen über kleinen Feuerstellen, für die sie Holzkohle verwendeten. In den kleinen röm. Wohnungen war das Kochen so schwierig, dass viele Menschen ihre Speisen zu öffentlichen Backstuben brachten und sie dort gegen eine geringe Gebühr auf den Ofen stellten. In den Villen der reichen Römer gab es jedoch große Küchen. Dort fand man alles, das was man zur Vorbereitung von großen Banketten brauchte. Bei ausgefallenen Banketten versuchten die Römer so unkenntlich zu machen, so dass keiner mehr wußte was in den Speisen enthalten war. Für die Römer war keine Speise zu exotisch, im Gegenteil, um ihre Gäste aufs neue zu beeindrucken, ließen gute Gastgeber Tiere und Gewürze aus dem ganzen Reich kommen.
Zu den Speisen wurde Wein getrunken. Es gab kaum einen Römer, ob reich
oder arm, der keinen Wein trank. Die Römer mischten den Wein wie die Griechen stets mit
Wasser. Der röm. Schriftsteller Plinius der Ältere stellte einmal fest, dass die Römer
mehr als 200 Weinsorten zur Auswahl hatten. Römische Weinkenner bevorzugten 10 - 20 Jahre
alte Weine von griechischen Inseln oder bestimmten röm. Weinbergen. Reiche Römer
protzten bei Banketten damit, dass sie den Wein mit Schnee oder Eis kühlten -ein
kostspieliger Import aus den Bergen. Häufig mischten die Römer Honig mit Wein, weil sie
glaubten dieser Aperitif sei gut für die Verdauung.
Egal was die Römer kochten, ob Fischleber oder im Ei gebackenes Straußenkücken, Fischsoße gab es zu fast allem. Diese Fischsoße, auch Garum genannt, wurde aus Markrelen und Sardellen mitsamt deren Innereien, Salzwasser und vielen Gewürzen hergestellt. Die Römer kochten Garum, indem sie die Soße in der Sonner verfaulen ließen. Heute läßt sich nur schwer sagen ob die Römer die Soße mochten weil sie die Speisen würziger machte -oder weil sie den schlechten Geschmack von Fleisch und Fisch überdeckte die nie lange frisch blieben. Soger röm. Soldaten nahmen Garum mit auf ihre Feldzüge - Archäologen haben kleine Glasgefäße mit Garum über das ganze Reich verteilt gefunden.
Egal was es sonst gab, die Römer aßen zu jeder Mahlzeit Brot. In den Städten mahlten professionelle Bäcker das Korn zu Mehl und buken den Großteil des Brotes für das gewöhnliche Volk. Das mahlen von Korn war eine solch schwere Arbeit, dass sich nur Sklaven und verarmte Bürger, die sonst keine Arbeit mehr finden konnten, sich in den Backstuben plagten. In reichen Haushalten mussten die Sklavinnen Korn mahlen und Brot backen.
ALLGEMEIN
Die meisten Römer wohnten in engen, dunklen Wohnblöcken, die Insulae genannt wurden. Die wohlhabenderen Römer konnten sich Einfamilienhäuser leisten, die Domus genannt wurden. Dieses verfügte meist über ein Atrium, eine offene Halle mit einem Becken zum sammeln von Regenwasser, das zur Kühlung des Hauses diente. Dort befand sich auch das Lararium, der Hausaltar der Familie. Die meisten Häuser waren klein, hatten aber mehrere Schlafzimmer, ein Speisezimmer und eventuell ein Arbeitszimmer.
Reiche Römer konnten ihren Reichtum mit üppigen Banketten und vielen Sklaven zur Schau stellen, eine kultivierte reiche, römische Familie verfügte aber über eine eigene Bibliothek mit umfangreicher lateinischer und griechischer Literatur. Gebildete Leute oder die, die so erscheinen wollten besaßen Bücher von berühmten römischen Schriftstellern wie Vergil, Horaz und Tacitus.
Die Römer verwendeten Tonwaren um Speisen zuzubereiten oder zu lagern. Sie hatten auch Messer, Schüsseln, Siebe und Becher aus Bronze oder Eisen. Die Römer benutzten aus viele Glasgefäße, weil sie gelernt hatten das Glas zu blasen und nicht zu gießen. Die reichen Römer ließen sich Gold und Silberstreifen in das Glas einarbeiten.
