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Imperialismus | Kolonialzeit

[P|S|M]

Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch herausgegeben auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1910 - Die Deutschen Schutzgebiete im Stillen Ozean 

I. Deutsch Neuguinea.
Der Bismarck-Archipel.
Grösse : ungefähr 61.000 qkm (= 2/3 Bayern). Die Hauptinseln des Bismarck-Archipels sind die durch den St. Georgs-Kanal getrennten Inseln Neu-Pommern mit der Gazelle-Halbinsel und Neu-Mecklenburg, ferner Neu-Hannover, vor der die Gazelle-Halbinseln ausbuchtenden Blanche-Bai Neu-Lauenburg. In der Bai selber das kleine Eiland Matupi, wobei zuerst am 3. November 1884 die Flagge geheisst wurde. Im Nordwesten die Admiralitätsinseln (die grösste Manus, kleinere Hermit-Inseln, Ninigo-Inseln, sowie Matty und Durour). Von den Salomon-Inseln die nördlichen Buka und Bougainville, die besonders als Anwerbegebiete für Arbeitskräfte eine Rolle spielen. Die südöstlich davon gelegenen Inseln sind britisch. (S. 28)

Bevölkerung : Die farbige wird veranschlagt auf ungefähr 200.000 Einwohner (Melanesier oder Papua). Leider macht sich fast allenthalben ein Rückgang der Urbevölkerung bemerkbar. Die europäische Bevölkerung betrug 1904: 318 Weisse, darunter 203 Deutsche. 1905: 335 Europäer, darunter 233 Deutsche. 1906: 383 Weisse, darunter 267 Deutsche. 1907: 360 Weisse, davon 255 Deutsche und 100 erwachsene Frauen. 1908: 463 Weisse, darunter 322 Deutsche und 128 Frauen. 1909: 474 Weisse, davon 364 Deutsche und 105 weiblichen Geschlechts. Ferner einige hundert nicht einheimische Farbige (Chinesen, Malayen, nicht eingeborene Südseeinsulaner).

Bodengestalt und Bewässerung : Sämtliche Inseln sind gebirgig. Auf Neu-Mecklenburg Berge bis zu einer Höhe von 1200 m. Auf der Gazelle-Halbinsel die Vulkane Mutter mit Nordtochter und Südtochter. Neu-Pommern hat zahlreiche Küstenflüsse; Holmesfluss auf der Gazelle-Halbinsel. Auf Bougainville das Kaisergebirge mit dem Balbiberg (3067 m).

Klima : Der Archipel hat ein durch die Meeresumgebung gemildertes Tropen-Klima. Mittlere Jahrestemperatur 26 Grad. Geringster Regenfall zumeist Juli bis Oktober. Erdbeben sind häufig, aber ungefährlich.

Pflanzenwelt : Besonders üppige Vegetation. Dichter Wald mit schlanken, von Lianen umwundenen Bäumen. In grösseren Höhen baumfreie Grassteppen. Kulturpflanzen: Kokospalme; dagegen Kautschuk, Kakao und Baumwolle erst im Versuchsstadium. Kaffee und Tabak ohne Bedeutung.

Tierwelt : Keine Raubtiere, keine Affen, d. h. eine australische Fauna, z. B. Beuteltiere. - Paradiesvogel, schönster Vertreter einer sehr bunten Vogelwelt. Von Meerestieren seien Perlmuttermuscheln erwähnt und Holothurnus (Trepang).

Mineralien : Auf Neu-Mecklenburg an verschiedenen Stellen Kohle gefunden, aber noch nicht auf die Abbaufähigkeit untersucht. In Kaiser-Wilhelms-Land an der deutsch-britischen Grenze (Herkules-Fluss) abbauwürdige Vorkommen von Schwemmgold.

