Sekundärliteratur
Antike | Griechenland

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(GES,S) HELLAS, von Wilhelm Wägner, 1. Bd., 6. Aufl., Leipzig 1886 (1.Aufl.1859)
Die Verbindung der hellenischen Staaten

von Wilhelm Wägner


Übersicht

Festspiele

Die pythischen Spiele

Amphiktyonien

Sprache


(S. 233) Die bisher gegebene Darstellung hat gezeigt, daß das Hellenenvolk in viele Stämme und Staaten zerspalten und zersplittert war, die von keinem Nationalgefühl zusammengehalten wurden. Jeder Bürger war stolz auf seine engere Heimat und bereit, ihre Unabhängigkeit und ihren Ruhm mit Gut und Blut aufrecht zu erhalten; aber weder die Obmacht eines Herrschers, noch ein die Staaten einigendes Bündnis, noch gemeinschaftliche Gesetze verbanden die Teile zu einem Ganzen. Dennoch gab es auch wieder Bande, welche die gesamte Nation umschlossen und gerade im fünften Jahrhundert, da ein übermächtiger Feind ganz Hellas zu überwältigen drohte, wirksamer wurden.

Ein solches Bindemittel war die allen Griechen gemeinschaftliche Religion samt den mit ihr zusammenhängenden Orakeln, Festen, Spielen und Bündnissen. Diese Religion war ursprünglich eine Vergötterung der Naturkräfte; aber früh schon gewannen die unbestimmten, unabgegrenzten Vorstellungen Form und Wesen und traten aus ihrer ursprünglichen Bedeutung heraus als ideale Gestalten in das Bewußtsein des Volkes, in sein Leben und in seine Kunst.

(S. 234) Aus Bergen und Thälern, von Inseln und fernen Küsten tönten die Göttersagen und sammelten sich um die Ideen, die dem Geiste des Volkes vorschwebten. Die Götter aber sprachen auch noch an heiligen Stätten fortwährend zu den Sterblichen; sie erteilten ihre Orakel denen, die Opfer brachten, zu Dodona, zu Delphoi und in der von Olivenhainen beschatteten Felsgrotte des Trophonios bei Lebadeia in Böotien, wo die Quellen Mnemosyne (Erinnerung) und Lethe (Vergessen) vom felsigen Abhang nach dem See Kopais niederrannen. - Von diesen Gebräuchen des Kultus sowie von den Mysterien berichtet ausführlicher die Mythologie; wie führen sie hier nur an, weil sie gleich den damit zusammenhängenden Festen tief im Bewußtsein des ganzen Volkes wurzelten.

Festspiele. Die ältesten Festspiele, welche einen Vereinigungspunkt vieler hellenischen Stämme bildeten, waren die zu Ehren des Apollon und der Artemis auf der Insel Delos gefeierten. Sie vereinigten vorzugsweise die ionischen Stämme aus dem eigentlichen Hellas und aus Asien. - Männer, Frauen und Kinder hatten Zutritt; außer den Opfern und Festzügen wurden auch Kampfspiele veranstaltet, und zwar nicht allein körperliche Wettkämpfe, sondern es bewarben sich auch Sänger, Lyra- und Flötenspiele um Preise, die für musische Kunstfertigkeit ausgesetzt waren. Für die gymnasiastischen Spiele war ein Stadion eingerichtet, und zwar nach alter Art, wie es die Örtlichkeit bot, mit geringer Nachhilfe. Man wählte ein Feld, das zwischen zwei parallelen Anhöhen lag, und schloß es auf der einen Seite durch einen halbkreisförmigen Erdaufwurf ab. Auf der andern Seite, wo der Wettlauf, das älteste in Hellas übliche Kampfspiel, begann, bildete man eine gerade Linie durch einen Damm oder eine Mauer. Später, als man die Stadien kunstreicher anlegte, begnügte man sich mit einer natürlichen Anhöhe auf der einen Langseite und umschloß die übrigen Seiten mit Mauern. Man brachte auch Sitze auf drei Seiten für die Zuschauer an, während die Seite der Aphesis oder des Ablaufs frei blieb, da sich hier auch zugleich die Eingänge zur Rennbahn befanden. [...]

