Das World Wide Web als Lern- und Lehrhilfe
Die Zentrale für Unterrichtsmedien: Eine Oase in der "Wüste Internet"?

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Margit Fischbach, Theodor-Heuss-Gymnasium, Freiburg i. Brsg.
E-Mail: Margit.Fischbach@zum.de
http://www.zum.de/schule/Schule.html


Dieser Aufsatz ist eine Überarbeitung eines bereits in der Online-News 2 des Landesinstituts für Erziehung und Unterricht, Abteilung 'Berufliche Schulen', erschienenen Artikels.


Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Das World Wide Web, eine Herausforderung für das Schulsystem
1 Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM Internet)
2 Vom Meer der Informationen zum Mehr an Information

3 Möglichkeiten zur Arbeit mit Schülern
4 Aufruf zur Mitarbeit
Anhang: Tabelle mit den URLs der angesprochenen Webseiten
Danksagung

Einleitung: Das World Wide Web, eine Herausforderung für das Schulsystem

Das World Wide Web, auch W3, WWW oder einfach WEB genannt, hat sich innerhalb kürzester Zeit zum universellen System des Informationsaustauschs entwickelt. Bereits jetzt machen zahlreiche Beispiele aus dem kommerziellen, kulturellen und wissenschaftlichen Bereich den Quantensprung deutlich, den diese im wahrsten Sinne des Wortes weltumspannende Technologie für jede Art der Informationsverarbeitung bedeutet. Es zeigt sich hierbei vor allem, daß das World Wide Web nicht nur hervorragend geeignet ist, die USA mit Europa zu verbinden, sondern daß die gleiche Technik die Zusammenarbeit der Mitarbeiter eines Betriebs, einer Universität oder - warum nicht? - von Schulen und Lehrern verbessern kann.

Das World Wide Web ist jüngstes und erfolgreichstes Kind des Internet, das von weltweit vernetzten Computern gebildet wird und bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich von Wissenschaftlern benutzt wurde. Erst das WWW hat mit der Einführung von Hypertext die notwendige Benutzerfreundlichkeit geschaffen, die die Nutzung des Internet dem breiten Publikum zugänglich macht. Hypertext beschreibt die Eigenschaft eines meist farblich hervorgehobenen Textes (oder Bildes) auf dem Computerbildschirm, die darin besteht, daß ein Klick auf diesen Text (oder das Bild) den Sprung zu einem neuen Dokument ermöglicht (Hyperlink). Auch das Abschicken einer E-Mail kann durch einfaches Anklicken eines Namens oder einer Adresse erfolgen. Durch diese anklickbaren Verknüpfungen können in das WWW auch Multimedia-Informationen (Ton, Bild, Sprache) eingebunden werden. Hierdurch entsteht ein weltweites Informationsgeflecht, dessen Wachstumsgeschwindigkeit atemberaubend ist. Es hat eine Revolution begonnen, deren Folgen in vollem Umfang sicher noch nicht absehbar sind und die mit Sicherheit auch vor den Schultoren nicht haltmachen werden. Wenn der oft bemühte Vergleich, daß die Erfindung des WWW in seiner Bedeutung mit der Erfindung des Buchdrucks konkurriert, nur einen Kern Wahrheit enthält, ist es offensichtlich, daß gerade die Schulen sich mit dieser neuen Technik auseinanderzusetzen haben.

Nach meiner persönlichen Einschätzung kann die Bedeutung des WWW kaum überschätzt werden. Ich wage deshalb hier einleitend folgende Thesen:

1. Das WWW wird ein Massenmedium. Nutzen es heute etwa 0,1% der Menschen, wird es in Zukunft mit dem Fernsehen verschmelzen und damit - zumindest in unserem Staat - die Mehrheit erreichen.

