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Deutscher
Kolonial-Atlas mit Jahrbuch herausgegeben von der Deutschen
Kolonialgesellschaft. Berlin 1907 - Togo
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Togo
(S. 7)
Grenze : Der
deutsch-französische Vertrag vom 23. Juli 1897 bestimmt die Grenze des
Schutzgebietes nach Norden und Osten, die Grenze nach Westen ist bis auf kleines
Stück im Jahre 1904 durch Notenaustausch zwischen Berlin und London geregelt
worden. Die Gesamtgrösse wird auf etwa 87.200 qkm berechnet (grösser als
Bayern und mehr als doppelt so gross wie die Provinz Schlesien).
Bevölkerung :
1. Januar 1906: 243 Europäer, wovon 232 Deutsche und 39 erwachsene Frauen. Die
schwarze Bevölkerung ist mit 2 1/2 Millionen bisher erheblich überschätzt
worden; sie beträgt höchsten 1.000.000.
Im Süden wohnen Evhe-Neger, nördlich davon ihnen verwandte Kleinstämme, und
weiterhin folgen verschiedenartige Völker, teils unabhängige Heidenstämme,
teils solche unter mohammedanischen Herrschern.
Bewässerung und Bodengestalt : An der 52 km langen Küste starke
Brandung, daher Landung mit Schwierigkeiten verbunden. Die seit 1905 fertige
Landungsbrücke in Lome hat hierin Wandel geschaffen; denn jetzt können
Personen und Güter ohne Schäden und Verluste gelandet werden. Die Mündung des
in seinem Unterlauf schiffbaren Voltaflusses befindet sich im englischen Gebiet.
Südlich vom 7. Breitengrade bildet der Talweg des Mono die Grenze zwischen dem
Schutzgebiet und der französischen Dahome- Kolonie. Der in seinem ganzen Lauf
im deutschen Gebiet befindliche, sich in die Togo-Lagune ergiessende Hahofluss
ist nur nahe der Mündung für leichte Fahrzeuge (Kanus) schiffbar; er führt
das ganze Jahr hindurch Wasser.
Im Innern des Togogebietes befindet sich ein stark gegliedertes und reich
bewaldetes, selten über 600 m hohes Gebirge; das ihm vorgelagerte Agu-Massiv
ist an 1000 m hoch.
Klima : Im Küstenlande mittlere Jahrestemperatur etwa 26° C., im Innern
23° C. An der Küste zwei durch Trockenzeiten scharf getrennte Regenzeiten von
April bis Juli und von September bis Ende November, von denen die letzte in
manchen Jahren fast völlig ausbleibt (Dürrjahre). Je weiter ins Innere, desto
weniger bemerkbar wird die Trockenheit um die Jahresmitte. Im Norden ist die
Herbstregenzeit in der Regel ergiebiger als die des Frühjahrs; im Süden
umgekehrt. Regenmenge an der Küste 700 mm jährlich, im Innern 1200 bis 1600
mm. Während des Dezember und der ersten Hälfte des Januar weht der Harmatan
(staubführender, trockener Landwind).
Pflanzenwelt :
An der sumpfigen Küste Mangroven und Palmen. Der charakteristische Baum im
ganzen Küstenstreifen ist die Kokospalme. Im Hinterland Grassavannen, selten
mit Baumwuchs. Wälder nur an den Flussläufen und Berghängen. Nutzpflanzen:
Kokospalmen, Kautschukbäume, Mais, Erdnüsse, Yams, Kassada, Baumwolle, Kakao,
Nutzhölzer.
Tierwelt :
Der Küstensaum ist arm an grösseren Tieren. Im weiteren Hinterland zahlreiche
Affenarten, grössere Raubtiere (Löwen, Leoparden, Geparden, Hyänen). Reiche,
bunte Vogelwelt. Viele Schlangenarten darunter die Riesenschlange. Haustiere:
Schafe, Ziegen, Schweine, Hunde; selten Pferde, Rinder und Federvieh.
Mineralien :
Bei Banyeli Eisenerzlager, die noch der Ausbeutung harren. Im Ssolo-Gebirge
Graphit-Einlagerungen.
Handel. Ausfuhr : Palmöl, Palmkerne, Mais, Kautschuk, Elfenbein, lebende
Tiere 1902: 4.194.017 M., 1903: 3.616.061 M., 1904: 3.551.358 M, 1905: 3.956.639
M. - Einfuhr : Baumwollwaren, geistige Getränke, Eisen- und Eisenwaren, Holz
und Holzwaren, Tabak, Zigarren, Schiesspulver, Materialwaren 1902: 6.206.477 M.,
1903: 6.104.863 M., 1904: 6.898.323 M., 1905: 7.760.314 M. - Zahl der im
Schutzgebiete tätigen Firmen und Erwerbsgesellschaften am 1. Januar 1906: 23
mit 28 Zweigniederlassungen und 161 Verkaufsläden.
Verkehrswesen : Schiffsverkehr 1905: 247 Schiffe mit 419.000
Registertons. Küstenbahn Lome-Anecho (45 km) am 18. Juli 1905 eröffnet,
Lome-Agome-Palime (123 km), wofür am 16. Juni 1904 vom Reichstage 7,8 Millionen
M. bewilligt, im Oktober 1904 begonnen, Januar 1907 vollendet. - Post und
Telegraphie: Ende 1906: 6 Anstalten, darunter 6 mit Telegraphenbetrieb; 262 km
Landtelegraphenlinien. Verkehr 1905: 208.000 Briefsendungen, 9.203
Postanweisungen mit 2.153.200 M., 6.080 Pakete, 31.853 Zeitungen, 16.303
Telegramme, 3.534 Gespräche. Postverbindungen: viermal monatlich, Beförderungsdauer
Berlin-Lome 17-23 Tage. Telegrammgebühr für das Wort 5,30 M.
Ortschaften :
an der Küste: Sebe, Anecho, Porto Seguro, Kpeme, Bagida, Lome; im Innern
Adschido, Togo, Amedschovhe, Ho, Noëpe usw. Bezirksämter: Lome. Anecho und
Misahöhe. Stationen: Kpandu, Kete-Kratji, Jendi, Sansane-Mangu, Basari,
Bismarckburg, Atakpame und Sokode. (S. 8)
Verwaltungsbezirke : Lome-Stadt und Lome-Land, Anecho, Misahöhe,
Atakpame, Kete-Kratji, Sokode. Mangu-Jendi. Sitz des Gouverneurs (zurzeit Graf
v. Zech auf Neuhofen) ist Lome.
Deutschen Militärpersonen unterstehende Polizeitruppen befinden sich bei den
Bezirksämtern und Stationen (150 Farbige
).
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| Quelle:
Deutscher Kolonial-Atlas mit Jahrbuch, herausgegeben von der Deutschen
Kolonialgesellschaft. Berlin 1907, S. 6f |
GM
(digitale Umsetzung) und AG
(Übersetzung) für psm-data
mit freundlicher Unterstützung durch die
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