ALLGEMEIN
Wie alle Völker der Antike glaubten auch die Römer, das Flüche, zornige Götter und böse Geister Krankheiten verursachten. Obwohl sie Ärzte hatten wandten sich die Römer im allgemeinen an Heilgötter, wie Äskulap. Nur die Reichen konnten sich die Behandlung durch gelehrte griechische Ärzte leisten, die man nach Rom gebracht hatte. Geschickte Militärärzte versorgten in der Schlacht die Verwundeten, jedoch nicht die normalen Bürger. Angesichts der von den Ärzten angewandten Heilmittel taten die Menschen wirklich gut daran, auf die Götter zu vertrauen!
Viele römische Heilmittel wurden aus Pflanzen gewonnen. Schriftsteller wie Plinius der
Ältere hatten hunderte Heilpflanzen zur Vorbeugung oder zur Heilung beschrieben. Die
Ärzte stellten Salben und Medikamente aus Salbei, Rosmarin, Fenchel und vielen anderen
Pflanzen her, die wir heute hauptsächlich zum Kochen verwenden - sogar Kohl. Die
römischen Soldaten nahmen täglich eine Knoblauchration ein, um gesund zu bleiben - wie
es heute viele Menschen aus dem selben Grund tun.
Römische Chirurgen besaßen genau wie heutige Ärzte Instrumente aller Art. Ihre
Skalpelle, Messer, Sonden, Pinzetten und Sägen unterscheiden sich kaum von den
elementaren medizinischen Instrumenten der heutigen Zeit. Aber die Ärzte stocherten und
schnitten fast ohne schmerzstillende Mittel. Sie hatten auch keine Medikamente zur
Behandlung von Infektionen. Die Operationen müssen eine schmerzhafte Tortur gewesen sein.
Die Militärärzte boten wahrscheinlich die beste medizinische Versorgung Roms. Sie
entfernten Peilspitzen, versorgten tiefe Hieb- und Stichwunden und amputierten
zerquetschte Arme und Beine.
Die meisten Ärzte der Römer und auch deren Heilgott, Äskulap, stammten aus Griechenland. Die Römer glaubten, dass Äskulap jeden heilte der in seinem Tempel schlief und von seiner Heilung träumte. Nach einer Pestepedemie 293 v. Chr. bauten die Römer einen Tempel für Äskulap auf einer Insel im Tiber, von den Römern "Insula Tiberna" genannt. Der Überlieferung nach wurde die Insel von einer Schlange, einem aus Griechenland stammenden heiligen Tier Äskulaps als Standort für den Tempel ausgewählt. Er wurde später zu einem der ersten öffentlich Krankenhäuser.
AMULETTE UND MAGISCHE ANHÄNGER
Um sicherzustellen, dass ihre Gebete erhört wurden, brachten die Menschen Opfer zu den Tempeln des Äskulap. Diese Gaben, die meist die Form des kranken Körperteils hatten, sollten den Gott daran erinnern, den jeweiligen Körperteil zu heilen. Ebenso wie die Ägypter und Griechen hatten die Römer Amulette, magische Anhänger und Ringe, um den Götter zu gefallen und Gefahren abzuwenden. Diese Tradition wird auch heute noch von vielen Kulturen gepflegt. Die römischen Kinder trugen die sogenannte "Bulla". Sie sollte sie vor Krankheiten und Gefahr schützen. Die Buben trugen den meist herz- oder kugelförmigen Anhänger bis zum 14 Lebensjahr, die Mädchen bis zur Heirat(12<).
Lange Zeit gab es in Rom keine Ärzte. Um das Jahr 100 v. Chr. begannen wohlhabende Römer griechische Ärzte ins Land zu holen. Neben männlichen Ärzten gab es in Rom auch weibliche Ärzte und Hebammen. Sie verwendeten Kräuter, Wein, Pflanzensaft und aus Tieren gewonnene Substanzen, um Infektionen der Augen, Schlangenbisse, Hautprobleme und viele andere Erkrankungen zu behandeln. Heute weiß allerdings niemand, wie oft Menschen wirklich geheilt wurden. Plinius der Ältere schrieb: "Der Arzt ist der einzige Mensch, der eine Genehmigung zum Töten hat.". Die römischen Ärzte stellten sogar Zahnprothesen her. Sie befestigten wahrscheinlich echt Zähne an einem Metallrahmen, der dann in den Mund eingesetzt wurde.
ALLGEMEIN
Die Römer hatten, nach heutiger Betrachtung, keine hohe Lebenserwartung. Grabbeigaben und andere Funde belegen, dass viele Römer nicht einmal 50 Jahre alt wurden. Viele Frauen starben bei der Geburt eines Kindes. Von den Neugeborenen überlebten ca. 2 Drittel.