2. Informationsbeschaffung im WWW wird die Regel. Die relative Bedeutung klassischer Bibliotheken wird abnehmen.

3. Die globale Vernetzung von Wissen wird weitgehende Konsequenzen für den Unterricht an den Schulen bis hin zu den Universitäten haben.

a) Die Entfernung zwischen Schulen, Lehrern, Schülern spielt für mögliche Kooperationen keine Rolle mehr. Die Wahrscheinlichkeit, daß sich Kooperationswillige finden, ist damit entscheidend erhöht. Das wird u.a. die Materialbeschaffung für den Unterricht wesentlich erleichtern, aber auch die Inhalte von Lehre beeinflussen.

b) Die globale Vernetzung hat einen großen didaktischen Wert. Für die Schüler wird das Denken in globalen Zusammenhängen eine Selbstverständlichkeit. Sie werden erkennen, daß viele Probleme am besten in Teamwork und Kooperation gelöst werden können.

c) Auch die individuelle Entwicklung wird gefördert. Die Schaffung von Online-Lernprogrammen wird die Gründung virtueller Schulen und Universitäten beflügeln, an denen bald gültige Diplome erworben werden können. Erste Anfänge sind bereits zu beobachten. Für klassische Schulen könnte dies bedeuten, daß Schüler ihr Lerntempo in Zukunft zunehmend selbst bestimmen werden.

Die Bedeutung des WWW wurde inzwischen in unserer Gesellschaft weitgehend erkannt. Der Schwerpunkt der Diskussion hat sich verlagert: Nicht mehr die Frage, ob man in der Schule die Dienste des Internet überhaupt nutzen soll, steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie man es pädagogisch und didaktisch sinnvoll einsetzen kann.

In diesem Artikel wird die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM Internet, Abb.1) vorgestellt, die sich die Aufgabe gestellt hat, die für Schulen interessanten Möglichkeiten des WWW aufzuzeigen. Sie versucht dies einerseits, indem sie Materialien für den Unterricht im Internet zugänglich macht, andererseits soll Ihre raumübergreifende, vernetzte Organisationsstruktur selbst Exempel für die optimale Nutzung des neuen Mediums sein.

Abb.1. Logo und Kopfleiste der ZUM Internet (http://www.zum.de/schule/). Von allen Seiten der ZUM Internet kommt man durch Anklicken des Logos zurück auf die Startseite.

1 Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM Internet)

Ich bin wie oben dargelegt davon überzeugt, daß sich das Internet in Form des Worl Wide Web (WWW) zu einem ganz wichtigen Lern- und Lehrmittel entwickeln kann. Voraussetzung hierfür ist jedoch nicht nur die entsprechende Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software, sondern vor allem auch, daß Schüler wie Lehrer eine Art Internetführerschein erwerben; denn nichts ist leichter, als im Datenmeer des WWW zu ertrinken. Wenn Schüler oder Lehrer sich ohne die Kenntnis von "Oasen" in der "Wüste Internet" verirren, ist die Frustration meistens sehr groß.

Im Frühjahr 1996 haben sich deshalb Lehrer zu einer privaten, überregionalen Initiative zusammengeschlossen, um im Internet die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM Internet) aufzubauen, in der sich Unterrichtsmaterialien jeglicher Art von Lehrern und Schülern abspeichern und aufrufen lassen. Ziel der ZUM ist es, Unterrichtsmaterialien einzugeben und nach Fächern, Klassen und den Lehrplänen der verschiedenen Bundesländer und Schultypen zu gliedern, so daß sich gesuchte Materialien schnell und unkompliziert finden lassen. Eine Datenbank, mit der auch nach Schlagworten gesucht werden kann, ist im Aufbau. Da die Lehrpläne der Bundesländer und der Schultypen überlappen, scheint uns eine gemeinsame Materialbörse mit entsprechend organisierten, multiplen Zugriffsmöglichkeiten die sinnvollste Organisationsform. Das Internet eröffnet die einmalige Chance, bundesweit die Tatkraft aktiver Lehrer zu bündeln. Die Erfahrung von Lehrern, die täglich unterrichten, soll in ein benutzerfreundliches Internetangebot umgesetzt werden.

