Unterrichtsmaterialien
Antike | Griechenland

[P|S|M]

Stichpunkte: Königtum und Adelsgesellschaft in der archaischen Zeit

a) Textgrundlage: Homer, Ilias, 2. Gesang

Ilias: Strophenform; Adressaten : Adlige wollten durch Sänger ihre Wirklichkeit stilisiert dargestellt bekommen (in den Heldengesängen => Heldengeschichten spiegeln vermutlich auch Wirklichkeit der archaischen Zeit wider)

König (Basileus; hier: Agamemnon): Heerkönig; er befiehlt Königen und Adligen; Königswürde durch göttliche (religiöse) Legitimation; Recht zu strafen, kann Gesetze erlassen => (konkret Vorwürfe Thersites: Agamemnon hat den besten Teil aus der Beute erhalten (Geld, Frauen usw.) => es steht der Vorwurf der Habsucht im Raum)

Heeresversammlung wird bei weitreichenden Entscheidungen einberufen; Stimmen werden nach Ansehen abgewogen; (konkret Odysseus: "Mann aus dem Volke zählt nicht in der Beratung")

Rangunterschiede innerhalb der Heeresversammlung: Adlige werden (konkret von Odysseus) mit Respekt behandelt (Rangordnung im Heer ergibt sich durch Alter und Weisheit (Nestor), Klugheit (Odysseus) und Mut bzw. Tapferkeit). Der normale Kämpfer kann vom adligen Führer durchaus grob behandelt werden (konkret schlägt und droht Odysseus um die Soldaten zum Bleiben zu bewegen)


b) Textgrundlage: Fritz Gschnitzer, Griechische Sozialgeschichte

Adel "entfremdet" sich von der körperlichen Arbeit (= erniedrigend);

Betätigungsfelder: Politik (Leitung des Gemeinwesens), Krieg, Rechtssprechung (in der Hand des Adels), Jagd, Sport, Musik und Dichtung in Verbindung mit Symposien, kultischen Handlungen bis hin zu panhellenischen Festen (sportliche und musische Wettkämpfe)

Folgen für Gesellschaft: andere müssen verstärkt arbeiten, wenn sich Adel entzieht; bleibt an unfreien Bauern (Sklaven eher im Gewerbe tätig oder als Helfer der Bauern) hängen. In Teilen der griechischen Welt gab es unfreie Bauern (Sparta, Kreta). Im Bereich des ionischen Stammes gab es keine solche Schicht, deshalb "musste man sie schaffen".  => Schuldrecht.


c) Textgrundlage: Aristoteles, Athenaion Politeia / Kleiner Pauly

Stammesstaatliche Organisation: erblicher Basileus (König) an der Spitze des Stammes (vereinigt alle wichtigen Funktionen auf seine Person); Königtum der archaischen Zeit i.d.R. eher schwach (Meyer: Vermutlich waren die Poleis zu klein, als daß ein einzelnes Haus weit über die anderen hätte hinausragen können.) Übergang von der Monarchie zur Aristokratie auf evolutionärem Weg

Aufbau der Verfassung Athens vor Solon:

Bestandteile des Königtums werden auseinandergenommen; für bestimmte Funktionen werden nun Jahresämter eingerichtet

Archon (griech. Gebieter) basileus (religiös-kultische Funktion)

Archon polemarchos (militärische Funktion)

Archon (Verwaltungs- und Rechtssprechungsaufgaben)

Mitte 7. Jahrhundert: Thesmoteten (sechsköpfiges Kollegium) für Aufzeichnung der Gesetze und Rechtsprechungskompetenzen

(Behörden werden nach Adel und Reichtum besetzt; ursprünglich auf Lebenszeit, später auf 10 Jahre, dann auf 1 Jahr)

Kreislauf: Areopag (Hügel des Ares; oberster Gerichtshof der Polis; löst die Blutrache ab) Obhut über die Gesetze;  wählt die "Regierungsbeamten" (Archonten) aus dem Kreis der Reichsten und Vornehmsten; nach Ende der Amtszeit werden Archonten in Areopag aufgenommen; Areopag = Kontrollfunktion über Archonten

=> insgesamt wenig Machtbefugnisse; nur soviel wie unbedingt notwendig; Ehrgeiz der Griechen nicht in der Politik, sondern in der Verrichtung glänzender Taten (oftmals in der Ferne => Wettstreit, Kampf) => in der griechischen Frühzeit waren die Führungsschichten nicht primär auf politische Macht ausgerichtet: Spielraum für Entwicklung der Demokratie.





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