Unterrichtsmaterialien
Antike | Griechenland

[P|S|M]

Stichpunkte zur Neuordnung Athens durch Kleisthenes (um 508 v. Chr.)
Kleisthenes unterlag 508/507 bei Wahlen zum Archontat => Phylenreform als taktischer Streich oder "kühner Versuch" (Meier) um Popularität zu erhöhen

Neuformierung der Bürgerschaft / Phylenreform

Ansatz auf zwei Ebenen: System lokaler Selbstbestimmung und Selbstverwaltung über die Demen => andererseits: "kompliziertes System, das verschiedene Landesteile untereinander in Beziehung setzt und den Willen der Bürger in Athen präsent macht." (Meier)

Unter Solon waren die "Angehörigen einer ganzen Schicht Bauern, Handwerker oder Händler [..] nun wurden sie zugleich oder ganz wesentlich Bürger." (Meier)

Institutionelle Organisation wird verändert, Kompetenzen bleiben wie früher => Archonten regieren die Polis (Eponymos, Basileus, Polemarchos und 6 Thesmotheten, Areopag

Früher waren die einfachen Bürger als Gefolgsleute von Adligen in die Politik gekommen => jetzt konnten sie dieses im eigenen Namen 

Herrschaft der Adligen beruhte auf ihren Beziehungen; nun wurden Bewohner verschiedener Landesteile miteinander vertraut (Meier)

Neu: Erfolg und Anerkennung ist nicht mehr nur mit wirtschaftlichen Versprechungen / Leistungen zu erlangen (Tyrannis), sondern nun musste man sich "für die Bürgerschaft stark machen" (Meier).

Durch Rat der 500 wird der Willen der attischen Bürgerschaft in Athen gegenwärtig.

Prytanen (50 Mitglieder des Rates); alle Regionen stets in Athen präsent. 

Ein Mitglied des Rates der 500 auf 50-100 Bürger (pro Dorf 3-4 Mitglieder im Rat)

Der bisherigen aristokratischen Politik wurde durch die Phylenreform die Grundlage entzogen

Jede Phyle repräsentiert einen "Querschnitt der verschiedenen Regionen" (Meier); Zusammenhang sollte begründet werden: Wettstreit der Phylen (Chor, Krieg usw.) 

Regelmäßige Mitsprache eines größeren Kreises von Bürgern

"Attische Bürgerschaft wird durch Reform zu einem neuen Machtfaktor" (Meier)

Politik muss von hohem Interesse für die Bürger gewesen sein, ansonsten hätten sie die Anstrengungen z.T. langer Anreisen nicht in Kauf genommen.

Während Ära einer Prytanie ca. 2-3 x Sitzung des Rates der 500 bzw. 1 x Volksversammlung.



nach: Meier, Christian, Athen. Berlin 1993, S. 96ff. und S. 184ff.