PLATZ FÜR DIE TOTEN
Die Römer haben ihre Toten zwar verehrt, sie wollten sie aber nicht in ihrer Nähe haben. Das Gesetz forderte eine Beisetzung außerhalb der Stadtmauern. Daher bauten reiche Römer ihre Gräber entlang viel befahrener Straßen. Einige Gräber waren ganz einfache Grabstellen im Boden. Reiche Römer wurden aber in kunstvollen Steinsärgen bestattet, die Sarkophage genannt werden. Wenn der Leichnam verbrannt wurde, füllte man die Asche in eine Urne aus Glas, Marmor oder Ton. Die Urne wurde dann in einem "Kolumbarium" aufbewahrt, einer Grabkammer mit Wandnischen für Urnen.
Die Römer versuchten nicht ihre Toten zu konservieren. Im Gegenteil häufig äscherten sie den Leichnam ein und bewahrten die Asche in einer Urne auf. Die Bestattung einer bedeutenden Persönlichkeit konnte jedoch zu einem Spektakel werden. Nach Reden auf dem Forum führte die Familie eine lange Prozession an. Berufmäßige Klageweiber, eine Kapelle und Leute, die Wachsmasken der berühmten Vorfahren des Toten trugen, begleiteten die Leiche zum Friedhof. Die Römer verbrannten die Leichen auf einem Scheiterhaufen. Mit verbrannt wurden häufig Dinge, die dem Toten im Jenseits nützen könnten.
Unweit von Rom bestatteten die Christen einst ihre Toten, in einem Gewirr von
unterirdischen Gängen, den Katakomben. In ihren Augen war die Einäscherung nicht
richtig, deshalb gruben die Stollen, um dort ihre Toten zu bestatten. Die Toten lagen in
Wandnischen die mit Stein- oder Tonplatten versiegelt wurden. Obwohl viele Päpste und
Heilige einst in den Katakomben begraben wurden, hat die christliche Kirche sie später
umgebettet. Das Netz der Katakomben in Rom ist etwa 500 km lang. Die manchmal mit
wunderschönen Wandmalereien geschmückten Grabstätten wurden ca. 400 Jahre lang genutzt.
Wie in den Sagen der Griechen berichtet, glaubten auch die Römer, dass die Seele des Verstorbenen den schwarzen Fluß Styx überqueren musste, um in die Unterwelt zu gelangen. Den Hades(Reich der Toten) konnte man nur erreichen, indem von Charon, dem Fährmann der Toten über den Styx, über den Fluss befördert wurde. Als Entgelt für Charon, legten die Menschen den Toten eine Münze in den Mund.
ALLGEMEIN
Musik war ein wesentlicher Bestandteil der römischen Feste, Abendgesellschaften,
Theateraufführungen und Spiele im Kolosseum. Die Musiker spielten Hörner und Flöten und
schlugen Zimbeln. Bei manchen religiösen Zeremonien schüttelten Priesterinnen Sistren
(Schellen) und sangen. Die römische Oberschicht hielt Musiker jedoch für unehrenhaft.
Tanzen war für einen Ehrenmann würdelos, überhaupt, wenn er eine Toga trug. Wollten die
Römer etwas als lächerlich bezeichnen, sagten sie, es sei so wie "tanzen in einer
Toga".
Viele römische Musikinstrumente glichen denen, die Jahrhunderte zuvor in anderen Länder verwendet wurden. Lyren, die gitarrenähliche Kithara, Flöten und Sistren kamen aus Griechenland, Ägypten und anderen Mittelmeerländern. Doppelflöten die sich sehr großer Beliebtheit erfreuten, obwohl sie sehr schwer zu spielen waren, kamen ebenfalls aus Griechenland. Römische Soldaten spielten oft ein gebogenes Horn, Cornu genannt, und verwendeten eine Art Trompete zum Ruf zu den Waffen. Trommeln waren bei den Römern nicht sehr beliebt, sie bevorzugten Tambourine und Zimbeln.
Die Römer glaubten, dass Götter wie Apollo, die Musik zu den Menschen gebracht hätten. Kaiser Augustus
verehrte den Iyraspielenden der griechischen Mythologie. Pan, der griechische Gott der Hirten, gehörte auch zu den römischen Lieblingen. Er spielte auf einfachen hölzernen Panflöten, die noch heute sehr beliebt sind. Jeder kennt sicher den römischen Gottkaiser Nero, der Rom anzünden ließ, um eine Kulisse für seinen Vortrag des Liedes vom Brand Trojas zu haben.ALLGEMEIN
Vom kleinsten Haushaltsgegenstand bis zum größten Monument - die römischen Ingenieure legten erstaunliche Fähigkeiten an den Tag. Sie formten wunderschöne Gebilde aus Glas, Die sowohl praktisch als auch preiswert waren. Römische Waffen, die zu den tödlichsten der Antike zählten, zeugten von den Fertigkeiten, die man überall im Reich gelernt hatte. Sogar griechischen Vorbildern nachempfundene Tempel und Monumente nahmen neue Formen an durch die Entwicklung des Bogen, des Mörtels und die Fachkenntnis der römischen Ingenieure.