Handel und Verkehr : Kopra, etwas Kautschuk und Kaffee, Steinnüsse, Trepang, Perlmutter, Schildpatt. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabelle auf Seite 6. Haupteinfuhrgüter sind Nahrungsmittel und Fleisch, Garne und Gewebe, Metalle und Metallwaren. Tabak, Kohlen usw. Im gesamten Schutzgebiet Neu-Guinea waren am 1. April 1908 ansässig mehr als 60 53 kaufmännische, landwirtschaftliche und gewerbliche Unternehmungen.
Schiffsverkehr: 245 Dampfer und 104 Segler liefen 1908 die Häfen Herbertshöhe, Simpsonhafen, Käwieng, Namatanai und Kieta (Bougainville) des Bismarck-Archipels an mit rund 243.000 Reg. Tons; im Jahre 1907, nach Eröffnung von Simpsonhafen, 465 mit 256.000 Reg. Tons. Friedrich-Wilhelms-Hafen in Kaiser-Wilhelms-Land besuchten 71 Dampfer mit 84.000 Reg Tons. Ueberfahrtspreis: Norddeutscher Lloyd: Genua oder Neapel-Herbertshöhe I. 1560 M., II. 1065 M., III. über Honkong 740 M., über Sydney 420 M.
Post und Telegraphie: Ende 1908: 8 Anstalten, darunter 2 mit Telegraphenbetrieb und Ortsfernsprecheinrichtungen, jedoch ohne Anschluss an das Welttelegraphennetz (Herbertshöhe und Rabaul); 31 km Landtelegraphenlinien. Verkehr 1908: 253.600 Briefsendungen, 6.344 Postanweisungen mit 1.135.201 M., 3.517 Pakete, 78.953 Zeitungen, 683 Telegramme. Postverbindungen über Honkong bezw. Sydney alle 4 Wochen; über Singapore alle 8 Wochen. Beförderungsdauer Berlin-Simbsonhafen (Rabaul) 42-43 Tage. Nach den Karolinen zweimal alle 20 Wochen, ausserdem nur nach Jap über Honkong bewz. Sydney alle vier Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Jap 41-70 Tage. Telegramme für Jap direkt, für Ponape und Saipan telegraphisch nach Jap oder Sydney, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel: "Poste N.N., Saipan, Jap." Telegrammgebühr für das Wort nach Jap 5,05, nach Sydney 3,10 M. - Das letzte gilt auch für die Marshallinseln mit ihren 2 Postanstalten. Postverbindungen Berlin-Jaluit zweimal alle 20 Wochen in 53 bis 62 Tagen. Telegramme: telegraphisch nach Hongkong oder Syndey, von da weiter mit der Post. Aufschrift nach folgendem Beispiel: "Poste, N.N., Herbertshöhe, Jap." Telegrammgebühr für das Wort nach Jap 4,55 M., nach Sydney 3,10 M.
Die letzten beiden Absätze gelten auch für Kaiser-Wilhelmsland, der letzte auch für Karolinen, Marianen und z.T. Marshallinseln. (S. 29)

Verwaltung : Sitz des Kaiserlichen Gouverneurs und Bezirksamt: Rabaul am Simpsonhafen (früher Herbertshöhe), Stationen: Käwieng, Namatanai, Kieta, Herbertshöhe. (Gouverneur zurzeit Dr. Hahl.) Andere Hauptplätze: Matupi, Ralum und Herbertshöhe. Farbige Polizeitruppe für ganz Neuguinea 282 Mann.

 

b) Kaiser-Wilhelmsland. (S. 28)

Grösse : ungefähr 179.000 qkm (= ½ Preussen). Auf der grossen, z. T. noch England und Holland gehörigen Insel Neu-Guinea.

Bevölkerung : Wird veranschlagt auf 100.000 Einwohner Melanesier oder Papua mit zahlreichen, voneinander abweichenden, aber verwandten Mundarten. Ausserdem einige hundert sonstige Farbige (Chinesen, Malayen usw.). 1904: 113 Europäer, darunter 98 Deutsche, 1905: 128 Europäer, darunter 115 Deutsche, 1906: 149 Weisse, darunter 130 Deutsche, 1907: 182 Weisse, davon 162 Deutsche und 38 Frauen, 1908: unverändert, nur 41 Frauen, 1909: 197 Weisse, darunter 185 Deutsche und 48 Frauen.

