DAS MILITÄR DES RÖMISCHEN IMPERIUMS

Allgemeines über das röm. Militär Die Barbaren
Die Verteidigung der Grenzen Zur Außenpolitik
Das Straßennetz  

MENS SANA IN CORPORE SANO.

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.

Allgemeines

Das Heer der Römer war eines der bestausgerüsteten und diszipliniertesten Heere der Welt. Man konnte mit 18 ins Heer eintreten und mußte bis 34 dort dienen. Nach seiner Dienstzeit erhielt der Soldat, je nach Rang, Geld und Land. In der Kaiserzeit setzte sich die Armee aus 4 verschiedenen Teilen zusammen:

a) Kaiserliche Leibgarde (Praetorianer, nur in Rom) b) Legionen c) Hilfstruppen (Auxiliartruppen) d) Flotte

Die Legionen waren in Cohorten, Manipel und Centurien gegliedert. Zu jeder Legion gehörte Feldartillerie (Katapulte) und umfangreicher Troß. Es gab 4 Arten von Legionären:

Hastati und Principes:

Sie trugen zur vollen Rüstung ein Schwert und 2 Pilen (Wurfspieße).

Sie kämpften in der ersten und zweiten Gefechtslinie.

Triarii:

Sie waren ältere Kämpfer und trugen statt der Wurfspieße einen langen Speer.

Velites:

Sie waren Schützen. Ihre Rüstung bestand aus Helm und Schild. Sie schleuderten Wurfspieße aus kurzer Entfernung. Eine Legion zählte ca. 5000 Mann. An der Spitze der Legion stand der Legat. Die Legion war in 60 Centurien gegleidert. 2 Centurien bildeten ein Manipel. Hastati, Principes und Triarii gliederten sich jeweils in 10 Manipel. Auf diese wurden die Velites verteilt.

ein römischer Legionär

Beispiel eines Triarier-Manipels:

1. Centurie: 2. Centurie:

Offiziere:

45 milites 45 milites

Offiziere:

Optio

Cornicen

Signifer

Tesserarius

erwählter

Centurio

30

Triarii

-

15

Velites

xxxxxxxxxx xxxxxxxxxx

xxxxxxxxxx xxxxxxxxxx

xxxxxxxxxx xxxxxxxxxx

00000000 00000000

0000000 0000000

30

Triarii

-

15

Velites

Optio

Cornicen

Signifer

Tesserarius

ernannter

Centurio

MANIPEL: 90 milites

Legende: x...Triarii
y...Velites

Zur Führung der Manipel wählte die Legion 30 Centurionen, von denen jeder einen zweiten benannte. Jeder Centurio wählte sich einen Stellvertreter(optio) und die anderen Offiziere aus: 1 Feldzeichenträger(signifer); 1 Hornisten(cornicen); 1 tesserarius, der jede Nacht die auf ein Täfelchen(tessera) geschriebene Parole(z.B.: Sieg und Frieden) in Empfang nahm. Zudem hatte die Legion noch etwa 300 Reiter (10 turmae zu je 30 Reitern in 3 Schwadronen), die stets aus den Reihen wohlhabender Bürger kamen.

Die Heeresreform des Marius:

Während der Kriege gegen Jugurtha von Numidien und gegen die Cimbern und Teutonen brauchte man immer neue Truppen. C. Marius(156-86 v. Chr.), damals mehrmals hintereinander zum Konsul gewählt, öffnete die Legionen für jeden Freiwilligen mit römischem Bürgerrecht, unabhängig davon, ob er zu den besitzenden Schichten gehörte oder nicht. So strömten die Armen zu den Waffen. Ihnen ging es nicht um baldige Entlassung, sondern hofften, möglichst lange bei der Armee zu sein, um von ihr versorgt zu werden. Damit waren die Grundlagen für ein Berufsheer geschaffen. Marius ordnete auch die Gliederung der Legionen neu. Zwar behielt er die Unterabteilungen der Manipel bei, vereinigte sie jedoch zu schlagkräftigen, im Ernstfall selbständig operierenden taktischen Einheiten der Cohorten, Bataillonen in der Stärke von 600 Mann:

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Triarier

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Principes

H

H

H

H

H

H

H

H

H

H

Hastati

1.C.

