Kapitel 34: Neurogenetik

34.3.1.1 Proneurale Gene legen das neuronale Differenzierungsziel fest

Zellen der neurogenen Region besitzen die zellautonome Tendenz, sich zu Neuroblasten zu differenzieren (primäres Differenzierungsziel), d.h. wenn sie keine anderslautenden Befehle von außen erhalten, werden sie diesen Entwicklungsweg einschlagen. Hierin unterscheiden sie sich von den Zellen des dorsalen Ektoderms. Durch Transplantationen von Zellen der neurogenen Region des Drosophila-Embryos nach dorsal (heterotope Transplantation) wurde gezeigt, daß diese sich auch dort manchmal zu Neuroblasten entwickeln. Umgekehrt ist das bei der Transplantation dorsaler Ektodermzellen von einem Embryo in die dorsale Epidermis eines gleichaltrigen zweiten Embryos (homotope und isochrone Transplantation) nie zu beobachten. Andererseits können sich dorsale Ektodermzellen in der ventralen neurogenen Region zu Neuroblasten differenzieren. Diese Ergebnisse sprechen dagegen, daß dorsale Ektodermzellen einen Inhibitor der Neurogenese enthalten, sondern eher dafür, daß in der neurogenen Region Signale existieren, die das Differenzierungsziel "Neuroblast" festlegen.

Die proneuralen Gene sind notwendig, um Gruppen von Zellen für den neuralen Entwicklungsweg kompetent zu machen. Das gilt nicht nur für die Entstehung des ZNS aus der neurogenen Region, sondern auch für die Entwicklung der peripheren Sinnesorgane.

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