Die ZUM lebt vom Engagement der beteiligten Lehrer, die sich bisher weitgehend ohne staatliche oder kommerzielle Zuwendungen selbst organisiert und finanziert haben. Zur Zeit sind verschiedene Modelle zur Finanzierung in der Diskussion, da langfristig die anfallenden Kosten nicht mehr privat getragen werden können.

Inzwischen arbeiten rund 50 Kollegen aus verschiedenen Bundesländern an der ZUM. Wir suchen weiterhin für alle Schultypen engagierte Lehrer oder Referendare mit Fachkompetenz und möglichst ausgewiesener Interneterfahrung, die den Eingang von Unterrichtsmaterial für ein bestimmtes Fachgebiet als Koordinator entsprechend den Anforderungen des jeweils gültigen Lehrplans organisieren möchten.

Aufgaben der Koordinatoren sind z.B.

1. die Unterstützung der Kultusministerien und Oberschulämter sowie der Studienseminare zu gewinnen

2. weitere Bildungseinrichtungen miteinzubeziehen,

3. das Anschreiben von Schulen,

4. die Motivierung von Lehrern und Referendaren und

5. die thematische und qualitative Vorselektion der Beiträge vorzunehmen.

6. Notfalls muß eine HTML-Editierung der Beiträge erfolgen können.

7. Zur Verwaltung der zugehörigen WWW-Seiten wird ein Account auf unserem WWW-Server erteilt.

Es ist das Wesen des WWW, daß die Materialien der ZUM zwar zentral zugänglich gemacht werden können, im Prinzip aber trotzdem dezentral lagerbar sind. Das heißt, zur ZUM gehörige Unterrichtsmaterialien können sich u.U. auf den Festplatten von Rechnern in Freiburg, Wetzlar oder Dresden befinden, der Benutzer wird das kaum merken, wenn die Verknüpfungen gut gelegt sind.

Im folgenden werden wir darlegen, wie die ZUM versucht, die Informationen im WWW zu organisieren, so daß sie für Lehrer und Schüler ohne allzu großen Zeitaufwand nutzbar werden.

2 Vom Meer der Informationen zum Mehr an Information

Der Nutzen der im WWW vorhandenen Information für den Einzelnen ist umgekehrt proportional zu der mit dem Suchen dieser Information aufgewendeten Zeit. Die ZUM bemüht sich deshalb, Information zum schulischen Themenkreis zu erfassen und in übersichtlicher Form zugänglich zu machen. Neben klassischen Inhaltsverzeichnissen findet sich z.B. am Ende einer jeden Seite eine Fußleiste (Abb.2). Durch Anklicken der Symbole gelangt man zu den jeweiligen Informationen.

Abb.2: Die obigen Bildchen bedeuten von links nach rechts: 1. Liste der neu in die ZUM aufgenommen Informationen. 2. Die Idee hinter der ZUM. 3. Weltweite Suchroutinen. 4. Anklickbares Inhaltsverzeichnis. 5. Erweiterbare Fächerlisten. 6. Erweiterbare Liste der Schulen im Netz. 7. Erweiterbare Liste der Schülerzeitungen im Netz. 7. Das ZUM-Roulette (hier werden Schulseiten zufällig angesteuert). 8. Leserbrieffunktion. 9. ZUM-Mailingliste. 10. E-Mail an die ZUM. 11. Erklärung der Symbole bzw. situationsgerechte Hilfestellungen.

2.1 Angebot mit nützlichen Tips - nicht nur für Anfänger

Der Besucher findet neben einem Wörterbuch, das WWW-Fachbegriffe erklärt, wichtige Tips zur Netzwerkeinstellung (Cache und Proxi), Hinweise, wie sich von Materialien aus dem Netz Unterrichtsfolien erstellen lassen, wie Vorlagen gedruckt und verändert werden können (s.u.), und nicht zuletzt auch fertige Antworten auf häufig gestellte Fragen.

2.2 Weltweite Suchroutinen

Abb.3: Durch diesen "Link" auf der Startseite der ZUM Internet können weltweit operierende Suchroutinen angesteuert werden.