Die Römer glaubten, sie wären modern ausgestattet, mit Bogen, Mörtel und Glas. Als "Papier" verwendeten sie aber Papyrus, ein Material das so alt war, wie die Pharaonen Ägyptens. Der Großteil des Papyrus kam auch aus Ägypten. Dort verarbeiteten Handwerker, mit alt bewährten Techniken, die Stengel des Papyrusschilfes zu dünnen Papierstreifen. Diese Streifen wurden dann übereinandergelegt und fest gehämmert. Die dadurch entstanden Blätter wurden dann zu Schriftrollen weiter verarbeitet. Diese Schriftrollen waren Jahrhunderte lang die einzigen Bücher des Reiches. Erst im 4. Jhdt. n. Chr. wurde der "Kodex" erfunden. Er bestand aus mehrere Blättern die zwischen zwei Deckeln gebunden worden waren.
Nur Reiche konnten sich einst Glaswaren leisten, die von Handwerkern langsam und
behutsam mit Hilfe von Gussformen hergestellt wurden. Später lernten die Römer jedoch
Glas in komplexe Formen zu blasen. Nun ließen sich Schalen, Vasen und andere Gefäße
schnell und preiswert herstellen, und schon bald waren Glaswaren genauso verbreitet wie
Töpferwaren. Diese Handwerkskunst wird sogar noch heute gepflegt. Venedig ist berühmt
für seine Glaswaren.
Die praktisch denkenden Römer schufen viel mehr als nur Tempel und Monumente. Rom allein hatte hunderte Mühlen und Bäckereien, die die ständig wachsende Bevölkerung versorgen mussten. Überreste aus Pompeij zeigen eine typische römische Backstube mit runden Mahlsteinen zum Mahlen des Getreides und einen großen Ziegelofen zum Backen des Brotes. Als die Archäologen die Bäckerei freilegten, fanden sie mehr als 80 Brotlaibe im Ofen.
Die Römer bauten eines der größten und modernsten Wasserversorgungssysteme der Antike. Aquädukte leiteten das Wasser durch das ganze Land in die öffentlichen Bäder, Brunnen, und Toiletten Roms und vieler anderer Städte. Ein römische Beamten prahlte einst damit, dass die römischen Aquädukte im Gegensatz zu den "überflüssigen Pyramiden" der Ägypter und den "nutzlosen Bauten" der Griechen unentbehrlich seien. Und tatsächlich wurde das römische Wasserleitungssystem erst im 19 Jhdt. verbessert. Die Römer bauten sogar Wasserpumpen. Kolben und Ventile in Bleirohren pumpten das Wasser hoch in Tanks, bevor es in die Wohnungen und Brunnen der Reichen weitergeleitet wurde.
Das Kolosseum
und das Pantheon hätten im alten Griechenland und Ägypten nicht erbaut werden können, weil es den jeweiligen Völkern noch nicht gelungen war, kräftige Bögen und genügend harte Mörtel zu entwickeln.
DER BOGEN
Die Römer perfektionierten den Bogen und verbanden ihn mit ihrer eigenen Erfindung, dem Mörtel. Diese Kombination ermöglichte die Verbesserung der Antiken Baumethoden. Nun konnten auch Brücken und Aquädukte über lange und breite Täler gebaut werden. Viele von diesen römischen Bauwerken haben Jahrhunderte lang gehalten. Der Bogen ist zwar sehr tragfähig, aber äußerst schwer zu bauen. Die Römer fertigten zunächst einen Holzrahmen auf Steinsäulen und setzten dann keilförmige Steine zuoberst. Der letzte Block, der Schlußstein, setzte man oben in der Mitte ein.
Roms Bürger waren ebenso reich geschmückt wie ihre Monumente. Das Heer brachte
erbeutete Schätze aus fernen Ländern mit. Sklaven bauten Gold, Silber und Edelsteine ab,
die dann von Kunsthandwerkern zu exquisitem Schmuck weiterverarbeitet wurden. Einige Ringe
und Halsketten dienten nur zur Zierde, während viele Menschen Amulette und Talismane zum
Schutz vor Gefahren oder zum Gefallen der Götter trugen. Oft diente der Schmuck auch
praktischen Zwecken. Schöne Verschlüsse sorgten für Halt bei Umhängen, Stolen und
ausgefallenen Haartrachten.