2. C.

3. C.

4. C.

5. C.

6. C.

7. C.

8. C.

9. C.

10.C.

1 L.

Legende:

C. ... Cohorte

L. ... Legion

An der Spitze der Legion stand ein Legat senatorischen Ranges, unter ihm, als Kommandeure der Cohorten, 6 Militärtribunen (tribuni militum), von denen einer senatorischen, die anderen ritterlichen Ranges waren. Den Kern der Armee bildeten die Centurionen. In einem komplizierten Beförderungssystem konnten die bis zum primipilus, dem Ersten Centurio der 1. Cohorte aufsteigen. Insgesamt gab es 59 Centurionen in der Legion (die erste Cohorte hatte nur 5 Centurionen). Außerdem gab es zahlreiche immunes, Soldaten mit besonderen Aufgaben, die in Friedenszeiten vom soldatischen Dienst befreit waren. Die praefecti equitum waren Kommandeure selbständiger Kavallerieabteilungen. Der praefectus fabrum, ursprünglich der Befehlshaber der Heereshandwerker, erhielt neue Aufgaben und stieg zum Generaladjutanten auf. Praefect ist eigentlich jeder Vor-Gesetzte(prae-fectus). Zur Zeit Caesars erfuhren Titel und Amt besonders im militärischen Bereich eine Aufwertung, denn Praefecten werden einerseits bei Caesar in einem Atem mit den Legaten genannt, andererseits in gleiche Beziehung zu den Tribunen gebracht. Der Feldherr kann sie für alle möglichen Führungsaufgaben heranziehen. Bei den Militärtribunen handelt es sich durchwegs um junge Leute aus dem Adel und dem Ritterstand, die meist militärisch noch unerfahrenen waren und das Militärtribunat als Sprungbrett für die später folgende politische Laufbahn in Rom ansahen. Ihre Aufgaben waren nicht festgelegt. So regelten 2 von ihnen den inneren Dienstbetrieb während eines Monats, die anderen standen für besondere Aufgaben zur Verfügung. Im Kampf erhielten sie taktische Kommandos, etwa als Befehlshaber einer Cohorte.