Suchroutinen ermöglichen dem ZUM-Besucher das Auffinden von Materialien im weltweiten Netz, falls er innerhalb der ZUM nicht bereits fündig geworden ist. Auf den Seiten der ZUM gibt es schnelle Spiegel der "Homepages" vieler Suchroutinen mit deutscher Gebrauchsanweisung. Zudem existiert eine erweiterbare Liste, in die die Lieblingssuchroutinen der ZUM-Besucher von ihnen selbst eingetragen werden können.

Das weltweite oder auf deutschsprachige Quellen beschränkte Suchen ist nicht immer erfolgreich, da man oft nicht sofort unter dem gewünschten Stichwort auf entsprechende Adressen stößt oder aber durch die Menge der Verweise sehr viel Zeit zur Selektion der wirklich ertragreichen Quellen aufwenden muß.

Bei den globalen Suchmaschinen wie AltaVista oder MetaCrawler empfiehlt es sich, da die meiste Information im WWW auf Englisch abgelegt wird, auch unter dem englischen Synonym zu suchen. Sinnvoll ist es, nach mehreren Schlagworten, die das gewünschte Thema betreffen, suchen zu lassen.

2.3 Von der WWW-Quelle zur Unterrichtsfolie

Das Blättern im WWW mag ja eine unterhaltsame Beschäftigung sein. Als gestresster Lehrer interessiert Sie aber wohl vor allem die Frage, wie Sie die Informationen, die Sie dort auffinden, möglichst ohne Umschweife für Ihren Unterricht nutzen können. Falls Sie sich mit diesem neuen Medium erst vertraut machen, finden Sie auf den Seiten der ZUM einige Tips, wie Sie aus dem Netz heraus Kopiervorlagen oder Folien herstellen können.

Zum Ausdrucken einer WWW-Seite als Folie oder Kopiervorlage empfiehlt sich ein Tintenstrahldrucker. Die meisten Fabrikate sind heute in der Lage, farbig auch auf Spezialfolie auszudrucken. Die Anschaffungskosten für Farbdrucker liegen in der untersten Preisklasse bereits deutlich unter 700.-DM (mit fallender Tendenz), die Spezialfolien kosten etwa 1.-DM pro Stück. Sollte ein solcher Drucker an den Computer, den Sie gerade benutzen, angeschlossen sein, können Sie mit allen Browsern z.B. die gewünschte Seite sofort ausdrucken, indem Sie im Filemenü (Ablagemenü) Print (Drucken) anwählen.

Wenn Sie die Rahmentechnologie benutzen, beachten Sie, daß Sie den zu druckenden Rahmen durch Anklicken mit der Maus aktivieren. Sie können dann im Ablagemenü der dt. Version von Netscape 2.01 "Bereich drucken" wählen.

Es gibt viele Gründe, weshalb es häufig sinnvoll ist, nur bestimmte Bilder einer WWW-Seite ohne den begleitenden Text auszudrucken. Dieser kann z.B. auf Englisch sein und Sie wollen Ihre Schüler durch diese Fremdsprache nicht zusätzlich belasten oder vom eigentlichen Inhalt ablenken, bzw. Sie wollen ganz einfach Ihren eigenen Kommentar abgeben oder das Bild in einen ganz anderen Zusammenhang stellen.

Mit Netscape-Browsern haben Sie es einfach. Sie klicken mit der Maus z.B. auf das Bild und lassen die Taste gedrückt (bei einer PC-Maus müssen Sie die rechte Maustaste verwenden). Dann erscheint ein Menü mit u.a. folgenden Optionen:

....

Graphik anzeigen

Diese Graphik sichern unter ...

Diese Graphik kopieren

Verbindung dieser Graphik kopieren

....

bzw. die englische Übersetzung.

Sie können das Bild entweder mit "Diese Graphik kopieren" in den Ram-Speicher Ihres Computers kopieren und in ein gleichzeitig geöffnetes Graphikprogramm übernehmen (wenn Sie keinen Macintosh haben, benötigen Sie Windows '95) oder es mit "Diese Graphik sichern unter ..." erst einmal abspeichern. In einem Graphikprogramm kann das Bild dann später entweder unverändert oder nach Bearbeitung ausgedruckt werden (s.o.).