Bodengestalt und Bewässerung : An der 800 km langen Küste zahlreiche Korallenriffe, kleinere Inseln und Einbuchtungen. Von letzteren sind die bedeutendsten der Huongolf und die Astrolabebai. Im Norden des Schutzgebietes der Kaiserin-Augusta-Fluss, für grössere Fahrzeuge schiffbar, mit günstiger, nicht durch Riffe versperrter Mündung. In die Astrolabebai mündet der Gogolfluss, in den Huongolf der Markhamfluss. Der grösste Strom ist wohl der Ramu, früher in seinem Unterlaufe Ottilienfluss genannt, auf ca. 200 km schiffbar. An der Südgrenze Waria oder Herkulesfluss. Das Innere ist noch wenig erforscht. Zwischen Huongolf und Astrolabebai das Finisterregebirge (3475 m), dem ein rund 1000 m hohes Küstengebirge vorgelagert ist. Im Innern die noch unbekannte Kraetkekette und weiter nördlich die Bismarckkette. Nach neuerlicher Erkundung zwischen Bismarck- und Finisterre-Gebirge eine fruchtbare, dicht bevölkerte Ebene. 

Klima : Ausgeprägtes Tropenklima. An der Küste höchste Temperatur im Schatten 35 Grad C., niedrigste 20 Grad C., mittlere Jahrestemperatur 26 Grad C. Vom April bis September Südostpassat, vom Oktober bis März Nordwestmonsun. Scharfer Unterschied zwischen Regen- und Trockenzeit in den meisten Jahren nicht vorhanden. Die Hauptregenzeit hängt davon ab, ob das betr. Gebiet mehr dem Passat- oder dem Monsunwinde ausgesetzt ist. Daher tritt die Regenzeit auch bei ganz nahe zu einander gelegenen Plätzen sehr verschieden ein.

Pflanzenwelt und Tierwelt siehe Bismarck-Archipel

Handel und Verkehr : Ausgeführt werden hauptsächlich Kopra und ein wenig Kapok, Trepang und Perlmutter; neuerlich Kautschuk, Sisalhanf und Kakao. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabelle auf Seite 6

Schiffsverkehr und Post und Telegraphie siehe Bismarck-Archipel

Verwaltung : Friedrich - Wilhelmshafen. Station im Nordwesten Eitape. Postanstalten noch in Finschhafen und Stephansort. (S. 29) 

 

c) Die Karolinen, Pelau-Inseln und Marianen sowie die Marshallinseln

Grösse : Diese früher in spanischem Besitz gewesenen Inselgruppen sind im Juni 1899 durch Kauf in den Besitz des Deutschen Reiches übergegangen. Die Karolinen haben einen Flächeninhalt von 1600 qkm (davon die Palau-Inseln 450 qkm). Die Marianen haben einen Flächeninhalt von 626 qkm. Die Zahl aller dieser Inseln beträgt 800. Die hauptsächlichen Inseln der Karolinen sind: Kusaie, Ponape, Truk und Jap. Die wichtigste Insel der Palaus ist Baobeltaob. Die hauptsächlichsten Marianen-Inseln sind: Seipan und Tinian. - Die Marshall-Inseln, bestehend aus der Ratakgruppe im Osten und der Rälikgruppe im Westen, insgesamt 353 Eilande, sind mit ungefähr 400 qkm Oberfläche etwas grösser als das Fürstentum Schaumburg-Lippe.

