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Deutschland | Deutscher Bund

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Vorwort zur Enzyklopädie "Die Gegenwart" (1848)
[Die Autoren] haben begreifen müssen, dass die Welt am Vorabende eines gewaltsamen Bruches stehe. Da gab es überall drohende Spannung, bittere Kritik, verhaltenen Zorn gegen bestehende Gewalten, [...] auf den Gebieten der Wissenschaft, der Religion und der Kirche die Forderung nach freier Bewegung gegenüber dem alten Dogma und der Tyrannei beschränkter Köpfe und jesuitischer Staatsmänner. In der Staatenpolitik das Erwachen und der Zug der verletzten Nationen gegenüber dem abstrakten, auf das dynastische Interesse gegründeten Staatensysteme des Wiener Congresses. Im inneren Staats- und Rechtsleben die heißesten Anstrengungen des Volkes, die Teilnahme an Gesetzgebung und Rechtssprechung in Wahrheit zu gewinnen gegenüber einer überweisen Bureaukratie und einer unbeugsamen, verblendeten Autokratie, die ihre Gewalt auf Bayonette stützte und sich an die Reste des Feudalstaates anklammerte. In der bürgerlichen Gesellschaft die Wunde von arm und reich; industrielle Überproduktion und Luxus verbunden mit der Not, der Verkümmerung, der Besitzlosigkeit der arbeitenden Massen; die Ideen von persönlicher Freiheit und Gleichheit im Widerspruche mit der absoluten Macht des Capitals und den Privilegien der Erbaristokratie.



in: Die Gegenwart. Eine enzyklopädische Darstellung der neuesten Zeitgeschichte für alle stände, Bd.1.Leipzig 1848, S.Vf

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