Sie können aber auch direkt aus Netscape heraus drucken. Dazu verwenden Sie die Option: "Graphik anzeigen" und drucken es mit der Druck-Option Ihres Browsers.

2.4 Erweiterbare Listen

In den erweiterbaren Listen werden interessante Internetquellen nach Fächern und anderen Oberbegriffen sortiert angeboten.

Das Besondere dieser Listen besteht darin, daß der Leser aktiv am Aufbau selbst mitarbeiten kann, indem er interessante Adressen, die er beim Surfen im Netz gefunden hat, anfügt und damit allen anderen Benutzern zugänglich macht.

Dazu sind zwei Voraussetzungen geschaffen worden: ein Angebot von 37 thematisch sortierten, erweiterbaren Listen sowie ein Eingabeformular, in das die entsprechende URL (= Netzadresse) eingetragen und der Titel des Beitrags sowie eine kurze Inhaltsangabe hinzugefügt wird. Der Benutzer kann die Informationen direkt aus der Seite, die er so verlinken will, kopieren und mit der Paste-Funktion (Inhalte einfügen) in das Formular einbringen. Sinnvoll, aber nicht unbedingt erforderlich ist es, seine eigene E-Mail-Adresse anzugeben oder die eigene http-Adresse hinzuzufügen. Beide können von anderen Benutzern dann ebenso wie der hinzugefügte Eintrag direkt per Mausklick abgerufen werden.

Abb.4: Die "Links" zu den nach Fächern geordneten erweiterbaren Listen (ausgeschrieben) und zu den länderspezifischen Lehrplänen (Abkürzungen), welche von den Koordinatoren als Zugänge zu den Unterrichtsmaterialien erschlossen werden.

Abb.5: "Links" zu anderen durch den Leser (Surfer) erweiterbaren Listen. Neu ins Programm genommen wurden die Listen für "Wettbewerbe" und "Europa". Prinzipiell können auf Vorschlag problemlos weitere Listen angelegt werden. Voraussetzung ist neben der thematischen Relevanz, daß die Vorschlagenden bereits einige passende Quellen im Internet aufgespürt haben, die sie dann zum Start der Liste selbst eingeben können.

2.4.1 Sicherheit und Funktionalität der erweiterbaren Listen

Bisher wurde diese Möglichkeit der Zusammenarbeit von sehr vielen Benutzern - wie die Listen zeigen - kooperativ genutzt, so daß die meisten Listen ein umfassendes und hilfreiches Angebot darstellen. Sollten sich versehent- oder absichtlich doch einmal unpassende Einträge finden, können diese entfernt werden. Über das "Logfile" des Servers läßt sich der Zeitpunkt der Eingabe und der Name des Eingaberechners feststellen. Von dieser Möglichkeit mußte bisher erst einmal Gebrauch gemacht werden, wobei ein sogenannter "Netzrobotor", ein Programm, das das WWW nach Inhalten absucht, als "Übeltäter" ausfindig gemacht werden konnte. Dieses Programm hatte jeder der Listen ein und dieselbe Buchstabenkombination hinzugefügt. Die häufige Erstellung einer Sicherheitskopie der Informationen auf dem Server ist wegen dieser seltenen, aber nicht ausschliesbaren "Zwischenfälle" selbstverständlich.

Ab einer gewissen Länge der erweiterbaren Listen muß die erstellte Materialsammlung natürlich wiederum strukturiert werden, um einen Überblick und zielgerichtetes Suchen zu ermöglichen. Wir sind dabei, unter thematisch geordneten Überschriften sinnverwandte Einträge und Quellen zusammenzustellen.

