Unterrichtsmaterialien
Antike | Griechenland

[P|S|M]

Die Krise des attischen Adelsstaates in der archaischen Zeit (um 600 v. Chr.)

Ursachenbündel
Auswanderung schafft Erleichterung => Rückwirkungen auf Mutterland: 
a) Begegnung mit östlichen Hochkulturen weckt neue Begehrlichkeiten => Ansprüche steigen
b) Vermutlich polarisiert die Gesellschaft durch die Auswanderung noch mehr in arme und reiche Bürger
c) Unterschichten werden sich ihrer Bedeutung und Kraft / Möglichkeiten bewusst (Meyer: Phantasie der Möglichkeiten durch Erfahrungen a.d. Kolonien angeregt => Landlose werden dort mit Land versorgt)
Wirtschaftlicher Wandel  => Monokulturen, Verbesserung der Erträge durch Investitionen in Wein- und Olivenanbau; 
Landwirtschaft (Viehhaltung und Getreideanbau) nur noch mit hohen Risiken; Probleme der Kleinbauern (Missernten, auch Realerbteilung; Besitzungen werden häufig zu klein => Verschuldung => Verlust des Hofes und der persönlichen Freiheit 
Öl wird exportiert, Getreide muss importiert werden
Aufkommen der Geldwirtschaft durch Handel und Gewerbe, drückt wiederum auf Agrarstruktur, da versucht wird, erzielte Gewinnen wiederum in Land anzulegen
 
Wandel in der Metallurgie; Kriegstechnik: Hoplitenphalanx => Rückwirkung auf politische Struktur, da der Hoplit, der auch nichtadeliger Herkunft sein konnte, als Kämpfer Anspruch auf Teilnahme a.d. Heeresversammlung hatte => Mitspracherechte
Ergebnis: Zunehmende Verelendung der Bauern  => wachsende Ungleichheit und Unzufriedenheit (Missordnung: dysnomía)

Folgen: Einzelne Adlige nutzen Unzufriedenheit der Bauern aus; stellen sich an die Spitze der Aufständischen => Phänomen der Tyrannis (Mitte 7. Jahrhundert)
drohender Bürgerkrieg

Die Forderungen des Adels Die Forderungen der Bauern
keine Veränderungen der Besitzverhältnisse Landaufteilung
Möglichkeit des "Borgens auf den Leib" (Schuldknechtschaft) Abschaffung der Schuldknechtschaft
Bewahrung der politischen Vorrechte Mitspracherechte in der Polik
Beibehaltung der adligen Gerichtsbarkeit Volksgerichte

Die Aufgaben Solons

  • Abbau des Konfliktes zwischen arm und reich

  • Zufriedenstellung beider Parteien (Adel und Bauern)

  • Verhinderung eines Bürgerkrieges 

  • Schaffung einer rechten Ordnung (Eunomie)

  • "Solon gewann die Vorstellung von der Eunomie dadurch, daß er all das, was er am gegenwärtigen Zustand als mißbräuchlich erkannte, abzog, um auf die grundliegende Rechte Ordnung zurückzukommen." (1)





(1) Meyer, Christian, Athen. Frankfurt a. M. 1993, S. 75

GM für psm-data nach: Wägner, W., Athen, in: Hellas