Bevölkerung : Ostkarolinen 25.000 Eingeborene, 1904: 89 Weisse, davon 32 Deutsche. 1905: 92 Europäer, darunter 37 Deutsche, 1906: 77 Weisse, darunter 38 Deutsche, 1907: 68 Weisse, davon 37 Deutsche, 1908: 71 Weisse, darunter 44 Deutsche und 17 Frauen, 1909: 78 Weisse, darunter 55 Deutsche und 16 Frauen. Westkarolinen 1905: 13.264 Eingeborene, (davon die Palau-Inseln 3.748), 1904: 36 Weisse, davon 11 Deutsche, 1905: 47 Europäer, darunter 16 Deutsche, 1906: 73 Weisse, darunter 36 Deutsche, 1907: 69 Weisse, darunter 46 Deutsche und 11 Frauen. Marianen 1905: 2.508 Eingeborene (S. 30), 1904: 13 Weisse, davon 7 Deutsche, 1905: 22 Europäer, davon 16 Deutsche, 1906: 23 Europäer, darunter 18 Deutsche, 1907: 31 Weisse, davon 26 Deutsche und 6 Frauen, 1908: Westkarolinen, Palau und Marianen zusammen 88 Weisse, davon 59 Deutsche und 25 Frauen, 1909: 113 Weisse, darunter 90 Deutsche und 17 Frauen. Bedenklich ist eine Zahl von 66 Japanern. Marshallinseln: Urbevölkerung ungefähr 10.500 reine Mikronesier mit ziemlich heller Hautfarbe.  Auf Nauru 428 Chinesen und 457 nichteingeborene Südseeinsulaner, 1904: 81 Weisse, 61 Deutsche, 1905: 84 Weisse, 66 Deutsche, 1906: 83 Europäer, 65 Deutsche, 1907: 103 Weisse, darunter 76 Deutsche und 18 Frauen, 1908: 162 Weisse, darunter 88 Deutsche und 27 Frauen, 1909: 139 Weisse, darunter 91 Deutsche.

Bewässerung und Bodengestalt : Die höchste Erhebung ist der Tolokome auf Ponape, 870 m. Auf derselben Inseln der zuckerhutförmige Basaltkegel Tukain.

Klima : Mittlere Jahrestemperatur 27 Grad C. Regenzeit auf den östlichen Inseln Juni - September, auf den westlichen Juni - August. Auf den Marshall-Inseln alljährlich 300 Regentage mit 4000 bis 5000 mm Regenmenge

Pflanzenwelt : Die westlichen Inseln sind reicher an Arten als die östlichen. Die Kokospalme ist fast die einzige Kulturpflanze. Neuerdings Versuche mit Kautschuk und Kakao.

Tierwelt : An Säugetieren ursprünglich nur Fledermäuse. Eingeschleppt Ratten. Zahlreich an Arten Vögel und Fische, arm die Insektenfauna. Haustiere fast überall Hund, Katze und Schwein. Auf Tinian (Marianen) Herden verwildeter Rinder und Schweine.

Mineralien : Auf den Palau-Inseln stehen brauchbare Kohlenlager. Auf Nauru und einigen andern Inseln (Angaur, von den Palau) reiche Phosphatlager. 

Handel und Verkehr: Ausgeführt werden aus allen genannten Inselgruppen: Kopra, Trepang, Schildpatt, Perlmutter, Steinnüsse, Haifischflossen. Eingeführt werden: Gewebe, Tabak, Lebensmittel, Eisenwaren, Alkohol usw. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabelle auf Seite 6.
Schiffsverkehr: Neben Schiffen unter deutscher Flagge treten bei den Marshall-Inseln englische Dampfer, bei den Marianen japanische Segler auf. Ueberfahrtspreise: Norddeutscher Lloyd und Jaluit-Gesellschaft, Genua oder Neapel-Jap, bis Hongkong I. 1250 M., II. 860 M., III. 495 M., von Hongkong Kajüte 200 M., Deck 80 M.; bis Sydney I. 1230 M., II. 700 M., III. 265 M., von Sydney Kajüte 600 M., Deck 260 M. Norddeutscher Lloyd und Jaluit-Gesellschaft Genua oder Neapel-Jaluit, bis Hongkong I. 1250 M., II. 860 M., III. 495 M., von Hongkong Kajüte 500 M., Deck 200 M.; bis Sydney I. 1230 M., II. 700 M., III. 265 M., von Sydney Kajüte 300 M., Deck 120 M.
Post und Telegraphie (der Karolinen und Marianen siehe oben) der Marshall-Inseln. Ende 1908: zwei Postanstalten. Postverbindungen: zweimal alle 20 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Jaluit 53-62 Tage. Telegramme: telegraphisch nach Sydney oder Jap, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel: "Poste, N.N., Jaluit, Jap." Telegrammgebühr für das Wort nach Sydney 3,10 M., nach Jap 5,05 M.

Verwaltung : Sitze der Bezirksregierungen sind : Ponape, Jap und Jaluit; auf Truk, Koror, Nauru und Garapan (Saipan) je ein Stationsleiter.

