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Sekundaerliteratur
Deutschland | Kaiserreich v. 1871

[P|S|M]

Kaiser Wilhelm II: Der Text der "Hunnenrede" - Eine Gegenüberstellung der beiden Versionen
Nordwestdeutsche Zeitung, Bremerhaven, 28. Juli 1900 Reichsanzeiger, Berlin, nichtamtlicher Teil
Stillgestanden! Zum ersten Mal, seitdem das Deutsche Reich wiedererstanden ist, treten an dasselbe 
große überseeische Aufgaben heran. Dieselben sind früher und in größerer Ausdehnung an uns herangetreten, als die meisten meiner Landsleute erwartet haben. Sie sind die Folge dessen, Große überseeische Aufgaben sind es, die dem neu entstandenen Deutschen Reiche zugefallen sind, Aufgaben weit größer, als viele Meiner Landsleute es erwartet haben.
daß das Deutsche Reich wiedererstanden ist und damit die Verpflichtung hat, für seine im Auslande lebenden Brüder einzustehn im Moment der Gefahr. Das Deutsche Reich hat seinem Charakter nach die Verpflichtung, seinen Bürgern, wofern diese im Ausland bedrängt werden, beizustehen.
Mithin sind nun die alten Aufgaben, die das alte Römische Reich deutscher Nation nicht lösen konnte, von neuem herangetreten, und Die Aufgaben, welche das alte Römische Reich deutscher Nation nicht hat lösen können,
das neue Deutsche Reich ist in der Lage, sie zu lösen,  ist das neue Deutsche Reich in der Lage zu lösen.
weil es ein Gefüge bekommen hat, das ihm die Möglichkeit giebt durch unser Heer. Das Mittel, das ihm dies ermöglicht, ist unser Heer. 
In dreißigjähriger harter, angestrengter Friedensarbeit sind viele Hunderttausende von Deutschen zum Kriegsdienste herangebildet worden, In dreißigjähriger treuer Friedensarbeit ist es herangebildet worden
ausgebildet nach den Grundsätzen Meines verewigten Großvaters, bewährt in drei ruhmvollen Kriegen. nach den Grundsätzen Meines verewigten Großvaters.
So sollt Ihr nunmehr auch vor dem Feinde die Probe daraufhin ablegen, ob die Richtung, in der wir uns in militärischer Richtung bewegt haben, die richtige gewesen. Auch ihr habt eure Ausbildung nach diesen Grundsätzen erhalten und sollt nun vor dem Feinde die Probe ablegen, ob sie sich bei euch bewährt haben.
Eure Kameraden von der Marine haben uns schon gezeigt, daß die Ausbildung und die Grundsätze, nach denen wir unsere militärischen Streikräfte ausbilden, die richtigen sind, und an Euch wird es sein, es ihnen nachzuthun. Eure Kameraden von der Marine haben diese Probe bereits bestanden, sie haben euch gezeigt, daß die Grundsätze unserer Ausbildung gute sind,
Nicht im geringsten erfüllt uns auch mit Stolz, daß gerade aus dem Munde ausländischer Führer das höchste Lob unseren Streitern zuerkannt worden ist. und Ich bin stolz auf das Lob auch aus Munde auswärtiger Führer, das eure Kameraden draußen sich erworben haben.
Die Aufgabe, zu der Ich Euch hinaussende, ist eine große. Ihr sollt schweres Unrecht sühnen! Eine große Aufgabe harrt eurer: ihr sollt das schwere Unrecht, das geschehen ist, sühnen.
Denn ein Fall in der Art, wie es die Chinesen gethan haben, die es gewagt, tausendjährige alte Völkerrechte umzuwerfen und der Heiligkeit des Gastrechts in so abscheulicher Weise Hohn zu sprechen, ist ein Vorfall, wie er in der Weltgeschichte noch nicht vorgekommen ist, Die Chinesen haben das Völkerrecht umgeworfen, sie haben in einer in der Weltgeschichte nicht erhörten Weise der Heiligkeit des Gesandten, den Pflichten des Gastrechts hohngesprochen.
und dies hat sich noch dazu ein Volk geleistet, welches stolz ist auf seine vieltausendjährige Cultur! Es ist das um so empörender, als dies Verbrechen begangen worden ist von einer Nation, die auf ihre uralte Kultur stolz ist.
Aber Ihr könnt daraus ersehen, wohin eine Cultur kommt, die nicht auf dem Boden des Christentums aufgebaut ist; jede heidnische Cultur, mag sie noch so schön und herrlich sein, wird bei der ersten Kraftprobe erliegen!
So sende ich Euch aus, daß ihr bewähren möget einmal unsere alte preußische Tüchtigkeit,  Bewährt die alte preußische Tüchtigkeit,
zum zweiten die Hingebung, Tapferkeit und freudiges Ertragen jeglichen Ungemachs, wie Ihr es gelernt habt als Christen,  zeigt euch als Christen im freundlichen Ertragen von Leiden,
und zum dritten die Ehre und den Ruhm unserer Waffen und unserer Fahnen! Ihr sollt Beispiele abgeben von Manneszucht und Disciplin, Selbstüberwindung und Selbstbeherrschung. möge Ehre und Ruhm euren Fahnen und Waffen folgen, gebt an Manneszucht und Disziplin aller Welt ein Beispiel.
Ihr sollt fechten mit einem Euch ebenbürtigen, tapferen, verschlagenen Feind, gut bewaffnet und gut ausgerüstet. Ihr wißt es wohl, ihr sollt fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind.
Aber Ihr sollt auch rächen den Tod unseres Gesandten und so vieler, nicht nur Landsleute, auch anderer Europäer!
Kommt Ihr vor den Feind, so wird derselbe geschlagen! Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer Euch in die Hände fällt, sei Euch verfallen Kommt ihr an ihn, so wißt: Pardon wird (euch) nicht gegeben. Gefangene werden nicht gemacht.
Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name Deutscher in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, daß es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen! Führt eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen.
Ihr werdet mit einer Uebermacht zu fechten haben; doch dies sind wir gewohnt, unsere Kriegsgeschichte beweist es! Ihr habt es gelernt aus der Geschichte des Großen Kurfürsten und aus Eurer Regimentsgeschichte. Wahrt Manneszucht.
Der Segen Gottes sei mit euch, die Gebete eines ganzen Volkes.
Heftet neuen Ruhm an Eure Fahnen; der Segen des Herrn sei mit Euch! Die Gebete der Euren, eines ganzen Volkes begleiten Euch auf allen Euren Wegen!
Meine besten Wünsche für Euch, f+r das Glück Eurer Waffen! Meine Wünsche begleiten euch, jeden einzelnen.
Eure Leistungen werden Euch folgen, wohin es auch sei! Und Gottes Segen möge an Eure Fahnen sich heften und dieser Krieg den Segen bringen, daß das Christentum in jenem Lande seinen Einzug hält, damit solch' traurige Fälle nicht mehr vorkommen! Dafür steht Ihr Mir mit Eurem Fahneneid! Öffnet der Kultur den Weg ein für allemal!
Und nun glückliche Reise! Nun könnt ihr reisen;
Adieu, Kameraden! Adieu, Kameraden!




aus: H.E. Hansen, Die Hunnenrede ...., in: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 50, 1969, S. 307ff

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