Das Straßennetz

Es mutet sehr aktuell an, dass man in den Städten einzelne Straßen und Plätze mit Steinwällen absicherte. In der Hauptstadt selbst herrschte, soweit wir über die Kaiserzeit Trajans Bescheid wissen, tagsüber allgemeines Fahrverbot; die Fahrzeuge der Bauunternehmer waren ausgenommen. Für weitere Reisen benutzte man in der Regel einen 2- 4rädrigen Reisewagen. Herbergen an den großen Reichsstraßen gaben den Reisenden eine wenn auch bescheidene Unterkunft und Verpflegung. Reisen über kurze Strecken legte man mit der Sänfte zurück. Bei der gewaltigen Ausdehnung des Reiches war stets eine große Anzahl von Beamten auf Dienstreisen unterwegs. Für die Gemeinden an den Hauptverkehrsstraßen bedeutete die Verpflichtung, für Unterkunft und Verpflegung dieser reisenden Beamten aufzukommen, oft eine finanzielle Belastung. Der Beamte durfte die Reichspost benutzen, wie sie Augustus mit den entsprechenden Stationen für den Pferdewechsel eingerichtet hatte. Es handelte sich dabei ausschließlich um den amtlichen Postdienst. Der Privatmann war zu der Beförderung seiner Briefe in die fernen Provinzen auf den privaten Schiffsverkehr angewiesen. Auf kürzere Entfernungen gab man die Post Bekannten oder Freunden mit, die zu dem selben Bestimmungsort reisten, oder man schickte Sklaven oder Freigelassene als Boten. Touristenverkehr gab es schon damals: Bildungshungrige reisten nach Athen, Troja oder Ägypten. Dabei benutzten sie den Seeweg, der im Winter wegen seiner Gefährlichkeit aber gemieden wurde. Rom hätte sich nicht zu so einem gewaltigen Wirtschafts- und Verwaltungskörper entwickeln können, wenn es nicht mit fortschreitender Ausweitung seines Staatsgebietes den Ausbau eines leistungsfähigen Straßennetzes betrieben hätte. Militärische und wirtschaftliche Interessen gingen dabei oft Hand in Hand. Das heutige Straßen- und Autobahnnetz des heutigen Italiens ist weitgehend durch die Trassenführung der antiken Straßen vorgezeichnet. Die älteste Straße ist die Via Appia, ursprünglich eine Verbindung zwischen Rom und Kampanien; später wurde sie bis Brundisium (Brindisi) ausgebaut. Die Länge des gesamten Straßennetzes des Imperiums wird auf etwa 100000 km geschätzt. Das einstige Sumpfland zwischen den Hügeln Palatin, Esquilin, Quirinal und Kapitol diente in ältester Zeit als Begräbnisstätte. Später siedelte sich dort der Markt an; angrenzend befand sich der politische Versammlungsplatz, das Comitium. Im Laufe der Zeit wurde das Geschäftsleben immer mehr vom Forum verbannt. Repräsentative Bauten, wie Tempel und Basiliken, entstanden. Das Forum wurde Zentrum des politischen und (neben dem religiösen Bezirk auf dem Kapitol) auch des religiösen Lebens. Hier befand sich die curia, der Versammlungsort des Senates, die Rednertribüne(rostra) als Platz für politische Reden, aber auch für Leichenreden, wie sie die Söhne der Adeligen bei den Leichenfeiern zu halten pflegten. Hier spielte sich in den Basiliken der Gerichts- und Börsenverkehr ab. Im Tempel des Saturn war der Staatsschatz verwahrt. Auf dem Forum hatte auch der Pontifex Maximus(Oberpriester) sein Amtslokal(regia), und in seiner unmittelbaren Nähe befand sich die klosterartige Wohnanlage der Vestalinnen(atrium Vestae). Als der Forumsbezirk mit seinen zahllosen Ehrenstatuen, Ehrensäulen, Weihinschriften und Kapellen zu klein geworden war, entschlossen sich die Herrscher (unter ihnen Caesar, Augustus, Nerva und Trajan), eigene Fora zu errichten. Unter diesen war das Trajansforum die aufwendigste und wohl auch die schönste Anlage.

Die Verteidigung des Reiches

Kaiser Hadrian kam 117 n. Chr. am Höhepunkt der Expansion an die Macht. Er erkannte aber, dass das Reich zu groß für eine Verwaltung geworden war und dass die Grenzen zu (Obiges Bild: Limes mit Wachturm, Wall, Graben+Schanzpfählen) schwach waren. Deshalb erbaute er eine Vielzahl an Festungen an Rhein und Donau (Limes). 5 Jahre später befahl er den Bau eines Walles der durch Nordbritannien verlaufen sollte (Hadrianswall). Aber die Römer mußten erkennen, dass selbst ihre Mauern mit einem Heer, das mit Katapulten ausgerüstet war, zu durchbrechen waren(Rückeroberung von Masada).

DER HADRIANSWALL

Die verschiedenen Gebiete, aus denen das Römische Reich bestand, stellten die Römer bald vor das Problem, daß die Grenzen (limes) gegen den Druck, den die Barbarenvölker ausübten, verteidigt werden mußten. Oft griff man auf den Bau von Wällen zurück und befestigte neuralgische Punkte des Limes ganz besonders. Die Wälle bestanden im allgemeinen aus einem fortlaufenden Mauergürtel mit Türmen und Wachstationen (stationes), an dem eine Straße entlang verlief, die von einem Wassergraben gesäumt wurde, der wiederum durch einen oder mehrere Erdwälle geschützt wurde. Das am besten erhaltene Beispiel einer derartigen Befestigung ist der sogenannte Hadrianswall in England. Er wurde auf Geheiß des Kaisers Hadrian erbaut, erstreckte sich über ungefähr 117 km, vom Firth of Solway bis nach Newcastle upon Tyne- die fünf Meter hohe Mauer hatte alle 150 m einen Turm und jede Meile eine Wachstation. Hadrians Nachfolger, Antoninus Pius, ließ einen weiteren Wall weiter nördlich errichten, vom Firth of Ciyde zum Firth of Forth, der aber aufgegeben wurde, um zur Verteidigungslinie Hadrians zurückzukehren.

