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Eine kurze somarische Verzaichnis etlicher denckwuerdiger Sachen, so sich
in der Belaegerung der Hauptvestung Breisach vom 18. Augusti bis auf den 19.
Dezembris (1638) begeben.
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Ist ein Pfundt Brot verkauft worden umb 5 fl. Item fuer 1 Laib Brot und 1
Mass Wein ein guldener Ring mit einem kostlichen Dieman geben worden. Fuer
ein Pfund Speck ein Reichsthaler. Ein Pfund Anken 4 fl. Ein Pfundt
Rossflaisch 5 Schilling. Ein Pfundt Hundtflaisch 5 Batzen. Umb ein Huon 5
fl. Ein Cuerbs 2 fl. Ein Pfundt Salz 12 Natzen. Ein Viertel Lachs 5 Ducaten.
Ein Pfundt Kaess 2 Reichsthaler. Ein Krautdorsch 6 Kreutzer. Ein Viertel
Kalbflaisch 8 fl. Desgleichen seindt auch vil Ratten und Meiss gefressesn
und umb ein unglaublich Gelt verkauft worden. Hat man fuer ein Ay bezahlt 1
fl. Und seind fast alle Hund und Katzen in der gantzen Statt aufgefressen
und verspeiset worden, dass derselbig wenig mehr uberbliben. Es seind etlich
1000 allerhand als Ross-, Kuehe-, Ochsen-, Kaelber- und Schafheit gesotten
und verspeiset worden.
Den 24. Tag Novembris ist in dem Stockhaus ein gefangener Soldat
gestorben, und als ihn der Profos wollen begraben, haben ihm die andere
Gefangene den Toten zuvorgenommen, zerschnitten und gespeiset, Es haben
etliche in dem Stockhaus Loecher mit den Fingern in Mauren gemacht, sich
damit zuo erlaben. Es seind zway todte Menschen in einem Grab
aufgeschnitten, das Eingewaid herausgenommen und gesen worden. Es haben
etliche Soldaten eines Basteten Becken Knaben ein Stuck Brot versprochen zuo
geben, er solle mit ihnen in das Lager gehn; als er aber dahin kommen, haben
sie ihn gemetzget und gefressen. Es seind allein auch in der Fischerhalden
den 10 Dezembris 8 namhafte Burgerskinder verlohren und vermuotlich
aufgefressen worden, weil Niemant bewist, wo sie hinkommen, ohne der
Frembden und Bettlerskinder, davon Niemant kein Wissenschaft hat.
Es seind an einem Morgen auf dem Platz allein 10 Todter ohne die Anderen, so
auf den Misthaufen und Gassen gefunden worden. Den 12 Dezembris ist wider in
dem Stockhaus ein Soldat gestorben und als ihn der Profos wollen begraben
lassen, seind die anderen darinnen Liegende mit Gewalt auf den Todten
gefallen, mit Zenen zerrissen und rauw gefressen.
| | Karl Hofmann, Quellenbuch zur Badischen Geschichte, Karlsruhe :
Friedrich Gutsch 1913,
Nr.33 pp.34-35; Digitalisierung: A. Ganse |
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