2.4.2 Themen der erweiterbaren Listen

Neben den Listen für Schulfächer finden sich Listen zu allgemein schulrelevanten Quellen, zu Lern-, Lehr- und Betriebssoftware, zu Computer-Algebra-Systemen, zu Schulen im Netz, Gesundheit und Schule, Schulen und Schülerzeitungen, Umweltthemen, zu Projekten, Entwicklungszusammenarbeit und Wettbewerben für Schüler. Eine neue Liste zum didaktisch-pädagogischen Themenkreis soll Unterrichtskonzepte und Erfahrungen mit den neuen Medien sammeln.

Wenn eine Erweiterung des Themenangebotes gewünscht wird, können problemlos neue Listen eröffnet werden.

2.5 Offene Leserbriefe

Ein den erweiterbaren Listen verwandtes Modul erlaubt die Eingabe längerer Texte als offener Leserbrief. Hier besteht wie an einer Plakatwand die Möglichkeit, Ideen, Termine, Kritik und Anregungen öffentlich zu machen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind denen der erweiterbaren Liste vergleichbar.

2.6 Nach Lehrplaninhalten sortierte Materialiensammlung

Inzwischen gibt es im Netz eine Menge von dezentral abgelegter Information. Um dem Benutzer zu ersparen, von Link zu Link zu surfen und am Ende statt m e h r Information nur m e h r Telefonkosten zu haben, bietet die ZUM neben den erweiterbaren Listen Materialien und Links auch nach Lehrplänen geordnet an.

Entsprechend den Lehrplänen der einzelnen Bundesländer und Schultypen werden von den Koordinatoren Materialien sortiert. Bei den verknüpften Informationen kann es sich um Ideen für ganze Lehrplaneinheiten, um Stundenvorschläge, Arbeitsblätter oder einfach nur um ein gelungenes Tafelbild oder um Hinweise auf weitere Unterrichtsmedien handeln. Bisher werden vor allem Unterrichtsmaterialien aus dem gymnasialen Bereich angeboten, die Einbeziehung der anderen Schularten hat jedoch bereits begonnen. Für die Eingaben für die Beruflichen Schulen und Berufsschulen wird noch an einer sinnvollen Struktur gearbeitet, da sich hier auf Grund der Verschiedenartigkeit der einzelnen Unterrichtsfächer und der sich rasch wandelnden Inhalte die Lehrpläne nur bedingt eignen.

2.7 Einbeziehung weiterer Bildungseinrichtungen

Sinnvoll und teilweise bereits in Planung ist auch eine Verknüpfung der ZUM mit den Internetangeboten der Landesbildstellen, der Landeszentralen für politische Bildung, der Landesinstitute für Erziehung und Unterricht sowie mit den Schulsendungen der Rundfunk- und Fernsehanstalten. Auf der Frontpage finden Sie Links zu den Bildungsprogrammen des Südwestfunks, in der Framesversion führt sie Seite 4 zu den Programmen des Bildungsfernsehens, zu wichtigen Rundfunk- und Fernsehanstalten bzw. -sendern, Seite 5 zu den Bildungseinrichtungen der Bundesländer, der Schweiz und Österreichs sowie zum Deutschen Bildungsserver. Seite 6 schließlich bietet Links zu den Kontaktadressen der Bildungsinstitutionen Europas, weitere Länder sollen folgen. Selbstverständlich können auch Links zu ausbildungsrelevanten Informationen der Betriebe gelegt werden. Bei diesen Aufgaben ist die Initiative der fach- und landesspezifischen Koordinatoren gefragt.

2.8 Datenbankmodul

Die Strukturierung nach Schularten, -fächern und Lehrplänen bzw. Inhalten gewährleistet, daß der Benutzer bequem und schnell Einblick in die vorhandenen Materialien nehmen kann. Für die Koordinatoren der ZUM arbeitsaufwendig ist hierbei, daß vorhandene Einträge meist nicht nur für ein Bundesland oder nur für eine Schulart interessant sind, also an verschiedenen Stellen verlinkt werden müssen. Um die Arbeitsbelastung der Koordinatoren möglichst gering zu halten, aber trotzdem die Materialien optimal strukturiert anbieten zu können, ist eine Datenbanklösung mit Stichwortsuche in der Entwicklung. Beide Zugänge zu den Materialien - nach Lehrplan wie nach Stichworten - haben ihre Vor- und Nachteile. Sie ergänzen sich im Sinn einer größtmöglichen Benutzerfreundlichkeit.

