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Deutschland | Deutscher Bund

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Fürst de Ligne 1814 in Wien
Fürst de Ligne, österreichischer Feldmarschall, begrüßte seinen Gast, den französischen Grafen de la Garde, bei dessen Ankunft in Wien:

„Sie kommen zu rechten Zeit, um große Dinge zu sehen. Europa ist in Wien. Das Gewebe der Politik ist ganz mit Festlichkeiten durchsponnen. In Ihrem Alter liebt man die fröhlichen Zusammenkünfte, die Bälle, die Vergnügungen, und ich stehe Ihnen dafür, dass Sie nicht viel Muße haben werden; denn der Kongress schreitet nicht vor, sondern er tanzt. Es ist ein königliches Wirrwarr. Von allen Seiten schreit man: Friede, Gerechtigkeit, Gleichgewicht, Entschädigung, Legitimität – ein Wort, um das Ihr Fürst von Benevent (Talleyrand) das Diktionär der Diplomatie bereichert hat. Wer wird dieses Chaos sichten und dem Strome von Ansprüchen einen Damm entgegensetzen? ... Die Eintracht hat endlich die Völker verbunden, die so lange feindlich waren; ihre berühmtesten Vertreter gaben das erste Beispiel dazu. Eine seltsame Sache, die man hier zum ersten Male sieht: das Vergnügen erringt den Frieden."



Quelle: K. Günzel, Der Wiener Kongreß. Geschichte und Geschichten eines Welttheaters. München 1995, S. 127

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