(S. 235 u. S. 236) [Abb.]

(S. 237) [...]

Zu Olympia, auf der Ebene am Alpheios, sowie an anderen Orten, war neben dem Stadion zugleich ein Hippodrom hergerichtet, wo die Wettrennen zu Wagen abgehalten wurden. Er hatte eine ähnliche Einrichtung wie das Stadion, mußte aber dasselbe natürlich an Ausdehnung übertreffen. Nach Unterjochung der ionischen Kolonien durch die Perser verloren die Feste auf Delos ihren Glanz; aber es traten die dorischen an ihre Stelle und gelangten bald zu noch ungleich größerer Bedeutung als jene.

(S. 238) Die Spiele zu Olympia, auf der Ebene von Alpheios, wo der Tempel des olympischen Zeus stand, vereinigten zu ihrer Feier anfänglich nur die Nachbarvölker. Schon vor der dorischen Wanderung kamen sie nämlich hier an einer alten Opferstätte zusammen, um dem olympischen Zeus ihre Gaben darzubringen. Auf einem 6 1/2 m hohen Unterbau erhob sich der mächtige Altar des Gottes, wo das Priestergeschlecht der Jamiden die Fettstücke verbrannte und aus Flammen und Rauch die Ratschlüsse Kronions zu ergründen suchte. Nach den Opfern wurden gymnastische Spiele gefeiert, die bald zu hohem Ansehen gelangten. Die ätolischen Eroberer von Elis rissen das Recht der Festfeier an sich, und ihr König Iphitos schloß mit dem Gesetzgeber Lykurg von Sparta einen Vertrag, durch welchen die gemeinschaftliche Feier seitens beider Stämme festgesetzt wurde. Auf kurze Zeit wurde ihnen das Vorrecht durch Pheidon von Argos entzogen und auf Pisa übertragen; sie gewannen aber mit Hilfe Spartas bald wieder die Oberhand und blieben fortan im Besitze ihres Vorrechts. Nach und nach wurden alle hellenischen Stämme, auch die entferntesten Kolonien, zu der Feier zugelassen. Das Gebiet der Eleer sollte für diese Zeit unverletzlich sein, und in allen Ländern der Hellenen mußten während derselben die Waffen ruhen. Im Anfang war das Fest auf einen Tag beschränkt, und es fand nur ein Wettlauf in dem schon genannten Stadion statt. So verhielt es sich noch im Jahre 776, da die Namen der Sieger zuerst in ein Verzeichnis eingetragen wurden. Nachher führte man den doppelten Wettlauf, die Bahn auf und ab, ein, und 720 den mehrfachen. Zwölf Jahre später fügte man den Ringkampf und das Pentathlon, den Kampf im Sprung, Lauf, Diskos- und Speerwurf und im Ringen hinzu. 688 wurde der furchtbare Faustkampf und 680 das Wagenrennen mit dem Viergespann eingeführt. Etwas später kam das Pankration auf, welches den Ring- und Faustkampf vereinigte. Nach der Vertreibung der Perser wurden das Stadion und der Hippodrom (Rennbahn für Wagen und Reiter) besser eingerichtet und mit Altären, Statuen und andern Kunstwerken geschmückt. Von Marmor glänzend zog sich ersteres in westöstlicher Richtung am Saume des Kronionhügels und seiner östlichen Ausläufer entlang. Nahe am Eingange stand eine vier Meter hohe Bildsäule des Zeus; weiterhin sah man Heiligtümer des Herakles, Apollon und Hermes, welche man für Stifter und Beschützer der Wettspiele hielt. Drei Säulen bezeichneten die zu durchlaufende Bahn; die erste nicht weit vom Ausgang hatte die Inschrift: "Sei brav!"; die zweite, die Mitte einnehmend, war bezeichnet mit dem Worte: "Eile!"; auf der dritten am Ziele war zu lesen: "Kehr' um!" Nicht weniger reich verziert war der Hippodrom, der südlich an das Stadion grenzte und sich ostwärts in der Richtung des Flusses ausdehnte. Wenn hier das Wagenrennen beginnen sollte, so erhob sich durch einen künstlichen Mechanismus ein eherner Adler und schlug mit den Flügeln. Dann mußten die Gespanne zwölfmal um das Ziel herum die Bahn durchlaufen, was fast die Länge einer deutschen Meile beträgt. Wegen der vermehrten Zahl der Wettkämpfe wurde nun die Dauer der Spiele auf fünf Tage festgesetzt, und sie erreichten um diese Zeit ihren höchsten Glanz. Sobald die Zeit des Festes gekommen war, gingen Herolde, die ein Dichter "Friedebringer" nannte, durch alle Gaue, um den Tag des Beginns der Festspiele anzuzeigen. 

