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Georg Forster (1754-1794) berichtet Georg Christoph Lichtenberg am 18.6.1786 über Polen
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"Sie würden an diesem
Mischmasch von sarmatischer oder fast neuseeländischer Roheit und
französischer Superfeinheit, an diesem ganz geschmacklosen, unwissenden und
dennoch in Luxus, Spielsucht, Moden und äußeres Clinquant so versunkene Volke
reichlich Stoff zum Lachen finden; - oder vielleicht auch nicht, denn man lacht
nur über Menschen, deren Schuld es ist, daß sie lächerlich sind; nicht über
solche, die durch Regierungsformen, Auffütterung (so sollte hier die Erziehung
heißten), Beispiel, Pfaffen, Despotismus der mächtigen Nachbarn und ein Heer
französischer Vagabunden und italienischer Taugenichtse schon von Jugend
verhunzt worden sind und keine Aussicht zu künftiger Besserung vor sich haben.
Das eigentliche Volk, ich meine jene Millionen Lastvieh in Menschengestalt, die
hier schlechterdings von allen Vorrechten der Menschheit ausgeschlossen sind und
nicht zur Nation gerechnet werden, ohnerachtet sie den größten Haufen
ausmachen, das Volk ist nunmehr wirklich durch die langgewohnte Sklaverei zu
einem Grad der Tierheit und Fühllosigkeit, der unbeschreiblichsten Faulheit und
stockdummen Unwissenheit herabgesunken, von welchem es vielleicht in einem
Jahrhundert nicht wieder zur gleichen Stufe mit anderm europäischen Pöbel
aufsteigen würde, wenn man auch desfalls die weisesten Maßregeln ergriff, wozu
bis jetzt auch nicht der mindeste Anschein ist. Die niedrige Klasse des Adels,
dessen äußerste Armut ihn abhängig macht und zu den verächtlichsten
Handarbeiten verdammt, ist fast in der nämlichen Lage, was Dummheit und
Faulheit betrifft; und in Ansehung der kriechenden Niederträchtigkeit und des
zertretenden Mißbrauchs seiner etwa bei Gelegenheit ihm zufallenden Macht ist
er noch viel verworfener. Der höhere und reichere Adel bis hinauf zum Throne
ist, im ganzen genommen, nur eine Schattierung der vorhergehenden Klassen, mit
mehr Gewalt. Jeder Magnat ist ein Despot und läßt alles um sich her fühlen,
daß er es ist; denn nichts ist über ihm, und selbst die gröbsten Verbrechen
büßt er höchstens mit einer Geldstrafe oder einem Verhaft von etlichen
Wochen, wobei er ein Palais zum Gefängnis hat und die ganze Zeit mit seinen
Freunden in Schmausen und Lustbarkeiten aller Art zubringt."
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aus: Forster, G., Sämtliche
Schriften, hg. von Forster, Therese. Leipzig 1843, Bd. 7, S. 346 |
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