2.9 Online-Autorenmodul: Kostenlose Homepages für Lehrer

Über die Möglichkeiten der erweiterbaren Listen und des offen Leserbriefs weit hinaus geht das Autorenmodul, das die Online-Eingabe von normalen Texten und HTML-formatierten Texten mit "Hyperlinks" und "inline"-Bildern erlaubt. Das Browserprogramm wird durch das Autorenmodul online in einen HTML-Editor umfunktioniert. Jede erstellte Seite bekommt eine WWW-Adresse zugewiesen, die dann vom Autor selbst z.B. in eine der erweiterbaren Listen eingetragen werden kann.

Damit wird erreicht, daß

a) jeder Lehrer mitarbeiten und sich bei der ZUM eine "Homepage" anlegen kann,

b) Texte von den Autoren direkt bei der Eingabe in Kategorien eingeordnet und in die

Datenbank integriert werden,

c) Kooperationen und Teamwork ohne räumliche Grenzen

d) und auch über Schularten hinweg möglich werden,

e) Ergänzungen und Erweiterungen der eigenen Seiten kein Problem sind.

Abb.6: Das Autorenmodul gestattet jedem Lehrer (!) die kostenlose Erstellung einer Homepage und die Einordnung in eine Kategorie der Datenbank (nach Fach, Klasse, Land etc.). Der Besucher dieser Seite benötigt dazu kein besonderes Programm, sondern kann alle Informationen "online" eingeben.

Die Sicherheitsvorkehrungen des Autorenmoduls gegen Mißbrauch gehen über die der erweiterbaren Listen und des offenen Leserbriefs hinaus. Es gibt eine Längenbeschränkung der einzelnen HTML-Seite auf z.Zt. 30 KB Text (aber keine Beschränkung der Seitenzahl pro Autor). Nach jeder Eingabe erhalten der Autor (die Angabe der E-Mailadresse ist obligatorisch) und die ZUM eine automatische Rückmeldung per E-Mail, so daß notfalls eingegriffen werden kann. Bisher ist aber noch in keinem einzigen Fall, die mißbräuchliche Nutzung versucht worden.

2.10 Diskussionsforum

Auf dieser Seite können Sie Beiträge zu den einzelnen Themen lesen, verfassen oder auf vorhandene Beiträge antworten. Bisher sind folgende Themen, die auf Wunsch erweitert werden können, vorhanden:

Wie kommt meine Schule ans Netz?

E-Mail-Projekte

WWW-Projekte mit Schülern  

Lokale Netze (Intranet)  

Projekte allgemein (auch ohne Computer)

Exkursionen: Tips und Erfahrungen

 

2.11 Software-Umfrage

In Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Erziehung und Unterricht Baden-Württemberg wird Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit angeboten, kurz über den erfolgreichen Einsatz einer Software im Unterricht zu berichten. Hiermit werden im Internet Erfahrungsberichte gesammelt und Kollegen zur Verfügung gestellt. Diese "Umfrage" ist neu im Netz. Es bedarf Ihrer Mitarbeit, um sie zu füllen. Um leichtfertige Eingaben in die Datenbank zu verhindern, wird vom Programm eine E-Mail mit Kennung an den eingebenden Lehrer verschickt. Erst bei deren Rücksendung wird der Beitrag automatisch eingeordnet.

3 Möglichkeiten zur Arbeit mit Schülern

Wegen fehlender Ausstattung an den Schulen war das direkte Arbeiten im Internet mit Schülern bisher nur vereinzelt möglich. Das wird sich durch die diversen Aktivitäten wie z.B. "Schulen ans Netz" hoffentlich bald ändern. Erst wenn die Arbeit mit Schülern überall möglich ist, wird sich das volle Potential des Internets für den Unterricht erschließen.