(S. 239) [Abb.]

Dann legten wie auf ein Göttergebot die hadernden Völker ihre Waffen nieder und rüsteten Festgesandtschaften zur Beschickung der Nationalfeier aus. Diese geleiteten im reichsten Schmuck mit Fahnen, Heiligtümern und Weihopfern die Wettkämpfer nach der heiligen Straße, die sich von der Stadt Elis nach der olympischen Ebene zog. Hier ordnete sich die unabsehbare Menge nach Anweisung der Jamiden, Herolde und Beamten und wallte feierlich gen Osten, wo am rechten Ufer des Alpheios die heilige Ebene sich ausbreitete. Der nördliche Gebirgszug war nach dem thessalischen Götterberg der olympische genannt. Von diesen Höhen rann dem Alpheios zu der Bach Kladeos, über den unsern (S. 240) von seiner Einmündung in jenen eine feste Brücke führte. Hatte der Festzug diese überschritten, so stand er vor der mit Säulen geschmückten Pforte, welche den Eingang in den heiligen Hain eröffnete.

Die Altis, wie man diesen Raum nannte, war von Platanen und Olivenbäumen überschattet, westlich und südlich von Mauern, östlich von zwei Hallen, nördlich vom Kronion-Hügel, einer Vorhöhe des Olympos, umgeben. Rechts am Eingange stand der alte Ölbaum, von dessen Zweigen die Siegeskränze geflochten wurden. Weiter gelangte man an den Zeustempel, der nach den Perserkriegen prachtvoll umgebaut und mit der Statue des Gottes von Pheidias' Meisterhand geschmückt wurde, wie wir später berichten werden. Hierauf folgten außer kleineren Heiligtümern der Altar des Zeus, das Stadion, ein Tempel der Demeter und der Hippodrom, der an dieses Heiligtum grenzte.

Nördlich am Kronion-Hügel lagen von mehreren Städten gestiftete Schatzhäuser, weiter westlich ein Theater, das Rathaus, das Prytaneion und ein Gymnasium der Eleer mit Wohnungen für Athleten und mit prächtigen Säulengängen. Außer diesen Gebäuden gab es eine große Menge Säulen, Statuen, Altäre und andre Weihgeschenke, welche den Festraum erfüllten, aber keine Wohnhäuser; denn selbst die Wohnungen für Priester und Fremde lagen außerhalb zwischen der Mauer und dem Alpheios.