Pro Tag wurden Millionen Tonnen Wasser über Aquädukte nach Rom
geleitet, aber nur wenige Menschen hatten sanitäre Anlagen im Haus. Gewöhnlich gehörten
private Bäder, wie sie zum Beispiel in Pompeji gefunden wurden, den Reichen. Lebte man in
einem Wohnblock musste man die öffentlichen Bäder und Toiletten(damals gab es noch kein
Toilettenpapier - die Menschen benutzten statt dessen die linke Hand) benutzen und sich
das Wasser von einem der Brunnen in der Nachbarschaft holen. Wenn man selbst ein Bad
besaß ging man wahrscheinlich auch oft in die öffentlichen Bäder, denn dort traf man
Bekannte, konnte Verhandlungen führen und entspannen. Manche Kaiser erließen an manchen
Tagen die Eintrittspreise der Bäder um sich beliebter zu machen.
Die schönen Wandmalereien in den Häusern der Oberschicht dienten nicht
nur der Zierde. Die Malereien von Gärten und Landschaften ließen die kleinen Räume
größer erscheinen. Manche ließen sich auch mythologische Zeichnungen oder Zeichnungen
von berühmten Vorfahren an die Wände malen. Manche Häuser hatten auch wunderschöne
Fußböden. Meisterhafte Handwerke fertigten komplizierte Muster und Bilder aus kleinen
bunten Steinstückchen.
Viele Frauen besaßen Kosmetika die ihnen den in Rom so beliebten hellen Teint verliehen. Sie benutzten Lippenstifte, Rouge und Lidschatten um sich attraktiver zu erscheinen zu lassen. Auch die Frisur war wichtig. Die Frauen ließen sich von Sklaven oft stundenlang Locken und Hochfrisuren kreiren. Besonders beliebt waren Perücken aus blondem und rotem Haar, dass man zuvor den barbarischen Gefangenen abgeschnitten hatte. Auch Männer legten Wert auf ihr Äußeres, obwohl es als unmännlich galt zuviel Zeit seinem Äußerem zu widmen. Zum Besuch eines römischen Barbiers gehörte auch Mut, weil der Bart mit stumpfen Klingen abgeschabt wurde, ohne dass Rasierlotion oder Öl verwendet wurde.
BELEUCHTUNG
Im antiken Rom verließ fast niemand das Haus nach Sonnenuntergang, außer Reichen die sich zu ihrem Schutz von vielen Sklaven begleiten ließen oder Dieben. Da es keine Straßenbeleuchtung gab, war eine Stadt wie Rom dunkel und gefährlich. Auch wenn sie zu Hause sicher waren blieben die Römer nach Sonnenuntergang nicht mehr lange auf. Sie verfügten nämlich nur über wenige Lampen, (eine Öllampe) die mit Olivenöl brannten, und ein paar Kerzen aus Tierfett. Beide gaben nur wenig Licht. Außerdem konnten diese Lampen und Kerzen in den überfüllten und engen Wohnblocks leicht Feuer auslösen.
ALLGEMEIN
Selbst in der strengen römischen Gesellschaft durften sich die Kinder einige Jahre mit Puppen, Holztieren und anderen Spielzeugen die Zeit vertreiben. Bald jedoch mussten sie sich auf ihr späteres Leben vorbereiten. In Rom gingen die Kinder zumindest für einige Jahre zur Schule. Die Mädchen verließen die Schule im allgemeinen mit zwölf und wurden verheiratet. Die Jungen setzten ihre Ausbildung unter der strengen Aufsicht der Lehrer und Väter fort. Die ärmeren unter ihnen mussten jedoch arbeiten, sobald sie dazu in der Lage waren.
Wie alle Kinder an jedem Ort und zu jeder Zeit liebten die römischen
Kinder Spielzeug und Spiele. Sie spielten mit Murmeln, Puppen, Holztieren und Bällen.
Spielzeug- Streitwagen müssen besonders teuer gewesen sein. Die beiden beliebtesten
Brettspiele in Rom waren "Kleine Räuber" -ein Spiel ähnlich dem Schach- und
"Zwölf Linien", das viel mit dem heutigen Backgammon gemeinsam hatte. Die
Kinder müssen ihre Spielzeuge sehr geliebt haben, denn bei ihrem Tod wurden sie oft mit
ihren Spielsachen bestattet. Man könnte denken, dass die Spielzeuge der damaligen Zeit
völlig ungefährlich waren. Dem ist nicht so, denn einige von ihnen wurden aus Blei
gefertigt, dass wie man heute weiß, sehr giftig ist.
