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Die Neue Preußische Zeitung (Kreuzzeitung) kritisiert am 28.Juli 1900 das Wolffsche-Telegraphen-Büreau wegen der verspäteten Veröffentlichung der Kaiserrede vom Vortag (Hunnenrede)
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Die Ansprache, die Se. Maj. der Kaiser gestern in Bremerhaven an die nach
China gesandten Truppen gehalten hat, ist von dem >Berl. Lok.-Anz.<
bereits in der Abendnummer telegraphisch zum wesentlichen Theile veröffentlicht
worden. Um so verwunderlicher muß es erscheinen, daß das Wolffsche-Telegraphen-Büreau
[Fettdruck im Original] erst in der zehnten Abendstunde diese Kaiserrede an die
Redaktionen sandte, und zwar in einer ersten Auflage, dann in später
Nachtstunde - und zwar in so später, daß das Telegramm dann nicht mehr von
allen Zeitungen gebracht werden konnte - traf noch eine zweite Auflage der
kaiserlichen Ansprache in vollem Wortlaute ein. Wir wissen sehr wohl, daß die
vom »W.T.B.« mitgetheilten Reden Sr. Majestät vor ihrer Veröffentlichung
erst an berufener Stelle vorgelegt werden müssen, woraus sich ihre Verspätung
in der Veröffentlichung einigermaßen erklärt. Immerhin ist es doch recht
bedauerlich, daß dadurch eine so stundenlange Verzögerung verursacht worden
ist. Auch muß es auffallen, daß unter diesen Umständen nicht gleich der volle
Wortlaut von »W.T.B.« den Redaktionen übermittelt worden ist, zumal da ja die
wesentlichen Stellen bereits von anderer Seite der Oeffentlichkeit vorlagen. Wie
das einem so umfassenden Unternehmen, wie das »W.T.B« ist, widerfahren konnte,
ist ohne weiteres nicht erklärlich. Ist die Ansprache Sr. Majestät - die doch
sicherlich offiziell stenographisch aufgenommen ist - zweimal an der berufenen
Stelle vorgelegt oder nur einmal? Jedenfalls hätte es im Interesse der
Zeitungen gelegen, und durfte auch von diesen beansprucht werden, daß bei
Zustellung der ersten Auflage auf die Möglichkeit einer nachträglichen
Zusendung des genauen Wortlautes hingewiesen wurde. Mancherlei thörichtem
Gerede würde dadurch vorgebeugt worden sein. Aber es muß überhaupt offen
ausgesprochen werden, daß die Nachrichten des Wolffschen Bureaus über die
gestrigen Vorgänge in Wilhelmshaven [sic!] dem diesem Unternehmen zu Gebote
stehenden Apparate nicht entsprochen haben.
| | zit. nach: Jost Lübben, Die Nordwestdeutsche Zeitung 1895 bis 1933/45, Ein Beitrag zur Entwicklung und politischen Ausrichtung der Generalanzeigerpresse in Deutschland. in: Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bremerhaven, hrsg. von H. Bickelmann, Bd. 13, S. 141f
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Document in English Language
GM & AG
(digitale Umsetzung und Übersetzung) für psm-data 
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