Zu der großen Feier kamen nicht nur die Abgesandten der hellenischen Staaten und Städte, die Wettkämpfer und eine überaus zahlreiche schaulustige Menge, sondern auch Dichter, Redner, Philosophen, welche Vorträge hielten und dadurch die Werke ihres schaffenden Geistes in ganz Hellas bekannt machten. Festpreise wurden übrigens nur den Siegern in den gymnastischen Spielen zuerteilt, und sie bestanden, wie schon bemerkt, in Kränzen von Olivenzweigen. Wer einen solchen um seine Schläfe flocht, wurde in seiner Vaterstadt der höchsten Ehre würdig gehalten. Man empfing ihn wie einen König, man setzte ihm Bildsäulen, übertrug ihm den Vorsitz in Versammlungen, und in Athen speisten die olympischen Sieger sogar mit den Prytanen. Der greise Diagoras aus Rhodos, der selbst einst den Preis in allen vier großen heiligen Spielen gewonnen hatte, sah auch seine Söhne als Sieger und wurde von ihnen in der Versammlung auf den Schultern herumgetragen. Da rief man ihm zu: "Du hast genug gelebt, oder willst du gar noch zum Olymp emporsteigen?" Die olympischen Feste wurden alle vier Jahre gefeiert; man nannte einen solchen vierjährigen Zeitraum eine Olympiade und berechnete danach überhaupt dei Zeit. Als Anfang der Olympiaden nimmt man das Jahr 776 v. Chr. an.

Die pythischen Spiele. Nicht geringer an Ansehen waren die pythischen Spiele zu Ehren des delphischen Gottes. Schon in früher Zeit wurde alle acht Jahre ein Fest um und in dem Tempel Apollons zu Delphoi mit Opfern und Hymnengesang gefeiert. Wir haben, als wir jenen Tempel ausführlich beschrieben, auch den Weg angegeben, den die Pilger nach dem Heiligtum einschulgen; wir haben bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß der Weg an den Rümmern von Kirrha vorbeiführte. Dieser Ort war einst der Hafenplatz der Stadt Krissa, welche durch fruchtbaren Boden und durch die Besteuerung der zahlreichen Pilger Reichtum und Macht erworben hatte. Als aber die Krissäer (S. 241) in ihrem Übermut die Pilger mehr und mehr belästigten, ward endlich der sogenannte erste heilige Krieg (595 v. Chr.) gegen sie beschlossen, ihre Stadt durch ein aus Thessalern, Athenern und Sikyoniern zusammengesetztes Heer zerstört und besonders auf Solons Betrieb die fruchtbare Krissäische Ebene dem Apollon geweiht. Die Beute aber verwendete man dazu, festliche Spiele nach dem Vorbilde der olympischen einzurichten, die im dritten Jahre einer jeden Olympiade abgehalten wurden. Man verband hier poetische und musikalische Wettkämpfe mit den gymnastischen, weil dies des Gottes der Dichtkunst und des Lyraspiels würdig schien. Anfangs schmückte man die Sieger mit goldenen Kränzen, dann aber hielt man einen Lorbeerkranz und die damit verbundene Ehre für hinreichend. Dagegen verwendete man in der Folge große Mühe und Kosten darauf, das Stadion näher am Heiligtum anzulegen. Das Thal, welches den delphischen Tempel mit seinem Orakel, den Kastalischen Quell sowie das Stadion für den Kampf um die höchsten Ehren umfaßte, ist fast kreisförmig. Einsam liegt es da und scheint durch die riesigen Berge des Parnassos und die Höhen des Kirphis jenseit des Pleistos von der übrigen Welt abgeschlossen; aber in der Zeit, welche wir uns hier vergegenwärtigen, war es belebt von Festzügen, von den Wettkämpfen edler, ruhmbegieriger Jünglinge, von Harfenklängen und dem Gesange festlicher Hymnen, die weithin in den Bergen widerhallten. Die nemeischen und isthmischen Spiele waren ähnlich eingerichtet, weshalb wir bei ihnen nicht verweilen.