 

II. Die Samoainseln. (Schifferinseln.)

Grösse : Zum deutschen Schutzgebiet Samoa gehören seit dem 14. November 1899 bzw. seit dem 1. März 1900 folgende Inseln: Sawaii (1.691 qkm), Upolu (868 qkm, Sitz des Gouvernements) Manono (8,5 qkm), Apolima (4,7 qkm), zusammen 2.572 qkm (= Herzogtum Sachsen-Meiningen). Die übrigen Inseln der Samoa-Gruppe unterstehen den Vereinigten Staaten, darunter Tutuila mit dem ausgezeichneten HAfen Pango-Pango; die deutschen Samoa-Inseln haben keinen Hafen. (S. 31)

Bevölkerung : 1902: 32.612 Eingeborene, 1906: 33.478, 1903: 381 Europäer, davon 192 Deutsche, 1907: 455 Weisse, darunter 248 Deutsche und 117 Frauen, 1908: 436 Weisse, dabei 262 Deutsche und 78 Frauen, 1909: 468 Weisse, darunter 270 Deutsche und 112 Frauen. Ferner eine Mischlings-Bevölkerung von etwa 978 Köpfen und 1.123 Chinesen.

Bewässerung und Bodengestalt : Sawaii und Upolu sind gebirgig (höchster Gipfel der Manga-Loa mit 1.646 m über Meereshöhe) und vulkanisch. Die Flüsse bilden infolge des terrassenförmigen Aufbaues der Inseln häufig Wasserfälle.

Klima : tropisch (Mai bis September Südost-Passat). Jährl. Durchschnittstemperatur 25,70 Grad C. Samoas Klima ist durchaus gesund.

Pflanzenwelt : Ueppige Vegetation; sogar die steilen Felsenwände sind mit Pflanzen bedeckt. Häufig sind Farn-Arten. Kulturpflanzen : Kokospalme, Kakao (von ausgezeichneter Güte) und, nach den bisherigen Versuchen zu urteilen, Kautschuk.

Tierwelt : Ursprünglich auch hier von Säugern nur Fledermäuse. Importiert: Hunde und Katzen, Schweine und leider auch Ratten. Land und Meer sind im übrigen reich an niederen Tieren.

Handel und Verkehr : Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Kopra und Früchten, auch Kawawurzeln und neuerdings Kakao und ein wenig Tabak; die Einfuhr bringt Verzehrungs- und Bekleidungs-Gegenstände, Baumaterialien und Metallwaren. Werte der Ein- und Ausfuhr siehe Tabelle auf Seite 6.
Schiffsverkehr: Im Hafen von Apia wurden 1907 gezählt 83 Dampfer (davon nur 1 deutscher) und 31 Segler, mit insgesamt 59.000 Reg. Tons. Ueberfahrtspreis: Norddeutscher Lloyd bis Sydney, Oceanic S. S. Co. of S. Francisco bis Pago Pago I. 1640 M., II. 966,25 M., III. 418,25 M., von Pago Pago nach Apia I. 32 M., II. 21,35 M.
Post und Telegraphie. Ende 1908: 6 Postanstalten, darunter 1 mit Ortsfernsprechnetz. Verkehr 1908: 192.700 Briefsendungen, 3.691 Postanweisungen mit 877.332 M., 1.394 Pakete, 31.453 Zeitungen. Postverbindungen: alle 4 Wochen, Beförderungsdauer Berlin-Apia 33 Tage. Telegramme: telegraphisch nach Auckland oder Souva, von da weiter mit der Post; Aufschrift nach folgendem Beispiel: "Poste, N.N., Apia, Auckland." Telegrammgebühr für das Wort nach Auckland, Levuka, Souva und Honolulu 3,10 M.

Verwaltung : Gouverneurs-Sitz Apia auf Upolu. Gouverneur seit 1900 Dr. Solf. Bezirksamt auf Sawaii.





Quelle: Deutscher Kolonial-Atlas mit Illustriertem Jahrbuch 1910, herausgegeben auf Veranlassung der Deutschen Kolonialgesellschaft, bearbeitet von P. Sprigade und M. Moisel. Berlin 1910, S. 27ff.

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