Einige der Möglichkeiten, die über das Surfen, E-Mailschreiben und das Erstellen von Schulseiten und einer Online-Schülerzeitung hinausgehen, sind exemplarisch bereits auf den Seiten der ZUM dokumentiert. Die Römerzeitung zeigt, wie Schularten und Schulort übergreifend eine Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Projekt funktionieren kann.

Das von Herrn Currlin am Graf-Zeppelin-Gymnasium in Friedrichshafen aus der Taufe gehobene Projekt "Stauferzeit und Kreuzzüge" fordert die Kooperation von Schulen in fast ganz Europa und im Mittelmeerraum ein.

An den internationalen High-Noon- und Globe-Projekten schließlich beteiligen sich schon heute viele Schulen weltweit. Für die hieran mitarbeitenden Schüler ist globales Denken schon jetzt eine Selbstverständlichkeit. Das Internet bestärkt somit die Hoffnung, daß langfristig globale Strategien zur Lösung von weltweiten Problemen entwickelt werden.

4 Aufruf zur Mitarbeit

Die Zentrale für Unterrichtsmedien ist auf die Mitarbeit und Materialeingabe der Lehrer angewiesen, insbesondere auf solche Kollegen, die sich bereit erklären, Koordinationsaufgaben in den Bundesländern zu übernehmen. Bewerber für die ZUM sollten sich per E-Mail an die Autorin melden und möglichst einen Abriß ihrer bisherigen Schul- und Interneterfahrung geben sowie Fach, Bundesland und Schultyp nennen, für die sie tätig werden wollen. Wir benötigen außer der E-Mail-Adresse die Postanschrift. Ideal wäre die Existenz einer eigenen Homepage, auf die verwiesen werden kann. Bei Akzeptanz würde auf Wunsch auf unserem Server eine Seite angelegt, die die geographische und fachliche Spezifikation des Koordinators ausweist und Kontakte ermöglicht. Beiträge, die durch den Koordinator vermittelt werden, werden als solche gekennzeichnet.

Anhang: Tabelle mit den URLs der angesprochenen Webseiten

Titel der WebseiteURL (= WWW-Adresse)
Zentrale für Unterrichtsmedienhttp://www.zum.de/schule/
ZUM in der Freiburger Universitäthttp://ilsebill.biologie.uni-freiburg.de/schule/
ZUM bei der Landesbildstelle BWhttp://www.lbw.bwue.de/schule/
Autorenmodul und Datenbankhttp://www.zum.de/schule/database.cgi
LEU-Software-Börsehttp://www.zum.de/schule/leu/
Diskussionsforumhttp://www.zum.de/schule/Forum/
Suchroutinenhttp://www.zum.de/schule/Suchen.html
Römerzeitunghttp://ilsebill.biologie.uni-freiburg.de/schule/Roemerzeitung/RZ1.HTM
High-Noon-Projekthttp://ilsebill.biologie.uni-freiburg.de/schule/Faecher/PRO/HIGHNOON.HTM
Stauferzeit und Kreuzzügehttp://www.gzg.fn.bw.schule.de/staufer/aufruf.htm
Globe-Projecthttp://www.uni-stuttgart.de/External/chf/www-chf/11-GLOBE/00-alt-globe-home.html

Danksagung:

Das Rechenzentrum der Universität Freiburg ermöglichte uns durch die Duldung unseres Gastaufenthalts auf einem Server der biologischen Fakultät der Universität Freiburg den Beginn der Arbeit. Herr Martin Härer half uns, einen Spiegel der ZUM auf dem Server der Landesbildstelle Württemberg einzurichten. Ihm und der Landesbildstelle herzlichen Dank. Die Autorin dankt zudem Karl-Friedrich Fischbach für Beratung und stetige Ermunterung. Die Firma Aktiv!NETZ gewährte technische Starthilfe. Ihr sei auch Dank für die andauernde Unterstützung mit interaktiven Softwarebausteinen und für den Aufbau des ZUM-Spiegels Nr. 3. Das Autorenmodul und der Speicherplatz für schulrelevante Homepages werden von Aktiv!NETZ unentgeldlich bereitgestellt.