Amphiktyonien. Die Völkerschaften, welche sich zuerst zur Feier solcher Feste vereinigt hatten, standen gewöhnlich auch in einer näheren politischen Verbindung. Man nannte solche Bündnisse Amphiktyonien, d.h. Vereinigungen der Umwohnenden. Dieselben dienten vornehmlich dazu, Streitigkeiten der Bundesgenossen zu schlichten und etwaige Angriffe durch gegenseitige Hilfsleistung abzuwehren. Der berühmteste Amphiktyonenbund war der, welche die pythischen Feste überwachte. Zwölf thessalische, dorische und ionische Völker hatten ihn ursprünglich geschlossen und schickten Gesandte zur Versammlung, im Frühjahr nach Delphoi, im Herbste nach Thermopylä, wo man an geweihter Stelle über die Angelegenheiten des Bundes beriet. Diese Verbindung gelangte zu großem Ansehen und erstreckte zeitweilig ihren Einfluß über ganz Hellas. Die Amphiktyonen bestraften besonders Verbrechen gegen die Religion und Verletzungen des Völkerrechts. Auf ihr Gebot büßten die Krissäer ihren Frevel gegen den pythischen Gott mit Zerstörung ihrer Stadt, und die Ägineten und die mächtigen Spartaner wurden wegen sträftlicher Gewaltthätigkeiten mit schweren Geldbußen belegt. Solche Maßregeln konnten freilich in späterer Zeit gegen die vorherrschenden Staaten nicht mehr zu Ausführung kommen; der Bund mußte sich vielmehr mit einem sehr beschränkten Maße von Machtstellung begnügen. Es ist daher unrichtig, wenn man diese Versammlung für eine Nationalversammlung oder für einen allgemeinen Gerichtshof über ganz Griechenland hält. Sie hatte als solcher nur Geltung für die zwölf verbündeten Staaten, und ihre Aussprüche stießen oft genug auch bei diesen auf Widerspruch.

Die Amphiktyonen oder Abgeordneten des Bundes versammelten sich gewöhnlich zweimal im Jahre, nämlich im Frühjahr bei Delphoi und im Herbst an dem Demetertempel bei Thermopylä, sowohl zur Beratung über Amtsangelegenheiten (S. 242) als zur Feier des Apollon und der Demeter, denn diese waren die Schutzgottheiten der Verbindung, und vielleicht sind diese Feste ursprünglich aus gemeinsamen Opfern hervorgegangen, die man den verehrten Gottheiten darbrachte.

Sprache. Ein andres Band, das die vielfach zersplitterten hellenischen Staaten und Völker umschloß, was das der gemeinsamen Sprache, Kunst und Kultur. Wie verschieden auch die herrschenden Dialekte waren, sie wurden doch von allen Stämmen verstanden. Die Sänger und später auch Redner und Lehrer der Weisheit sangen und redeten zu den Bürgern der verschiedensten Städte, und ihre Sprache war allen verständlich. Denn man ging damals in eine Schule, wo ein helleres Licht über alle Schichten der Bevölkerung strahlte, als dies im Staube unsrer Schullokale und Hörsäle geschehen kann: man ging in die Schule des öffentlichen Lebens. Da lernte man, was dem Staate not thut, was Ehre und Ruhm verleiht; da hörte man die Lieder der Dichter und betrachtete die Erzeugnisse der Kunst jeder Art; da erglühten die Herzen von Begierde, das Vortrefflichste zu leisten und den Beifall des ganzen hellenischen Volkes zu erringen. Es war natürlich, daß man diese Leistungen mit denen auswärtiger Völker verglich und alsbald ihre Vorzüge erkannte. Ein gerechter Stolz auf hellenisches Bürgertum, hellenisches Leben, hellenische Sprache, Wissenschaft und Kunst schwellte aller Herzen. Man war sich mit Hochgefühl der hellenischen Überlegenheit den teils in Roheit versunkenen, teils geknechteten Barbaren gegenüber bewußt. Dieses Hochgefühl aber, das alle Teile des Volkes durchdrang, verlieh ihm die geistige Kraft, den Mannesmut zum siegreichen Widerstande gegen die ungeheure Barbarenmacht des großen Perserreiches, welche sich zu Anfang des fünften Jahrhunderts v. Chr. von Asien gegen Hellas in Bewegung setzte.

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Wägner, W., Die Verbindung der hellenischen Staaten, in: ders., Hellas, Bd. 1, 6. Auflage. Leipzig und Berlin 1886, S. 233-242 (1. Auflage 1859)

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