 

Rom zur Zeit Trajans 98-117 v. Chr.(ca. 5 Mio. qkm/100 Mio Einwohner)

Die Barbaren

ALLGEMEIN

Heute erinnern wir uns an die Barbaren als Stämme wilder Krieger, die das römische Reich mehr als tausend Jahre lang angriffen und überfielen. Jedoch waren Ostgoten, Westgoten und Kelten, die sogenannten Barbaren (nicht griechisch Sprecher), keine unzivilisierten Völker. Sie waren Bauern, geschickte Soldaten und sogar vollendete Künstler. Und schließlich trugen die Barbaren auch zur Bewahrung der römischen Kultur bei.

KRIEGER UND WAFFEN

Die Barbaren haben viel nicht viel Zeit auf das Studium der Philosophie oder anderer Wissenschaften verwendet, aber sie waren hervorragende Krieger. Selbst erfahrene römische Legionäre fanden die Kelten furchterregend, wenn sich diese in die Schlacht stürzten und die Köpfe ihrer besiegten Gegner von den Nacken ihrer Pferde baumelten. Eine fränkische Axt, aus kurzer Entfernung geschleudert war genauso tödlich wie die römischen Speere und Schwerter.

DIE VOLKSSTÄMME

Es gab viele barbarische Volksstämme, wie z.B.: die Kelten (West+Mitteleuropa, Kleinasien), die Vandalen (Rumänien, Bulgarien), die Franken (Deutschland, Beneluxländer), die Ostgoten(Ukraine, Moldawien), die Westgoten (Ukraine, Moldawien, Rumänien) und die Hunnen (Rußland). Einige Stämme, wie die Hunnen, waren kriegerische Nomaden und zogen ständig umher, um neue Gebiete zu erobern. Andere, wie die Kelten und Goten, lebten als Bauern in kleinen Dörfern. Während die Stämme durch Europa zogen, kämpften die sowohl untereinander als auch gegen die Römer. So zwangen die Hunnen die Westgoten sich vom Schwarzen Meer an die Donau zurückzuziehen.

DIE HUNNEN

Von allen barbarischen Völkern waren die Hunnen das gefürchtetste. Sie waren ausgezeichnete Reiter und verbreiteten überall Tod und Terror. Niemand weiß, woher sie überhaupt genau stammen - möglicherweise waren sie mit den kriegerischen Nomaden in China verwandt, die "Hsiung-nu" genannt wurden. Auf jeden Fall hinterließen sie im 4. Und 5. Jhdt. n. Chr. ihre Spuren, als sie in Europa einfielen und Rom an den Rand des Zusammenbruchs brachten. Die Hunnen richteten so große Verwüstungen an, dass ihnen Kaiser Theodosius jährlich Tribut zahlte. Später konnte nur ein persönlicher Appell des Papstes den Hunnenkönig Attila davon abhalten, Rom zu zerstören.

 

ein römischer Legionär

ZU LAND UND ZUR SEE

Im 5. Jhdt. überquerten der germanische Volksstämme - die Angeln, die Sachsen und die Jüten - den Ärmelkanal und marschierten in Britannien ein. Die Britannier wandten sich an Rom, um Hilfe gegen die Eindringlinge zu erbitten, aber der Kaiser brauchte seine Truppen in der Nähe des römischen Kernlandes. So wurde Britannien eine der ersten römischen Provinzen die an die Barbaren verloren ging. Andere Stämme eroberten die Provinzen auf dem Kontinent und so wurde das Weströmische Reich am Anfang des 5. Jhdt. in eine Vielzahl, von Barbarenkönigen regierten Territorien, aufgesplittert.