Die meisten Jungen und Mädchen gingen mit dem 7. Lebensjahr in die Schule. Der Unterricht begann bei Tagesanbruch. Die Schüler verbrachten viele Stunden mit Diktaten und Literaturbesprechungen -und mit dem Versuch den Schlägen des Lehrers auszuweichen. Die meisten Mädchen verließen die Schule sobald sie die Grundlagen des Lesens und des Schreibens erlernt hatten. Sie blieben dann zu Hause und lernten Kochen und Nähen, um gute Hausfrauen und Mütter zu werden. Die Väter achteten immer darauf, dass ihre Söhne die beiden wichtigsten Fähigkeiten eines Römers erlernten: das Führen der Waffen und die Kunst der öffentlichen Rede. Manche Knaben hatten das Glück, ihre Ausbildung mit dem Studium der Rechte fortsetzen zu können, um dann einem Senator oder anderem Regierungsbeamten zur Seiten zu stehen. Andere lernten bei einem "grammaticus", einem Professor. Wohlhabende Familien ließen ihre Kinder von griechischen Lehrern unterrichten, denn die griechische Kultur war hoch angesehen und Griechisch eine Weltsprache.
In Zeiten der Republik war der "Pater Familias" der absolute
Herrscher, dem der ganze Besitz der Familie gehörte. Er hatte über Frau und Kinder die
selbe Macht wie ein Herr über seine Sklaven. Er konnte ein Kind, dass ihm seine Frau
gebar ablehnen und aussetzen. Er hatte sogar das Recht seine Söhne und Töchter als
Sklaven zu verkaufen. Auch wenn ein Mann nicht mehr die Toga eines Jungen und die Bulla
(ein Amulett, das von den Jungen bis zur Mündigkeit getragen wurde) trug, blieb er dem
Vater in allen Dingen untergeordnet. Erst wenn der Vater starb erhielt er seine Rechte.
Rom war ein schöner Platz zum Aufwachsen -für die Kinder wohlhabender Menschen, denn die besaßen Sklaven die den Kindern jeder nur erdenklichen Wunsch von den Lippen ablasen. Für die Kinder der Armen bestand das Leben nur aus endloser Schufterei.
ALLGEMEIN
Den Römer war nichts so wichtig wie die Familie. Selbst in der Kaiserzeit hatten Vater und Staat nicht die absolute Macht über Frau und Kinder. Die Römer verehrten ihre Vorfahren und legten großen Wert auf die Fortführung ihres Familiennamens durch erfolgreiche Söhne. Zuhause -sei es in der engen Mietswohnung oder in der stattlichen Villa- war die wichtigste Andachtsstätte der Familie. Für die Kinder wohlhabender Familien war gleichzeitig Schule, und für alle Bürger war es Zuflucht vor der Aussenwelt.
Obwohl die Römer viele öffentliche religiöse Feste feierten, wurden
die wichtigsten Riten zu ehren der Göttin des häuslichen Herds, Vesta, und zu Ehren der
Götter des Hauses und Heimes, und der Vorfahren zu Hause vollzogen. Die Römer glaubten,
dass ihr Haus von einem Gott in Gestalt einer Schlange beschützt wurde. Täglich brachte
man am Familienaltar Wein- oder Nahrungsopfer dar, um Götter wie die "Laren",
die Geister der Vorfahren, den Genius und die Juno, die den Vater und die Mutter
schützten, zu ehren.
Der typische Tag der Römer begann bei Sonnenaufgang. Die Kinder liefen zur Schule und der Vater verließ, wenn er das Glück hatte Arbeit zu haben, das Haus. Viele Frauen verbrachten den Tag mit Wasserholen, Nähen und Kochen. Bei Sonnenuntergang war das Tagewerk im Allgemeinen beendet. Die Römer hatten zwar Kerzen und Öllampen, die jedoch teuer und gefährlich waren.
Rom war eine gefährliche Stadt voller Diebe. Manche Leute hielten sich Wachhunde, die sie vor ihrer Haustür anketteten. Am Land schätzten die Reichen eine Meute guter Jagdhunde, und viele römische Damen besaßen kleine Schoßhündchen. Katzen wurden nicht als Haustiere gehalten, waren aber sehr praktisch, da die Vorräte an Getreide Mäuse und Ratten anzogen. Die Hunde trugen Bronzemarken auf denen stand, wie sie zum Besitzer zurückgebracht werden konnten.
Viele römische Väter arrangierten aus politischen oder finanziellen Gründen die Ehen ihrer Kinder. Obwohl Ehen sehr wichtig waren, wurde meist nur eine einfache Zeremonie abgehalten. Die Braut trug ein spezielles Kleid, einen roten Hut und rote Schuhe. Nachdem den Göttern Opfer dargebracht worden waren, reichte Braut und Bräutigam sich die Hände und gelobten einander die Treue. Dann begab sich die Braut in einer Prozession zum Haus des Angetrauten. Von diesem Zeitpunkt an hatte der Ehemann Macht über seine Frau. Der Mann trug auch schon damals seine Frau über die Schwelle seines Hauses, weil man glaubte, wenn die Braut selbst das Haus betrat und stolperte, die Ehe unglücklich werden würde.